Robin Meyer-Lucht, Gründer und Mitherausgeber des Blogs carta.info, ist gestorben. Er wurde nach mehrtägiger Suche tot gefunden, wie seine Kollegen mitteilten. Nähere Angaben zur Todesursache gab es nicht.

Der 38-jährige Autor und Medienökonom hatte in Hamburg, London, Berlin und St. Gallen studiert und in der Schweiz über die Wettbewerbsstrategien von Nachrichtensites promoviert. Er betrieb seit 2006 das Berlin Institute, ein Forschungs- und Beratungsinstitut für Medienökonomie und digitale Medienwirtschaft, mit dem er dieses Interesse fortsetzte.

Im Jahr 2008 dann hatte Meyer-Lucht Carta ins Leben gerufen, das Projekt, das ihn im Netz und darüber hinaus bekannt machte. Dort beschäftigte er sich gemeinsam mit mehreren anderen Autoren mit Netzpolitik und Medienwandel.

Das Blog wurde zu einer Diskussionsplattform, deren Texte immer wieder große Verbreitung fanden und die oft ideologisch geführten Debatten um kluge Einwürfe bereicherten. Für seine Arbeit wurde das Projekt 2009 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Seit Juni ist Carta in einer selbst verordneten Pause zur Neuordnung, offenbar fehlte eine finanzielle Perspektive. Meyer-Lucht sprach von "Problemzonen bei der Skalierbarkeit und Refinanzierung".

Meyer-Lucht war unter anderem als Verfechter der Netzneutralität bekannt und setzte sich für einen offenen und gebührenfreien Zugang zu Inhalten ein. Dafür ging er Anfang 2010 mit einer Online-Petition an die Öffentlichkeit.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, ist Meyer-Lucht am vorigen Freitag gestorben. "Sein früher Tod bestürzt uns", schreiben seine Carta-Weggefährten.