Sich selbst informieren, statt informiert zu werden: Leser Aiko Kempen hat sich bei Facebook abgemeldet. Ein beruhigendes Gefühl, schreibt er.
Eine kurze Notiz und dann war ich weg. Die Basis meiner digitalen Identität war gelöscht. Selbstmord 2.0.
Facebook erhebt einen Exklusivitätsanspruch als Kommunikationsplattform. Wer heutzutage nicht bei Facebook registriert ist, der ist raus. Es ist der coolste Club der Stadt und man steht vor der Tür. Von den hereinströmenden Gästen wird man misstrauisch beäugt und verspottet. Wer nicht drin ist, bekommt auch keine Einladungen für andere Veranstaltungen. Man nimmt nicht Teil am gesellschaftlichen Diskurs der Massen. Man existiert quasi nicht.
Und doch befand ich mich an dem Punkt, an dem ich mir sagte: "Ich mache nicht mehr mit." Mir ging es nicht um den Schutz meiner Daten oder um deren kommerzielle Verwertung. Es ging mir auch nicht um Kritik an dem Unternehmen Facebook oder um den inflationär gebrauchten Freundesbegriff. Mir ging es allein um die Frage, wie wir mit all diesen Daten umgehen, die wir auf Facebook rezipieren und reproduzieren.
Der Schriftsteller David Foster Wallace sagte einmal: "Heute habe ich mehr als 500.000 Informationen erhalten, von denen aber nur 25 relevant sind. Mein Job ist es, daraus schlau zu werden." Mittlerweile verstorben muss er sich mit den Datenmengen des Internets nicht mehr herumschlagen.
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© BeneA / photocase.com
Wir schon. Facebook kommt uns zwar entgegen. Die Algorithmen des Netzwerks kennen mich und versuchen, die Informationen so zu filtern, dass nur das bei mir ankommt, was für mich relevant ist. Aber dass die Informationen überhaupt vorsortiert werden müssen, deutet auf das eigentliche Problem hin: Auf Facebook begegnen wir einer Flut an irrelevanten, vollkommen absurden Fakten und Äußerungen. Die Inhaltsleere dieser Äußerungen würde bei einem Gespräch nicht einmal ein Kopfschütteln oder Schulterzucken auslösen.
In dem Maß, in dem Facebook zum Leitmedium der Kommunikation wird, sinkt das Niveau von Konversationen im Allgemeinen. Der in der Achtzigern verstorbene französische Philosoph Michel Foucault würde heutzutage wohl verzweifeln, würde er gemäß seines Vorsatzes handeln, alles zu lesen, um alles zu wissen.
Die entscheidende Frage ist: Wo stehe ich innerhalb der gelenkten Vorsortierung und informellen Reizüberflutung? Ich will selbst entscheiden, was für mich interessant ist. Ich will in einer Art und Weise kommunizieren, die der Beziehung gerecht wird. Ich will die Flucht ins Aktive. Ich will auf Facebook verzichten.
Ich gehe zu Verabredungen anstelle von Veranstaltungen. Ich informiere mich aktiv und warte nicht mehr auf Event-Vorschläge. Die ständige Angst, etwas zu verpassen, die einen dazu anhält, im Minutentakt Facebook aufzurufen, ist nach kurzer Zeit verschwunden. Was dann bleibt, ist das beruhigende Gefühl, sich am Abend mit Freunden über den Tag unterhalten zu können, ohne nur den digitalen Rapport zu wiederholen.
- Datum 07.11.2011 - 14:23 Uhr
- Quelle Leserartikel
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Ich bin der Meinung, man kann sich nicht von Facebook abmelden. Auf jeden Fall war das vor einem Jahr noch der Fall. Man kann den Account nur deaktivieren. Damit will Facebook erreichen, dass man, anstatt sich später bei Facebook wieder neu anzumelden und eine neue Facebookidentität zu gründen, mit dem alten Account wieder startet. Somit kann Facebook alte Informationen dem Menschen leichter zuordnen. Heißt: Mehr Werbeeinnahmen und eine transparentere Identität.
