Netzpolitik: Die Enquete ist gescheitert, die Demokratie nicht
Die Internetenquete blockiert sich selbst. Damit vertut sie die Chance, Netzpolitik voranzubringen. Und schlimmer noch: Sie fördert Verdrossenheit.
Für das, was derzeit in der Internetenquete-Kommission geschieht, haben wir in unserem gesellschaftlichen Gedächtnis ein Bild gespeichert. Es ist das Bild des sogenannten Lagerkampfes: Zwei Seiten ringen mit allen Tricks und Kniffen darum, wer ein Thema dominieren darf. Sie ringen so heftig, dass es irgendwann nicht mehr um das zugrunde liegende Problem geht, sondern nur noch darum, wer gewinnt, beziehungsweise darum, wer besser aussieht.
Es gab einige solcher Debatten in der bundesdeutschen Demokratiegeschichte. Der Atomausstieg war wohl die längste und härteste. Die Netzpolitik wird offensichtlich die nächste sein. An der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft, die seit Mai 2010 im Auftrag des Bundestages berät , lässt sich gerade beobachten, wie ein solcher Lagerkampf aussieht.
Es gibt dort jene, denen das Internet vor allem ein Werkzeug der Macht ist, das der Staat sichern muss und mit dem Unternehmen viel Geld verdienen können. Und es gibt jene, denen es vorrangig ein Werkzeug der Freiheit ist, das sie nutzen wollen, um Macht auf viele zu verteilen und gesellschaftliches Handeln transparenter zu machen.
Beide Seiten traten im Frühling 2010 voller Hoffnung an, um gemeinsam einen Weg zu finden, das Netz zu gestalten. Junge Politiker, erfahrene Abgeordnete, Hacker, Bürgerrechtler, Juristen – zusammen wollten sie an vielen, vielen Themen arbeiten und ein paar Dinge einmal grundsätzlich klären. Datenschutz, Open Source, Medienkompetenz, Netzneutralität, Urheberrecht, Verbraucherschutz, Green IT – die Liste der Dinge, die besprochen werden sollten, war lang und der Auftrag war wichtig. Die Enquete sollte immerhin Handlungsempfehlungen für die Politik der kommenden Jahre erarbeiten.
Inzwischen sind von den zwei Jahren, die die Kommission dafür Zeit bekommen hat, anderthalb vorüber. Und es bleibt nur ein Fazit: Die Enquete ist gescheitert.
Einen großen Teil der Zeit haben die jeweils 17 Abgeordneten und Sachverständigen damit verbracht, Verfahrensfragen zu diskutieren. Zumindest ist das der Eindruck, der bleibt. Fragt man die Beteiligten, sagen sie übereinstimmend, die Arbeit in den einzelnen Projektgruppen, die sich mit jeweils einem Thema befassen, sei konstruktiv und sachlich.
Allerdings ist erst über drei von zwölf geplanten Berichten der Arbeitsgruppen abgestimmt worden. Ein vierter wurde gerade auf den Dezember verschoben. Die fertigen Berichte sind außerdem keine Glanzleistungen , die anderen gibt es noch gar nicht als abstimmbare Version.







eine Seite die vom Internet keine Ahnung hat,auch nicht haben will,die andere Seite betrachtet es als ihr Recht ungefilterte,nicht von Systemmedien gefälschte, Informationen aus dem Internet zu beziehen.Den Politikern, den Regierungssendern und Regierungsmedien wird deshalb keiner auf den Leim gehen.
Wenn die,die jetzt 35-40Jahre alt sind,Rentner sind,muss sich herausgestellt haben wer das Netz dominiert,ich hoffe nicht die "Qualitätsmedien"!
Hat wirklich ernsthaft jemand geglaubt, daß die Marionetten der Industrielobby (aka Politiker) hier auf Austausch von Argumenten und Einigung auf eine Kompromisslösung (aka Diskussion) aus waren, als sie sich mit Leuten an den Tisch gesetzt haben, die sie vorher jahrelang im besten Falle nicht ernst genommen, meistens jedoch verunglimpft und/oder drangsaliert haben?
Nein, die Maximalziele dieser Leute stehen fest und sind unverhandelbar. Weitestgehende Kontrolle über das Medium Internet, deren Gefahr für ihre Machtinteressen sie sich nun langsam bewusst werden. Um die Sache doch noch irgendwie in den Griff zu bekommen, ohne gleich die sensible Wählerschaft zu verprellen, heuchelt man Interesse und schickt eigene "Experten", um sich mit jenen Leuten zu treffen, die ihnen immer auf die Finger hauen bei ihren debilen Versuchen, die Kontolle über den "rechtsfreien Raum" Internet zu bekommen. So lernt man immerhin die Argumentationsketten der "Anderen" besser kennen und kann sie dann so verdrehen, dass dem Wahlvolk schon klar werden wird, wer schuld hat am Scheitern der Gespräche. Man selber jedenfalls nicht, man hat ja Bereitschaft gezeigt und guten Willen.
Und aus der Gunst, dem netzaffinen Gegenpart Gespräche auf Augenhöhe gewährt zu haben, quetscht man schließlich die Legitimität des eigenen Expertentums.
Nein, das Scheitern dieser Nummer war beabsichtigt un vorhersehbar. Aber, hey, versuchen kann man es ja mal, man weiß ja nie...
Wie beispielsweise das Thema Atomenergie zeigt, funktioniert Demokratie überhaupt nicht. Um das zu verstehen braucht man sich nur eine Frage zu stellen: Wieviele Fukoshimas müssen denn noch pasieren, bis das Allgemeinwohl einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft einnimmt!
Also in meinen Augen werden in diesem Artikel die Tatsachen total vertreht. Sollte ein Autor der Zeit nicht etwas mehr Objektivität an den Tag legen?
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