Open Source : "Linux ist zu komplex geworden"

Linus Torvalds, der Erfinder des freien Betriebssystems, fürchtet, dass irgendwann kein Entwickler mehr Linux versteht. Es müsse simpler werden, sagt er im Interview.
Linux-Erfinder Linus Torvalds © Anika Kehrer

ZEIT ONLINE: Herr Torvalds, Sie sagten kürzlich während einer Podiumsdiskussion, Sie machten sich Sorgen um die Komplexität von Linux. Wie meinen Sie das?

Linus Torvalds: Es gibt einige Teile im Programmcode von Linux, die nur wenige Leute wirklich gut kennen. Vergangene Woche diskutierten die drei Leute, die sich am allerbesten mit einem bestimmten Subsystem von Linux auskennen, einen Fehler. Wir brauchten Tage, um uns zu einigen, wie dieser Fehler überhaupt auftreten konnte. Er ist unwahrscheinlich, dass er je wirkliche Probleme macht, weil man schon exotische Dinge tun muss, damit er überhaupt auftritt. Und das Lustige daran war, dass er bereits seit fünf Jahren existiert. Aber es ist ein Beispiel für ein Subsystem, für das es nur eine Handvoll Leute gibt.

Linus Torvalds

Linus Torvalds wurde 1969 in Helsinki geboren. Mit elf saß er vor seinem ersten Rechner und tippte für seinen Großvater, der ihn gekauft hatte, kleine Basic-Programme ein. Früh begann er, mit der Technik zu experimentieren. Anfang 1991, als Student der Computerwissenschaften, kaufte er sich einen IBM-PC mit einem 386er Prozessor. Kurz vorher hatte er begonnen, sich für die Uni mit Unix und mit der Architektur von Betriebssystemen zu beschäftigen. Unzufrieden mit dem OS Minix, dass er sich für seinen Rechner bestellt hatte, begann er, daran herumzubasteln. Binnen sechs Monaten entwickelte er den ersten Betriebssystemkern Linux 0.01 und verkündete in einer Newsgroup, dass er an einem freien Betriebssystem programmiere. Bis heute arbeitet er an der Weiterenwicklung des Systems, inzwischen im Rahmen der Linux Foundation, einer Stiftung. Er lebt in den USA.

ZEIT ONLINE: Würden Sie sagen, Linux ist inzwischen zu komplex geworden?

Torvalds: Es geht nicht um ein "inzwischen". Die Komplexität hat mir schon immer Sorge bereitet. Die erste Linux-Version hatte 10.000 Codezeilen. Heute haben wir rund 15 Millionen Zeilen. Längst gibt es sogar Subsysteme, die sehr kompliziert geworden sind. Ich sehe mit Bangen dem Tag entgegen, an dem wir einen Fehler haben, den niemand mehr nachvollziehen kann. Wir müssen es einfacher machen.

ZEIT ONLINE: Ist es ein Problem, dass so viele Leute Linux programmieren?

Torvalds: Linux ist für ein Open-Source-Projekt eher ungewöhnlich, weil es kein festes Kernteam gibt, das die Leitung hat. Ok, es gibt mich, aber ich bin kein sehr kontrollierender Mensch. Alle, die mitarbeiten, tun das sehr unabhängig. Es gibt keine Notwendigkeit, ein zentrales Kontrollteam zu schaffen. Jeder kann das Werkzeug nutzen und mitmachen, es gibt keine festen Regeln dafür.

Ein Problem ist das nicht. Denn ich arbeite nicht mit Hunderten von Entwicklern zusammen, sondern vielleicht mit fünfzig. Und ich habe nur ein paar wenige, denen ich wirklich vertraue. Sie haben dann wiederum alle ihre eigenen Leute, mit denen sie eng zusammenarbeiten. So ist unser Modell. Das entstand zufällig, aber ich glaube, es gibt dafür einen guten Grund: Menschen organisieren sich nun einmal so, es ist ein Netzwerk des Vertrauens.

ZEIT ONLINE: Welche Linux-Distribution nutzen Sie selbst?

