Soziale Netzwerke Google+ hat 40 Millionen Mitglieder

Das soziale Netzwerk von Google wächst schnell. Doch weil der Konzern nicht sagt, wie viele aktive Nutzer er hat, lässt sich Google+ nicht mit der Konkurrenz vergleichen.

Google-CEO Larry Page

Google-CEO Larry Page

Google-Chef Larry Page hat die Quartalszahlen seines Unternehmens vorgestellt. Demnach hat der Konzern im abgelaufenen dritten Quartal 9,72 Milliarden Dollar Umsatz gemacht, der Nettogewinn betrug 2,73 Milliarden Dollar. Beide Werte stiegen um mehr als ein Viertel im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Das sind enorme Zahlen. Die meiste Aufmerksamkeit aber erhielt womöglich eine andere Zahl. Denn Page gab auch bekannt, wie viele Menschen inzwischen ein Profil im Netzwerk Google+ besitzen: 40 Millionen.

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Auch dieses Wachstum ist also stark, auch wenn die Zahl kleiner ist, als externe Beobachter geschätzt hatten, die bereits 50 Millionen vermutet hatten. Bei der letzten Äußerung von Page dazu im Juli waren es noch zehn Millionen Nutzer gewesen. Wie stark das Wachstum genau ist, lässt sich aus diesen Zahlen trotzdem nicht ablesen. Page sagte dazu nur einen Satz: "People are flocking into Google+ at an incredible rate and we are just getting started!" Was so viel heißt wie, die Menschen schwärmen in Massen auf die Seite.

Doch die Zahl der Accounts ist nicht die relevante Zahl, wenn es um solche sozialen Dienste geht.

Irreführende Begriffe

Danny Sullivan vom Blog Search Engine Land schrieb denn auch: "Woo-hoo! That’s nearly half what Twitter claims, right? And while it’s below Facebook’s 800 million, Google’s getting there, right? Wrong. The number simply can’t be compared to Facebook and Twitter." Es sei nicht möglich, Googles Nutzerzahl direkt mit denen von Facebook oder Twitter zu vergleichen, so Sullivan.

Google habe lediglich die Zahl derjenigen angegeben, die einen Account bei G+ angemeldet hätten, schreibt Sullivan unter Berufung auf eine Anfrage bei dem Konzern. Facebook und Twitter dagegen gäben die Zahl der aktiven Nutzer an.

Der Begriff ist etwas irreführend, bedeutet er doch nur, dass die Betreffenden sich mindestens ein Mal im Monat eingeloggt haben, was in sozialen Netzwerken nicht sehr viel Aktivität bedeutet. Doch gilt er derzeit als Maß dafür, wie stark ein solcher Dienst genutzt wird, und wie schnell er wächst.

Leser-Kommentare
  1. Und selbst wenn google+ in Nutzerzahlen hinter Facebook zurück bleibt, kann sich FB nicht mehr jede Frechheit seiner Benutzer gegenüber erlauben, da jederzeit eine Alternative bereit steht.

    Im Übrigen hat FB durch G+ schon in Anlehnung an die G+ circles seine Freundesgruppen überarbeitet, d.h. am Ende Gewinnt der Benutzer. Ich persönlich hoffe stark auf einen Erfolg von G+, da google bekannt dafür ist offene Standards und Protokolle zu unterstützen. Angenommen die Userbase von G+ wird groß genug, hätte ein neuer Anlauf von OpenSocial bessere Erfolgsaussichten.

    "Walled gardens" a la FB oder Apple widersprechen dem Geist des Webs.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • JKrems
    • 14.10.2011 um 13:43 Uhr

    :D Gerade Facebook als einen Walled Garden zu bezeichnen, ist etwas irreführend. Facebook ist so ziemlich der Inbegriff des absoluten Gegenteils von einem "walled garden". Jeder kann Facebook erweitern, man kann Inhalte aus Facebook überall einbinden und Inhalte aus dem gesamten Internet bei Facebook einbauen. Wo DAS jetzt ein "walled garden" sein soll, erschließt sich mir jetzt nicht direkt.

    Beim Fazit schließe ich mir gerne an: Es ist gut, dass ein mächtiger Spieler einen Konkurrenten aufbaut. Konkurrenz ist gut für alle Beteiligten.

    • JKrems
    • 14.10.2011 um 13:43 Uhr

    :D Gerade Facebook als einen Walled Garden zu bezeichnen, ist etwas irreführend. Facebook ist so ziemlich der Inbegriff des absoluten Gegenteils von einem "walled garden". Jeder kann Facebook erweitern, man kann Inhalte aus Facebook überall einbinden und Inhalte aus dem gesamten Internet bei Facebook einbauen. Wo DAS jetzt ein "walled garden" sein soll, erschließt sich mir jetzt nicht direkt.

