Urheberrecht "Acta könnte zu größerer Überwachung der Nutzer führen"
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Was fehlt, sind niedrigschwellige Geschäftsmodelle

Frage: Wie ist das derzeitige Stimmungsbild?

Beckedahl: Das EU-Parlament ist etwas genervt von der undemokratischen und intransparenten Verhandlung des internationalen Abkommens. Sie saßen weder mit am Tisch noch durften sie wissen, was da verhandelt wird. Von der EU-Kommission und dem EU-Rat gab es die Erwartungshaltung, dass das Abkommen einfach nur abgenickt wird. Wir hoffen, dass die EU-Parlamentarier sich ihrer Macht bewusst sind und das ganze Abkommen kritisch analysieren und zu denselben Schlussfolgerungen kommen wie wir: dass das Acta-Abkommen gefährlich für Innovationen, den europäischen Binnenmarkt, die Meinungsfreiheit und den Austausch von Kultur ist.

Frage: Doch was ist die Alternative? Wie sollen wir mit Urheberrechtsverletzungen im Netz umgehen?

Beckedahl: Was bisher oftmals fehlt, sind passende niedrigschwellige Geschäftsmodelle im Netz. Der Musikbereich zeigt: Werden Angebote gemacht, die einfach zu nutzen sind und eine große inhaltliche Vielfalt bieten, dann beginnen die Nutzer auch, Musik zu kaufen. Das fehlt beispielsweise im E-Book-Bereich. Dort ist es mir bislang kaum möglich, ohne Kopierschutz und Gängelungen günstige Bücher zu kaufen. Die sind teilweise genau so teuer wie gedruckte Bücher, nur dass ich keine Freiheiten habe. Ich darf diese Bücher weder verleihen noch weiterverkaufen. Im Filmbereich haben wir dasselbe Problem. Es gibt so gut wie kein Angebot – und wenn ist es das Gegenteil von niedrigschwellig und außerdem überteuert.

Außerdem fordern wir ein Recht auf Remix analog zu den Fair Use-Regeln in den USA. Wir fordern, dass man neue Wege findet, wie man einen Ausgleich zwischen den Interessen von Urhebern und Nutzern findet. Es kann nicht sein, dass immer nur die Rechte einseitig zugunsten der Rechteinhaber verschoben werden.

Eine weitere Möglichkeit, die wir als Digitale Gesellschaft zwar nicht fordern, die aber diskutiert wird, ist die sogenannte Kultur-Flatrate. Die würde das bewährte Modell der Pauschalabgaben auf das Internet übertragen und eine Lösung schaffen, wie sie auch schon zur Legalisierung von Druckern, Kopierern und Radios geführt hat: Pauschalabgaben werden von Verwertungsgesellschaften aus Ausgleich dafür gesammelt, dass Menschen Kopiergeräte nutzen – in diesem Fall Computer.

Erschienen auf handelsblatt.com

 
Leser-Kommentare
  1. > Das EU-Parlament ist etwas genervt von der undemokratischen und intransparenten Verhandlung des internationalen Abkommens.
    > Sie saßen weder mit am Tisch noch durften sie wissen, was da verhandelt wird.

    Etwas generft? das EU-Parlament ist das einzig mir bekannte EU-Organ das auf irgendeine Art und weise auch nur halbwegs legitim ist. Und die dann von allem ausschließen? Ich kanns nicht fassen.

    > Von der EU-Kommission und dem EU-Rat gab es die Erwartungshaltung, dass das Abkommen einfach nur abgenickt wird.

    Wenn ich jetzt meine Wut in Worte umwandeln würde, ist der beitrag in 10 Minuten gelöscht.

    Allesammt auf den Mond schießen und nochmal von vorne anfangen bitte.

    25 Leser-Empfehlungen
  2. der EU-Internetspezialist Guttenberg wird das zu verhindern wissen.
    Copy&Paste für alle!

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    DAS ist ja mal eine super Aussage!

