George Lucas : Star-Wars-Fans sagen "Noooooo"

Die Kritiken für eine neue "Star Wars"-Edition sind vernichtend. Erfinder Lucas lässt Darth Vader nun "Nein" brüllen, wo vorher Stille war. Im Netz protestieren die Fans.
Ein als Darth Vader verkleideter "Star Wars"-Fan bei einer Parade in Mexico City anlässlich der neuen Blu-Ray-Edition der Reihe © ALFREDO ESTRELLA/AFP/Getty Images

Fans sind eine heikle Klientel. Einerseits lieben sie Reliquien so sehr, dass sie viel Geld für sie ausgeben und sie auf jede erdenkliche Weise adaptieren und bewerben . Andererseits führt diese Liebe dazu, dass sie ihre Fanobjekte als ihr Eigentum betrachten und auf jeden Eingriff wütend reagieren.

George Lucas, der Schöpfer der Star-Wars -Filme, hat das schon mehrfach erleben müssen. Noch nie hat er seine Filme als abgeschlossene Werke betrachtet . Seit es technisch möglich ist, bastelt er an ihnen herum, fügt neue Figuren ein, ändert Geräusche und Laserblitze, färbt Himmel neu ein oder erweitert Hintergründe. In jeder neuen Edition der sechs Filme gibt es kleine, aber zahlreiche Änderungen im Vergleich zu vorherigen Versionen.

Doch wenn Fans etwas hassen, dann ist es Veränderung. Sie sind gerne bereit, Lucas zu einem der reichsten Menschen der Erde zu machen. Aber schon immer haben sie ihn für seine nachträgliche Frickelei kritisiert. Die schwierige Beziehung zwischen Lucas und den Anhängern seiner Werke ist legendär. 2009 wurde sogar eine Dokumentation darüber gedreht, ihr Titel: The People vs. George Lucas

Kampagne im Netz

Nun hat der seit Jahren existierende Streit einen neuen Höhepunkt erreicht. Derzeit organisieren einige Ultras im Netz eine Kampagne gegen die gerade erschienene Blu-Ray-Edition von Star Wars .

Es geht um die Bastelei an sich, vor allem aber um einen Schrei, den die Figur des Darth Vader in der Blu-Ray-Version an einer Stelle ausstößt, an der sie bislang stumm war. Am Ende von Teil Sechs tötet Darth Vader seinen Meister, den Imperator, weil der Vaders Sohn Luke foltert. Früher tötete Vader ohne Worte, nun murmelt er erst ein kurzes "No", um kurz darauf noch ein langgezogenes "Noooooo" auszustoßen.

Einigen Fans war das "Noooooo" nun zu viel der Überarbeitung. Bei Amazon beispielsweise sind die Kunden-Kritiken der neuen Blu-Ray-Ausgabe vernichtend . Von derzeit 1.400 Kritikern geben mehr als 900 die schlechteste Note. Ihr Tenor: Lucas vernichte cineastisches Erbe und ruiniere ein einst vollkommenes Kunstwerk.

"Unnötig" und "pervers" seien die Änderungen, schreiben einige Kommentatoren und finden, Lucas habe in ihren Erinnerungen herumgepfuscht.

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Kommentare

63 Kommentare Seite 1 von 9 Kommentieren

Wer kann bestreiten...

daß einen die letzten drei Filme, die als Vorgeschichte zur ursprünglichen Trilogie gedacht sind, seltsam kalt lassen und das obwohl allerlei Technisches Juhei veranstaltet werden konnte.
Es erinnert mich an das Remake zu 'DUNE- Der Wüstenplanet': Alle möglichen Tricks aber mit jedem Special Effekt wird der Film sinnloser und langweiliger.

Yes, I can!

Also ich kann behaupten die neuen genau so gut zu finden. Meiner Meinung nach sind die ersten 3 Teile anders und schwer mit den Alten zu vergleichen, aber sie haben mich genauso gefesselt.

