Großbritannien: Cameron erwägt Sperre von Twitter und Facebook
Der britische Premier hat angekündigt, bei weiteren Krawallen Twitter, Facebook oder Blackberry-Dienste zu beschränken. Das Vorhaben stößt auf massive Kritik.
© Andrew Yates/AFP/Getty Images

Mobiltelefone stehen hinter einer zertrümmerten Fensterscheibe nach den Unruhen in Manchester.
Im Kampf gegen die Ausschreitungen in Großbritannien will Premierminister David Cameron notfalls den Zugang zu sozialen Netzwerken blockieren. "Wenn Menschen soziale Netzwerke für Gewalt nutzen, müssen wir sie stoppen", sagte der Premier vor dem Parlament. Bei Kommentatoren weltweit hat diese Ankündigung Empörung ausgelöst.
Der Guardian-Autor Jeff Jarvis fragt den Premierminister: "Was unterscheidet Sie von der Regierung in Saudi-Arabien, wenn Sie nach Möglichkeiten suchen, den Blackberry-Dienst BBM abzuhören oder ihn zu begrenzen?" Jarvis sieht bei Camerons Vorschlag keinen Unterschied zu der Vorgehensweise von "China" oder den "arabischen Tyrannen", die ebenfalls die Kommunikation über Twitter oder andere soziale Netzwerke kappten.
Erste Reaktionen auf den Vorstoß von Cameron kamen auch aus dem Nahen Osten. Der Blogger Sultan al-Qassemi warnt, dass autoritäre Regime künftig auf Großbritannien verweisen können, wenn sie das Internet zensieren: "Zur Erinnerung, Leute: Es ist OK, wenn es der Westen macht."
Der Journalist Omar Waraich aus Pakistan zieht ein älteres Zitat von Cameron zu den Protesten in Kuwait heran. Damals habe der Premier gesagt, soziale Medien seien ein mächtiges Instrument in den Händen der Bürger, nicht ein Mittel der Repression.
"Moment der Enthüllung"
Der ägyptische Blogger Mahmoud Salem kommentiert: "Wenn Großbritannien die sozialen Netzwerke einschränkt, um die Unruhen einzudämmen, dann erleben wir einen spektakulär entlarvenden Moment für die Regierungen der Ersten Welt."
Ähnlich verärgert zeigen sich Vertreter von Bürgerrechtsorganisationen. Jim Killock, Vorsitzender der Open Rights Group, sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg: "Wenn man versucht, die Menschen von der Kommunikation abzuhalten, dann wird das Problem noch größer." Die Menschen würden sich bedroht fühlen, weil ihre Freiheit bedroht sei.
Auch Daniel Hamilton, Vorsitzender von Big Brother Watch, sagte, eine solche Zensur würde zu Vergleichen einladen mit Regimen wie dem des früheren ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. Die britische Regierung müsse "der Versuchung entgehen", sich in populistischem Autoritätsdenken zu ergehen.








sieht mir ein wenig dürftig aus. Für eine massive Kritik würde ich es vorziehen, dass dort wenigstens einflussreiche Menschen genannt werden, wie z.b. EU Präsident, Regierungschefs, Bankenchefs, Wirtschaftssprecher etc. Ich verstehe unter "masiver Krtik" etwas anderes. Ich habe leider von diesen Personen noch nie etwas gehöhrt, und kann mir nicht vorstellen, dass "Der Journalist Omar Waraich aus Pakistan" in irgend einer Weise in England irgendetwas bewegen wird.
Wo bleibt die Kritikvon der ZEIT, die Politiker unseres Landes auffordert, Kritik zu üben?
Das "Vereinigte Königreich" ist nicht so einig, wie sich manche bei uns vorstellen. Der Akzent, eine entscheidende Voraussetzung, es ihm Leben zu etwas zu bringen. Bei uns kann im Prinzip auch ein Mensch mit oberbayerischer "Mundart" Bundeskanzler werden, was nicht wünschenswert ist. In UK wäre das auch mit einem Akzent aus der Arbeiterklasse undenkbar.