    Klasse konsequent gedacht =) Danke!

    DAS ist ja mal eine super Aussage!

    Klasse konsequent gedacht =) Danke!

  3. >Es kann nicht sein, dass immer nur die Rechte einseitig zugunsten der Rechteinhaber verschoben werden.

    Und warum nicht? Rechteinhaber, bezogen auf digitale Medien wie Filme und Musik, sind meist auch gleichzeitig die Schöpfer dieser Sache, oder zumindest hauptverantwortlich dafür, dass uns dieses Produkt überhaupt zur Verfügung steht. Sie haben Zeit, Kreativität und sicherlich auch eine Menge Geld investiert, um am Ende etwas zu schaffen. Sich die Sache dann anzueignen, ohne dafür zu zahlen, ist in höchstem Maße asozial. Ich verstehe wirklich nicht, warum gemeckert wird, wenn in solchen Dingen härter durchgegriffen werden soll.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Vernünfige Preise und ohne Vervielfältigungsbeschränkungen, die Leute
    werden sofort wieder anfangen, die Dinger zu kaufen.
    Es gab Zeiten " damals, früher " wo man mit einem Kassettenrecorder aufnehmen,überspielen,.....konnte ohne sich strafbar zu machen. GEMA
    Gebühren wurden ja durch die Radiosender bezahlt und soweit ich mich
    erinnere,auch über die Preise der Leerkassetten und Tonbänder.
    Keine Eltern wurden belangt, wenn sich Tochter oder Sohnemann eine Kassette von Freunden kopiert hat.
    Das komische daran ist , auch damals hat die Film- und Musikindustrie gut davon gelebt.
    Aber es muß ja immer mehr werden.Leider kommt es oft nicht bei
    den Urhebern an, sondern bleibt irgendwo bei den Studios hängen.

    "Rechteinhaber, bezogen auf digitale Medien wie Filme und Musik, sind meist auch gleichzeitig die Schöpfer dieser Sache,...."

    Urheberrecht ist nicht gleich Verwertungsrecht.
    In Ländern wie den USA kann die Urheberschaft auch veräußert werden.

    Wussten Sie, dass Sie, wenn Sie eine Feierlichkeit, für die Sie Eintritt verlangen, GEMA abführen müssen. Selbst wenn Sie da nur gemafreie Musik spielen (z.B. Ihre eigene). Wollen Sie das nicht, müssen SIE nachweisen, dass sie keine Musik zu Gehör gebracht haben, die von der GEMA lizensiert wird. (Beweislastumkehr, rechtlich ziemlich fragwürdig, aber hey, denkt auch wer an die "armen Künstler")

    Wie im Artikel steht, zahlen Sie auch bei jedem DVD- und CD-Rohling, bei Druckern und bei Festplatten eine Abgabe. Selbst wenn Sie gar keine Musik- oder Filme brennen. Fair?

    Das Urheberrecht war mal dazu gedacht, Innovation zu schützen. Die Fristen waren dementsprechend (z.B. 10 Jahre).

    Heutzutage bei Büchern 70 Jahre nach dem Tod des Autors, was absolut jenseitig (im wahrsten Sinne des Wortes) ist.

    Warum soll denn der Enkel eines Autors noch von dessen Kreativität profitieren?

    Die Verschiebung der Rechtslage in den letzten Jahren ging eindeutig und ausschließlich zu Gunsten der Großverwerter (NICHT der Künstler!)

    Mir persönlich ist es relativ wurscht, ich kaufe einfach so gut wie keine Musik oder Filme mehr, (lade sie mir aber auch nicht "schwarz", sondern verzichte einfach).

    Es gibt genug lizenzfreie Werke für lau.

