Urheberrecht: "Acta könnte zu größerer Überwachung der Nutzer führen"
Acta ist das EU-Pendant zu Sopa: Markus Beckedahl erklärt, warum der europäische Versuch, illegales Filesharing zu bekämpfen, ebenso gefährlich ist wie der amerikanische.
Frage: Beim Protest gegen die beiden geplanten Anti-Piraterie-Gesetze Sopa und Pipa machen auch viele deutsche Websites mit. Was geht das Thema uns Europäer überhaupt an?
Markus Beckedahl: Sopa und Pipa hätten verschiedene Auswirkungen auf Europa. Zunächst haben die USA eine Vorbildfunktion in der Internet-Gesetzgebung. Sie haben einen gewissen Einfluss und eine Leuchtkraft auf europäische Gesetzgebungen. Außerdem sitzen eine Vielzahl von beliebten kommerziellen und nicht-kommerziellen Plattformen in den USA, die von europäischen Bürgern genutzt werden – von Wikipedia bis Facebook. Wenn diese Plattformen, Unternehmen oder Communitys einer anderen Gesetzgebung unterliegen, hat das unmittelbaren Einfluss auf unser Leben im Netz.
Frage: DNS-Sperren scheinen nun aus dem Rennen – ist damit nicht das Hauptproblem des Gesetzes aus der Welt?
Beckedahl: Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben – in der Politik kommen alle schlechten Ideen irgendwann wieder zurück. Insofern war es hier interessant, dass der US-Regierung aufgefallen ist, dass sie einen Zielkonflikt hat: Einerseits eine Netzfreiheits-Strategie des Außenministeriums zu verfolgen – andererseits aber eine Cyber-Security-Strategie zu voranzutreiben. Insofern ist das erstmal vom Tisch aber die Idee wird weiterleben. Es gibt aber auch eine Menge andere gefährliche Punkte in Sopa und Pipa – vor allem eine Neudefinition von Provider- und Plattformhaftung, die dazu führen wird, dass Plattformbetreiber für die Inhalte verantwortlich sind, die Nutzer darauf einstellen. Das wiederum führt zu mehr Überwachung der Nutzer und einer Bedrohung des Echtzeitnetzes, weil die Betreiber quasi verpflichtet wären jeden einzelnen Inhalt auf Urheberrechtsverletzungen zu überprüfen – was natürlich nicht möglich ist. Man stelle sich Twitter vor, wo Menschen in einem Callcenter jeden einzelnen Tweet freischalten müssen.

Markus Beckedahl bezeichnet sich selbst als Evangelist, als Missionar für netzpolitische Themen wie Creative Commons oder Netzneutralität. Er hat das Blog netzpolitik.org gegründet und gemeinsam mit anderen den Verein Digitale Gesellschaft, dessen Vorsitzender er ist. Er war Mitglied der Internet-Enquetekommission des Bundestages und er ist einer der beiden Veranstalter der Konferenz re:publica.
Frage: Wie ist denn diesbezüglich die aktuelle Lage in Deutschland? In den neunziger Jahren führte die Verurteilung des damalige AOL-Deutschland-Chefs wegen Verbreitung von Kinderpornografie zu einem Aufschrei in der deutschen Netzszene. Ist dieses Urteil ein Ausreißer geblieben?
Beckedahl: Das war zum Glück ein Ausreißer-Urteil. Allerdings haben die USA, was das Urheberrecht angeht, eine liberale Gesetzgebung. Die USA haben mit ihrem Digital Millennium Copyright Act eine Notice-and-takedown-Regelung eingebaut, die wir in Europa nicht haben. Das führt zum Beispiel dazu, dass wir in Deutschland so gut wie keine Musik-Start-ups haben. In den USA müssen beispielsweise Facebook oder YouTube Inhalte erst löschen, wenn sich ein Rechteinhaber dort meldet. Diese Regelung hat in den USA zu viel mehr Innovation geführt.