Eine gute Schulbildung ist wohl nur den Mitgliedern der "upperclass" vorbehalten.
Ich habe erlebt, dass ein Engländer in einem Pub in Edinburgh nicht bedient wuerde. Very english / very scotish.
"Warum mögen die Schotten die Deutschen ? Weil die Engländer die Deutschen nicht mögen"
Was sich jetzt auf der Insel entlädt, ist auch ein Dammbruch jahrzentelanger Dikrimnierung der "underdogs" inkl. der Einwanderer aus dem alten britischen Imperium.
Die hohe Arbeitslosigkeit bei den jungen Leuten ist die Folge schlechter Bildungsmöglichkeiten. Kaum ein Bewohner des Eastends von London dürfte eine Chnce haben, eine Eliteschule in Westend zu besuchen.
Kriminelle sollten bestraft werden, aber ansonsten helfen nur Reformen im Bildungssystem.
Die Unruhen mit dem Verbot von Twitter, Facebook & Co zu stoppen ist ein schlechter Witz. Was wüßten wir schon über Libyen, Syrien, Iran und China.
Achtung Sarkasmus:
Thilo Sarrazin könnte mal genetisch forschen. Die Engländer haben deutsche Wurzeln (Angelsachsen), die Schotten keltische, Waliser auch.
Die haben die Germanen vor langer Zeit aus Sarrazins Deutschen Landen vertrieben.
Sie schrieben: "Erst Friedrich, jetzt Cameron."
Begann nicht Sarkozy mit den Worten, das Internet würde sich immer mehr zum Wilden Westen entwickeln? Nur machte er sich nicht die Finger damit schmutzig, in dem er konkrete Vorschläge eingebracht hätte. Vielleicht wusste er, dass viele seit Jahren damit gerechnet haben, dass die Offensive einiger Staatsvertreter gegen das Netz und offene Kommunikation losgetreten würde.
So werden also von anfangs sozialen Unruhen, über deren Gründe im Unterhaus, wenn überhaupt nur ganz beiläufig Erwähnung fanden, wütende Bürger, die über demokratische Verfahren keinerlei Gehör mehr finden, für umfassende Freiheits- und Demokratiebeschränkungen instrumentalisiert.
Ich erliege seit einiger Zeit keiner Illusion mehr. Ich kenne die Verhältnisse in Deutschland, weiß, dass die Lobbyisten und die Konzerne die eigentliche Macht inne haben und die Politiker in ihrer Macht- und Geldgier beeinflussen und führen.
Wie auch immer, die Menschen werden auf absehbare Zeit keine Sonne mehr sehen. Ihre Interessen sind im Schatten des Neoliberalen-Konservativen Wahns nur noch lästig und werden ignoriert.
Es lässt sich in allen Themenbereichen die politische Ignoranz beobachten. Ein Beispiel von vielen ist die kommende Pflegenotstands-Katastrophe.
Anstatt dass die Tories die realen Gründe der Unruhen angehen und einer Problemlösung zuführen, werden diese Gründe gar nicht erst geleugnet sondern gleich komplett ignoriert. Das zu beobachten ist unglaublich. Die Realität wirft das Handtuch, Cameron tut alles, um die sozialen Unruhen herunterzuspielen und spricht nur von kriminellen Jugendlichen. Sie sind dabei, fraglos, doch der Auslöser dieser Unruhen waren schwerlich Breitbildfernseher im Schaufenster sondern Arbeits- und Hoffnungslosigkeit.
Aber diese Katastrophe möchten Cameron und seine Tories nicht zu verantworten haben, damit wäre die nächste Wahl verloren.
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Entfernt. Bitte verzichten Sie auf rassistische Äußerungen. Die Redaktion/er
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Die Innenpolitik ist gescheitert, die Politiker haben versagt.
Also kann ja nur das Internet Schuld sein.
Klingt logisch.
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