    Es gibt haufenweise Firmen die einfach nur Verwertungsrechte und Patente aufkaufen und damit Geld machen ohne irgendetwas zu produzieren. Und Studien zu Folge verdienen diese Parasiten deutlich mehr als die jeweiligen Produzenten oder Erfinder

    Warum man dagegen vorgehen sollte? Weil man als ehrlicher Kunde von vorne bis hinten verarscht wird

    Früher konnte man einen Film mittels VHS aufnehmen, ihn aufheben solange man will, die Werbung überspringen, die VHS-Aufnahme weitergeben. Nun gibts HD+. Man kann bei aufgenommenen Sendungen in Werbepausen nicht vorspulen. Man kann die Aufnahme nicht weitergeben. Man kann die Aufnahme nicht unbegrenzt aufheben. Man kann ein Programm eventuell sogar überhaupt nicht aufnehmen. Fortschritt FTW

    Für mein selbstgebautes MediaCenter habe ich eine Erweiterung eingebaut mit der ich über Internet kostenlos Streams aller Art sehen kann, habe mir dann aber trotzdem mal eine DVD gekauft, die dann aber wegen DRM-Bullshits nicht auf meinem Linux-System laufen wollte. Also erstmal den Kopierschutz entfernt und die DVD als Kopie auf der Festplatte angekuckt. Zumindest theoretisch, der Vorgang dauert 2 Stunden, Bier und Chips standen schon auf dem Couchtisch.

    Also das Plugin verwendet und den Film über Webstreams angekuckt. Keine unüberspringbare Trailer für andere Filme, keine minutenlange Copyright-Hinweise, und kein Kopierschutz

    Das selbe gilt für Kassetten und CDs. Früher ging alles, heute versteckt Sony Viren auf CDs um Kopiervorgänge zu stoppen

    Das Problem "zugunsten der Rechteinhaber" sieht man sehr schön bei der GEMA: Auch kleinere Musik-Acts beklagen sich immer wieder über die Knebelmethoden, mit denen sie selbst ihre EIGENEN Songs für Live-Auftritte neu bei der GEMA Lizensieren müssen. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie die GEMA ihre Monopolstellung zuungunsten kleinerer Bands missbraucht.

    Nun sind es genau jene Bands, welche am meisten von Portalen wie last.fm oder grooveshark.com profitieren, da sie eben keine finanzstarke Plattenfirma im Rücken haben, deren unerbittliche Werbekampagnen jedes noch so fade Album gnadenlos in den Massenmarkt drücken.

    Überdies kämpfen neben der GEMA und den großen Plattenfirmen auch die Platzhirschen im Musikgeschäft am stärksten gegen legale Flatrate-Angebote, haben sie hierbei doch plötzlich durch "environments"- oder "playlist-sharing" mit ganz neuer Konkurrenz zu kämpfen, welcher in der analogen Welt noch die Bekanntheit versagt blieb.
    Man will ja die Einnahmen aus der Flatrate - die ja per gespieltem Song abgerechnet werden - nicht plötzlich mit unabhängigen Labels/Künstlern teilen müssen....

    Die Frontlinie verläuft hier also nicht zwischen "Urhebern" und "Dieben" (zu einem kleinen Teil zwar schon auch), sondern vielmehr zwischen etablierten Großverdienern, die den Status Que mit Zähnen und Klauen verteidigen wollen, und Befürwortern eines aufstiegsfreundlichen und daher leistungsgerechteren Modells.

    ... the best times

    http://www.zeit.de/kultur...

    immer, wenn Urheberrechtsartikel auf Zeit.de, Süddeutsche.de und anderen Nachrichtenplattformen erscheinen, kommen viele Erstkommentare von neuen Nutzern, die die lobbygeleitete Urheberrechtspolitik unterstützen.

    Bezahlte Schreiber? Claqueure?

