Google"Interaktion von Internet, Forschung und Gesellschaft verstehen"

Heute startet das neue Institut für Internet und Gesellschaft. David Drummond, Vizechef des Sponsors Google, erläutert in einem Gastbeitrag die Hoffnungen des Konzerns. von David Drummond

Karl-Marx-Zitat in der Eingangshalle der Humboldt-Universität

Karl-Marx-Zitat in der Eingangshalle der Humboldt-Universität  |  © Adam Berry/Getty Images

Deutschland kann bei der Entwicklung innovativer Technologien und wissenschaftlicher Forschung auf eine lange, stolze Tradition zurückblicken. Stets hat das Land Wissenschaftler und Universitäten hervorgebracht, die zur Weltspitze zählen. Innerhalb Deutschlands hat sich zuletzt Berlin mehr und mehr zur "digitalen Hauptstadt" entwickelt, für Wirtschaft und Wissenschaft. Gerade bei Themen wie Internetinnovationen oder Internet Policy gehören Berliner Forscher zu den auch international führenden Köpfen.

Google möchte zu diesem Prozess beitragen und in Deutschland – als wichtigem Zentrum von Technologie und Innovation – investieren. Im Februar dieses Jahres haben wir daher die Finanzierung eines neuen, unabhängigen Forschungsinstituts für Internet und Gesellschaft in Berlin bekannt gegeben. Vor drei Monaten stellten wir für dieses Projekt vier renommierte deutsche Institutionen als Partner vor: die Humboldt-Universität, die Universität der Künste, das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung sowie das Hamburger Hans-Bredow-Institut. Heute freuen wir uns, die offizielle Eröffnung des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft mit einem internationalen Symposium zu begehen, zu dem rund 250 Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Berlin kommen.

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David Drummond
David Drummond

David C. Drummond ist bei Google Senior Vice President, zuständig für Corporate Development und Chief Legal Officer. Er verantwortet also als Vizepräsident strategische Entscheidungen des Konzerns und ist gleichzeitig der Rechtsvorstand. Er hat an der renommierten Stanford Law School Recht studiert und 2002 bei Google angefangen. Schnell stieg er zu einem der wichtigsten Manager des Unternehmens auf.

Alexander von Humboldt, der Namensgeber des Instituts, wurde von Charles Darwin einmal der "größte reisende Wissenschaftler, der jemals gelebt hat" genannt. Er ist als einer der Begründer der modernen Geografie, Vordenker der Aufklärung und als Forscher in die Geschichte eingegangen, dessen Reisen, Experimente und Wissen die westliche Wissenschaft im 19. Jahrhundert geprägt haben.

Wie würde Humboldt in der heutigen Zeit leben? Vermutlich würden seine Reisen völlig anders aussehen. Im vergangenen Jahrzehnt hat das Internet die Arbeit der Wissenschaft revolutioniert und sich bei fast jedem wissenschaftlichen Fortschritt als unverzichtbar erwiesen. Digitale Technologien verändern die Art, wie geforscht wird, auf grundlegende Weise. Und sie treiben den Fortschritt an, indem sie kluge Köpfe miteinander verbinden und allen den Zugang zu den gleichen Forschungs- und Finanzierungsmitteln ermöglichen. Dank des Internets verfügen Wissenschaftler heute über uneingeschränkten Zugang zu den aktuellsten Forschungsergebnissen. Und die Evaluierung durch Fachkollegen kann heute von einer globalen Wissenschaftsgemeinde durchgeführt werden.

So wurde das Internet zur zentralen Plattform für Zusammenarbeit, deren Möglichkeiten sich durch neue Funktionen und Dienste noch um ein Vielfaches erweitern werden.

Als Teil des Internets interessiert sich Google sehr für diese neuen Formen der Zusammenarbeit. Deshalb möchten wir die Interaktion zwischen Internet, Wissenschaft und Gesellschaft besser verstehen. Wir benötigen dazu die Hilfe von wissenschaftlichen Experten, die uns mit ihren Methoden und ihrem Wissen bei der Analyse und der Suche nach Lösungen unterstützen. Das neue Institut hat sich einem interdisziplinären Forschungsansatz verschrieben, der helfen soll, relevante und reale Fragen im Kontext von Internet und Gesellschaft zu beantworten.