Frage: In Europa wird derzeit das Acta-Abkommen diskutiert. Wo sehen Netzaktivisten hierbei die Probleme?
Beckedahl: Das Acta-Abkommen wurde im Hintergrund von genau denselben Lobby-Gruppen vorangetrieben wie Sopa und Pipa: Hollywood und Co. Die saßen – zusammen mit der US-Regierung – überall mit am Tisch bei den Verhandlungen über das internationale Abkommen, bei dem 39 Staaten, darunter 27 EU-Staaten, beteiligt waren. Einer der Hauptkritikpunkte an Acta von uns ist, dass die Texte sehr vage gehalten sind und eine Strafbarkeit bei Urheberrechtsverletzungen eingeführt werden kann, die es bislang nicht gab. Außerdem gibt es auch hier dasselbe Problem wie bei Sopa und Pipa: Die Providerhaftung wird neu interpretiert, wodurch Plattformbetreiber viel mehr Verantwortung erhalten, gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. Das könnte zu einer größeren Überwachung der Nutzer und einer Einschränkung der Meinungsfreiheit im Netz führen.
- Geheimverhandlungen
Acta ist die Abkürzung für Anti-Counterfeiting Trade Agreement, ein internationales Handelsabkommen zur Bekämpfung von Produktfälschungen und Urheberrechtsverletzungen. Die wichtigsten Verhandlungspartner waren Nordamerika und die Europäische Union. Ziel war es, solche Verletzungen weltweit verfolgen und ahnden zu können. Seit 2007 wurde auf Ministerebene über das Abkommen verhandelt, allerdings stets hinter verschlossenen Türen. Erst spät hat der EU-Ministerrat den Abkommenstext veröffentlicht.
- Netzsperren durch die Hintertür
Kritiker fürchteten, dass mit Acta Telekommunikationsanbieter gezwungen werden könnten, die Inhalte, die über ihre Leitungen gehen, mit einer deep packet inspection zu durchsuchen, um beispielsweise Filesharer zu finden – was nach Ansicht der Gegner bedeutet hätte, dass über einen Umweg Netzsperren eingeführt würden.
- Ablehnung
Die Bundesregierung hielt lange an Acta fest. Das Vertragswerk sei "notwendig und richtig" und bringe "keine der Gefahren mit sich, die derzeit beschworen werden", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hatte die Unterschrift Deutschlands aber ausgesetzt. Sie wollte die Entscheidung des EU-Parlaments abwarten. Diese Entscheidung fiel am 4. Juli 2012: Eine große Mehrheit der Abgeordneten verweigerte die Zustimmung zu Acta. Das Abkommen wird damit in Europa definitiv nicht umgesetzt.
Frage: Warum wird die Meinungsfreiheit eingeschränkt, wenn Provider gegen illegale kopierte Inhalte vorgehen sollen?
Beckedahl: Ein Provider oder ein Plattformbetreiber wird sich drei Mal überlegen, ob er eine mögliche Urheberrechtsverletzung durchgehen lassen wird. Sie werden eher härter gegen mögliche und vermeintliche Urheberrechtsverletzungen vorgehen, wenn sie sonst eine 500.000-Dollar-Klage der Musikindustrie befürchten müssen. Daher würden wahrscheinlich sehr viele Dinge, die heute in Grauzonen existieren aber nicht illegal sind, vorsorglich gelöscht werden. Beispielsweise viele Inhalte, die eigentlich unter die Fair-Use-Regel im amerikanischen Recht fallen.
Frage: Werden Netzaktivisten von den Entscheidungsträgern auf politischer Ebene angehört?
Beckedahl: Wir stehen mit einigen EU-Parlamentariern im Kontakt, allerdings interessiert sich nicht jeder EU-Abgeordnete für das Thema. Außerdem haben wir viele europäische Partnerorganisationen, die die Abgeordneten ihrer Länder betreuen. Wir hoffen dadurch, dass wir das EU-Parlament zu einer Ablehnung des Acta-Abkommens bringen können.