    • GDH
    • 18.01.2012 um 19:05 Uhr

    Sie schreiben u.a. "Sie haben Zeit, Kreativität und sicherlich auch eine Menge Geld investiert, um am Ende etwas zu schaffen. Sich die Sache dann anzueignen, ohne dafür zu zahlen, ist in höchstem Maße asozial. "

    Dazu zweierlei:
    Wenn jemand vor der Wahl steht, etwas entweder Urheberrechtswidrig für die eigene Nutzung zu kopieren oder es eben garnicht zu nutzen (weil die Person es sich nicht leisten kann oder aus anderen Gründen nicht kaufen würde), ist die Entscheidung für den Ersteller (oder jeden anderen Rechteinhaber) erstmal egal. Im Gegensatz zum Diebstahl ist bei der Erstellung einer Kopie ja nicht jemand anderes' Exemplar weg. Der marktwirtschaftliche Anreiz zur Sparsamkeit ist nur dann für die Gesellschaft nützlich, wenn es um den sparsamen Umgang mit knappen Gütern geht. Das gilt für digital kopierbare (und damit unendlich oft verfügbare) Güter eben nicht.

    Zum anderen kann man zu Recht argumentieren, dass die Erwartung, aus der Rechteverwertung Einnahmen zu erzielen, die Motivation darstellen kann, überhaupt erst Werke zu schaffen. Um dem gerecht zu werden, braucht es aber wohl kaum Schutzfristen bis 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Wer nicht erwartet, dass es sich in den ersten Jahrzehnten nach Erstellung rechnet, schafft ein Werk entweder garnicht oder nicht aus Profitinteresse. Damit ist ein Großteil der 70 Jahre (+Restlebenserwartung des Autors) schonmal nicht zu rechtfertigen.

    Vernünfige Preise und ohne Vervielfältigungsbeschränkungen, die Leute
    werden sofort wieder anfangen, die Dinger zu kaufen.
    Es gab Zeiten " damals, früher " wo man mit einem Kassettenrecorder aufnehmen,überspielen,.....konnte ohne sich strafbar zu machen. GEMA
    Gebühren wurden ja durch die Radiosender bezahlt und soweit ich mich
    erinnere,auch über die Preise der Leerkassetten und Tonbänder.
    Keine Eltern wurden belangt, wenn sich Tochter oder Sohnemann eine Kassette von Freunden kopiert hat.
    Das komische daran ist , auch damals hat die Film- und Musikindustrie gut davon gelebt.
    Aber es muß ja immer mehr werden.Leider kommt es oft nicht bei
    den Urhebern an, sondern bleibt irgendwo bei den Studios hängen.

    "Rechteinhaber, bezogen auf digitale Medien wie Filme und Musik, sind meist auch gleichzeitig die Schöpfer dieser Sache,...."

    Urheberrecht ist nicht gleich Verwertungsrecht.
    In Ländern wie den USA kann die Urheberschaft auch veräußert werden.

    Wussten Sie, dass Sie, wenn Sie eine Feierlichkeit, für die Sie Eintritt verlangen, GEMA abführen müssen. Selbst wenn Sie da nur gemafreie Musik spielen (z.B. Ihre eigene). Wollen Sie das nicht, müssen SIE nachweisen, dass sie keine Musik zu Gehör gebracht haben, die von der GEMA lizensiert wird. (Beweislastumkehr, rechtlich ziemlich fragwürdig, aber hey, denkt auch wer an die "armen Künstler")

    Wie im Artikel steht, zahlen Sie auch bei jedem DVD- und CD-Rohling, bei Druckern und bei Festplatten eine Abgabe. Selbst wenn Sie gar keine Musik- oder Filme brennen. Fair?

    Das Urheberrecht war mal dazu gedacht, Innovation zu schützen. Die Fristen waren dementsprechend (z.B. 10 Jahre).

    Heutzutage bei Büchern 70 Jahre nach dem Tod des Autors, was absolut jenseitig (im wahrsten Sinne des Wortes) ist.

    Warum soll denn der Enkel eines Autors noch von dessen Kreativität profitieren?

    Die Verschiebung der Rechtslage in den letzten Jahren ging eindeutig und ausschließlich zu Gunsten der Großverwerter (NICHT der Künstler!)