Und so kleine Änderungen wie Vader schreit "Noooo" und Han schiesst nicht als erstes sind mir nicht so wichtig. Das ist meiner Meinung nach etwas kleinkariert deswegen die neue Box zu boykottieren.

Dune ...

Da scheint jemand wie ich den alten "Dune" von David Lynch zu lieben. Ich war auch sehr gespannt auf die Neuverfilmung (ist doch die mit Ochse Uwenknecht als Stilgar, oder ???), war aber auch nicht begeistert.

Episode 1-3 haben einfach zu viele Raumschlachten und Laserschwert-Duelle, besonders Episode 3, die wichtige Überleitung zu Episode 4 wurde dann quasi im Abspann abgehandelt. Dat war nix.

Vielleicht kommen ja wirklich noch 7-9, dann wird's bestimmt noch schlimmer.

Wenn die neuen Filme ...

... also Episode 1-3, Meisterwerke geworden wären, dann hätte jeder Fan vor Ehrfurcht Lucas auch noch die scheinbar lächerlichsten Änderungen an den alten Filmen durchgehen lassen.

Da aber Episode 1-3 nun wirklich nicht herausragend sind und Lucas in meinen Augen versagt hat, hat er jedes Recht an seinen Werken verloren und er soll gefälligst die Finger davon lassen.

Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/se

Na hören Sie mal...

...woher nehmen Sie diesen Brustton der Überzeugung?

Ich z.B. fand die letzten drei Filme angefangen mit "The Phantom Menace" genial, deutlich besser als die ersten drei, die in meinen Augen eher Märchenfilme waren.

Und Carrie Fisher konnte ich auch nicht leiden...

Aber jedem das seine - über Geschmack lässt sich's trefflich streiten.

Änderungen an bestehenden Filmen finde ich auch irritierend, aber deswegen muss man ja nicht die Aberkennung aller Rechte des Regisseurs fordern!

Leisten Sie erst einmal selbst etwas vergleichbares, bevor Sie einem Altmeister des großen Kinos wie George Lucas Versagen vorwerfen!

Also ich behaupte ...

... ich hätte die neuen Episoden besser hinbekommen :P ;)

Allein solche extremen Logikfehler, wie die Tatsache, dass der gesamte Jedi-Rat offensichtlich nicht schlau genug war, zu erkennen, dass das "Gleichgewicht" wohl unweigerlich zu einer radikalen Dezimierung der Jedi führt. Yoda sagt selbst, dass die Sith immer nur zu zweit sind. Nie mehr, nie weniger. Wenn jetzt zwischen Sith und Jedi ein Gleichgewicht hergestellt werden soll, dann muss man kein Mathematiker sein um sich auszurechnen was das bedeutet.

Und wieso - wenn allen offensichtlich klar war, das Anakin der Auserwählte ist - kümmert sich der Rat nicht entsprechend um ihn? Stattdessen wird seelenruhig zugesehen wie aus Anakin ein charakterlich höchst fragwürdiger (weil ziemlich arroganter und überheblicher) Mann wird.

Kleine Logikfehler sind ja in Ordnung. Aber wenn die gesamte Story dermaßen unlogisch - weil unnachvollziehbar - wird, dann wirds lächerlich.

Abgesehen von den extrem künstlichen Dialogen, die klingen, als würden die gerade für die Rolle vorsprechen und noch den Text auswendig lernen.

Lucas hat es einfach nicht geschafft den Übergang Anakins zur dunklen Macht überzeugend darzustellen. Es kommt zu abrupt, die Jedis verhalten sich einfach zu dumm. Da hätte man VIEL mehr draus machen können, viel mehr.

Rückblickend betrachtet....

... sind natürlich auch die alten Filme reichlich unlogisch. Aber nicht in der Form. Das man trotz massenweiser Laserschüsse nicht getroffen wird, ist zu verzeihen. Aber die Story war wenigstens geradelinig und weitstgehend nachvollziehbar.

