Filehoster Megaupload zahlte Belohnung für illegale Angebote

Das Netz reagiert bestürzt auf die Schließung des Filehosters Megaupload. Die US-Behörden beziehen sich auf internationales Recht – und das Geschäftsmodell der Betreiber.

"M-E-G-A – it's a Hit!", sang der deutsche Internet-Unternehmer Kim Schmitz in einem kuriosen Werbevideo des Speicherdienstes Megaupload noch im Dezember. Trotz Unterstützung vieler Künstler reagierte die Unterhaltungsindustrie gewohnt humorlos: Die Plattenfirma Universal Music ließ das Video kurzerhand von YouTube löschen – aufgrund angeblich ungeklärter Rechte. Megaupload zeigte sich kämpferisch und wollte im Gegenzug Universal verklagen. Die Posse verebbte schließlich, das Video ist längst wieder verfügbar.

Knapp vier Wochen später geht die Auseinandersetzung in die nächste, ungleich folgenschwerere Runde. Die neuseeländische Polizei nahm Schmitz, der seit einigen Jahren auch unter dem Namen Kim Dotcom bekannt ist, sowie drei weitere mutmaßliche Verantwortliche fest. Vorausgegangen war eine Anklage des US-Justizministeriums und des FBIs, die insgesamt sieben Personen vorwerfen, sich der organisierten Kriminalität strafbar gemacht zu haben. Neben massiver Urheberrechtsverletzungen mit einem Schaden von geschätzten 500 Millionen US-Dollar sollen die Verantwortlichen auch Geldwäsche betrieben haben.

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Die Aktion kam überraschend. Zwar sind Filehoster wie Megaupload der Unterhaltungsindustrie seit jeher ein Dorn im Auge, Verhaftungen und koordinierte internationale Aktionen gegen Filehoster hat es in der Vergangenheit aber nicht gegeben. Dass nun ein deutsch-finnischer Staatsbürger wie Schmitz in Neuseeland auf Druck der US-Behörden verhaftet wurde, stößt im Netz auf eine Mischung aus Entsetzen und Erstaunen.

 Sharehoster bewegen sich in der juristischen Grauzone

"Tatsächlich ist die Staatsangehörigkeit des Angeklagten in diesem Fall irrelevant solange es ein Rechtshilfeabkommen zwischen zwei Staaten gibt", sagt der Strafrechtler Dr. Christian Pelz. Ein solches Abkommen ermöglicht, dass Länder auch außerhalb der Landesgrenzen ihre Strafverfolgung durchsetzen können. Entscheidend ist dabei, dass sich der Angeklagte auch tatsächlich im Land des Anklagestellers strafbar gemacht hat. Im Fall von Megaupload sei das, so lässt sich die Anklage des FBI lesen, dadurch gegeben, dass die auf Megaupload gehosteten Dateien sowohl US-amerikanischen Unternehmen schaden als auch in den USA zugänglich gemacht wurden. Zudem betrieb das Unternehmen offenbar mehr als 500 Server in Virginia, dessen Bezirksgericht die Klage einreichte.

Entscheidend für die Strafverfolgung ist die Frage, ob die Plattformbetreiber tatsächlich für die Urheberrechtsverletzung ihrer Nutzer haften müssen. "In Deutschland unterliegen die Anbieter gewissen Prüfungspflichten", sagt der IT-Rechtsexperte Dr. Daniel Rücker. So müssen sie bestimmte Filter einsetzen, um mutmaßlich illegale Inhalte auf ihren Servern zu erkennen. Zudem müssen sie auf Verlangen der Rechteinhaber Inhalte löschen (das sogenannte "Take-Down-Verfahren"). Gleichzeitig ist es aber so, dass eine vollständige Überwachung der Inhalte von Betreiberseite nicht möglich ist. Da die Dienste auch legal genutzt werden, befinden sich die Anbieter in einer juristischen Grauzone, die bis dato auch von den US-Behörden akzeptiert wurde.