Torvalds: Das kann sich ändern, aber im Moment nutze ich Fedora 14, Fedora 15 ist eine solche Katastrophe... Möglicherweise wird Opensuse meine nächste Wahl. Suse habe ich schon vor zehn Jahren benutzt und bin dann irgendwann zu Fedora gewechselt. Jetzt könnte ich zu Suse zurückkehren, allerdings könnte ich auch zu Debian übergehen. Debian ist die einzige Distribution, die ich nie wirklich verwendet habe. Wir werden sehen.

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Kommentare

107 Kommentare Seite 1 von 11 Kommentieren

Linux hätte schon längst gesiegt auf dem Desktop

Wenn der Staat sich engagiert hätte in der Linuxentwicklung statt Milliarden für Desktop-Lizenzen über den Atlantik zu schieben für Software wo man den Quellcode überhaupt nicht einsehen kann und Backdoors für fremde Nachrichtendienste eingebaut sind. Aus Sicherheitsgründen ist das wirklich fatal.

Warum hätte er

.. er, der Staat das tun sollen, Linux unterstützen meine ich, lieber Leser zelotti. Der Staat macht das ja (hoffentlich) auch nicht bei Papierherstellern oder Telefonanbietern.

Die Sicherheitsargumente finde ich ebenfalls nicht nachvollziehbar. Würden 98 % Linux auf dem Desktop fahren, gäbe es auch jede Menge Linux-Viren. Zur Zeit lohnt sich das wohl nicht.

Und Linux torpediert sich als Desktopstandard selbst. Auf den Schnupper-CDs der PC-Magazine sind nicht selten 10 verschiedene Distributionen zum Probieren. Jede ist etwas anders in der Bedienung und in den technischen Details. Statt das Betriebssystem gemeinsam nach einer Linie zu entwickeln und dann Anwendungen darauf zu verkaufen, zermartern sich alle damit das 'schönere' Linux anzubieten. Wie ich das finde: bekloppt!

So ist schon Unix in den 80er Jahren gescheitert, die große Verbreitung zu finden.

@B_ernd

"Würden 98 % Linux auf dem Desktop fahren, gäbe es auch jede Menge Linux-Viren. Zur Zeit lohnt sich das wohl nicht."

Das stimmt so weder vorne noch hinten. Alleine das Sicherheitskonzzept ( welches ja schon Jahrzehnte existiert ) macht es Vireun und anderen Tieren zumindest schwerer, sich auf einem Linxusystem breit zu machen.

Ferner gibt es Linux für eine Vielzahl von Prozessoren, acu hier haben es Viren um einiges schwerer, man müsste quasi für jeden Maschinentyp einen eigenen Schädling haben.

Ferner ist die Administration und Absicherung eines Linxussystem einfacher, da alle Logdaten etc. in reinem Text vorliegen und so leicht analysiert werden können.

"Auf den Schnupper-CDs der PC-Magazine sind nicht selten 10 verschiedene Distributionen zum Probieren. Jede ist etwas anders in der Bedienung und in den technischen Details."

Das sich jetzt schon Menschen über Vielfalt beschweren. Bei Windows MÜÜSEN Sie das nehmen, was aus redmond angeliefert wird, bei Linux haben Sie die freie Auswahl. ( Gut, für Leute, die sich überhaupt nicht mit Computern beschäftigen, ist schon das zuviel ... )

Aber das Beste ist, es zwingt Sie keiner, ein Linuxsystem zu benutzen, Sie können auch weiterhin MS das Geld zuwerfen.

Es geht nicht um Viren!

Forist zelotti schrieb, dass Linux quelloffen ist und daher keine unbekannten Backdoors versteckt sein können. Das ist ein entscheidender Vorteil von offenen Systemen und hat mit dem Virenproblem gar nichts zu tun. Sebstverständlich können auch für Linux Viren in Umlauf gesetzt werden, auch wenn viele Linux-Jünger das nicht glauben wollen. Wenn Linux eine größere Verbreitung hätte, wäre das auch längst passiert und man müsste dieselben Abwehrmaßnahmen wie bei Windows treffen.