    Mir persönlich ist es relativ wurscht, ich kaufe einfach so gut wie keine Musik oder Filme mehr, (lade sie mir aber auch nicht "schwarz", sondern verzichte einfach).

    Es gibt genug lizenzfreie Werke für lau.

    Es gibt haufenweise Firmen die einfach nur Verwertungsrechte und Patente aufkaufen und damit Geld machen ohne irgendetwas zu produzieren. Und Studien zu Folge verdienen diese Parasiten deutlich mehr als die jeweiligen Produzenten oder Erfinder

    Warum man dagegen vorgehen sollte? Weil man als ehrlicher Kunde von vorne bis hinten verarscht wird

    Früher konnte man einen Film mittels VHS aufnehmen, ihn aufheben solange man will, die Werbung überspringen, die VHS-Aufnahme weitergeben. Nun gibts HD+. Man kann bei aufgenommenen Sendungen in Werbepausen nicht vorspulen. Man kann die Aufnahme nicht weitergeben. Man kann die Aufnahme nicht unbegrenzt aufheben. Man kann ein Programm eventuell sogar überhaupt nicht aufnehmen. Fortschritt FTW

    Für mein selbstgebautes MediaCenter habe ich eine Erweiterung eingebaut mit der ich über Internet kostenlos Streams aller Art sehen kann, habe mir dann aber trotzdem mal eine DVD gekauft, die dann aber wegen DRM-Bullshits nicht auf meinem Linux-System laufen wollte. Also erstmal den Kopierschutz entfernt und die DVD als Kopie auf der Festplatte angekuckt. Zumindest theoretisch, der Vorgang dauert 2 Stunden, Bier und Chips standen schon auf dem Couchtisch.

    Also das Plugin verwendet und den Film über Webstreams angekuckt. Keine unüberspringbare Trailer für andere Filme, keine minutenlange Copyright-Hinweise, und kein Kopierschutz

    Das selbe gilt für Kassetten und CDs. Früher ging alles, heute versteckt Sony Viren auf CDs um Kopiervorgänge zu stoppen

    Das Problem "zugunsten der Rechteinhaber" sieht man sehr schön bei der GEMA: Auch kleinere Musik-Acts beklagen sich immer wieder über die Knebelmethoden, mit denen sie selbst ihre EIGENEN Songs für Live-Auftritte neu bei der GEMA Lizensieren müssen. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie die GEMA ihre Monopolstellung zuungunsten kleinerer Bands missbraucht.

    Nun sind es genau jene Bands, welche am meisten von Portalen wie last.fm oder grooveshark.com profitieren, da sie eben keine finanzstarke Plattenfirma im Rücken haben, deren unerbittliche Werbekampagnen jedes noch so fade Album gnadenlos in den Massenmarkt drücken.

    Überdies kämpfen neben der GEMA und den großen Plattenfirmen auch die Platzhirschen im Musikgeschäft am stärksten gegen legale Flatrate-Angebote, haben sie hierbei doch plötzlich durch "environments"- oder "playlist-sharing" mit ganz neuer Konkurrenz zu kämpfen, welcher in der analogen Welt noch die Bekanntheit versagt blieb.
    Man will ja die Einnahmen aus der Flatrate - die ja per gespieltem Song abgerechnet werden - nicht plötzlich mit unabhängigen Labels/Künstlern teilen müssen....

    Die Frontlinie verläuft hier also nicht zwischen "Urhebern" und "Dieben" (zu einem kleinen Teil zwar schon auch), sondern vielmehr zwischen etablierten Großverdienern, die den Status Que mit Zähnen und Klauen verteidigen wollen, und Befürwortern eines aufstiegsfreundlichen und daher leistungsgerechteren Modells.