Diese Grauzone überschritt Megaupload der Anklage des US-Justizministeriums zufolge in zweierlei Hinsicht. Zum einen sperre der Dienst entgegen eigener Angaben nicht die Konten von Nutzern, die geschützte Inhalte verbreiten. Auch auf Lösch-Anträge reagiere man inkonsequent: So würde auf Anfrage zwar der betroffene Link deaktiviert, nicht aber der Inhalt dahinter gelöscht. Mit anderen Links, teilweise Tausenden, könne man weiterhin darauf zugreifen.

Zum anderen basiere Megaupload auf einem Geschäftsmodell, das "gezielt darauf ausgerichtet ist, populäre urheberrechtlich geschützte Inhalte hochzuladen". Tatsächlich bietet Megaupload, wie auch die Konkurrenz-Filehoster Depositfiles, Fileserve, Filesonic und Oron seinen Nutzern ein sogenanntes "Belohnungsprogramm" an: Für eine bestimmte Anzahl Downloads bekommen diejenigen Geld, die den entsprechenden Inhalt hochgeladen haben; im Fall von Depositfiles bis zu 30 US-Dollar je 1000 Downloads. Je beliebter der Inhalt, desto mehr Geld für die Uploader, die wiederum für ihren Premium-Account Geld an den Anbieter zahlen müssen. Ein cleveres Geschäftsmodell – von dem jedoch die Rechteinhaber keinen Cent sehen. Hierin unterscheidet sich Megaupload von Anbietern wie Dropbox oder dem Schweizer Anbieter Rapidshare, die zwar auch das Teilen von (legalen) Inhalten erlauben, die Nutzer aber nicht zusätzlich belohnen oder motivieren.

Die Megaupload-Mitarbeiter waren sich der grenzwertigen Geschäftsmethoden bewusst. Den US-Behörden liegen E-Mails vor, die das Unternehmen schwer belasten. So gibt es E-Mails, in denen Mitarbeiter untereinander Links zu Fernsehserien auf ihren Servern tauschten. In einer anderen E-Mail soll Schmitz persönlich der Anhebung des täglichen Take-Down-Limits auf 5.000 zugestimmt haben – einer Zahl, die zu dieser Zeit mit dem Wachstum des Unternehmens vereinbar war. An anderer Stelle ist von "mehreren Millionen Dollar" die Rede, die das Unternehmen Personen gezahlt haben soll, um bestimmte Inhalte anzubieten oder auf einschlägigen Seiten zu verbreiten.

In einer ersten Stellungnahme weist Megaupload alle Vorwürfe von sich. "Die Beschuldigungen sind inkorrekt und nicht im Rahmen des Gesetzes", sagt der Anwalt Ira Rothken. Schon in der Vergangenheit betonte Megaupload mehrfach, dass sie künftig auch mit Künstlern zusammenarbeiten wollen. Zudem würde man sich an internationale Copyright-Abkommen halten. Eine Aussage, die mithilfe der erwähnten E-Mails offenbar widerlegt werden kann.

Es stellt sich die Frage, welche Folgen eine mögliche Verurteilung für andere Filehoster haben könnte, die auf einem ähnlichen Geschäftsmodell basieren. Zudem belohnen auch ganz andere Dienste ihre Nutzer für Aktivität im Rahmen von Premium- und Reseller-Modellen, sagte der Rechtsprofessor James Grimmelmann dem Blog ars technica. Das Gericht müsse daher im Fall von Megaupload genau prüfen, auf welchen Punkten die Anklage basiert, so Grimmelmann.

Interessant ist nicht zuletzt auch der Zeitpunkt der Aktion. In der vergangenen Woche protestierten zahlreiche Websites, Unternehmen und Organisationen im Netz gegen die umstrittenen US-Gesetzesentwürfe SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act). Dass das FBI ausgerechnet jetzt zu einem internationalen Schlag ansetzt, wird von einigen bereits als Beweis gesehen, dass es auch ohne rechtlichen Rahmen wie SOPA möglich ist, Urheberrechtsverletzungen außerhalb der Landesgrenzen zu verfolgen.