> Das EU-Parlament ist etwas genervt von der undemokratischen und intransparenten Verhandlung des internationalen Abkommens.
> Sie saßen weder mit am Tisch noch durften sie wissen, was da verhandelt wird.
Etwas generft? das EU-Parlament ist das einzig mir bekannte EU-Organ das auf irgendeine Art und weise auch nur halbwegs legitim ist. Und die dann von allem ausschließen? Ich kanns nicht fassen.
> Von der EU-Kommission und dem EU-Rat gab es die Erwartungshaltung, dass das Abkommen einfach nur abgenickt wird.
Wenn ich jetzt meine Wut in Worte umwandeln würde, ist der beitrag in 10 Minuten gelöscht.
Allesammt auf den Mond schießen und nochmal von vorne anfangen bitte.
der EU-Internetspezialist Guttenberg wird das zu verhindern wissen.
Copy&Paste für alle!
DAS ist ja mal eine super Aussage!
Klasse konsequent gedacht =) Danke!
DAS ist ja mal eine super Aussage!
Klasse konsequent gedacht =) Danke!
>Es kann nicht sein, dass immer nur die Rechte einseitig zugunsten der Rechteinhaber verschoben werden.
Und warum nicht? Rechteinhaber, bezogen auf digitale Medien wie Filme und Musik, sind meist auch gleichzeitig die Schöpfer dieser Sache, oder zumindest hauptverantwortlich dafür, dass uns dieses Produkt überhaupt zur Verfügung steht. Sie haben Zeit, Kreativität und sicherlich auch eine Menge Geld investiert, um am Ende etwas zu schaffen. Sich die Sache dann anzueignen, ohne dafür zu zahlen, ist in höchstem Maße asozial. Ich verstehe wirklich nicht, warum gemeckert wird, wenn in solchen Dingen härter durchgegriffen werden soll.
Vernünfige Preise und ohne Vervielfältigungsbeschränkungen, die Leute
werden sofort wieder anfangen, die Dinger zu kaufen.
Es gab Zeiten " damals, früher " wo man mit einem Kassettenrecorder aufnehmen,überspielen,.....konnte ohne sich strafbar zu machen. GEMA
Gebühren wurden ja durch die Radiosender bezahlt und soweit ich mich
erinnere,auch über die Preise der Leerkassetten und Tonbänder.
Keine Eltern wurden belangt, wenn sich Tochter oder Sohnemann eine Kassette von Freunden kopiert hat.
Das komische daran ist , auch damals hat die Film- und Musikindustrie gut davon gelebt.
Aber es muß ja immer mehr werden.Leider kommt es oft nicht bei
den Urhebern an, sondern bleibt irgendwo bei den Studios hängen.
"Rechteinhaber, bezogen auf digitale Medien wie Filme und Musik, sind meist auch gleichzeitig die Schöpfer dieser Sache,...."
Urheberrecht ist nicht gleich Verwertungsrecht.
In Ländern wie den USA kann die Urheberschaft auch veräußert werden.
Wussten Sie, dass Sie, wenn Sie eine Feierlichkeit, für die Sie Eintritt verlangen, GEMA abführen müssen. Selbst wenn Sie da nur gemafreie Musik spielen (z.B. Ihre eigene). Wollen Sie das nicht, müssen SIE nachweisen, dass sie keine Musik zu Gehör gebracht haben, die von der GEMA lizensiert wird. (Beweislastumkehr, rechtlich ziemlich fragwürdig, aber hey, denkt auch wer an die "armen Künstler")
Wie im Artikel steht, zahlen Sie auch bei jedem DVD- und CD-Rohling, bei Druckern und bei Festplatten eine Abgabe. Selbst wenn Sie gar keine Musik- oder Filme brennen. Fair?
Das Urheberrecht war mal dazu gedacht, Innovation zu schützen. Die Fristen waren dementsprechend (z.B. 10 Jahre).
