Enthüllungsplattform: Wikileaks baut eigenes soziales Netzwerk
Friends of Wikileaks heißt das neue Netzwerk, mit dem die Whistleblower-Plattform ihre Unterstützer enger an sich binden will. Vorbild könnte die Occupy-Bewegung sein.
Screenshot ZEIT ONLINE

In einem Video erklärt Wikileaks, wie FoWL (englisch für Federvieh) als weltweites Netzwerk funktionieren soll.
Totgesagte leben länger. Wikileaks will das beweisen und gibt ein unerwartetes Lebenszeichen von sich.
Die Enthüller gründen mit "Friends of Wikileaks" eine Art soziales Netzwerk, um ihre verbliebenen Unterstützer um sich zu scharen. Auf wlfriends.org heißt es: "Friends of Wikileaks (FoWL) ist ein unabhängiges Netzwerk (...). Unser Ziel ist, Wikileaks und allen Personen und Organisationen die mit Wikileaks und ihren Zielen verbunden sind, Unterstützung und Hilfe zukommen zu lassen."
Die Freunde von Wikileaks sollen Presse- und Werbekampagnen sowie Demonstrationen organisieren – für Transparenz, Julian Assange oder auch den mutmaßlichen Informanten Bradley Manning . Dessen Anhörung vor einem amerikanischen Militärgericht hat am Freitag begonnen . Der Obergefreite Manning, so glaubt das US-Militär, habe geheime Diplomaten-Depeschen an Wikileaks übermittelt und damit den Fall "Cablegate" ausgelöst.
Mit brisanten Enthüllungen werden die FoWL allerdings nichts zu tun haben. In der Selbstbeschreibung steht: "FoWL ist kein operativer Bestandteil von Wikileaks; es ist nicht in den Übermittlungsprozess von Dokumenten eingebunden und wird auch keine sensiblen Informationen handhaben."
- Was ist WikiLeaks?
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"We open governments", ist das Motto von WikiLeaks: "Wir machen Regierungen transparent". Die Organisation bietet eine eine Internetseite, über die sogenannte Whistleblower, Informanten also, geheime Akten und Daten an die Öffentlichkeit bringen können. WikiLeaks verspricht ihnen dabei dank verschlüsselter Kommunikation und nicht abhörbarer Server Anonymität. Gleichzeitig veröffentlicht WikiLeaks das Material auf seiner Seite und macht es damit für jeden zugänglich. Derzeit sind allerdings keine neuen Eingaben möglich.
Die Organisation hat dabei zum Grundsatz, Dokumente nur zu veröffentlichen, wenn sie zuvor auf Plausibilität und Wahrheitsgehalt geprüft wurden.
- Cablegate
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Eine besonders spektakuläre Veröffentlichung auf WikiLeaks ist unter dem Namen Cablegate bekannt geworden: Im November 2010 hat WikiLeaks mit der Veröffentlichung von etwa 250.000 Berichten US-amerikanischer Diplomaten begonnen.
Neben Depeschen, die US-Botschafter über internationale Politiker angefertigt hatten, kamen dabei auch weitere Informationen zu den von Amerika geführten Kriegen ans Licht, aber auch Einschätzungen zur Situation Nordkoreas, den Staaten Südamerikas und dem iranischen Atomprogramm
Am 7. Dezember 2010 wurde der Gründer der Seite, Julian Assange, in England verhaftet, weil gegen ihn ein Haftbefehl aus Schweden vorliegt. Dort wird ihm Vergewaltigung vorgeworfen. Assange bestreitet den Vorwurf. Die schwedische Justiz sagt, dass der Haftbefehl in keinem Zusammenhang mit den Veröffentlichungen durch Assanges Projekt steht. Er selbst behauptet, es handele sich nur um einen Vorwand, um WikiLeaks von der Veröffentlichung weiterer Dokumente abzuhalten.
- Die Debatte um WikiLeaks
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Fest steht, dass die Cablegate-Veröffentlichungen weltweit Interesse erregten. Vor allem in den USA riefen sie heftige Proteste der Regierung hervor und konservative Politiker forderten, Assange dafür einzusperren. In vielen Ländern führten sie zu einer Diskussion über den Nutzen von WikiLeaks und über die Zukunft der Diplomatie: Was geschieht mit den internationalen Beziehungen, wenn im Zweifel jedes geheime Dokument an die Öffentlichkeit gelangen könnte?