Möglicherweise ist der Zeitpunkt aber auch nur Zufall: Das US-Gericht reichte bereits am 5. Januar, nach einer zweijährigen Untersuchung, die Klage ein.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. ......

    Es ist ganz einfach, die Content-Industrie fällt und sie will es verhindern - wird sie aber nicht schaffen.

    Aber da fällt mir gerade wieder diese spannende Studie der Gfk ein, die kurz nach dem Takedown von Kino.to erstellt wurde und nie veröffentlicht aber eben gelaekt wurde - denn das Ergebnis war nicht das Erhoffte.
    Die Studie ergab, dass kino.to nämlich den Verkauf von Cds und DVDs angekurbelt hat! Denn die, die viel auf kino.to geguckt haben gehören zu den fleißigsten Kunden, die in die Geschäfte gehen und sich danach DVDs kaufen, bzw. besonders häufig ins Kino gehen. Ein Widerspruch? Nein - nicht für die Leute, die tatsächlich solche Dienste nutzen.
    Fakt ist: Eine DVD (oder ein Kinobesuch) ist verdammt teuer und es wird derzeit fast 90% irreteuerer Müll in Hollywood produziert. Also guckt man sich mal eben was bei einem Filehoster oder sonstige Plattform an und wenn es gefällt, geht man ins Kino oder kauft sich die DVD. Denn wirklich gute Filme will man im Kino sehen oder entspannt auf dem Sofa und nicht auf einem Rechner.

    Wer behauptet, die Leute, die sich Filme aus dem Netz ziehen, dieses tun, weil sie Content nur umsonst haben wollen, haben schlicht und ergreifend keine Ahnung - weil sie selber keine Vorschau machen, aber fleißig irgendwelche aufgetischte Legenden der Contentmafia nacherzählen!

    Insofern freut sich die Contentmafia wieder einmal zu früh, mit jedem Schließen einer weiteren Plattform vergraulen sie nur ihre eigenen Kunden.

    25 Leser-Empfehlungen
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    ...http://ploum.net/post/im-a-pirate

    Sehr empfehlenswerter Artikel der mir persönlich aus der Seele spricht. Es wird Zeit, daß sich die Plattenfirmen und Filmanbieter den Kundenwünschen des Jahres 2012 endlich stellen. Mit guten Angeboten, nicht mit Drohkulissen.

    Sie haben Recht:

    "Eine GfK-Studie soll zeigen: Nutzer von illegalen Filmseiten geben mehr Geld für Kino und DVDs aus als der Durchschnittsnutzer. Womöglich. Denn sie wurde nie publiziert."

    http://www.zeit.de/digita...

    • pakZ
    • 20.01.2012 um 18:52 Uhr

    Halte ich, mit Verlaub gesagt, für Unsinn.

    Viel wahrscheinlicher ist es wohl, wenn man davon ausgeht, daß viele der Nutzer solcher Dienste ohnehin ein höheres Interesse an Unterhaltungsmedien haben und daher schon von Prinzip aus zu den treueren Kunden der "Contentmafia" gehören.
    Aber auch das wird hinfällig werden, wenn die kommende(n) Generation(en) derartig im Internet verwurzelt aufwachsen und der Unterschied zwischen digitalem und physischem Besitz zunehmend verschwindet - einhergehend mit der fortwährenden Bagatellisierung solcher Delikte.

    Man braucht sich bloß die schrumpfende Kinolandschaft in Deutschland anzugucken, um diese Mär Lügen zu strafen.

    So oder so bleibt es dabei: Unrecht ist Unrecht - egal wie sinnvoll eine derartige Rechtslage sein mag und egal wie bemüht man sich um eine Legitimation für das Begangene gibt.

    Konsequent weiter gedacht, ist im Übrigen eines der möglichen Szenarien, daß wir demnächst nur noch B-Ware verkauft bekommen; nämlich wenn der Umsatz mit aufwendigen und kostenintensiven Medien zusammenbricht und es schlichtweg nicht mehr rentabel ist bspw. 100 Millionen Dollar in die Entwicklung des neuesten Ego-Shooters zu stecken.