    ... the best times

    http://www.zeit.de/kultur...

    immer, wenn Urheberrechtsartikel auf Zeit.de, Süddeutsche.de und anderen Nachrichtenplattformen erscheinen, kommen viele Erstkommentare von neuen Nutzern, die die lobbygeleitete Urheberrechtspolitik unterstützen.

    Bezahlte Schreiber? Claqueure?

    • GDH
    • 18.01.2012 um 19:05 Uhr

    Sie schreiben u.a. "Sie haben Zeit, Kreativität und sicherlich auch eine Menge Geld investiert, um am Ende etwas zu schaffen. Sich die Sache dann anzueignen, ohne dafür zu zahlen, ist in höchstem Maße asozial. "

    Dazu zweierlei:
    Wenn jemand vor der Wahl steht, etwas entweder Urheberrechtswidrig für die eigene Nutzung zu kopieren oder es eben garnicht zu nutzen (weil die Person es sich nicht leisten kann oder aus anderen Gründen nicht kaufen würde), ist die Entscheidung für den Ersteller (oder jeden anderen Rechteinhaber) erstmal egal. Im Gegensatz zum Diebstahl ist bei der Erstellung einer Kopie ja nicht jemand anderes' Exemplar weg. Der marktwirtschaftliche Anreiz zur Sparsamkeit ist nur dann für die Gesellschaft nützlich, wenn es um den sparsamen Umgang mit knappen Gütern geht. Das gilt für digital kopierbare (und damit unendlich oft verfügbare) Güter eben nicht.

    Zum anderen kann man zu Recht argumentieren, dass die Erwartung, aus der Rechteverwertung Einnahmen zu erzielen, die Motivation darstellen kann, überhaupt erst Werke zu schaffen. Um dem gerecht zu werden, braucht es aber wohl kaum Schutzfristen bis 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Wer nicht erwartet, dass es sich in den ersten Jahrzehnten nach Erstellung rechnet, schafft ein Werk entweder garnicht oder nicht aus Profitinteresse. Damit ist ein Großteil der 70 Jahre (+Restlebenserwartung des Autors) schonmal nicht zu rechtfertigen.

  4. ...setzt sich die "Industrie" durch - und in deren "Fahrwasser" wird man dann anfangen gegen "politisch unliebsame Inhalte" vorgehen - natürlich ganz nach "demokratischen Aspekten".

    Diese Entwicklung ist lediglich eine Frage der Zeit!

    14 Leser-Empfehlungen
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    • keox
    • 19.01.2012 um 0:34 Uhr

    "Diese Entwicklung ist lediglich eine Frage der Zeit!"

    hat längst begonnen.

    • keox
    • 19.01.2012 um 0:34 Uhr

    "Diese Entwicklung ist lediglich eine Frage der Zeit!"

    hat längst begonnen.

  5. Vernünfige Preise und ohne Vervielfältigungsbeschränkungen, die Leute
    werden sofort wieder anfangen, die Dinger zu kaufen.
    Es gab Zeiten " damals, früher " wo man mit einem Kassettenrecorder aufnehmen,überspielen,.....konnte ohne sich strafbar zu machen. GEMA
    Gebühren wurden ja durch die Radiosender bezahlt und soweit ich mich
    erinnere,auch über die Preise der Leerkassetten und Tonbänder.
    Keine Eltern wurden belangt, wenn sich Tochter oder Sohnemann eine Kassette von Freunden kopiert hat.
    Das komische daran ist , auch damals hat die Film- und Musikindustrie gut davon gelebt.
    Aber es muß ja immer mehr werden.Leider kommt es oft nicht bei
    den Urhebern an, sondern bleibt irgendwo bei den Studios hängen.

  6. "Rechteinhaber, bezogen auf digitale Medien wie Filme und Musik, sind meist auch gleichzeitig die Schöpfer dieser Sache,...."

    Urheberrecht ist nicht gleich Verwertungsrecht.
    In Ländern wie den USA kann die Urheberschaft auch veräußert werden.