Dabei werden von einigen Kritikern auch die Absichten von Julian Assange und seiner Organisation in Zweifel gezogen. Sie sind der Meinung, dass Transparenz kein Selbstzweck sein dürfe, WikiLeaks also nicht ausnahmslos alle ihm zugespielten Dokumente ohne Rücksicht auf die Folgen veröffentlichen dürfe.
Wobei WikiLeaks selbst immer wieder betont hatte, dass genau das nicht geschieht und dass aus den Dokumenten beispielsweise Namen herausgefiltert würden, um Menschen nicht zu gefährden. Assange bezeichnet sich deshalb inzwischen auch als Chefredakteur, als jemand mit journalistischem Selbstverständnis, wozu gehört, nicht jede Information auch zu veröffentlichen. Mit der nun erfolgten Veröffentlichung aller unbearbeiteten US-Botschaftsdepeschen ist WikiLeaks aber zum ersten Mal von den eigenen Grundsätzen abgewichen.
- Frühere Leaks
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Gegründet wurde die Plattform von Assange im Jahr 2006. Im Jahr darauf erlangte sie weltweite Bekanntheit, als sie die Richtlinien des US-Militärs veröffentlichte, aufgrund derer im Gefangenenlager Guantánamo Bay die Insassen behandelt und gefoltert wurden.
Im Juli 2010 veröffentlichte die Organisation zuerst geheime Militärdokumente aus dem Afghanistan-Krieg (die Afghan War Diaries) und im Oktober Dokumente aus dem Irakkrieg (Iraq War Logs).
Berichte über WikiLeaks und die Debatte um die Veröffentlichungen haben wir nach Themen sortiert auf einer Übersichtsseite für unser Projekt ZEIT für die Schule zusammengestellt. Die gesamten veröffentlichten Artikel zu WikiLeaks finden Sie auch auf der Schlagwortseite.
Bei der Anmeldung für FoWL sollen Unterstützer eine E-Mail-Adresse angeben, ihren ungefähren Wohnort, Sprachkenntnisse, und sie sollen sich selbst in wenigen Worten beschreiben. Der Standort wird von Wikileaks genutzt, um sechs weitere Mitglieder in der Nähe zu suchen und diese dann zu einer Art "Zelle" zusammenzubringen. Anhand der Sprachkenntnisse will Wikileaks einem Unterstützer noch einmal sechs Mitglieder aus aller Welt zuteilen. So sollen sich die Zellen auch untereinander austauschen können.
Vieles klingt nach Occupy-Rhethorik
In der Projektbeschreibung heißt es: "Es ist den Mitgliedern von FoWL überlassen, was sie in welcher Form unterstützen und welche Aktivitäten unternommen werden. (...) Es gibt keine formale Hierarchie, auch wenn wir projektbezogene Meritokratien begrüßen. Alle Mitglieder sind gleichberechtigt vernetzt um Wikileaks und vergleichbare Organisationen zu unterstützen. FoWL wird von dir betrieben."
Das klingt nach Occupy-Rhetorik und -Methoden. Julian Assange war dabei , als es am 15. Oktober in London zu ersten Demonstrationen der dezentralen Gruppierung kam, die gegen die bestehende Wirtschaftsordnung und soziale Ungerechtigkeit protestiert. Assange wurde hier von manchen wie ein Stargast gefeiert. Die Demonstranten, die kaum mehr einte als das Wissen, was sie alles nicht wollten, haben den Wikileaks-Gründer möglicherweise beeindruckt.







hauptsache, man hält sich in den Schlagzeilen und versinkt nicht im Orkus des Vergessens...
Wikileaks war und ist immer der Privatfeldzug einiger gegen den Westen gewesen. Nie wurde etwas von Belang gegen China, gegen Russland, gegen Nordkorea, gegen arabische Länder veröffentlicht.
Es waren immer die antiamerikanischen "Leaks" die für Schlagzeilen sorgten. Da ASSange nun seine Felle davonschwimmen sieht, will er eben dafür sorgen, dass sein Amerikahasser Projekt schnell dezentralisiert wird, damit auch im Falle einer Verurteilung seiner Person noch weiterhin kräftig gegen den Westen gearbeitet werden kann.
ein Land, in dem JHinrichtungen zum guten Ton gehören und in dem lebenslage Haft droht für die Aufdecker von Kriegsverbrechen, gehört definitiv nicht zur zivilisierten Welt.