    Interessant finde ich jedenfalls die "neuesten" Ansätze der Industrie, wie bspw. Simfy oder Grooveshark, die eine echte Alternative zu dem 20-Euro-pro-Album-Wahn bilden.

    Dass die kostenlose Verbreitung von geschützten Inhalten via Filesharing auch deren legalen Vertrieb ankurbeln, dass kann ich mir - Studie hin oder her - echt nicht vorstellen, das wäre so gar nicht menschlich.
    Bzgl. der Studie, die Sie erwähnen, schließe ich mich der Meinung des Vorredners an, dass die Schnittmenge der Kinogänger, DVD-Käufer und Downloader hoch sein dürfte, und Leute, die keinen Bock auf legale Kultur haben, sie sich auch nicht illegal besorgen.
    Aus meinem ganz persönlichen Bekanntenkreis sind die exzessiven Downloader übrigens nur noch seltenst in einer CD-/DVD-Abteilung anzutreffen, Kino vielleicht qua Erlebnis noch bisschen häufiger.
    Kann aber auch an meinem Millieu liegen ;-).

    Wenn Sie sich aber schon auf die "Content-Mafia" einschießen, sollten Sie vielleicht auch kurz daran denken, dass der kreative Akt nicht in der kostenlosen Weiterverbreitung von Inhalten, sondern in deren künstlerischer Erschaffung liegt - ob jetzt Hollywood oder nicht.

    • Panic
    • 20.01.2012 um 19:23 Uhr

    ja recht interessant. Aber mal eine Frage: Was ist mit denen, die sich Filme und Musik von den Platformen ziehen und das eben nicht mit dem Hintergrund der "Vorschau"? Nicht falsch verstehen, ich will nur herausfinden, in welche Richtung wir gehen :) Also, was ist mit denen? Sind das dann einfach schwarze Schafe? Und, würde das bedeuten, dass diese Plattformen ein gutes Mittel sind um Content zu sieben? Ist es nicht der Apfel, in den man beisst und dann merkt, dass er einem nicht schmeckt?

    Aber mal ehrlich, und das am Beispiel der Musik: Wenn ich Musik suche, dann habe ich doch soviel Möglichkeiten ohne irgendwelche Plattformen herauszufinden, ob es was für meinen Geschmack ist oder nicht. Mir reichen 30 Sekunden auf Amazon, um zu wissen, ob der Track mir zusagt oder nicht. 30 Sek. von durchschnittlich 3,50 min.

    Und bei Filmen? Was ist mit Videotheken. Hier ist eine um die Ecke. Wenn ich was sehen will, hol ich mir ne DVD. Kino? Schau ich mir nen Trailer an. Schauspieler, Regie, Musik, Thema, Ausstattung, Look, all diese Dinge können wir doch einordnen und für uns bestimmen, ob wir etwas mögen oder nicht. Ich persönlich halte diese "Vorschau" für ein schlechtes Argument. Es ist einfach unglaubwürdig.

    Selbst ich könnte mir jegliches Videoformat sofort auf der Glotze anschauen ohne es vom Rechner holen zu müssen. Ich habe allerdings keine. :) Ob Vorschau, testen, sieben, es hinkt alles. Wissen Sie warum? Ich kenn die Jungs, die gerne saugen.