Heutzutage bei Büchern 70 Jahre nach dem Tod des Autors, was absolut jenseitig (im wahrsten Sinne des Wortes) ist.
Warum soll denn der Enkel eines Autors noch von dessen Kreativität profitieren?
Die Verschiebung der Rechtslage in den letzten Jahren ging eindeutig und ausschließlich zu Gunsten der Großverwerter (NICHT der Künstler!)
Mir persönlich ist es relativ wurscht, ich kaufe einfach so gut wie keine Musik oder Filme mehr, (lade sie mir aber auch nicht "schwarz", sondern verzichte einfach).
Es gibt genug lizenzfreie Werke für lau.
Es gibt haufenweise Firmen die einfach nur Verwertungsrechte und Patente aufkaufen und damit Geld machen ohne irgendetwas zu produzieren. Und Studien zu Folge verdienen diese Parasiten deutlich mehr als die jeweiligen Produzenten oder Erfinder
Warum man dagegen vorgehen sollte? Weil man als ehrlicher Kunde von vorne bis hinten verarscht wird
Früher konnte man einen Film mittels VHS aufnehmen, ihn aufheben solange man will, die Werbung überspringen, die VHS-Aufnahme weitergeben. Nun gibts HD+. Man kann bei aufgenommenen Sendungen in Werbepausen nicht vorspulen. Man kann die Aufnahme nicht weitergeben. Man kann die Aufnahme nicht unbegrenzt aufheben. Man kann ein Programm eventuell sogar überhaupt nicht aufnehmen. Fortschritt FTW
Für mein selbstgebautes MediaCenter habe ich eine Erweiterung eingebaut mit der ich über Internet kostenlos Streams aller Art sehen kann, habe mir dann aber trotzdem mal eine DVD gekauft, die dann aber wegen DRM-Bullshits nicht auf meinem Linux-System laufen wollte. Also erstmal den Kopierschutz entfernt und die DVD als Kopie auf der Festplatte angekuckt. Zumindest theoretisch, der Vorgang dauert 2 Stunden, Bier und Chips standen schon auf dem Couchtisch.
Also das Plugin verwendet und den Film über Webstreams angekuckt. Keine unüberspringbare Trailer für andere Filme, keine minutenlange Copyright-Hinweise, und kein Kopierschutz
Das selbe gilt für Kassetten und CDs. Früher ging alles, heute versteckt Sony Viren auf CDs um Kopiervorgänge zu stoppen
Das Problem "zugunsten der Rechteinhaber" sieht man sehr schön bei der GEMA: Auch kleinere Musik-Acts beklagen sich immer wieder über die Knebelmethoden, mit denen sie selbst ihre EIGENEN Songs für Live-Auftritte neu bei der GEMA Lizensieren müssen. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie die GEMA ihre Monopolstellung zuungunsten kleinerer Bands missbraucht.
Nun sind es genau jene Bands, welche am meisten von Portalen wie last.fm oder grooveshark.com profitieren, da sie eben keine finanzstarke Plattenfirma im Rücken haben, deren unerbittliche Werbekampagnen jedes noch so fade Album gnadenlos in den Massenmarkt drücken.
Überdies kämpfen neben der GEMA und den großen Plattenfirmen auch die Platzhirschen im Musikgeschäft am stärksten gegen legale Flatrate-Angebote, haben sie hierbei doch plötzlich durch "environments"- oder "playlist-sharing" mit ganz neuer Konkurrenz zu kämpfen, welcher in der analogen Welt noch die Bekanntheit versagt blieb.
Man will ja die Einnahmen aus der Flatrate - die ja per gespieltem Song abgerechnet werden - nicht plötzlich mit unabhängigen Labels/Künstlern teilen müssen....