Wenn das nicht mehr der Fall ist, klärt mich bitte auf...
Es ist schon immer möglich, man muss nur etwas mehr aufwand betreiben. Um seinen Account und alle Daten von Facebook zu löschen muss man eine E-Mail an den Facebook Support schreiben in der man Facebook dazu auffordert alle Daten zu löschen. Manchmal kommt es vor, dass Facebook schreibt dies wäre nicht möglich, dann schreibt man einfach eine "entschlossenere" E-Mail mit dem selben Inhalt und in den meisten Fällen kommt dann die Bestätigungsmail. Es kann gut sein, dass diese Methode inzwischen durch eine einfachere ersetzt wurde, aber da ich schon länger nicht mehr in Facebook bin ist das mein Stand der Dinge.
hast Du auch die Möglichkeit den account vollständig zu löschen. Erst ist der account für die ersten zwei Wochen deaktiviert, wenn Du Dich innerhalb dieser Zwei Wochen nicht noch einmal einloggst, dann erst wird der account vollständig gelöscht. Loggst Du Dich aber mit Deinen Zugangsdaten wieder ein innerhalb dieser zwei Wochen, dann ist Dein account wieder aktiv.
Stimmt schon was Sie sagen. Was die Informationskrake Facebook einmal in ihren Tentakeln hat lässt sie nicht mehr los. Der Account bleibt hinter den Kulissen bestehen. Und dank Facebook Cookie und den auf schon fast jeder Seite vorzufindenden Like-buttons ist Facebook auch weiterhin bestens informiert über Ihre Aktivitäten. Also nicht wundern, wenn Sie nach dem deaktivieren des Accounts im Internet ab jetzt ständig auf Werbung über die neuen Facebook Features stoßen.
Es ist schon immer möglich, man muss nur etwas mehr aufwand betreiben. Um seinen Account und alle Daten von Facebook zu löschen muss man eine E-Mail an den Facebook Support schreiben in der man Facebook dazu auffordert alle Daten zu löschen. Manchmal kommt es vor, dass Facebook schreibt dies wäre nicht möglich, dann schreibt man einfach eine "entschlossenere" E-Mail mit dem selben Inhalt und in den meisten Fällen kommt dann die Bestätigungsmail. Es kann gut sein, dass diese Methode inzwischen durch eine einfachere ersetzt wurde, aber da ich schon länger nicht mehr in Facebook bin ist das mein Stand der Dinge.
hast Du auch die Möglichkeit den account vollständig zu löschen. Erst ist der account für die ersten zwei Wochen deaktiviert, wenn Du Dich innerhalb dieser Zwei Wochen nicht noch einmal einloggst, dann erst wird der account vollständig gelöscht. Loggst Du Dich aber mit Deinen Zugangsdaten wieder ein innerhalb dieser zwei Wochen, dann ist Dein account wieder aktiv.
Stimmt schon was Sie sagen. Was die Informationskrake Facebook einmal in ihren Tentakeln hat lässt sie nicht mehr los. Der Account bleibt hinter den Kulissen bestehen. Und dank Facebook Cookie und den auf schon fast jeder Seite vorzufindenden Like-buttons ist Facebook auch weiterhin bestens informiert über Ihre Aktivitäten. Also nicht wundern, wenn Sie nach dem deaktivieren des Accounts im Internet ab jetzt ständig auf Werbung über die neuen Facebook Features stoßen.
Ja, es ist eine Frage der Würde und der Selbstachtung.
FB war mal eine coole Idee.
Heute haben FB-Accounts:
- plappernde, simsende Kiddies
- intellektlimitierte Uschis
- möchtegern-coole Politiker/innen
- jung gebliebene Eltern. Und Opa.
