Der CDU-Politiker und Rechtsexperte Siegfried Kauder hat Probleme mit dem Urheberrecht. © Miguel Villagran/Getty Images

Was Siegfried Kauder in den vergangenen Tagen geschafft hat, entspräche im Fußball einem Eigentor per Fallrückzieher, bei dem sich der Schütze auch noch selbst verletzt.

Der CDU-Politiker hatte zunächst ein Three-Strikes-Modell gefordert : Wer bei Urheberrechtsverletzungen im Internet erwischt wird, solle eine erste und zweite Mahnung erhalten, dann solle ihm für eine gewisse Zeit der Netzzugang abgeklemmt werden. Der Vorschlag ist nicht populär und sorgte selbst in der eigenen Partei für Kritik. "Kauder-Strikes geht gar nicht", twitterte Parteikollege Peter Altmaier .

Kurz darauf entdeckte ein findiger Blogger, dass Kauder auf seiner eigenen Website die Urheberrechte anderer verletzt.

Und schließlich bewies der Überführte bei seinem Versuch der Schadensbegrenzung auch noch seine Ahnungslosigkeit.

Das klingt lustig, doch der Hintergrund ist durchaus ernst: Siegfried Kauder, Rechtsanwalt und Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestages , wollte einen Gesetzentwurf vorlegen, der auch nach Meinung der Vereinten Nationen rechtlich bedenklich wäre. Nach den ersten Reaktionen aus der Opposition und eben auch aus der Union war klar, dass ein solcher Entwurf keine Mehrheit finden würde.

Offensichtlich illegal kopierte Fotos verwendet

An dieser Stelle hätte das Thema erledigt sein können. Doch dann veröffentlichte der Softwareentwickler Leonhard Zech ein Gedicht im Internet , in dem er Kauder unterstellte, selbst das Urheberrecht anderer zu verletzen. Auf der Website des Abgeordneten seien mindestens zwei Fotos zu sehen, die vom Fotodienst Panoramio stammten, aber nicht entsprechend gekennzeichnet waren.

Der Blogger "Alexander Double" von piratig.de legte nach und forderte Kauder auf der Seite abgeordnetenwatch.de zu einer Stellungnahme auf. Einige Kommentatoren dort fanden weitere Fotos, die Kauder auf seiner Website verwendete, ohne eine Lizenz dafür vorweisen zu können.