Suchmaschine : Neue Google-Funktion nimmt Nutzer wörtlich

Verbatim wird bei Google den Suchoperator "+" ersetzen: Die Option korrigiert vermeintlich falsche Eingaben nicht, personalisiert nicht und streicht keine Füllwörter.
Verbatim wird im Bereich "Mehr Optionen" bei Google zu finden sein. © Screenshot ZEIT ONLINE

Früher ließen sich Wörter in Suchanfragen bei Google mit dem Operator "+" verknüpfen, seit einigen Wochen funktioniert das nicht mehr. Seit der Einführung der Google+-Pages dient das "+" der direkten Suche nach diesen Seiten. Google argumentiert, der +-Operator sei bei weniger als 0,5 Prozent aller Suchanfragen verwendet und bei zwei Dritteln davon falsch eingesetzt worden. Google rät, doppelte Anführungszeichen zu verwenden, da dabei weniger Fehler gemacht werden.

Mit der Suchoption Verbatim führt Google nun eine Alternative ein, die Suchanfragen wortgetreu ausführt, denn normalerweise nimmt Google an einer Suchanfrage automatische Optimierungen vor, um bessere Ergebnisse zu liefern. Auf diese wird bei der Verbatim-Suche verzichtet.

Es werden keine Tippfehler korrigiert, keinerlei Personalisierung anhand der besuchten Seiten vorgenommen, keine synonymen Suchworte ergänzt und auch keine ähnlichen Suchanfragen hinzugefügt. Auch sucht Google dann nicht nach anderen Begriffen mit gleichen Wortstamm und streicht auch keine Füllwörter.

Die neue Verbatim-Suche soll nach und nach bei allen Google-Nutzern aktiviert werden. Sie ist dann unter "Mehr Optionen" beziehungsweise "More Search Tools" in der linken Spalte von Googles Suchergebnisseiten erreichbar.

Zudem wolle Google seine Algorithmen zur Optimierung von Suchanfragen weiter verbessern, heißt es in einem Blogeintrag.

Erschienen bei golem.de

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Kommentare

5 Kommentare Kommentieren

Ein bißchen erschreckt...

...hat mich die Formulierung: "Es werden [...] keinerlei Personalisierung anhand der besuchten Seiten vorgenommen,[...]"

Ich wusste nicht dass Google meinen Browserverlauf (oder wie machen die das?) anschaut, wenn ich da ne Suchanfrage mache.

Aber gut zu wissen dass es dieses "Verbatim" geben wird. Google ist ja immerhin aus unserem Alltag fast nicht mehr wegzudenken.

Technisch vollkommen falsch

Was Sie hier schreiben ist leider vollkommen falsch. Crawler sind die Programme, die Suchmaschinenbetreiber verwenden, um den Inhalt von Webseiten zu erfassen. Kurzum: Crawler liefern die Daten nach denen gesucht werden kann. Sie sind also die grundlegendste Voraussetzung dafür, dass Sie bei einer Suchmaschine nach Webseiten suchen können. Und Crawler haben absolut nichts mit Ihnen, dem Nutzer, zu tun.

Was Google erfasst, das ist ihr Verhalten auf den Seiten von Google. Das heißt, Google speichert, wann Sie nach was gesucht haben. Und Google speichert häufig (doch nicht immer - aber das ist ein technisches Detail) welche Links im Suchergebnis Sie anklicken. Was Sie außerhalb von google.de, google.com usw im Internet treiben, darauf hat Google keinerlei Zugriff.

Aber Vorsicht! Diese technische Tatsache ermöglicht dennoch mehr als es zunächst scheint. Denn Google bietet Analyse- und Werbe-Werkzeuge für Betreiber von Webseiten an. Wenn der Betreiber einer Webseite eines dieser Werkzeuge bei sich einbindet, dann bindet er auch einen Teil von google.de, google.com usw ein. Und damit ist es Google dann auch technisch möglich, Ihren Besuch einer solchen Webseite zu erfassen und zu speichern. Ob Google das auch tatsächlich macht, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Wirklich wissen tut man es eigentlich nur von Facebook, die ihre "Like"-Buttons genau für diesen Zweck einsetzen.

Es gibt aber auch eine Schutzmöglichkeit: Cookies löschen!