Die Frontlinie verläuft hier also nicht zwischen "Urhebern" und "Dieben" (zu einem kleinen Teil zwar schon auch), sondern vielmehr zwischen etablierten Großverdienern, die den Status Que mit Zähnen und Klauen verteidigen wollen, und Befürwortern eines aufstiegsfreundlichen und daher leistungsgerechteren Modells.
... the best times
http://www.zeit.de/kultur...
immer, wenn Urheberrechtsartikel auf Zeit.de, Süddeutsche.de und anderen Nachrichtenplattformen erscheinen, kommen viele Erstkommentare von neuen Nutzern, die die lobbygeleitete Urheberrechtspolitik unterstützen.
Bezahlte Schreiber? Claqueure?
Sie schreiben u.a. "Sie haben Zeit, Kreativität und sicherlich auch eine Menge Geld investiert, um am Ende etwas zu schaffen. Sich die Sache dann anzueignen, ohne dafür zu zahlen, ist in höchstem Maße asozial. "
Dazu zweierlei:
Wenn jemand vor der Wahl steht, etwas entweder Urheberrechtswidrig für die eigene Nutzung zu kopieren oder es eben garnicht zu nutzen (weil die Person es sich nicht leisten kann oder aus anderen Gründen nicht kaufen würde), ist die Entscheidung für den Ersteller (oder jeden anderen Rechteinhaber) erstmal egal. Im Gegensatz zum Diebstahl ist bei der Erstellung einer Kopie ja nicht jemand anderes' Exemplar weg. Der marktwirtschaftliche Anreiz zur Sparsamkeit ist nur dann für die Gesellschaft nützlich, wenn es um den sparsamen Umgang mit knappen Gütern geht. Das gilt für digital kopierbare (und damit unendlich oft verfügbare) Güter eben nicht.
Zum anderen kann man zu Recht argumentieren, dass die Erwartung, aus der Rechteverwertung Einnahmen zu erzielen, die Motivation darstellen kann, überhaupt erst Werke zu schaffen. Um dem gerecht zu werden, braucht es aber wohl kaum Schutzfristen bis 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Wer nicht erwartet, dass es sich in den ersten Jahrzehnten nach Erstellung rechnet, schafft ein Werk entweder garnicht oder nicht aus Profitinteresse. Damit ist ein Großteil der 70 Jahre (+Restlebenserwartung des Autors) schonmal nicht zu rechtfertigen.
Vernünfige Preise und ohne Vervielfältigungsbeschränkungen, die Leute
werden sofort wieder anfangen, die Dinger zu kaufen.
Es gab Zeiten " damals, früher " wo man mit einem Kassettenrecorder aufnehmen,überspielen,.....konnte ohne sich strafbar zu machen. GEMA
Gebühren wurden ja durch die Radiosender bezahlt und soweit ich mich
erinnere,auch über die Preise der Leerkassetten und Tonbänder.
Keine Eltern wurden belangt, wenn sich Tochter oder Sohnemann eine Kassette von Freunden kopiert hat.
Das komische daran ist , auch damals hat die Film- und Musikindustrie gut davon gelebt.
Aber es muß ja immer mehr werden.Leider kommt es oft nicht bei
den Urhebern an, sondern bleibt irgendwo bei den Studios hängen.
"Rechteinhaber, bezogen auf digitale Medien wie Filme und Musik, sind meist auch gleichzeitig die Schöpfer dieser Sache,...."
Urheberrecht ist nicht gleich Verwertungsrecht.
In Ländern wie den USA kann die Urheberschaft auch veräußert werden.
Wussten Sie, dass Sie, wenn Sie eine Feierlichkeit, für die Sie Eintritt verlangen, GEMA abführen müssen. Selbst wenn Sie da nur gemafreie Musik spielen (z.B. Ihre eigene). Wollen Sie das nicht, müssen SIE nachweisen, dass sie keine Musik zu Gehör gebracht haben, die von der GEMA lizensiert wird. (Beweislastumkehr, rechtlich ziemlich fragwürdig, aber hey, denkt auch wer an die "armen Künstler")
Wie im Artikel steht, zahlen Sie auch bei jedem DVD- und CD-Rohling, bei Druckern und bei Festplatten eine Abgabe. Selbst wenn Sie gar keine Musik- oder Filme brennen. Fair?
