FlugreisenKLM sucht Sitznachbarn nach Facebook-Profilen aus

Die Fluggesellschaft KLM führt 2012 das "Social Seating" ein: Beim Einchecken können Reisende ihr Netzwerk-Profil angeben, eine Software sucht passende Sitznachbarn.

Eine KLM-Maschine bei der Landung in Berlin-Tegel

Eine KLM-Maschine bei der Landung in Berlin-Tegel

Ab 2012 will die niederländische Fluggesellschaft KLM soziale Netzwerke für reale Begegnungen in ihren Flugzeugen nutzen: Social Seating soll Fluggästen ermöglichen, beim Online-Check-in ihr Facebook- oder LinkedIn-Profil anzugeben. Eine Software sucht dann passende Sitznachbarn mit ähnlichen Interessen heraus. KLM hofft, dass dieses Angebot vor allem für Geschäftsreisende interessant ist, die auch über den Wolken "netzwerken" wollen.

Nachdem der Plan vor einigen Tagen bekannt wurde , kamen schnell ähnliche Ideen auf: Single-Treffs und Speed-Dating etwa wären problemlos möglich, wenn sich genug Mitreisende finden, die ihren Beziehungsstatus im Facebook-Profil öffentlich machen. Je nach öffentlich einsehbaren Interessen können sich auch einfach zwei Musik- oder Literaturinteressierte suchen und finden.

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Im Februar dieses Jahres hatte Malaysian Airline die Facebook-Applikation "MHbuddy" vorgestellt. Die App zeigt beim Online-Einchecken, ob jemand aus der eigenen Facebook-Freundesliste im selben Flieger sitzt. Das Social Seating , wie KLM es plant, geht darüber hinaus, da es Menschen zusammenbringt, die sich bisher noch nicht kennen.

Deutsche Fluglinien haben zunächst nicht vor, ähnliche Angebote einzuführen. Bei airberlin heißt es: "Von unserer Seite ist ein solcher Ansatz zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht geplant. Wir finden die Idee von KLM jedoch sehr spannend und werden die Umsetzung aufmerksam verfolgen."

Ein Lufthansa-Sprecher sagte: "Bei uns ist so etwas nicht in Planung. Unser Kerngeschäft ist, Leute von A nach B zu bringen." Auch datenschutzrechtlich sei es möglicherweise heikel, wenn eine Fluggesellschaft die Profile von Passagieren von einer Software abgleichen lässt.

Dafür gibt es bei der Lufthansa eine iPhone- und iPad-App namens Miles & More MemberScout , mit der zumindest die Teilnehmer des Vielflieger-Programms ihre Reiseerfahrungen austauschen können.

Auch bei der Bahn wäre ein ähnliches Konzept wie bei KLM vorstellbar. Das Unternehmen hat das Speed-Dating auf Reisen schließlich schon 2008 mit dem Flirt-Express eingeführt, der am Valentinstag zur rollenden Single-Party wurde.

Noch hat KLM aber keine Einzelheiten bekannt gegeben. So ist unklar, ob Passagiere schon während des Check-in-Vorgangs das Profil des automatisch herausgesuchten Sitznachbarn sehen können und ob es möglich sein wird, den Vorschlag für einen Sitznachbarn auch abzulehnen.

 
Leserkommentare
  1. Die sollten lieber an echten Servicemängeln arbeiten, statt Geld und Zeit in solche Spielchen zu investieren.

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    • ruphus
    • 16.12.2011 um 16:01 Uhr

    Wie oft fliegen Sie den mit KLM, dass eine solche Aussage treffen können?

    Die Idee ist schon recht nett, bedenkt man, dass nicht jeder im Flugzeug schlafen kann. Schade, dass bis jetzt nicht klar geworden ist ob die Ablehung eines unliebsamen Sitznachbern möglich ist.

    Gruß

    Guten Morgen!
    Sie haben Recht. KLM ist für mich ein no go geworden. Flüge gebucht, bestätigt bekommen und erst am Schalter erfahren, dass der bestätigte Flug gar nicht so in der Form stattfindet. Dass ich nicht 12 Stunden sondern 22 Stunden unterwegs bin. Ach, ja...und wenn ich das nicht möchte, kann auch das Geld zurück bekommen. Dass ich Anschlussflüge und Hotels gebucht habe und das ALLES verloren geht...wen kümmerts? KLM nicht!
    Oder doch? Ja, dann bekommt man einen upgrade - bessere Sitze. Am Schlater wieder mal, weisst man nichts davon. Vielleicht ist die Facebook-Idee nicht soooo schlecht. Man könnte sich austauschen über diese "wunderbare", ach, so kundenfreundlcihe Fluggesellschaft austausen.

    • ruphus
    • 16.12.2011 um 16:01 Uhr

    Wie oft fliegen Sie den mit KLM, dass eine solche Aussage treffen können?

    Die Idee ist schon recht nett, bedenkt man, dass nicht jeder im Flugzeug schlafen kann. Schade, dass bis jetzt nicht klar geworden ist ob die Ablehung eines unliebsamen Sitznachbern möglich ist.

