Fans sind eine heikle Klientel. Einerseits lieben sie Reliquien so sehr, dass sie viel Geld für sie ausgeben und sie auf jede erdenkliche Weise adaptieren und bewerben . Andererseits führt diese Liebe dazu, dass sie ihre Fanobjekte als ihr Eigentum betrachten und auf jeden Eingriff wütend reagieren.

George Lucas, der Schöpfer der Star-Wars -Filme, hat das schon mehrfach erleben müssen. Noch nie hat er seine Filme als abgeschlossene Werke betrachtet . Seit es technisch möglich ist, bastelt er an ihnen herum, fügt neue Figuren ein, ändert Geräusche und Laserblitze, färbt Himmel neu ein oder erweitert Hintergründe. In jeder neuen Edition der sechs Filme gibt es kleine, aber zahlreiche Änderungen im Vergleich zu vorherigen Versionen.

Doch wenn Fans etwas hassen, dann ist es Veränderung. Sie sind gerne bereit, Lucas zu einem der reichsten Menschen der Erde zu machen. Aber schon immer haben sie ihn für seine nachträgliche Frickelei kritisiert. Die schwierige Beziehung zwischen Lucas und den Anhängern seiner Werke ist legendär. 2009 wurde sogar eine Dokumentation darüber gedreht, ihr Titel: The People vs. George Lucas

Kampagne im Netz

Nun hat der seit Jahren existierende Streit einen neuen Höhepunkt erreicht. Derzeit organisieren einige Ultras im Netz eine Kampagne gegen die gerade erschienene Blu-Ray-Edition von Star Wars .

Es geht um die Bastelei an sich, vor allem aber um einen Schrei, den die Figur des Darth Vader in der Blu-Ray-Version an einer Stelle ausstößt, an der sie bislang stumm war. Am Ende von Teil Sechs tötet Darth Vader seinen Meister, den Imperator, weil der Vaders Sohn Luke foltert. Früher tötete Vader ohne Worte, nun murmelt er erst ein kurzes "No", um kurz darauf noch ein langgezogenes "Noooooo" auszustoßen.

Einigen Fans war das "Noooooo" nun zu viel der Überarbeitung. Bei Amazon beispielsweise sind die Kunden-Kritiken der neuen Blu-Ray-Ausgabe vernichtend . Von derzeit 1.400 Kritikern geben mehr als 900 die schlechteste Note. Ihr Tenor: Lucas vernichte cineastisches Erbe und ruiniere ein einst vollkommenes Kunstwerk.

"Unnötig" und "pervers" seien die Änderungen, schreiben einige Kommentatoren und finden, Lucas habe in ihren Erinnerungen herumgepfuscht.