    Beim Fazit schließe ich mir gerne an: Es ist gut, dass ein mächtiger Spieler einen Konkurrenten aufbaut. Konkurrenz ist gut für alle Beteiligten.

    • JKrems
    • 14.10.2011 um 13:43 Uhr

    :D Gerade Facebook als einen Walled Garden zu bezeichnen, ist etwas irreführend. Facebook ist so ziemlich der Inbegriff des absoluten Gegenteils von einem "walled garden". Jeder kann Facebook erweitern, man kann Inhalte aus Facebook überall einbinden und Inhalte aus dem gesamten Internet bei Facebook einbauen. Wo DAS jetzt ein "walled garden" sein soll, erschließt sich mir jetzt nicht direkt.

    Beim Fazit schließe ich mir gerne an: Es ist gut, dass ein mächtiger Spieler einen Konkurrenten aufbaut. Konkurrenz ist gut für alle Beteiligten.

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    Dass es APIs für Entwickler gibt, ist nicht gleichbedeutend zum offenen Web, das auf offenen Standards und Protokollen basiert. Hierzu ist folgender Artikel von Tim Berners-Lee zu empfehlen (selbstverständlich hat G+ im jetzigen Zustand ähnliche Schwächen, daher mein Verweis auf OpenSocial):

    http://www.scientificamer...

    Als konkretes Beispiel: Der Chat Client in FB basierte auf dem Jabber Protokoll, welches eigentlich den Austausch mit Benutzern anderen Anbieter erlaubt (wie email). Bei Gmail kann man beispielsweise mit Nutzern anderer Jabber Anbieter chatten. FB hat dem den Riegel vorgeschoben, womit nur noch innerhalb FBs Plattform kommuniziert werden kann.

    Dass es APIs für Entwickler gibt, ist nicht gleichbedeutend zum offenen Web, das auf offenen Standards und Protokollen basiert. Hierzu ist folgender Artikel von Tim Berners-Lee zu empfehlen (selbstverständlich hat G+ im jetzigen Zustand ähnliche Schwächen, daher mein Verweis auf OpenSocial):

    http://www.scientificamer...

    Als konkretes Beispiel: Der Chat Client in FB basierte auf dem Jabber Protokoll, welches eigentlich den Austausch mit Benutzern anderen Anbieter erlaubt (wie email). Bei Gmail kann man beispielsweise mit Nutzern anderer Jabber Anbieter chatten. FB hat dem den Riegel vorgeschoben, womit nur noch innerhalb FBs Plattform kommuniziert werden kann.

  2. dürte hingegen eher gegen ein Zehntel der genannten Zahl tendieren. Angemeldet bin ich auch, aber inzwischen wieder ausschließlich zu FB zurückemigriert da bei G+ im Moment einfach noch Tote Hose herrscht.
    Ich schätze die Aufmachung von G+, jedoch reicht dieser positive Aspekt nicht um die Schwächen wett zu machen, und das sind im Moment einfach die noch nicht in genügend großem Ausmaß vorhandenen aktiven Nutzer.
    Ich sollte betonen dass ich mich altersmäßig im oberen Ende der (schätzungsmäßig) größten FB-Zielgruppe der 14-22 Jahre alten Personen befinde und deshalb auch die meisten meiner Kontakte nicht zu den G+ early adoptern zählen.

    Ich habe den Eindruck dass G+ bei den young professionals stark im kommen ist (die nicht QUASI mit Facebook aufgewachsen sind) und in dieser Zielgruppe (24-35) auch mit mehr aktiven Nutzern aufwarten kann.

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    Also von "toter Hose" bei Google+ merke ich nichts. Ich war seit Anfang Juli sehr aktiv dabei, und habe mich nicht beschränkt, nur eigene Bekannte als Kontakte zu speichern, sondern habe auf Google+ aktiv nach interessanten Leuten gesucht, deren Posts ich gerne lese.

    Und seit dem Google+ sich geöffnet hat, ist die Anzahl der Benutzer, die _meinen_ Posts folgt, extrem stark angestiegen - in weniger als drei Wochen habe ich 2000 neue Anhänger erhalten.

    Dagegen ist mein Facebook-Account nichts!

    Also von "toter Hose" bei Google+ merke ich nichts. Ich war seit Anfang Juli sehr aktiv dabei, und habe mich nicht beschränkt, nur eigene Bekannte als Kontakte zu speichern, sondern habe auf Google+ aktiv nach interessanten Leuten gesucht, deren Posts ich gerne lese.

    Und seit dem Google+ sich geöffnet hat, ist die Anzahl der Benutzer, die _meinen_ Posts folgt, extrem stark angestiegen - in weniger als drei Wochen habe ich 2000 neue Anhänger erhalten.

    Dagegen ist mein Facebook-Account nichts!