Das Urheberrecht war mal dazu gedacht, Innovation zu schützen. Die Fristen waren dementsprechend (z.B. 10 Jahre).
Heutzutage bei Büchern 70 Jahre nach dem Tod des Autors, was absolut jenseitig (im wahrsten Sinne des Wortes) ist.
Warum soll denn der Enkel eines Autors noch von dessen Kreativität profitieren?
Die Verschiebung der Rechtslage in den letzten Jahren ging eindeutig und ausschließlich zu Gunsten der Großverwerter (NICHT der Künstler!)
Mir persönlich ist es relativ wurscht, ich kaufe einfach so gut wie keine Musik oder Filme mehr, (lade sie mir aber auch nicht "schwarz", sondern verzichte einfach).
Es gibt genug lizenzfreie Werke für lau.
Es gibt haufenweise Firmen die einfach nur Verwertungsrechte und Patente aufkaufen und damit Geld machen ohne irgendetwas zu produzieren. Und Studien zu Folge verdienen diese Parasiten deutlich mehr als die jeweiligen Produzenten oder Erfinder
Warum man dagegen vorgehen sollte? Weil man als ehrlicher Kunde von vorne bis hinten verarscht wird
Früher konnte man einen Film mittels VHS aufnehmen, ihn aufheben solange man will, die Werbung überspringen, die VHS-Aufnahme weitergeben. Nun gibts HD+. Man kann bei aufgenommenen Sendungen in Werbepausen nicht vorspulen. Man kann die Aufnahme nicht weitergeben. Man kann die Aufnahme nicht unbegrenzt aufheben. Man kann ein Programm eventuell sogar überhaupt nicht aufnehmen. Fortschritt FTW
Für mein selbstgebautes MediaCenter habe ich eine Erweiterung eingebaut mit der ich über Internet kostenlos Streams aller Art sehen kann, habe mir dann aber trotzdem mal eine DVD gekauft, die dann aber wegen DRM-Bullshits nicht auf meinem Linux-System laufen wollte. Also erstmal den Kopierschutz entfernt und die DVD als Kopie auf der Festplatte angekuckt. Zumindest theoretisch, der Vorgang dauert 2 Stunden, Bier und Chips standen schon auf dem Couchtisch.
Also das Plugin verwendet und den Film über Webstreams angekuckt. Keine unüberspringbare Trailer für andere Filme, keine minutenlange Copyright-Hinweise, und kein Kopierschutz
Das selbe gilt für Kassetten und CDs. Früher ging alles, heute versteckt Sony Viren auf CDs um Kopiervorgänge zu stoppen
Das Problem "zugunsten der Rechteinhaber" sieht man sehr schön bei der GEMA: Auch kleinere Musik-Acts beklagen sich immer wieder über die Knebelmethoden, mit denen sie selbst ihre EIGENEN Songs für Live-Auftritte neu bei der GEMA Lizensieren müssen. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie die GEMA ihre Monopolstellung zuungunsten kleinerer Bands missbraucht.
Nun sind es genau jene Bands, welche am meisten von Portalen wie last.fm oder grooveshark.com profitieren, da sie eben keine finanzstarke Plattenfirma im Rücken haben, deren unerbittliche Werbekampagnen jedes noch so fade Album gnadenlos in den Massenmarkt drücken.
Überdies kämpfen neben der GEMA und den großen Plattenfirmen auch die Platzhirschen im Musikgeschäft am stärksten gegen legale Flatrate-Angebote, haben sie hierbei doch plötzlich durch "environments"- oder "playlist-sharing" mit ganz neuer Konkurrenz zu kämpfen, welcher in der analogen Welt noch die Bekanntheit versagt blieb.