Durch die Offenheit des Instituts bringt sich die Wissenschaft stärker in das öffentliche Leben ein. Das führt zu einer wechselseitig fruchtbaren Beziehung zwischen Forschung und Gesellschaft. Innovation findet so nicht länger hinter verschlossenen Labortüren oder im "Elfenbeinturm" statt, Forschung entwickelt sich, unter Beteiligung vieler interessierter und technisch versierter Bürger. Das Publikum kann so die Geschehnisse verfolgen, die Forschung unterstützen und sich an der Arbeit beteiligen.

Wenn wir sicherstellen möchten, dass Forschung auch in Zukunft auf einer nachhaltigen Grundlage basiert und ihren Platz auf der Agenda der Entscheidungsträger behält, dann muss die Öffentlichkeit stärker einbezogen werden. Genau hier wollen das Institut und seine wissenschaftliche Leitung ansetzen.

Alexander von Humboldt war der Pionier einer offenen, wahrhaft interdisziplinären Forschung. Wir freuen uns, dass das Institut diesen Ansatz in seine Grundprinzipien aufgenommen hat. Es ist für uns eine Ehre, dass das neue Institut den Namen dieses großen deutschen Wissenschaftlers tragen wird.

Google hat sich der Aufgabe verschrieben, Debatten zu komplexen Fragen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Internet voranzubringen. Wir freuen uns auf die Arbeit des neuen Instituts. Wir sind sicher, dass es beim Übergang in ein neues Zeitalter von internetbasierter Forschung und Innovation einen wichtigen Beitrag leisten wird.

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Leserkommentare
  1. Wer sind die Berliner Forscher, die zu den international führenden Köpfen bei Themen wie Internetinnovationen gehören?

  2. untersucht ja endlich mal jemand, wie viele Blogs es in Deutschland gibt, wer sie wie häufig mit welcher Intention schreibt, und wie sie untereinander vernetzt sind. Nett wäre auch der Ausschluss von oder eine Sonderbewertung für <em>ausschließlich</em> kommerzielle(n) Blogs. Danke.

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    • Tman
    • 25. Oktober 2011 10:07 Uhr

    ist die Aufklärung um 1800 also erst in ihren Anfängen, der Plan von Frau Merkel Deutschland zu einem Standort für Wissenschaft und Technologie zu machen voll aufgegangen (Berlin ist demnach Prestigestandort), mitunter dank der Spenden von Google die das "Institut für Internet und Gesellschaft" gesponsert haben, und das Internet revolutioniert währendessen in atemberaubender Geschwindigkeit weiterhin unsere gesamte Lebensharmonik. Gut, dass sehr viele Mitglieder gleich mehrerer "scientific communities" im Internet sozusagen vor Ort sind und die Evaluationsarbeit, wahrscheinlich sogar noch unentgeltlich, ebenfalls gleich vor Ort erledigen.
    Liebe Freunde von Google, da ihr eh bereits immer tiefer in die soziale Wirklichkeit der Bürger hineinspielt und selbst versucht einen kleinen Staat im Staat zu konzipieren in dem sich besser leben und arbeiten lässt als in der "Normalrealität", könntet ihr da nicht mal einen Think-Tank errichten in dem ihr darüber nachdenkt wie "Arbeit" in einem nachkapitalistischen System aussehen könnte? Ich wäre euch sehr verbunden :)
    Wäre auf jeden Fall interessanter als die vermeintliche Erkenntnis: "Die Leute sitzen entweder auf der Arbeit oder in ihren Buden vor der Kiste und bewegen sich nicht" :P

