Start-ups Berlin euphorisiert die Gründerszene
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Tweek.tv will das Fernsehen verändern

Marcel Düe sieht den Hype nüchterner. "Es wirkt, wenn man mittendrin sitzt, vielleicht etwas übertrieben. Wenn man es aber zum Beispiel mit der deutschen Automobilindustrie oder dem Silicon Valley vergleicht, ist es noch eine sehr kleine Branche." Der 31-jährige Geschäftsführer von Tweek.tv lebt und arbeitet seit über zehn Jahren in Berlin. Zusammen mit den Mitgründern Klaus Hartl und Sven Koerbitz will Düe das Fernsehen dem veränderten Nutzerverhalten anpassen und sozialisieren – so wie Spotify oder Last.fm es mit dem Radio bereits geschafft haben.

"Wir fanden Fernsehen nicht mehr spannend", erinnert sich Düe an die Firmengründung im Frühjahr 2011. "Zappen ist häufig unbefriedigend und frustrierend." Der Trend gehe weg vom TV-Gerät, findet er. Tweek ist kein eigenständiger Anbieter von Inhalten, sondern bündelt das Angebot der Video-on-Demand-Anbieter iTunes, Amazon VoD, Netflix, Lovefilm, Crackle und Vudu unter einem Dach. Der Dienst verrät zudem, welche Filme den Facebook-Freunden des Nutzers gefallen – der Login funktioniert über den eigenen Facebook-Account. Dües Vorstellung: "Ich lehne mich zurück und entdecke für mich spannende Inhalte – zusammengestellt von Kuratoren, deren Interessen und Geschmack ich teile. Das können Freunde, Berühmtheiten oder andere interessante Menschen sein."

Tweek verhandelt nicht mit eigenen Lizenzen und kann und will keine Konkurrenz zu illegalen Angeboten sein. US-amerikanische Serien werden deshalb vor ihrer deutschen Erstausstrahlung auch bei Tweek nicht zu finden sein.

Schnelligkeit ist gefragt

Noch befindet sich Tweek in der geschlossenen Beta-Phase und wird vorerst nur auf dem iPad funktionieren. Ein öffentlicher Starttermin steht noch nicht fest, Investoren sind aber bereits an Bord. Angst vor einer Dotcom-Blase wie im Jahr 2000 hat Düe nicht: "Die Euphorie damals war vielleicht sogar noch größer", sagt er. "Auch die Kosten und Hürden, ein Start-up zu gründen, waren höher. Wenn Du in den Neunzigern ein Start-up gründen wolltest, musstest du erst mal für 100.000 Euro einen Server kaufen."

Gidsy und Tweek sind zwei von Dutzenden neuer Start-ups in Berlin. Ein neues Silicon Valley macht das alleine noch nicht, das wissen auch die Teilnehmer und Organisatoren des Webmontags. "Millionen sind hier noch nicht zu machen", sagen sie, aber das Potenzial sei da – wenn man schnell ist: "Man hat das Gefühl, dass hier in Berlin aktuell alles möglich ist und möglich sein muss", sagt Webmontag-Organisator Mathias Fiedler. "Wenn du nicht innerhalb von kürzester Zeit etwas machst, dann bist du schon zu langsam und kannst es gleich sein lassen." Die anderen nicken.

 
Leser-Kommentare
    • sirf72
    • 13.01.2012 um 15:47 Uhr

    Hier tut der Autor so als seien diese ganzen Internetklitschen was tolles. Einem Verdacht folgend habe ich mir stichprobenartig mal den Spaß gemacht, zu gucken, was wirklich dahinter steckt. Artflakes.com mit dem tollen "Chief Technology Officer" (CTO) Fiedler gehört beispielsweise zur MyGall GmbH Berlin. Das ist ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von gerade 160.000 € und einem Bilanzverlust von 111.000 €. Der Laden ist völlig überschuldet. Kann jeder im Bundesanzeiger nachlesen. Das zeigt mal wieder, dass diese ganzen Wichtigtuer gar nichts können ausser sich mit tollen Berufsbezeichnungen zu überhöhen. Von wegen Gründerszene. Auf Partys abhängen und im Internet surfen ist wohl alles, was ein Chief Technology Officer so leistet, was.

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  1. Berlin würde mal so etwas gut tun wie "Ich weiß, dass ich nichts weiß" bzw auf Städte umgemünzt "Ich weiß wie verdammt klein und unwichtig ich bin".
    Es gibt auf der Welt Städte, die sind 10 mal so groß wie Berlin (Tokyo und zig andere). Es gibt auf der Welt Städte, die haben das 10fache Kulturangebot (London, Paris, NYC). Und dann gibt es auf der Welt noch Städte, die sind 30mal so klein wie Berlin und 10mal produktiver in der Branche "Internet Start-Ups"(Cambridge (Massachusetts)).

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    • nik--
    • 13.01.2012 um 18:21 Uhr

    Ach jeh, die aktuell so gehypte Berliner Startup-Szene kreist doch auch nur wie ein Satellit umd das eigene überhöhte Ego. Aus Sicht des Erfolgs und der Medienaufmerksamkeit mag man ja positives bescheinen, aus Sicht der Innovation, Kreativität und Nachhaltgkeit beileibe nicht. Heiße Kandidaten wurden ja genannt: Es wird abgekupfert was das Zeug hält, die Projekte sind auf schnellen Erfolg angelegt oder es wird einfach monströses Marketing bemüht, wie zuletzt bei Amen. Cool und Hip reicht aber nicht als Aushängeschild, die deutsche Startupszene besteht zu großen Teilen einfach aus Blendern, die auf Kosten derer, die danach kommen oder realistische Geschäftsverläufe anstreben, den schnellen Reibach machen. Gründer wie Investoren kalkulieren doch nur noch bis zum frühstmöglichen Exit. Von nachhaltiger Geschäftsentwicklung kann doch hier keine Rede sein. Und wenn der Autor sich so dafür begeistern kann, liegt nahe, dass sein Verständnis von Erfolg eine sehr ähnliche ist.