Man will ja die Einnahmen aus der Flatrate - die ja per gespieltem Song abgerechnet werden - nicht plötzlich mit unabhängigen Labels/Künstlern teilen müssen....
Die Frontlinie verläuft hier also nicht zwischen "Urhebern" und "Dieben" (zu einem kleinen Teil zwar schon auch), sondern vielmehr zwischen etablierten Großverdienern, die den Status Que mit Zähnen und Klauen verteidigen wollen, und Befürwortern eines aufstiegsfreundlichen und daher leistungsgerechteren Modells.
... the best times
http://www.zeit.de/kultur...
immer, wenn Urheberrechtsartikel auf Zeit.de, Süddeutsche.de und anderen Nachrichtenplattformen erscheinen, kommen viele Erstkommentare von neuen Nutzern, die die lobbygeleitete Urheberrechtspolitik unterstützen.
Bezahlte Schreiber? Claqueure?
Sie schreiben u.a. "Sie haben Zeit, Kreativität und sicherlich auch eine Menge Geld investiert, um am Ende etwas zu schaffen. Sich die Sache dann anzueignen, ohne dafür zu zahlen, ist in höchstem Maße asozial. "
Dazu zweierlei:
Wenn jemand vor der Wahl steht, etwas entweder Urheberrechtswidrig für die eigene Nutzung zu kopieren oder es eben garnicht zu nutzen (weil die Person es sich nicht leisten kann oder aus anderen Gründen nicht kaufen würde), ist die Entscheidung für den Ersteller (oder jeden anderen Rechteinhaber) erstmal egal. Im Gegensatz zum Diebstahl ist bei der Erstellung einer Kopie ja nicht jemand anderes' Exemplar weg. Der marktwirtschaftliche Anreiz zur Sparsamkeit ist nur dann für die Gesellschaft nützlich, wenn es um den sparsamen Umgang mit knappen Gütern geht. Das gilt für digital kopierbare (und damit unendlich oft verfügbare) Güter eben nicht.
Zum anderen kann man zu Recht argumentieren, dass die Erwartung, aus der Rechteverwertung Einnahmen zu erzielen, die Motivation darstellen kann, überhaupt erst Werke zu schaffen. Um dem gerecht zu werden, braucht es aber wohl kaum Schutzfristen bis 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Wer nicht erwartet, dass es sich in den ersten Jahrzehnten nach Erstellung rechnet, schafft ein Werk entweder garnicht oder nicht aus Profitinteresse. Damit ist ein Großteil der 70 Jahre (+Restlebenserwartung des Autors) schonmal nicht zu rechtfertigen.
...setzt sich die "Industrie" durch - und in deren "Fahrwasser" wird man dann anfangen gegen "politisch unliebsame Inhalte" vorgehen - natürlich ganz nach "demokratischen Aspekten".
Diese Entwicklung ist lediglich eine Frage der Zeit!
"Diese Entwicklung ist lediglich eine Frage der Zeit!"
hat längst begonnen.
"Diese Entwicklung ist lediglich eine Frage der Zeit!"
hat längst begonnen.
Vernünfige Preise und ohne Vervielfältigungsbeschränkungen, die Leute
werden sofort wieder anfangen, die Dinger zu kaufen.
Es gab Zeiten " damals, früher " wo man mit einem Kassettenrecorder aufnehmen,überspielen,.....konnte ohne sich strafbar zu machen. GEMA
Gebühren wurden ja durch die Radiosender bezahlt und soweit ich mich
erinnere,auch über die Preise der Leerkassetten und Tonbänder.
Keine Eltern wurden belangt, wenn sich Tochter oder Sohnemann eine Kassette von Freunden kopiert hat.
Das komische daran ist , auch damals hat die Film- und Musikindustrie gut davon gelebt.
Aber es muß ja immer mehr werden.Leider kommt es oft nicht bei
den Urhebern an, sondern bleibt irgendwo bei den Studios hängen.