    • Tman
    • 25. Oktober 2011 10:07 Uhr

    ist die Aufklärung um 1800 also erst in ihren Anfängen, der Plan von Frau Merkel Deutschland zu einem Standort für Wissenschaft und Technologie zu machen voll aufgegangen (Berlin ist demnach Prestigestandort), mitunter dank der Spenden von Google die das "Institut für Internet und Gesellschaft" gesponsert haben, und das Internet revolutioniert währendessen in atemberaubender Geschwindigkeit weiterhin unsere gesamte Lebensharmonik. Gut, dass sehr viele Mitglieder gleich mehrerer "scientific communities" im Internet sozusagen vor Ort sind und die Evaluationsarbeit, wahrscheinlich sogar noch unentgeltlich, ebenfalls gleich vor Ort erledigen.
    Liebe Freunde von Google, da ihr eh bereits immer tiefer in die soziale Wirklichkeit der Bürger hineinspielt und selbst versucht einen kleinen Staat im Staat zu konzipieren in dem sich besser leben und arbeiten lässt als in der "Normalrealität", könntet ihr da nicht mal einen Think-Tank errichten in dem ihr darüber nachdenkt wie "Arbeit" in einem nachkapitalistischen System aussehen könnte? Ich wäre euch sehr verbunden :)
    Wäre auf jeden Fall interessanter als die vermeintliche Erkenntnis: "Die Leute sitzen entweder auf der Arbeit oder in ihren Buden vor der Kiste und bewegen sich nicht" :P

    Antwort auf "Vielleicht"
    • Chrina
    • 25. Oktober 2011 16:05 Uhr

    Wenn schon ausgerechnet Google ein Forschungsinstitut zum Thema Internet und Gesellschaft gründet, hätte ich mir dazu einen richtigen, kritisch beleuchtenden journalistischen Artikel gewünscht. Nicht eine als "Gastbeitrag" verkleidete Pressemitteilung aus dem Hause Google.

    Über konstruktive Kritik würden wir uns freuen. Danke, die Redaktion/mk

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Dann tun Sie´s doch einfach! Der Beitrag gibt Ihnen doch die Gelegenheit dazu.

    Schreiben Sie einfach mal einen Artikel darüber, warum sich Google hier so engagiert. Vielleicht kommt ja dann dabei heraus, dass man "kleine Humboldts" für "drüben" gewinnen will - weil die ach so großartigen Internetinnovatoren in D wohl eher im Trüben fischen?

    • Chrina
    • 27. Oktober 2011 12:13 Uhr

    Liebe Redaktion,
    diesen Kommentar verstehe ich nicht. Ich habe doch ganz konstruktiv und höflich geschrieben, was ich mir gewünscht hätte. Soll ich noch konstruktiver sein und gleich Stichworte für einen Artikel liefern?

    • keibe
    • 25. Oktober 2011 21:30 Uhr

    "Alexander von Humboldt, der Namensgeber des Instituts, wurde von Charles Darwin einmal der "größte reisende Wissenschaftler, der jemals gelebt hat" genannt. Er ist als einer der Begründer der modernen Geografie, Vordenker der Aufklärung und als Forscher in die Geschichte eingegangen, dessen Reisen, Experimente und Wissen die westliche Wissenschaft im 19. Jahrhundert geprägt haben. Wie würde Humboldt in der heutigen Zeit leben?"

    mit leider ungewisser Antwort "Vermutlich würden seine Reisen völlig anders aussehen."

    Sicherlich, so meine Meinung, würde er heute anders reisen, mit

    http://www.google.de/intl/de/earth/index.html ,

    dem Sponsor dieser Aktion.

  3. Dann tun Sie´s doch einfach! Der Beitrag gibt Ihnen doch die Gelegenheit dazu.

    Schreiben Sie einfach mal einen Artikel darüber, warum sich Google hier so engagiert. Vielleicht kommt ja dann dabei heraus, dass man "kleine Humboldts" für "drüben" gewinnen will - weil die ach so großartigen Internetinnovatoren in D wohl eher im Trüben fischen?

    • Chrina
    • 27. Oktober 2011 12:13 Uhr

    Liebe Redaktion,
    diesen Kommentar verstehe ich nicht. Ich habe doch ganz konstruktiv und höflich geschrieben, was ich mir gewünscht hätte. Soll ich noch konstruktiver sein und gleich Stichworte für einen Artikel liefern?

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