- Selbstvermarkter/innen
- "junge, coole" Firmen
- Aldi, Lidl und ähnliches Gesocks
- wenige andere, die nicht oben reinpassen
Ein FB-Account ist peinlich.
FB war mal eine coole Idee.
Heute haben FB-Accounts:
- plappernde, simsende Kiddies
- intellektlimitierte Uschis
- möchtegern-coole Politiker/innen
- jung gebliebene Eltern. Und Opa.
- Selbstvermarkter/innen
- "junge, coole" Firmen
- Aldi, Lidl und ähnliches Gesocks
- wenige andere, die nicht oben reinpassen
Ein FB-Account ist peinlich.
Es ist schon immer möglich, man muss nur etwas mehr aufwand betreiben. Um seinen Account und alle Daten von Facebook zu löschen muss man eine E-Mail an den Facebook Support schreiben in der man Facebook dazu auffordert alle Daten zu löschen. Manchmal kommt es vor, dass Facebook schreibt dies wäre nicht möglich, dann schreibt man einfach eine "entschlossenere" E-Mail mit dem selben Inhalt und in den meisten Fällen kommt dann die Bestätigungsmail. Es kann gut sein, dass diese Methode inzwischen durch eine einfachere ersetzt wurde, aber da ich schon länger nicht mehr in Facebook bin ist das mein Stand der Dinge.
hast Du auch die Möglichkeit den account vollständig zu löschen. Erst ist der account für die ersten zwei Wochen deaktiviert, wenn Du Dich innerhalb dieser Zwei Wochen nicht noch einmal einloggst, dann erst wird der account vollständig gelöscht. Loggst Du Dich aber mit Deinen Zugangsdaten wieder ein innerhalb dieser zwei Wochen, dann ist Dein account wieder aktiv.
Sind die Daten wirklich weg...??
Sonst aber vollkommen korrekt - ich habe den "Lösch-Button" gedrückt da ich wirklich null Nutzen für Facebook hatte (und diese "Scheinfreunde" mir auch nichts bringen). Na ja, das einzige leider ist, dass ich den Account gelöscht habe bevor sich Facebook bezüglich einer Anfrage nach meinen Daten gemeldet hat... da war der Account schon weg.
Vermutlich hält Facebook die wenigen Informationen über mich weiterhin in seiner Datenbank - aber ändern kann ich das leider nicht...
(Anmerkung: Die echten Freunde erreichen mich per E-Mail - oder auch Telefon und "vice versa")
Sind die Daten wirklich weg...??
Sonst aber vollkommen korrekt - ich habe den "Lösch-Button" gedrückt da ich wirklich null Nutzen für Facebook hatte (und diese "Scheinfreunde" mir auch nichts bringen). Na ja, das einzige leider ist, dass ich den Account gelöscht habe bevor sich Facebook bezüglich einer Anfrage nach meinen Daten gemeldet hat... da war der Account schon weg.
Vermutlich hält Facebook die wenigen Informationen über mich weiterhin in seiner Datenbank - aber ändern kann ich das leider nicht...
(Anmerkung: Die echten Freunde erreichen mich per E-Mail - oder auch Telefon und "vice versa")
Stimmt schon was Sie sagen. Was die Informationskrake Facebook einmal in ihren Tentakeln hat lässt sie nicht mehr los. Der Account bleibt hinter den Kulissen bestehen. Und dank Facebook Cookie und den auf schon fast jeder Seite vorzufindenden Like-buttons ist Facebook auch weiterhin bestens informiert über Ihre Aktivitäten. Also nicht wundern, wenn Sie nach dem deaktivieren des Accounts im Internet ab jetzt ständig auf Werbung über die neuen Facebook Features stoßen.