    Gruss

    dem Komentar von schwarze Drachenrose kann ich nur zustimmen.
    Bekannte und Große Softwarefirmen haben nicht von ungefähr eine so hohe Marktpräsenz. Bei Musik und Film ist das auch so. Aber erst wenn Sie alles zugedreht haben werden sie es merken das die Leute nicht für jeden Mist bezahlen wollen der Produziert wird. Ich habe mir bis dato noch jeden Film oder Musik CD auf Orginal gekauft der es mir Wert ist. Ausserdem wird ja dadurch die Hardware Industrie massive gestützt (Fernseher,Musikanlagen,PC,Projektoren,verbrauchsmaterial unsw. unsw.).
    Sollten die Tatsächlich alles abdrehen werden die ihr Blaues wunder erleben.
    Dann werden nähmlich sehr sehr viele Firmen die eben diese Hardware herstellen und die ganzen Vertriebsfirmen die diese verkaufen weniger Umsatz lukrieren.
    In Zeiten wo fast der ganze Lohn für Nahrung,Wohnen und Kinder draufgeht wird es dann eben Kürzungen geben.
    Dann kann die Conten-Industrie wieder Werbungen schalten um ihre Inhalte an den Mann zu Kriegen.

    ...http://ploum.net/post/im-a-pirate

    Sehr empfehlenswerter Artikel der mir persönlich aus der Seele spricht. Es wird Zeit, daß sich die Plattenfirmen und Filmanbieter den Kundenwünschen des Jahres 2012 endlich stellen. Mit guten Angeboten, nicht mit Drohkulissen.

    Sie haben Recht:

    "Eine GfK-Studie soll zeigen: Nutzer von illegalen Filmseiten geben mehr Geld für Kino und DVDs aus als der Durchschnittsnutzer. Womöglich. Denn sie wurde nie publiziert."

    http://www.zeit.de/digita...

    • pakZ
    • 20.01.2012 um 18:52 Uhr

    Halte ich, mit Verlaub gesagt, für Unsinn.

    Viel wahrscheinlicher ist es wohl, wenn man davon ausgeht, daß viele der Nutzer solcher Dienste ohnehin ein höheres Interesse an Unterhaltungsmedien haben und daher schon von Prinzip aus zu den treueren Kunden der "Contentmafia" gehören.
    Aber auch das wird hinfällig werden, wenn die kommende(n) Generation(en) derartig im Internet verwurzelt aufwachsen und der Unterschied zwischen digitalem und physischem Besitz zunehmend verschwindet - einhergehend mit der fortwährenden Bagatellisierung solcher Delikte.

    Man braucht sich bloß die schrumpfende Kinolandschaft in Deutschland anzugucken, um diese Mär Lügen zu strafen.

    So oder so bleibt es dabei: Unrecht ist Unrecht - egal wie sinnvoll eine derartige Rechtslage sein mag und egal wie bemüht man sich um eine Legitimation für das Begangene gibt.

    Konsequent weiter gedacht, ist im Übrigen eines der möglichen Szenarien, daß wir demnächst nur noch B-Ware verkauft bekommen; nämlich wenn der Umsatz mit aufwendigen und kostenintensiven Medien zusammenbricht und es schlichtweg nicht mehr rentabel ist bspw. 100 Millionen Dollar in die Entwicklung des neuesten Ego-Shooters zu stecken.

    Interessant finde ich jedenfalls die "neuesten" Ansätze der Industrie, wie bspw. Simfy oder Grooveshark, die eine echte Alternative zu dem 20-Euro-pro-Album-Wahn bilden.

    Dass die kostenlose Verbreitung von geschützten Inhalten via Filesharing auch deren legalen Vertrieb ankurbeln, dass kann ich mir - Studie hin oder her - echt nicht vorstellen, das wäre so gar nicht menschlich.
    Bzgl. der Studie, die Sie erwähnen, schließe ich mich der Meinung des Vorredners an, dass die Schnittmenge der Kinogänger, DVD-Käufer und Downloader hoch sein dürfte, und Leute, die keinen Bock auf legale Kultur haben, sie sich auch nicht illegal besorgen.
    Aus meinem ganz persönlichen Bekanntenkreis sind die exzessiven Downloader übrigens nur noch seltenst in einer CD-/DVD-Abteilung anzutreffen, Kino vielleicht qua Erlebnis noch bisschen häufiger.
    Kann aber auch an meinem Millieu liegen ;-).

    Wenn Sie sich aber schon auf die "Content-Mafia" einschießen, sollten Sie vielleicht auch kurz daran denken, dass der kreative Akt nicht in der kostenlosen Weiterverbreitung von Inhalten, sondern in deren künstlerischer Erschaffung liegt - ob jetzt Hollywood oder nicht.