"Es waren immer die antiamerikanischen "Leaks" die für Schlagzeilen sorgten. "
Das sagt etwas über die Rezipienten aus, nicht über die Plattform. Wikileaks hat auch andere Leaks gebracht, aber du hast sie vermutlich nicht gelesen.
Wikileaks richtet sich nicht gegen "den Westen", sondern gegen die Leute, die unsere (in dieser Rhetorik: westlichen) Werte verletzen und verraten.
Der kalte Krieg ist beendet...wie einfältig von mir.
Gerade hat der NDAA 2012 den Kongress verlassen und wartet nur noch auf die Unterschrift des Präsidenten. Diese Beraubung der US-Bürgerrechte (keine Gerichtsverhandlung, uneingeschränkte Haft, Foltererlaubnis) erscheint nur als Randnotiz in den Medien. Wikileaks hat Fakten über dieses Regime geliefert. Wir müssen die Demokratie erst bei uns erhalten um dies auch gegenüber dem Ausland vertreten zu können. Welche Defizite andere Länder haben, spielt für unsere eigene Politstruktur primär keine Rolle, es sei denn, wir verwenden sie als Ausrede für eigene Missstände. Der "Collateral Murder" ist folglich unser Mord und durch nichts zu rechtfertigen. Die Ignoranz gegenüber dieser Tatsache ist ein Armutszeugnis. Wer sich in einer Wissensgesellschaft ausschliesslich auf die Informationsaufarbeitung durch profitorientierte Unternehmen verlässt, muss unweigerlich scheitern. Die Manipulation ist ein grundlegendes Werkzeug der Politik. Wikileaks hat die Medienlandschaft erschüttert und schnell wurden von dieser wilde Versprechungen gemacht, aber eins bliebt am eindrücklichsten haften: Die Gesellschaft kann nicht ohne die bisherigen Medien, weil sie die Welt erklären. Dieses Privileg hatte auch einst die Kirche für sich reklamiert und was kam heraus: die Welt ist eine Scheibe. Die mehrdimensionale Weltbetrachtung geht nur über Fakten.
ein Land, in dem JHinrichtungen zum guten Ton gehören und in dem lebenslage Haft droht für die Aufdecker von Kriegsverbrechen, gehört definitiv nicht zur zivilisierten Welt.
"Es waren immer die antiamerikanischen "Leaks" die für Schlagzeilen sorgten. "
Das sagt etwas über die Rezipienten aus, nicht über die Plattform. Wikileaks hat auch andere Leaks gebracht, aber du hast sie vermutlich nicht gelesen.
Wikileaks richtet sich nicht gegen "den Westen", sondern gegen die Leute, die unsere (in dieser Rhetorik: westlichen) Werte verletzen und verraten.
Der kalte Krieg ist beendet...wie einfältig von mir.
Gerade hat der NDAA 2012 den Kongress verlassen und wartet nur noch auf die Unterschrift des Präsidenten. Diese Beraubung der US-Bürgerrechte (keine Gerichtsverhandlung, uneingeschränkte Haft, Foltererlaubnis) erscheint nur als Randnotiz in den Medien. Wikileaks hat Fakten über dieses Regime geliefert. Wir müssen die Demokratie erst bei uns erhalten um dies auch gegenüber dem Ausland vertreten zu können. Welche Defizite andere Länder haben, spielt für unsere eigene Politstruktur primär keine Rolle, es sei denn, wir verwenden sie als Ausrede für eigene Missstände. Der "Collateral Murder" ist folglich unser Mord und durch nichts zu rechtfertigen. Die Ignoranz gegenüber dieser Tatsache ist ein Armutszeugnis. Wer sich in einer Wissensgesellschaft ausschliesslich auf die Informationsaufarbeitung durch profitorientierte Unternehmen verlässt, muss unweigerlich scheitern. Die Manipulation ist ein grundlegendes Werkzeug der Politik. Wikileaks hat die Medienlandschaft erschüttert und schnell wurden von dieser wilde Versprechungen gemacht, aber eins bliebt am eindrücklichsten haften: Die Gesellschaft kann nicht ohne die bisherigen Medien, weil sie die Welt erklären. Dieses Privileg hatte auch einst die Kirche für sich reklamiert und was kam heraus: die Welt ist eine Scheibe. Die mehrdimensionale Weltbetrachtung geht nur über Fakten.