Vor allem Episode 5 ist nun wirklich ein Meilenstein. Der beste Film von allen. In Episode 6 merkt man schon Lucas Hang zum "Schlecht-machen". Zum Beispiel das die Ewoks die ganze Legion der "besten Männer" des Imperators plattmachen. Das fand ich als Kind schon lächerlich. Aber ist in Anbetracht der gesamten drei Filme noch zu verzeihen.

Nicht nur Logiklöcher, auch filmisch katastrophal!

Natürlich sind auch die alten "Star Wars"-Filme nicht immer ganz logisch bzw. in sich schlüssig, ABER: im Vergleich zu "The Phantom Menace" und was da sonst noch so hinterherkam, schneiden sie einfach wesentlich besser ab.
TPM hatte weder einen kohärenten Plot, noch einen Spannungsbogen, noch Charaktere mit erkennbaren Eigenschaften, die sich als Identifikationsfiguren oder Feindbilder eigneten. Mit jedem weiteren Teil wurde es ein *kleines* bißchen besser, aber nicht genug, um das Fiasko noch abzuwenden.

@48 na hören Sie mal

Leisten Sie erst einmal selbst etwas vergleichbares, bevor Sie einem Altmeister des großen Kinos wie George Lucas Versagen vorwerfen!

Das ist das Nicht-Argument schlechthin - ich muss ja auch keine Autos konstruieren, um zu erkennen, dass die den Elchtest nicht bestehende A-Klasse ein Schlag ins Wasser war.

Abgesehen davon - ziehen Sie von Star Wars einfach mal das Design und die Special Effects ab und beurteilen Sie das, was übrig bleibt.

George Lucas = Meister der Verschlimmbesserung

Zum Glück habe ich mir - nachdem meine VHS-Kassetten ihren Geist aufgegeben hatten - eine DVD-Version gekauft, auf der neben der 1999er-Fassung auch die Original-Fassung drauf ist. Han Solo schießt zuerst und am Ende von "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" steht kein deplatzierter Hayden Christensen (der die Rolle des Anakin in den Prequels ohnehin ruiniert hatte, wobei die teils grauenhaften Dialoge ihm sicherlich nicht geholfen haben). Einige Neuerungen kann ich ja durchaus nachvollziehen (Ersetzen des Imperator-Hologramms etc.) und optische Aufpolierung find ich auch gut, aber bei George Lucas ist das Problem, dass er einfach keine Grenze kennt und Dinge ändert, die keiner Änderung bedürfen (so wie jetzt Vaders "NOOOO!" - wollte er da etwa den lächerlichsten Moment der Prequel-Trilogie emulieren?) und zwar nicht zum Positiven, sondern zum Negativen.

Eigentlich ist es ja sein Baby, er kann machen, was er will, aber ich möchte schon aus rein nostalgischen Gründen auf die Originalversionen zurückgreifen können und das Problem liegt weniger in den vielen DVD-Boxsets (Geldscheffelei), sondern dass diese Boxsets oft eben nicht die Originalfassungen beinhalten. Ich musste mir die DVDs einzeln kaufen. Anywho.

(Hat George Lucas nie das Vader NOOO!-Bild gesehen? Einfach mal "vader nooo" googeln. Ist George Lucas der ultimative Troll?)

@3 Meister der Verschlimmbesserung

aber bei George Lucas ist das Problem, dass er einfach keine Grenze kennt und Dinge ändert, die keiner Änderung bedürfen (so wie jetzt Vaders "NOOOO!" - wollte er da etwa den lächerlichsten Moment der Prequel-Trilogie emulieren?)

Ja, genau das wollte er höchstwahrscheinlich.
Ähnlich wie er im zweiten Teil mit der Brechstange Parallelen zum fünften eingebaut hat (der Protagonist verliert den Arm, die Prinzessin gesteht dem Helden Ihre Liebe, am Ende steht ein Pärchen mit den Robotern vor einer Panorama-Aussicht etc. pp.), so war wohl auch das nachträgliche NOOOO, das aus Darth Vader wieder Anakin Skywalker macht, eine Anspielung auf das NOOOO, das in EpIII aus Anakin Skywalker Darth Vader machte.