Ich halte es für kritisch, wenn die Informationen, die Menschen erhalten vorsortiert werden (wie z.B. bei FB oder google oder in geringerem Masse bei den anderen Medien). Durch die Informationen, die man erhält bildet sich das eigene Bild von der Welt. Das Bild wiederum beeinflußt viele Entscheidungen z.B. welche Partei ich wähle, welche Produkte ich kaufe, was mich ängstigt etc.
Mittelfristig kann man die weitere Entwicklung einer ganzen Gesellschaft damit beeinflussen, vorallem wenn die Vorsortierung subtil erfolgt.
Und der Grund ist ganz einfach: zu viel Information ist gleichbedeutend mit keiner Information, weil es keine Möglichkeit gibt, selbst bei der Fülle und Geschwindigkeit selbst zu sichten, zu sortieren und zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden.
Ich halte die Bildzeitung für sehr stark im Sichten und Vorsortieren von Informationen. Sollte es richtig sein, dass Vorsortieren von Informationen die Qualität der Informationen erhöht, befinden sich im Umkehrschluß in der Bildzeitung nur die wichtigen Informationen.
Seltsame Position, wo man doch auch in TV und Rundfunk die Werbung eine "manipulative" Wirkung haben kann und auch soll. Soviel zu mittelfristiger Lenkung der gesellschaftliche nEntwicklung...Wodurch wird noch mal der Konsumrausch der letzten Jahrzehnte gesteuert bzw. gefördert?...
Und der Grund ist ganz einfach: zu viel Information ist gleichbedeutend mit keiner Information, weil es keine Möglichkeit gibt, selbst bei der Fülle und Geschwindigkeit selbst zu sichten, zu sortieren und zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden.
Ich halte die Bildzeitung für sehr stark im Sichten und Vorsortieren von Informationen. Sollte es richtig sein, dass Vorsortieren von Informationen die Qualität der Informationen erhöht, befinden sich im Umkehrschluß in der Bildzeitung nur die wichtigen Informationen.
Seltsame Position, wo man doch auch in TV und Rundfunk die Werbung eine "manipulative" Wirkung haben kann und auch soll. Soviel zu mittelfristiger Lenkung der gesellschaftliche nEntwicklung...Wodurch wird noch mal der Konsumrausch der letzten Jahrzehnte gesteuert bzw. gefördert?...
Ich versteh das sehr gut. Man muss sich aber nicht abmelden um den Effekt zu erreichen. Es sei denn, man ist schon angefixt und kann gar nicht mehr anders, als "ganz oder gar nicht". Das ist allerdings bedenklich.
Das Potential dieser hohlen Info- und Selbstdarstellungsshow ist riesig. Das erklärt den Geschäftserfolg der Idee. Das bedeutet aber auch das ein entsprechender Bedarf existiert. Und tatsächlich ist es meiner Erfahrung nach eben auch so, dass neben den ganzen Nebensächlichkeiten die das Alltags"geschäft" als Facebook User ausmachen, ab und an wirklich positive Dinge durch die Benutzung passieren. Diese Effekte hätten sich vermutlich nicht ereignet, wenn ich einfach nur im prinzipiell freien und grenzenlosen Netz gesurft hätte. Die Frage ist wie kann ich das, was sozial sinnvoll ist in Anspruch nehmen, oder als Gesellschaft zur Verfügung stellen, ohne die Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen.
Ich selber habe die Daten, die ich zur online stelle das, was ich dort hinterlasse von Anfang an grundsätzlich kontrolliert und eingeschränkt. Nach anfänglicher Euphorie reduziert sich die Zeit die ich damit verbringe und die Aufmerksamkeit, die mich das kostet immer mehr. Allerdings verliert sich dadurch auch der "innovative Schub", den ich am Anfang meinte gespürt zu haben.
Und der Grund ist ganz einfach: zu viel Information ist gleichbedeutend mit keiner Information, weil es keine Möglichkeit gibt, selbst bei der Fülle und Geschwindigkeit selbst zu sichten, zu sortieren und zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden.
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