    PS: Wo studivz heute nach einem kometenhaften Aufstieg steht,sollte man sich vielleicht ansehen, bevor man hier in den Himmel lobt. In allen anderen Branchen ist der Aufschrei groß, wenn Unternehmen gesundgeschrumpft werden. Die Arbeitsplätze! Wenn ein sanglos Internetunternehmen untergeht, bleibt dieser Aufschrei aus. Ist die allzeit zum Platzen neigende Blase heute schon in den Betrachtungsweise für I-Unternehmen mit eingerechnet?

  2. Bei aller Liebe zur Kritik an Internet-Start-up-Unternehmen sollte man doch bedenken, dass eine hohe Verschuldung in der Branche (zumindest am Anfang) nichts außergewöhnliches ist.

    Oft wenig Eigenkapital, hohe Entwicklungskosten, anfangs keine Einnahmen, der reelle Wert des Unternehmens kaum zu bestimmen -> woher soll das Geld denn kommen?

    Das heißt aber nicht, dass diese Unternehmen niemals schwarze Zahlen schreiben werden. Ein paar gute Ideen sind schon dabei. Allerdings werden die meisten Start-ups in ein paar Jahren wieder vom Markt verschwunden sein. Und dies hat sicher nichts mit dem Standort Berlin zu tun.

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  3. Gruenderszene
    ist das nur Internet, was anderes liest man nie

  4. Na das ist ja ein ding. Da komme ich frisch aus dem Silicon Valley nach Berlin weil es hier nun deutlich boomt und das spuert man wo man hingeht und dann gibt es in der kommentar rubrik nichts als unqualifiziertes genoergel.

    @sirf72 [...] wenn du dier die balance sheets vom Microsoft, Oracle, Dell, Intel etc aus deren startup zeiten ansiehst sehen die meist noch schlechter aus. Aber ich verstehe dass ein nicht entrepreneu das nicht so gany einordnen kann.

    [...]

    @nik ich ware sehr an deinem erfolgskonzept interessiert und was dich zum erfolgreichen unternehmer gemacht hat. Was mich betrifft finde ich es nicht dumm zu versuchen eher schnell als langsam zu erfolg zu kommen. Auch ist von anderen lernen (abkupfern) im richtugen moment eher smart als das rad von neuem zu erfinden - oder? Aber leider ist auch Dein profil hier ein "empty suite" also schwer zu sagen woher deine erfahrung kommt.

    @Bill dank fuer wenigstens eine positive meinung aber dem namen zu urteilen fehlt dir auch das altdeutsche noerglergen - ha ha ha

    @Sarah, wahrscheinlich weil du hier in der Digital/Internet sektion bist.

    Ich finde Berlin bemerkenswert und lebe seit 12 Jahren in Palo Alto CA!!! Keep rocking.

    Teile entfernt. Bitte diskutieren Sie das Thema anhand sachlicher Argumente und verzichten Sie auf persönliche Anfeindungen. Danke, die Redaktion/lv

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    • nik--
    • 14.01.2012 um 20:02 Uhr

    „Auch ist von anderen lernen (abkupfern) im richtugen moment eher smart als das rad von neuem zu erfinden - oder?“

    Mit Verlaub - Spatz mit Sperling verglichen. Meine Kritik ist ja gerade die Neuerfindung (-Implementierung) des Rades. Statt neuer, innovativer Ideen. Das Hochjubeln dieser Ideen mit Förder- und Gebergeldern. Das schnelle Abkanzeln von Unternehmen, wenn die Marktentwicklung nicht schnell genug ist. Ich plädiere für nachhaltige Geschäftsentwicklung, statt raketemhaften Scheinerfolg, auf den immer der tiefe Fall folgt.

    • nik--
    • 14.01.2012 um 20:02 Uhr

    „Auch ist von anderen lernen (abkupfern) im richtugen moment eher smart als das rad von neuem zu erfinden - oder?“

    Mit Verlaub - Spatz mit Sperling verglichen. Meine Kritik ist ja gerade die Neuerfindung (-Implementierung) des Rades. Statt neuer, innovativer Ideen. Das Hochjubeln dieser Ideen mit Förder- und Gebergeldern. Das schnelle Abkanzeln von Unternehmen, wenn die Marktentwicklung nicht schnell genug ist. Ich plädiere für nachhaltige Geschäftsentwicklung, statt raketemhaften Scheinerfolg, auf den immer der tiefe Fall folgt.

    • nik--
    • 14.01.2012 um 20:02 Uhr

    „Auch ist von anderen lernen (abkupfern) im richtugen moment eher smart als das rad von neuem zu erfinden - oder?“

    Mit Verlaub - Spatz mit Sperling verglichen. Meine Kritik ist ja gerade die Neuerfindung (-Implementierung) des Rades. Statt neuer, innovativer Ideen. Das Hochjubeln dieser Ideen mit Förder- und Gebergeldern. Das schnelle Abkanzeln von Unternehmen, wenn die Marktentwicklung nicht schnell genug ist. Ich plädiere für nachhaltige Geschäftsentwicklung, statt raketemhaften Scheinerfolg, auf den immer der tiefe Fall folgt.

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