"Der Staat" und IT

Es gibt auch im staatlichen Bereich hochkompetente Informatiker, zum Beispiel beim BSI. Meist dürfen die aber nichts entscheiden. Oft sind dagegen die Spitzenleute in Ministerien und Verwaltungen völlig unbedarft und ideale Opfer für die Sirenklängen skrupeloser Verkäufer auf "hohem Niveau" - wenn sie sich nicht sogar auch noch diesen Gesängen freiwillig zum eigenen Vorteil hingeben.

@jgmischke - bin nicht überzeugt

Erfolgreiche Virenattacken hat es schon reichlich auch auf Linux und Unix Servern schon gegeben. Es betrifft einen nicht zu Hause aber gelegentlich lesen Sie darüber. Vom Pentagon bis zu Sony gibt es einige leidtragende Anwender. Ein Linux-Desktop ist eher einfache als schwerer zu infizieren. Zur Zeit verbreiten sich Mobil-Phone-Viren bevorzugt auf Android (eine Linuxvariante).

Linux ist nicht das einzige System, welches Portierbar ist. Sicher - andere Prozessoren erfordern dann mehr Aufwand, der ist leistbar, wenn das Interesse groß genug ist. Selbst bis in 'Embedded Systeme' lassen sich Viren einschleusen und überwinden verschieden SW- und HW-Systeme. Ein Beispiel waren die Uranaufbereitungsanlagen des Iran.

Logdateien in reinem Text. Technisch sauber. Für Viren wie für SysAdmins - eine Einladung zum putzen!

Vielfalt ist dann kein Vorteil, wenn es sich nur um Geschmacksvarianten handelt. Ein Betriebssystem muß Standards bieten, damit man bei Applikationen kreativ sein kann. Das iPhone zeigt, dass einfache Standards bei der Bedienung sehr Vorteilhaft und bedienerfreundlich sein können. Den technischen Spieltrieb sollte man anderswo ausleben. Stellen Sie sich vor, Sie steigen in ein neues auto ein und müssen erst einmal das Gaspedal suchen. Da verliert man schnell die Freude an der Kreativität des Entwicklers.

Das ist relativ leicht erklärbar,

denn es ist wohl derselbe Effekt, mit dem meine Firma sehr viel Geld verdient:
Irgendwo in der Hierarchie gibt es einen "Computerlaien" mit wenig technischem Verständnis, der auf seiner Risikomatrix "Kein direkter Hersteller -> kein Support -> Rotes Kreuz" sieht. Dann hat er leider wenig Wissen über den Inhalt von Supportverträgen und deren technischer Bedeutung und weiß nicht, dass er vielleicht mit MS einen Vertrag haben kann, seinen Leuten aber keiner im Fehlerfall helfen wird (zu akzeptablen Kosten), das dauert Wochen bis Monate. Pauschal steht da "Supported" und dass reicht! Dass er von einem Linux-Supporter (nicht Hersteller) einen inhaltlich viel effektiveren Vertrag nach etwas Marktanalyse haben könnte, sieht er nicht. Vielleicht war einfach die Frage zu "banal" gestellt und keine "langatmigen Erklärungen" als "Fakten" von seinem Techniker gewünscht und schon ist die Entscheidung auf binären :) Fakten gefällt. Linux -> Support -> Nein, aber...
Technik ist nicht gleich Risikomatrix.

By the way: Wenn bei einer Bewerbung "Linuxerfahrung" steht, dann rümpfen meine Kollegen immer die Nase; So was Unnötiges, Spielzeugsysteme, Idealist weil Alternativen zu ihrem Kenntnisstand ihrem Weltbild widersprechen. Ich freue mich immer: Überdentellerandschauer und technisch Interessierter, vielleicht ein Fuchs, der fähig ist, auch mal Neues zu tun. Her damit.

Weh tut es, wenn auch stud. Informatiker nur MS akzeptieren... Nutzlose Einäugige.

Bla Bla Bla Marktanteil

Auch wenn er selbstbekennender Apple-Fanboy ist, hat er wohl doch auch Recht:

http://www.macmark.de/osx...

Es hat primär nicht mit Marktanteilen zu tun, sondern damit, wie leicht ein System angreifbar ist.
Windows ist per Design schon so unfassbar anfällig gegen Viren, das hat wenn überhaupt nur am Rande etwas mit dem Marktanteil zu tun.