    Gruß

    Guten Morgen!
    Sie haben Recht. KLM ist für mich ein no go geworden. Flüge gebucht, bestätigt bekommen und erst am Schalter erfahren, dass der bestätigte Flug gar nicht so in der Form stattfindet. Dass ich nicht 12 Stunden sondern 22 Stunden unterwegs bin. Ach, ja...und wenn ich das nicht möchte, kann auch das Geld zurück bekommen. Dass ich Anschlussflüge und Hotels gebucht habe und das ALLES verloren geht...wen kümmerts? KLM nicht!
    Oder doch? Ja, dann bekommt man einen upgrade - bessere Sitze. Am Schlater wieder mal, weisst man nichts davon. Vielleicht ist die Facebook-Idee nicht soooo schlecht. Man könnte sich austauschen über diese "wunderbare", ach, so kundenfreundlcihe Fluggesellschaft austausen.

    • ruphus
    • 16.12.2011 um 16:01 Uhr

    Wie oft fliegen Sie den mit KLM, dass eine solche Aussage treffen können?

    Die Idee ist schon recht nett, bedenkt man, dass nicht jeder im Flugzeug schlafen kann. Schade, dass bis jetzt nicht klar geworden ist ob die Ablehung eines unliebsamen Sitznachbern möglich ist.

    Gruß

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Mann-oh-Mann..."
  2. Der Link im vorletzten Absatz zeigt leider ins Nirwana.

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    Redaktion

    Danke für den Hinweis.

    Redaktion

    Danke für den Hinweis.

  3. Redaktion

    Danke für den Hinweis.

    Antwort auf "Toter Link"
  4. In 20 Jahren wird "Facebook Timeline Styler" ein genauso gängiger Beruf sein wie heute Frisör. Man wird sein Vorleben und seine Interessen so zurecht biegen (lassen), dass es immer der gängigen Mode am besten entspricht. Natürlich geht es dabei nicht nur darum, sich nett im Flugzeug oder Kino (oder wo immer man Karten im voraus gebucht hat) zu unterhalten. Wenn man die Inflation von Partner-Vermittlungsagenturen und gleichzeitig die offensichtliche Unfähigkeit zur normalen Kontaktaufnahme bei den Mitmenschen beobachtet, wird klar, dass es auch hier wieder in erster Linie nur um das eine gehen wird. "Ich habe im ICE gesessen und dort dank Facebook meine Traumfrau kennengelernt", wird das Ideal sein. Perfektes Selbstmarketing bis zur Unkenntlichmachung des eigentlichen Ichs. Wenn das man in der Ehe gut geht. Aber vielleicht wird die dann auch gleich durch die "Facebook-Partnerschaft" ersetzt und kann nach Belieben auch in Farmville erlebt werden.

    3 Leserempfehlungen
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    • mussec
    • 16.12.2011 um 17:51 Uhr

    Ich selbst bin dem ganzen Social Networkin Wahn gegenüber auch misstrauisch.
    Allerdings nur meckern und sagen früher war alles besser und es soll so bleiben wie es immer war ist Konservatismus.

    Ziel muss es sein die Ressourcen sinnvoll zu verwenden. Da bringt es nichts den Leuten etwas vorzumeckern.
    Die Idee ist grundsätzlich doch nicht schlecht.
    Im Gegenteil geht sie mit der Zeit.
    Und keiner zwingt einen dazu sein ganzes Leben zu posten oder es im Netz zu verbringen. Wer es trotzdem machen will, muss in Kauf nehmen, dass ein Maßgenaues Werbeprofil von einem selbst erstellt wird.
    Wir sind auch für unsere eigene Konsumgeilheit verantwortlich.

    • mussec
    • 16.12.2011 um 17:51 Uhr

    Ich selbst bin dem ganzen Social Networkin Wahn gegenüber auch misstrauisch.
    Allerdings nur meckern und sagen früher war alles besser und es soll so bleiben wie es immer war ist Konservatismus.

    Ziel muss es sein die Ressourcen sinnvoll zu verwenden. Da bringt es nichts den Leuten etwas vorzumeckern.
    Die Idee ist grundsätzlich doch nicht schlecht.
    Im Gegenteil geht sie mit der Zeit.
    Und keiner zwingt einen dazu sein ganzes Leben zu posten oder es im Netz zu verbringen. Wer es trotzdem machen will, muss in Kauf nehmen, dass ein Maßgenaues Werbeprofil von einem selbst erstellt wird.
    Wir sind auch für unsere eigene Konsumgeilheit verantwortlich.

    • mussec
    • 16.12.2011 um 17:51 Uhr

    Ich selbst bin dem ganzen Social Networkin Wahn gegenüber auch misstrauisch.
    Allerdings nur meckern und sagen früher war alles besser und es soll so bleiben wie es immer war ist Konservatismus.

    Ziel muss es sein die Ressourcen sinnvoll zu verwenden. Da bringt es nichts den Leuten etwas vorzumeckern.
    Die Idee ist grundsätzlich doch nicht schlecht.
    Im Gegenteil geht sie mit der Zeit.
    Und keiner zwingt einen dazu sein ganzes Leben zu posten oder es im Netz zu verbringen. Wer es trotzdem machen will, muss in Kauf nehmen, dass ein Maßgenaues Werbeprofil von einem selbst erstellt wird.
    Wir sind auch für unsere eigene Konsumgeilheit verantwortlich.

    Eine Leserempfehlung
  5. Wenn ich mir dann ein Facebookprofil anlege, in dem ich mich als misanthropes Ekel mit einem Faible für tote Ratten und Wandkunst aus Exkrementen darstelle, bleiben dann ggf. die Sitze neben mir frei?

    Denn in diesem Fall würde ich ob des zusätzlichen Platzangebots doch glatt mal darüber nachdenken, ob ich nicht auch bei Fratzenbuch mitmachen sollte....

    3 Leserempfehlungen
  6. Eine Leserempfehlung

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