ein Land, in dem JHinrichtungen zum guten Ton gehören und in dem lebenslage Haft droht für die Aufdecker von Kriegsverbrechen, gehört definitiv nicht zur zivilisierten Welt.
keine Lebenslange Haft für einen Aufdecker von kriegsverbrechen, sondern für einen Soldaten der seine Geheimnispüflicht verletzt hat und klassifizierte Dokumente öffentlich gemacht hat, somit hat er Hochverrat begangen, da auch der Gegner, sprich die Aufständischen im Irak an diese Dokumente gelangen konnten.
Im Übrigen bin ich ein Anhänger der Todesstrafe, also werden Sie bei mir mit Mitleid keinen eindruck schinden.
keine Lebenslange Haft für einen Aufdecker von kriegsverbrechen, sondern für einen Soldaten der seine Geheimnispüflicht verletzt hat und klassifizierte Dokumente öffentlich gemacht hat, somit hat er Hochverrat begangen, da auch der Gegner, sprich die Aufständischen im Irak an diese Dokumente gelangen konnten.
Im Übrigen bin ich ein Anhänger der Todesstrafe, also werden Sie bei mir mit Mitleid keinen eindruck schinden.
"Es waren immer die antiamerikanischen "Leaks" die für Schlagzeilen sorgten. "
Das sagt etwas über die Rezipienten aus, nicht über die Plattform. Wikileaks hat auch andere Leaks gebracht, aber du hast sie vermutlich nicht gelesen.
Wikileaks richtet sich nicht gegen "den Westen", sondern gegen die Leute, die unsere (in dieser Rhetorik: westlichen) Werte verletzen und verraten.
Der kalte Krieg ist beendet...wie einfältig von mir.
die Amerikaner werden doch keine Angst vor Wikileaks haben? Wieso auch? Ist doch immer so einfach gewesen gut und böse zu unterscheiden und die USA gehören doch nicht zu den bösen..oder doch?
ist ein Begriff wie Blasphemie.
Nur radikale und verblendete benutzen sie.
Verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Die Redaktion/mak
Noch ein soziales Netzwerk.
Hey die wollen Euer Geld.
Gebts Ihnen Reichlich. :-)
Im Ernst, es gibt doch wirklich viele Möglichkeiten, Geld zu spenden, das dann auch am gewünschten Ziel ankommt.
Seriöse Hilfswerke, Organisationen, gibt es doch zum Glück viele.
seriöse Hilfswerke,wo das Geld auch ankommt?
ich würd ich gern kennenlernen.
seriöse Hilfswerke,wo das Geld auch ankommt?
ich würd ich gern kennenlernen.
Gerade hat der NDAA 2012 den Kongress verlassen und wartet nur noch auf die Unterschrift des Präsidenten. Diese Beraubung der US-Bürgerrechte (keine Gerichtsverhandlung, uneingeschränkte Haft, Foltererlaubnis) erscheint nur als Randnotiz in den Medien. Wikileaks hat Fakten über dieses Regime geliefert. Wir müssen die Demokratie erst bei uns erhalten um dies auch gegenüber dem Ausland vertreten zu können. Welche Defizite andere Länder haben, spielt für unsere eigene Politstruktur primär keine Rolle, es sei denn, wir verwenden sie als Ausrede für eigene Missstände. Der "Collateral Murder" ist folglich unser Mord und durch nichts zu rechtfertigen. Die Ignoranz gegenüber dieser Tatsache ist ein Armutszeugnis. Wer sich in einer Wissensgesellschaft ausschliesslich auf die Informationsaufarbeitung durch profitorientierte Unternehmen verlässt, muss unweigerlich scheitern. Die Manipulation ist ein grundlegendes Werkzeug der Politik. Wikileaks hat die Medienlandschaft erschüttert und schnell wurden von dieser wilde Versprechungen gemacht, aber eins bliebt am eindrücklichsten haften: Die Gesellschaft kann nicht ohne die bisherigen Medien, weil sie die Welt erklären. Dieses Privileg hatte auch einst die Kirche für sich reklamiert und was kam heraus: die Welt ist eine Scheibe. Die mehrdimensionale Weltbetrachtung geht nur über Fakten.
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