Seit Jahren muss man sich als Apple-User anhören, wie bescheuert wir doch seien, Apple wäre das Böse in Person, Bli Bla Blup. Der Marktanteil der Macs hat aber zugenommen, in den letzten Jahren sogar ziemlich stark. Jedoch gibt es fast gar keine Schadsoftware für den Mac ("außer sie wird durch billigen Adobe-Schmarn begünstigt"). Zu 99% muss der User solche Schadprogramme sogar explizit selbst installieren.
Dabei wäre es doch so prestigeträchtig den bösen und ach so arroganten Apple-Nutzern einen Virus unter die Nase zu setzen.
Genauso bei den iOS-Devices und bei vielen Linux Derivaten. Je unsicherer das System, desto mehr Schadsoftware gibt es dafür.

Generell mag ich ja Linux, aber es wird es nie auf mein System schaffen. Viel zu unübersichtlich ist es. Und wie man so hört, scheinen sich die Standards in den Linux-Derivaten auch nicht mhr lange zu halten, zum Beispiel bei Fedora ...

Linux ist anders

Linux wird auf ca. 90 % aller Server im Internet betrieben. Gründe für die Entwicklung von Linux-Viren gibt es also, aktive Viren aber nicht. (Es traten nur zwei Viren auf.)

http://de.wikipedia.org/w...

Das liegt vor allem daran, dass jeder in den Quellcode gucken und Fehler finden kann. Das ist bei Windows nicht möglich. Weiterhin wurde Linux von Sicherheitsexperten entwickelt und es hat ein sehr strenges Rechtesystem, was schon im voraus den größten Schaden verhindert.

Microsoft und Treiber

Torvalds sagt, noch funktioniere das Microsoft-System, sich die Treiber von den Herstellern liefern zu lassen. Nun, das tut es nicht. Ich verfüge über einen sehr teuren Business-Drucker von HP. Unter meinem alten Desktop-Rechner mit Windows XP konnte ich den vollen Funktionsumfang nutzen (Duplex-Druck, mehrere Druckgeschwindigkeiten, unterschiedl. Papiersorten und -formate bis A3+, zwei Papierschächte usw.) Unter Win 7 gab es nur noch einen rudimentären Treiber, der nichts davon unterstützt.

Kürzlich kaufte ich mir mein erstes Notebook. Ein Schnäppchen ohne Betriebssystem. Ich probierte verschiedene Linux-Distributionen aus und blieb schließlich bei Ubunutu 11.10. Einfach installiert und alles läuft einschl. WLAN, Webcam usw, Dann die große Überraschung: Drucker per USB angeschlossen, automatische Erkennung lief, Treiber wurden installiert und, taraah! der volle Funktionsumfang steht mir wieder zur Verfügung. So einfach kann Linux sein.

Naja mal nicht übertreiben

Mag ja sein, dass dieser unwarscheinliche Fall bei ihnen Eingetreten ist, aber 99% der handelsüblichen Konsumerhardware wird von Windows besser unterstützt.

Beispiel Canon IP 5200-Drucker. Da bin ich froh, dass das Teil unter Linux überhaupt druckt :P Von guter Treiberunterstützung kann dort allerdings keine Rede sein und die Einstellungen für die rudimentären Treiber sind auch extrem Benutzerunfreundlich.

Wie bitte?

Mein Kommentar stellt in keiner Weise eine Übertreibung dar. Ich habe lediglich die allgemeine Aussage, der MS-Treibersupport funktioniere noch, durch die Schilderung einer eigenen Erfahrung falsifiziert. Mehr ist auch nicht nötig.

Sie dagegen bestehen darauf, dass Ihr Einzelbeispiel meines entkräften könne, was aber nur dann gälte, wenn es zu verallgemeinern wäre. Das könnte man mit Recht "Übertreibung" nennen.

Das stimmt nicht ganz...

Sämtliche Drucker der Canon IP und Pixma-Reihe werden unter Linux vollumfänglich, in bester Qualität und mit kompletter graphischer Benutzerführung vom kommerziell lizenzierten Turboprint unterstützt. Kostet halt ein paar Euro, aber anschließend hat man eigentlich nie wieder Ärger mit Druckertreibern - und Farbprofile für die verwendeten Papiere und Tinten machen einem die Jungs auch noch gleich mit.

