Das erste Datenzentrum von Facebook in Europa soll knapp unter dem Polarkreis stehen: Im nordschwedischen Luleå baut das Unternehmen für den gigantischen Datenverkehr der 800 Millionen Facebook-Nutzer einen neuen Serverpark.

Errichtet werden drei Serverhallen mit einer Fläche von zusammen 28.000 Quadratmetern, erläuterten Unternehmensvertreter gemeinsam mit regionalen Verantwortlichen. Die erste soll in einem Jahr, die letzte 2014 betriebsfertig sein.

Im hohen Norden lassen sich die Server leichter kühlen. Die schwedische Küstenstadt am Bottnischen Meerbusen mit gut 45.000 Einwohnern hat ein ähnliches Klima wie Fairbanks, die Hauptstadt des US-Bundesstaates Alaska.

Facebook-Vertreter Tom Furlong sagte, neben den klimatischen Bedingungen sei die Entscheidung für Luleå auch deshalb gefallen, weil sich der hohe Strombedarf hier ausschließlich durch Wasserkraft decken lasse.

Jahrelang standen die Facebook-Server weltweit verteilt. Im US-Bundesstaat Oregon hatte Facebook seinen ersten eigenen Serverpark errichtet. Kritik gab es von Umweltschützern, weil der Strom zum überwiegenden Teil aus Kohle kam. "Wie schmutzig sind Deine Daten?", fragte beispielsweise Greenpeace in einer Studie zum Stromverbrauch von Netzfirmen.

Neben den klimatischen Faktoren und der Energieversorgung bestimmt die Anbindung an das Internet die Standortentscheidungen der Internetunternehmen.