    Wussten Sie, dass Sie, wenn Sie eine Feierlichkeit, für die Sie Eintritt verlangen, GEMA abführen müssen. Selbst wenn Sie da nur gemafreie Musik spielen (z.B. Ihre eigene). Wollen Sie das nicht, müssen SIE nachweisen, dass sie keine Musik zu Gehör gebracht haben, die von der GEMA lizensiert wird. (Beweislastumkehr, rechtlich ziemlich fragwürdig, aber hey, denkt auch wer an die "armen Künstler")

    Wie im Artikel steht, zahlen Sie auch bei jedem DVD- und CD-Rohling, bei Druckern und bei Festplatten eine Abgabe. Selbst wenn Sie gar keine Musik- oder Filme brennen. Fair?

    Das Urheberrecht war mal dazu gedacht, Innovation zu schützen. Die Fristen waren dementsprechend (z.B. 10 Jahre).

    Heutzutage bei Büchern 70 Jahre nach dem Tod des Autors, was absolut jenseitig (im wahrsten Sinne des Wortes) ist.

    Warum soll denn der Enkel eines Autors noch von dessen Kreativität profitieren?

    Die Verschiebung der Rechtslage in den letzten Jahren ging eindeutig und ausschließlich zu Gunsten der Großverwerter (NICHT der Künstler!)

    Mir persönlich ist es relativ wurscht, ich kaufe einfach so gut wie keine Musik oder Filme mehr, (lade sie mir aber auch nicht "schwarz", sondern verzichte einfach).

    Es gibt genug lizenzfreie Werke für lau.

    19 Leser-Empfehlungen
  7. Es gibt haufenweise Firmen die einfach nur Verwertungsrechte und Patente aufkaufen und damit Geld machen ohne irgendetwas zu produzieren. Und Studien zu Folge verdienen diese Parasiten deutlich mehr als die jeweiligen Produzenten oder Erfinder

    Warum man dagegen vorgehen sollte? Weil man als ehrlicher Kunde von vorne bis hinten verarscht wird

    Früher konnte man einen Film mittels VHS aufnehmen, ihn aufheben solange man will, die Werbung überspringen, die VHS-Aufnahme weitergeben. Nun gibts HD+. Man kann bei aufgenommenen Sendungen in Werbepausen nicht vorspulen. Man kann die Aufnahme nicht weitergeben. Man kann die Aufnahme nicht unbegrenzt aufheben. Man kann ein Programm eventuell sogar überhaupt nicht aufnehmen. Fortschritt FTW

    Für mein selbstgebautes MediaCenter habe ich eine Erweiterung eingebaut mit der ich über Internet kostenlos Streams aller Art sehen kann, habe mir dann aber trotzdem mal eine DVD gekauft, die dann aber wegen DRM-Bullshits nicht auf meinem Linux-System laufen wollte. Also erstmal den Kopierschutz entfernt und die DVD als Kopie auf der Festplatte angekuckt. Zumindest theoretisch, der Vorgang dauert 2 Stunden, Bier und Chips standen schon auf dem Couchtisch.

    Also das Plugin verwendet und den Film über Webstreams angekuckt. Keine unüberspringbare Trailer für andere Filme, keine minutenlange Copyright-Hinweise, und kein Kopierschutz

    Das selbe gilt für Kassetten und CDs. Früher ging alles, heute versteckt Sony Viren auf CDs um Kopiervorgänge zu stoppen

    18 Leser-Empfehlungen
  8. Etwas Offtopic, abder doch ganz cool:

    www.jamendo.com
    Musik unter Creative Commons, kostenlos und weitestgehend ohne Beschränkungen.

    Über 99% der Songs gefallen mir zwar nicht, aber nach ner Weile suchen stößt man doch auch auf ein paar ziemlich gute Songs.

    Die folgenden zwei höre ich mir regelmäßig an.
    http://www.jamendo.com/de...
    http://www.jamendo.com/de...

    mfg

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