Treiber und Verbreitung von Linux

Seitdem es cups gibt kommt Linux mit fast allen Druckern klar. Wirkliche Probleme hat man eigentlich nur noch mit einige Scannern oder ganz neuen Grafik- und Netzwerkkarten für den Consumer-Markt.

Neulich habe ich gesehen, dass jemand Ubuntu auf dem iPod touch laufen hatte. Versuch das mal mit OS X oder Windows.

Der Wunschgedanke, die halbe Welt möge doch bitte Linux als Desktop OS verwenden, liegt aber noch in einger Ferne. Solange Canonical es stets verpennt mal ein ganz fertiges Ubuntu zu veröffentlichen wird das nicht passieren. Unity soll zwar für mehr Verbreitung sorgen, hat aber viele von denen die Ubuntu bereits produktiv verwenden erst mal auf die Palme getrieben. Das Ganze wirkt noch viel zu inkonsistent. Die kleinen Ecken und Kanten wurden bei Ubuntu aber noch nie richtig ausgebügelt. Bei 10.04 hatte man ja das Gefühl: Nächstes mal könnte es klappen. Dann ist endlich alles fertig. Aber dann kam eben Unity daher.

Gut Ding will ja aber bekanntlich Weile haben und steter Tropfen höhlt den Stein.

An den Charme von GNU/Linux kommen OSX und Windows jedenfalls nicht heran.

(Ich habe alle drei OS auf meinem System)

Sie verdrehen

da etwas. Ob Sie Linux, Windows oder was auch immer benutzen, Treiberprobleme für die eine oder andere Hardware haben sie alle.
Man kann nur dem Kommentator zustimmen, der feststellte, dass er den Rechner als Rechner benutzt und nicht, um sich die Langeweile zu vertreiben. Die, die gerne herumfrickeln und bei denen es keine relevanten Daten gibt, können sich zweifellos an Linux erfreuen.

Ich habe relevante Daten und nutze Linux

Der große Vorteil dabei ist, dass ich mir nicht noch für viel Geld ein vernünftiges Archivierungsprogramm besorgen muss, denn das ist natürlich bei einer vernünftigen Distribution im Lieferumfang.

Und ich "frickele auch nicht herum". Ich benutze meinen Rechner genau zu den Zwecken, für den ich ihn brauche. Z. B. für musikalische Zwecke (rosegarden und audacity sind meine Freunde, Windows User würden Cubase kaufen), zur Verwaltung meines Haushalts (Libreoffice ist mein Freund, Windows User würden MS Office kaufen), zur Verwaltung meiner Photos (digiCam ist mein Freund, keine Ahnung, was es da für Windows gibt) usw. usf.

Wo Sie Bedarf für "Frieckelei" sehen, wenn man Linux benutzt, ist mir nicht zugänglich. Sogar mein guter alter Mustec-Scanner tut tadellos seinen Dienst. Für Windows 7 gibt es keine Treiber für dieses Gerät.

So isses

Mit Ubuntu und einem Notebook ohne BS wird mobile PC-Arbeit so erschwinglich wie nie zuvor. Habe diese Erfahrung in diesem Jahr schon zweimal gemacht. Vor allem die superschnelle und unkomplizierte Einbindung ins WLAN hat mich jedesmal beeindruckt, obwohl ich's ja hätte wissen sollen. Schließlich laufen vier Desktops schon seit dreieinhalb Jahren störungsfrei mit Ubuntu im Netz (Kabel und Funk). Mir kommt als Haupt-BS nichts anderes mehr auf die Olatte(n). Für die paar Windows-Unvermeidbarkeiten (WiSo-Steuer, ein vernünftiges HDR-Programm, ShiftN, aber das war's fast schon) kommt die bei Ubuntu mitgelieferte virtuelle Maschine zum Einsatz. Mit 16 GB RAM läuft darin XP auch nicht langsamer als proprietär auf einem PC mit 2 oder 4 Gig. Und wenn Windows nicht mehr benötigt wird, ist es immer wieder amüsant, wenn die Meldung "Der Computer wird heruntergefahren" mit dem unspektakulären Schließen des VM-Fensters quittiert wird ;-)

Bitte, was genau verdrehe ich?