    • Ranjit
    • 14.10.2011 um 14:46 Uhr
    4. Chrome

    Abwarten und Tee trinken würde ich sagen. Chrome hob auch erst langsam ab und ist jetzt beachtlich relevant.

    Und wie bei Chrome zwingt auch G+ die anderen Anbieter zur Innovation.

    Schade ist, dass G+ Diaspora als offen Alternative zu FB den Wind aus den Segeln genommen hat. Google ist für viele akzeptabler als Zuckerbergs Menagerie, weswegen G+ viel des Unmuts bezüglich FB absorbiert. Unmut, der bis dahin die Triebfeder von Diaspora war.

    So sehr ich Google mag, eine komfortable, dezentrale Lösung wäre mir am liebsten. Wie E-Mail.

  3. ... an dem die a"sozialen" Netzwerke mehr User haben als Menschen auf dieser Erde leben :-)
    .
    Solche Statistiken erinnern mich immer wieder an die "Karteileichen" in den chrstlichen Kirchen in D.
    .
    50% Gläubige, 5% Besucher;-))
    .
    Aber DIE zahlen wenigstens Steuren dafür.
    .
    Da alle diese a"sozialen" Netzwerke ihr Geld mit Werbung verdienen..... Denken kann ja jeder selbst.
    .
    Grinsegruesse
    Sikasuu
    .
    Ps. Ich bin hofflungslos altmodisch, weil ich Wert darauf lege meine Daten auch physisch in meiner eigenen Verfügung zu haben :-))

  4. Also von "toter Hose" bei Google+ merke ich nichts. Ich war seit Anfang Juli sehr aktiv dabei, und habe mich nicht beschränkt, nur eigene Bekannte als Kontakte zu speichern, sondern habe auf Google+ aktiv nach interessanten Leuten gesucht, deren Posts ich gerne lese.

    Und seit dem Google+ sich geöffnet hat, ist die Anzahl der Benutzer, die _meinen_ Posts folgt, extrem stark angestiegen - in weniger als drei Wochen habe ich 2000 neue Anhänger erhalten.

    Dagegen ist mein Facebook-Account nichts!

  5. In meinem großen und durchaus internetaffinen Freundeskreis hat Google+ nach anfänglicher Neugier so gut wie keine Bedeutung. Es macht einfach zu wenig anders und ist eigentlich nur alter Wein in neuen Schläuchen. Es gibt einfach nichts, warum die Millionen wechseln und dadurch einen Großteil ihrer Kontakte verlieren würden. Eine Doppelnutzung ist den Meisten (wie auch mir) zu umständlich, und daß Datenkrake Google plötzlich am Datenschutz der Nutzer interessiert ist, ist unglaubwürdig.
    Das Einzige, was die durchaus für die Datenschutzproblematik interessierten Nutzer überzeugen könnte, wäre eine rechtsneutrale Lösung wie Diaspora (https://joindiaspora.com/), welches aber leider nicht so richtig in Gang zu kommen scheint.

  6. Genau das von Jürgen Hubert oben beschriebene Feature ist für mich hochgradig abschreckend. Ich möchte doch nicht tausende "Follower" haben, die ich gar nicht kenne. Für Leute mit exibitionistischen Zügen oder übersteigertem Mitteilungsbedürfnis mag das ja was sein. Ich glaube viele hätten nichts dagegen, wenn diese Facebook in Zukunft fern bleiben.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Facebook ist hauptsächlich für den Austausch mit direkten Freunden, Bekannten, Verwandten, und sonstigen direkten Kontakten.

    Google+ ist hauptsächlich für den Austausch mit fremden, aber interessanten Leuten und deren Beiträgen. In dieser Hinsicht hat es mehr Verwandschaft mit Blogs und diversen Online-Foren, wobei die allgemeine Qualität der Beiträge erstaunlich hoch ist, da man Störer sehr schnell wieder aus den Diskussionen ausschließen kann.

    Die Followers sehen nur die öffentlichen Posts. Das schöne an G+ ist, dass man sehr feingranular kontrollieren kann wer, was zu sehen bekommt.

    Facebook ist hauptsächlich für den Austausch mit direkten Freunden, Bekannten, Verwandten, und sonstigen direkten Kontakten.

    Google+ ist hauptsächlich für den Austausch mit fremden, aber interessanten Leuten und deren Beiträgen. In dieser Hinsicht hat es mehr Verwandschaft mit Blogs und diversen Online-Foren, wobei die allgemeine Qualität der Beiträge erstaunlich hoch ist, da man Störer sehr schnell wieder aus den Diskussionen ausschließen kann.

    Die Followers sehen nur die öffentlichen Posts. Das schöne an G+ ist, dass man sehr feingranular kontrollieren kann wer, was zu sehen bekommt.

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