    • Panic
    • 20.01.2012 um 19:23 Uhr

    ja recht interessant. Aber mal eine Frage: Was ist mit denen, die sich Filme und Musik von den Platformen ziehen und das eben nicht mit dem Hintergrund der "Vorschau"? Nicht falsch verstehen, ich will nur herausfinden, in welche Richtung wir gehen :) Also, was ist mit denen? Sind das dann einfach schwarze Schafe? Und, würde das bedeuten, dass diese Plattformen ein gutes Mittel sind um Content zu sieben? Ist es nicht der Apfel, in den man beisst und dann merkt, dass er einem nicht schmeckt?

    Aber mal ehrlich, und das am Beispiel der Musik: Wenn ich Musik suche, dann habe ich doch soviel Möglichkeiten ohne irgendwelche Plattformen herauszufinden, ob es was für meinen Geschmack ist oder nicht. Mir reichen 30 Sekunden auf Amazon, um zu wissen, ob der Track mir zusagt oder nicht. 30 Sek. von durchschnittlich 3,50 min.

    Und bei Filmen? Was ist mit Videotheken. Hier ist eine um die Ecke. Wenn ich was sehen will, hol ich mir ne DVD. Kino? Schau ich mir nen Trailer an. Schauspieler, Regie, Musik, Thema, Ausstattung, Look, all diese Dinge können wir doch einordnen und für uns bestimmen, ob wir etwas mögen oder nicht. Ich persönlich halte diese "Vorschau" für ein schlechtes Argument. Es ist einfach unglaubwürdig.

    Selbst ich könnte mir jegliches Videoformat sofort auf der Glotze anschauen ohne es vom Rechner holen zu müssen. Ich habe allerdings keine. :) Ob Vorschau, testen, sieben, es hinkt alles. Wissen Sie warum? Ich kenn die Jungs, die gerne saugen.

    Gruss

    dem Komentar von schwarze Drachenrose kann ich nur zustimmen.
    Bekannte und Große Softwarefirmen haben nicht von ungefähr eine so hohe Marktpräsenz. Bei Musik und Film ist das auch so. Aber erst wenn Sie alles zugedreht haben werden sie es merken das die Leute nicht für jeden Mist bezahlen wollen der Produziert wird. Ich habe mir bis dato noch jeden Film oder Musik CD auf Orginal gekauft der es mir Wert ist. Ausserdem wird ja dadurch die Hardware Industrie massive gestützt (Fernseher,Musikanlagen,PC,Projektoren,verbrauchsmaterial unsw. unsw.).
    Sollten die Tatsächlich alles abdrehen werden die ihr Blaues wunder erleben.
    Dann werden nähmlich sehr sehr viele Firmen die eben diese Hardware herstellen und die ganzen Vertriebsfirmen die diese verkaufen weniger Umsatz lukrieren.
    In Zeiten wo fast der ganze Lohn für Nahrung,Wohnen und Kinder draufgeht wird es dann eben Kürzungen geben.
    Dann kann die Conten-Industrie wieder Werbungen schalten um ihre Inhalte an den Mann zu Kriegen.

  2. Mir ist leider nicht klar, wie es zu diesem Doppelposting kommen konnte. Sorry dafür.

  3. dieser Mann ist doch geradezu prädestiniert für den Job als Bundespräsidenten. In das gegenwärtige Anforderungsprofil passt er doch sehr gut rein.
    Jetzt regen sich alle scheinheilig über einen auf, der das gebotene System ausnutzt. Ein idealer Politiker.

    • GDH
    • 20.01.2012 um 17:13 Uhr

    Aus dem Artikel: "Entscheidend ist dabei, dass sich der Angeklagte auch tatsächlich im Land des Anklagestellers strafbar gemacht hat. Im Fall von Megaupload sei das, so lässt sich die Anklage des FBI lesen, dadurch gegeben, dass die auf Megaupload gehosteten Dateien sowohl US-amerikanischen Unternehmen schaden als auch in den USA zugänglich gemacht wurden."