Ich habe eine einfache Erfahrung geschildert und logisch schlüssig nachgewiesen, dass der gegen mich vorgebrachte Einwand nicht trägt. Ich habe nie behauptet, andere Systeme hätten keine Probleme mit Treibern. Wenn Sie das behaupten, verdrehen Sie etwas,nämlich meine Worte. Zudem unterstellen Sie mir, ich würde meine Rechner aus Langeweile benutzen, um damit »herumzufrickeln«, was angesichts der Tatsache, dass wir uns überhaupt nicht kennen, schon eine Frechheit ist, die ich mir verbitte!

Schtimpt!

Mit TurboPrint hat man keinerlei "Wickel" mehr mit dem Ansteuern von Druckern. und das beste, was Scannern passieren kann, nennt sich Vuescan und schlägt alles, was an proprietären Scannertreibern sich im Fensterland herumtreibt. Kommt natürlich auch mit so gut wie allen auf dem Markt befindlichen Scannern zurecht und bietet für alle installierten Scanner ein einheitliches GUI. Ist auch für Windows und Mac erhältlich.
Kleiner Gag am Rande: Meine Terratec-TV-Karte lief erst auf einem Windwos-Rechner, weil's keine Software von Terratec für Linux gibt. Das war die Katastrophe an Ruckeln und Tonaussetzern, trotz großem RAM und, und, und ...
Die Karte lief erst so, wie sie soll, als der Rechner auf Ubuntu umgestellt und "Kaffeine" installiert war ... – eine Wohltat.

Übertreiben Sie nicht

Mag ja sein, dass dieser unwarscheinliche Fall bei ihnen Eingetreten ist, aber 99% der handelsüblichen Konsumerhardware wird von Windows besser unterstützt.

Nein. Das stimmt überhaupt nicht. Wenn Sie sich auf 99% der aktuellen Hardware im Handel beziehen, dann mag das zutreffen. Für ältere Hardware steht man meist vor riesigen Problemen unter Windows. Das Problem in der Windows-Welt besteht darin, dass Treiber-Unterstützung meist nur für bestimmte Windows-Versionen existiert und - so wie beschrieben wurde - mit neuerer Windows-Version die Unterstützung erheblich abnimmt. Hersteller haben gar kein Interesse daran, ihre Treiber immer weiterzupflegen, weil sie schließlich neue Produkte verkaufen wollen und es vermutlich kaum ein Endverbraucher bezahlen wollte, dass er über 10 Jahre hinweg immer neueste Treiber bekommt. Gerade wenn man ältere Hardware verwendet (ab 3 Jahre), dann wird es unter Windows schon problematisch. Ich habe mittlerweile schon immer eine virtuelle Maschine mit Windows XP parat, wo ich alte USB-Geräte wie meinen Scanner noch betreiben kann. Unter Windows 7 funktioniert er zwar grundlegend, aber die Durchlichteinheit kann ich da nicht mehr benutzen.

Schon richtig...

... zumindest theoretisch. Bereits unter Win XP gab es Probleme mit PDF-Dateien, die große Bitmap-Bilder enthielten. In diesen Fällen druckte der Drucker eine kryptische Fehlermeldung aus, die wohl auf ein Speicherproblem hindeutete (immerhin 96 mb). Damals half es, wenn ich auf PCL6 auswich.

Unter dem neuen Rechner mit Win 7 (MS/HP bieten nur den rudimentären PCL5-Treiber an) habe ich dann auch versucht, den Universal-Print-Driver einzurichten -- mit dem passenden ppd-File (dies zum Thema "Frickeln"). Das hat aber überhaupt nicht funktioniert. Der Treiber verweigert schlicht den Dienst.

Wie gesagt, seit ich Ubuntu benutze, treten die Probleme nicht mehr auf. Alles hat sich automatisch eingerichtet, der Treiber bedient den vollen Funktionsumfang des Druckers, und ich habe kürzlich ein 500-Seiten-Dokument mit Text und Bildern ausgedruckt, ohne dass es eine Fehlermeldung gab. So soll es sein!