Lucas Problem ist aber nicht sein Hang zur Verschlimmbesserung (einige Szenen der alten Filme zu vermurksen geht ja noch an), sondern der Umstand, dass er sich selbst für den Allerklügsten hält und sich offenbar kaum noch mit kritischen Stimmen umgibt, die ihn für einen anderen Kurs erwärmen. Dass der beste Film (EpV) nicht unter seiner Regie entstanden ist, sagt jedenfalls eine Menge aus...

@9 Beratungsresistenz

Sie haben durchaus Recht, allerdings wäre ich - ganz ehrlich gesagt - an George Lucas' Stelle wahrscheinlich auch beratungsresistent. Der gute Mann ist Herrscher seines eigenen Star Wars-Imperiums und sowas kann bekanntlich zu Kopf steigen. Das Problem liegt einfach schon darin, dass er sich für Kritik öffnen MÜSSTE, weil er zwar eine lobenswerte Vision hatte, vom Drehbuchschreiben aber leider wenig Ahnung und auch ansonsten hat er viel von der Expertise anderer profitiert.

Sei's wie es sei, die Original-Trilogie kann mir niemand nehmen, auch der Schöpfer höchstpersönlich nicht.

Gezwungene Parallelen?

Nun, der Teil wie Anakin seine Hand verliert ist durchaus wichtig für die Geschichte. In Episode 6 gibt es beim Kampf zwischen Darth Vader und Luke Skywalker ja den Moment indem Luke realisiert, dass er genau wie sein Vater eine künstliche Hand hat und ihm womöglich ähnlicher ist als ihm lieb ist.

Ich weiß gar nicht, was die "Fans" immer zu meckern haben. Wer das Original sehen will, der kann das ja nach wie vor tun. Andererseits kapier ich aber auch nicht, warum George Lucas nach wie vor an seinen Filmen herumdoktert, es sollte ihm ja klar sein, dass dieses Vorgehen eher unbeliebt ist.

Nicht wirklich optimal.

"Ich weiß gar nicht, was die "Fans" immer zu meckern haben. Wer das Original sehen will, der kann das ja nach wie vor tun."

Ja klasse, darf ich mir für drei Filme bis ans Ende meiner Tage nen VHS-Player neben meinen TV stellen. Und in 40 Jahren, wenn Filme als 3D-Hologramme erscheinen, darf ich mich dann entscheiden: Entweder den VHS-Player und den alten TV vom Dach holen oder Star Wars in der 25. Neuauflage schauen, in der Han nicht zuerst schießen kann, weil JarJar Bings Greedo von hinten mit einem Laserseil erwürgt und Luke sich vor dem Duell mit Vader in einer 90minütigen Kampfsequenz durch dessen 101 böse Schüler kämpfen muss.

Ich sag es euch: Wir müssen George Lucas jetzt um die Ecke bringen um diesen Wahnsinn zu stoppen! Bevor es zu spät ist!

@24 gezwungene Parallelen

Nun, der Teil wie Anakin seine Hand verliert ist durchaus wichtig für die Geschichte. In Episode 6 gibt es beim Kampf zwischen Darth Vader und Luke Skywalker ja den Moment indem Luke realisiert, dass er genau wie sein Vater eine künstliche Hand hat und ihm womöglich ähnlicher ist als ihm lieb ist.

Nein, die diversen Parallelen waren von George Lucas in voller Absicht in die Filme eingebaut worden, weil er sie für ein gutes Stilelement hielt.
In einem gnadenlosen Verriss auf redlettermedia.com (für Leute mit viel Zeit und guten Englischkenntnissen) werden auch immer wieder Szenen aus Reportagen oder dem Making-Off eingespielt, die durchaus auch einen Einblick in die Mechanismen der Arbeit von George Lucas geben...