    Heist das, dass ein Auslieferungsabkommen mit den USA grundsätzlich dazu führt, dass in dem Land online alles verboten ist, was in den USA verboten ist? Schließlich sind Dinge, die man in's Netz stellt, immer von überall zugreifbar.

    Zuendegedacht hieße das, dass im Netz (praktisch) alles verboten wäre, was irgendwo auf der Welt verboten ist. Die Schnittmenge dessen, was man dann noch machen dürfte, wäre doch reichlich klein.

    12 Leser-Empfehlungen
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    Im natürlichen Zustand ist das Internet global, aber in der Realität sind Inhalte oft für meine deutsche IP gesperrt, vor allem bei US-Medieninhalte. GEMA lässt grüßen. Mit Proxys kann das umgangen werden, aber abgesehen davon ist es möglich Länder auszuschließen. Das ganze ist schon sehr konstruiert, aber zur Not müssen die USA eben von Betreibern gesperrt werden, wenn die dortigen Rechte problematisch sind oder problematischer werden. Die Frage danach wo die gemieteten Server stehen ist lächerlich und für jeden vernünftigen Menschen irrelevant, scheinbar aber bisher nicht für das "Recht".

    Im natürlichen Zustand ist das Internet global, aber in der Realität sind Inhalte oft für meine deutsche IP gesperrt, vor allem bei US-Medieninhalte. GEMA lässt grüßen. Mit Proxys kann das umgangen werden, aber abgesehen davon ist es möglich Länder auszuschließen. Das ganze ist schon sehr konstruiert, aber zur Not müssen die USA eben von Betreibern gesperrt werden, wenn die dortigen Rechte problematisch sind oder problematischer werden. Die Frage danach wo die gemieteten Server stehen ist lächerlich und für jeden vernünftigen Menschen irrelevant, scheinbar aber bisher nicht für das "Recht".

  4. Kriminell weil, es wird gezogen und weiterverscherbelt. Aber wenn man sich die Relation von Nutznießer und Geschädigten ansieht, dann hat Megaupload ehr die Rolle eines Robin Hoods als die eines Ausbeuters.
    Irgendwie wars ja fast schon ein "Wohltätgkeitsprinzip" das dahinter gesteckt hat. Von den großen nehmen, den kleinen geben. Jetzt schlagen die großen zurück, die ach so freie USA zensiert ihr Internet und die Unterschicht muss sich wieder entsprechde Verblödungssendungen - auf RTL und co ansehen.
    Wir müssen uns da echt was überlegen mit dem Netz. Wir können so nicht weiter machen. Die Sache von wegen Befreiung des geistigen Eigentums - Bezahlung aus dem Fiskus je nach Klicks- wie es die Piraten wollen, würde solche gewiften Nummern wie Filehosting endlich entkriminalisieren und man wüsste wieder woran man ist wenn man surft und streamt und downloadet.
    Ich drück Rothken die Daumen!

  5. Redaktion

    Lieber GDH,

    jein: Sie machen sich natürlich nur nach US-Recht strafbar, wenn ihr Verhalten tatsächlich auch auf amerikanischem Boden stattfindet. Wenn sie z.B. etwas in den USA stehlen und sich anschließend absetzen, können sie anschließend nach US-Recht angeklagt werden. So lautet offenbar auch die Argumentation der Behörden im Fall Megaupload: Die Betreiber machen sich strafbar, weil sie eben auch in den USA illegale Inhalte anbieten (und offenbar auch Server betreiben, auch wenn die Rechtslage hier kompliziert ist). Inwieweit das über das Internet tatsächlich rechtsmäßig ist, dürfte ein wichtiger Aspekt der Verteidigung werden. Möglicherweise kommt die Anklage damit auch nicht durch.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • GDH
    • 24.01.2012 um 12:04 Uhr

    Sie schreiben jetzt "Sie machen sich natürlich nur nach US-Recht strafbar, wenn ihr Verhalten tatsächlich auch auf amerikanischem Boden stattfindet."

    und im Artikel: "Im Fall von Megaupload sei das, so lässt sich die Anklage des FBI lesen, dadurch gegeben, dass die auf Megaupload gehosteten Dateien sowohl US-amerikanischen Unternehmen schaden als auch in den USA zugänglich gemacht wurden."