"Rechteinhaber, bezogen auf digitale Medien wie Filme und Musik, sind meist auch gleichzeitig die Schöpfer dieser Sache,...."
Urheberrecht ist nicht gleich Verwertungsrecht.
In Ländern wie den USA kann die Urheberschaft auch veräußert werden.
Wussten Sie, dass Sie, wenn Sie eine Feierlichkeit, für die Sie Eintritt verlangen, GEMA abführen müssen. Selbst wenn Sie da nur gemafreie Musik spielen (z.B. Ihre eigene). Wollen Sie das nicht, müssen SIE nachweisen, dass sie keine Musik zu Gehör gebracht haben, die von der GEMA lizensiert wird. (Beweislastumkehr, rechtlich ziemlich fragwürdig, aber hey, denkt auch wer an die "armen Künstler")
Wie im Artikel steht, zahlen Sie auch bei jedem DVD- und CD-Rohling, bei Druckern und bei Festplatten eine Abgabe. Selbst wenn Sie gar keine Musik- oder Filme brennen. Fair?
Das Urheberrecht war mal dazu gedacht, Innovation zu schützen. Die Fristen waren dementsprechend (z.B. 10 Jahre).
Heutzutage bei Büchern 70 Jahre nach dem Tod des Autors, was absolut jenseitig (im wahrsten Sinne des Wortes) ist.
Warum soll denn der Enkel eines Autors noch von dessen Kreativität profitieren?
Die Verschiebung der Rechtslage in den letzten Jahren ging eindeutig und ausschließlich zu Gunsten der Großverwerter (NICHT der Künstler!)
Mir persönlich ist es relativ wurscht, ich kaufe einfach so gut wie keine Musik oder Filme mehr, (lade sie mir aber auch nicht "schwarz", sondern verzichte einfach).
Es gibt genug lizenzfreie Werke für lau.
Es gibt haufenweise Firmen die einfach nur Verwertungsrechte und Patente aufkaufen und damit Geld machen ohne irgendetwas zu produzieren. Und Studien zu Folge verdienen diese Parasiten deutlich mehr als die jeweiligen Produzenten oder Erfinder
Warum man dagegen vorgehen sollte? Weil man als ehrlicher Kunde von vorne bis hinten verarscht wird
Früher konnte man einen Film mittels VHS aufnehmen, ihn aufheben solange man will, die Werbung überspringen, die VHS-Aufnahme weitergeben. Nun gibts HD+. Man kann bei aufgenommenen Sendungen in Werbepausen nicht vorspulen. Man kann die Aufnahme nicht weitergeben. Man kann die Aufnahme nicht unbegrenzt aufheben. Man kann ein Programm eventuell sogar überhaupt nicht aufnehmen. Fortschritt FTW
Für mein selbstgebautes MediaCenter habe ich eine Erweiterung eingebaut mit der ich über Internet kostenlos Streams aller Art sehen kann, habe mir dann aber trotzdem mal eine DVD gekauft, die dann aber wegen DRM-Bullshits nicht auf meinem Linux-System laufen wollte. Also erstmal den Kopierschutz entfernt und die DVD als Kopie auf der Festplatte angekuckt. Zumindest theoretisch, der Vorgang dauert 2 Stunden, Bier und Chips standen schon auf dem Couchtisch.
Also das Plugin verwendet und den Film über Webstreams angekuckt. Keine unüberspringbare Trailer für andere Filme, keine minutenlange Copyright-Hinweise, und kein Kopierschutz
Das selbe gilt für Kassetten und CDs. Früher ging alles, heute versteckt Sony Viren auf CDs um Kopiervorgänge zu stoppen
Etwas Offtopic, abder doch ganz cool:
www.jamendo.com
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Über 99% der Songs gefallen mir zwar nicht, aber nach ner Weile suchen stößt man doch auch auf ein paar ziemlich gute Songs.
Die folgenden zwei höre ich mir regelmäßig an.
http://www.jamendo.com/de...
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