    Genau das ist ja das Problem:
    Wenn sich die Argumenatition durchsetzt, dass es für die Anwendbarkeit von US-Recht ausreicht, wenn sich ein Angebot unterschiedslos an Internetnutzer richtet (dem Anbieter die Nationalität also schlicht egal ist), führt das zum beschriebenen Problem.

    "Möglicherweise kommt die Anklage damit auch nicht durch."

    was zu hoffen wäre.

    Sollte ein Gericht festhalten, dass US-Recht nur deshalb anwendbar ist, weil der Betrieb von Servern in den USA in Auftrag gegeben wurde, wäre das weniger kritisch. Dann könnte man sich durch die Wahl des Standorts/Anbieters immerhin noch aussuchen, nach welchem Recht man behandelt werden möchte.

    • GDH
    • 24.01.2012 um 12:04 Uhr

    Sie schreiben jetzt "Sie machen sich natürlich nur nach US-Recht strafbar, wenn ihr Verhalten tatsächlich auch auf amerikanischem Boden stattfindet."

    und im Artikel: "Im Fall von Megaupload sei das, so lässt sich die Anklage des FBI lesen, dadurch gegeben, dass die auf Megaupload gehosteten Dateien sowohl US-amerikanischen Unternehmen schaden als auch in den USA zugänglich gemacht wurden."

    Genau das ist ja das Problem:
    Wenn sich die Argumenatition durchsetzt, dass es für die Anwendbarkeit von US-Recht ausreicht, wenn sich ein Angebot unterschiedslos an Internetnutzer richtet (dem Anbieter die Nationalität also schlicht egal ist), führt das zum beschriebenen Problem.

    "Möglicherweise kommt die Anklage damit auch nicht durch."

    was zu hoffen wäre.

    Sollte ein Gericht festhalten, dass US-Recht nur deshalb anwendbar ist, weil der Betrieb von Servern in den USA in Auftrag gegeben wurde, wäre das weniger kritisch. Dann könnte man sich durch die Wahl des Standorts/Anbieters immerhin noch aussuchen, nach welchem Recht man behandelt werden möchte.

  6. Diese DVD kann nicht in ihr Land geliefert werden, dieses Video ist nicht in Ihrem Land verfuegbar. Ich habe als ich noch in France lebte an so einen Laden FNAC bezahlt fuer DVD's die nie geliefert wurden, bekam dann nach 12 Wochen nen bleoden Gutschein. Ich spreche fliessend Englisch, Franzoesich, Spanisch, Deutsch. Ich habe Freunde in US ueber die DVD's bestellt, die sind hier in France damals vom Zoll abgefischt worden, , DVD von Filmen die hier nie in den Handel kommen, ist das Freiheit ???????? wann hoert der Schwachsinn auf. Was in tribeca begeistert kommt fast nie in den Handel, was soll das ???

  7. der Server Stand Ort ist es worauf sich die in US stuetzen, die Mietvertrage. Lebe ich unauffaellig in Asuncion, habe einen Wohsitz in Montevido und mein Konto nun das muss oefters umziehen und dann gesoldet werden, einen cleveren Anwalt so das ich nur Download Geschwindigkeit verkaufe, und nie einen Server auf US Boden, dann meusste sich noch eine Luecke finden lassen, wird es eng muss der Laden schliessen.

    Warum, ich sagte es schon.Alles in jeder Sprache die ich spreche oder untertitelt so fuer max 15 Euro im Monat downloaden zu koennen, das waere toll. Wenn mich fueher deutscher Hip Hop beisst den bekomm ich nicht bei iTunes, vieles aus UK und France auch nicht.

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