Urheberrecht : Ein schwarzer Tag für die Befürworter von Netzsperren

Netzaktivisten aus aller Welt, Unternehmen und sogar Komiker protestieren gegen die US-Gesetzentwürfe SOPA und PIPA. Es sind teils nur symbolische Akte, aber sie wirken.
Die englischsprachige Version der Wikipedia wurde für 24 Stunden geschwärzt.

Twitter ist auch gegen SOPA und PIPA – den Stop Online Piracy Act und den Protect IP Act. Die beiden Gesetzentwürfe aus dem US-Repräsentantenhaus und dem Senat richten sich gegen die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte, könnten aber zu einer Zensur des Internets führen. Dagegen hat sich Twitter bereits mehrfach ausgesprochen. Doch im Gegensatz zu unzähligen Websites aus aller Welt, die sich aus Protest gegen SOPA und PIPA am heutigen Mittwoch selbst sperren, ist Twitter voll funktionsfähig. Und zwar aus einem guten Grund: Über den Kurznachrichtendienst werden die teils ernsthaften, teils humorvollen Aktionen weltweit verbreitet. In vielen Ländern sind sie trending topics , gehören also zu den wichtigsten Themen.

Wikipedia ist mit seiner 24-Stunden-Selbstzensur das bekannteste Beispiel. Die englischsprachige Ausgabe zeigt nur einen Artikel an: den über SOPA und PIPA . Die New York Times , der Guardian und andere Medien wollen das abfangen, indem sie dazu aufrufen, Sachfragen über Twitter zu stellen und mit dem Hashtag #altwiki zu versehen. Die Journalisten wollen dann versuchen, Antworten zu geben. Die Washington Post rät in einem nicht ganz ernst gemeinten Blogeintrag zu alternativen Strategien: Bei Google einfach mal etwas weiter nach unten scrollen, ein gedrucktes Lexikon ("Wikipedia Vintage") zur Hand nehmen oder den Opa fragen.

Einfacher wäre es allerdings, Wikipedia über ein mobiles Gerät aufzurufen, denn die für mobile Geräte optimierte englischsprachige Wikipedia funktioniert weiterhin.

Google zeigt seinen US-Nutzern auf der Startseite der Suchmaschinen einen Link auf eine Petition gegen die Gesetzentwürfe . Mehr als 1.000 am Blackout Day teilnehmende Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen aus der Internetbranche listet das Center for Democracy & Technology CDT auf.

Den bisher lustigsten Beitrag leistet ein Komiker, der sich LaughPong nennt: Er verbreitet über YouTube den Protestsong " The Day The LOLcats Died "

Auch Deutsche machen mit: Der Chaos Computer Club hat seine Seite vorübergehend vom Netz genommen, ebenso das bekannte Blog Spreeblick . Die Grünen haben eine Informationsseite zu SOPA und PIPA  vorgeschaltet, die Seite der Piratenpartei wird mittags offline gehen. Die Digitale Gesellschaft erklärt, warum die Gesetze auch Auswirkungen auf Deutsche hätten .

Die vorübergehenden Selbstblockaden sind zum Teil kaum mehr als symbolische Akte. Das gilt besonders für Websites, auf denen es keine weiterführenden Informationen zu SOPA und PIPA gibt und keine Empfehlungen, was US-Bürger gegen die Gesetzentwürfe tun können. Dennoch der Blackout Day verfehlt seine Wirkung nicht. Der Chef der Motion Picture Association of America (MPAA), Ex-Senator Chris Dodd, hat eine Pressemitteilung veröffentlicht , die zeigt, wie wütend ihn der Protest macht, und wie wenig die Hollywood-Lobby versteht beziehungsweise einsieht, worum es den Gegnern von SOPA und PIPA wirklich geht.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

65 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

......

Es ist an der Zeit, dass die Content- und Verwertungsindustrie sowie einige Regierungen endlich einmal verstehen, dass ihnen das Internet nicht gehört, sondern allen Menschen auf der Welt - egal welchen Alters, egal welcher sozialen oder ethnischen Herkunft.

Jeder Mensch auf der Erde hat ein Recht auf ein freies Internet, freien Zugang zu diesem und damit und zu jeder Information, die irgendwo irgendwer ins Netz stellt. Immer und überall.

Geistiges Eigentum

Es ist an der Zeit, die Idee geistigen Eigentums generell zu überdenken.
Die aktuellen Formen haben einfach zu viele schädliche Nebenwirkungen um akzeptabel zu sein.
Patente hebeln Wettbewerb aus (siehe Microsoft usw).
Markenrechte dienen der Zensur und verringern ebenso Wettbewerb (z.b. die Farce um Jack Wolfskin).
Industrial Designs, also die geschützte Optik von Produkten, ist nur noch lächerlich (Apple gehören runde Ecken...)
Und das Urheberrecht ist schon lange kein Recht der Urheber mehr, sondern der Verwerter. Es hebelt nur noch Wettbewerb aus, sorgt für Macht- und Medienkonzentration und behindert kulturellen und wissenschaftlichen Fortschritt.

Geistiges Eigentum ist ein Konzept, dass dazu dienen sollte Innovation zu sichern. Jedoch verhindert es in der heutigen Ausprägung Innovation. Zwar macht es keinen Sinn, den Schutz geistigen Eigentums völlig aufzuheben, aber es muss sich die Erkenntnis durchsetzen, dass der Weg zu optimaleren Regelungen nicht in Richtung strengerer sondern weniger strikter Regeln liegt.

Wikipediaimplementierung

Sehr halbherzig, da nicht wirklich abgeschaltet. Sobald man ein wenig technikaffin ist, kann man das leicht umgehen, selbst ohne eigene Stylesheets, Userskripte oder Entwicklerwerkzeuge. Beispielsweise im Firefox: Ansicht -> Webseiten-Stil -> Kein Stil. Typischer digitaler Aufstand: Bloß nix ernsthaftes wie wirklich abschalten, symbolische Akte müssen reichen. [-1] [Dislike]

Missvertändnis

Dies ist ausdrücklich eine Sperre der englischsprachigen Wikipedia-Seite sowie für die betroffenen englischsprachigen User, wie in den USA zum Beispiel. Dass Sie mit Ihrer deutschen Proxy weiterhin Zugriff haben, ist also nicht allzu verwunderlich. Der deutsche Aufruf ist lediglich eine Solidaritätsbekundung, wie gestern überall zu lesen war und heute noch zu lesen ist.

Vergleich

Was ein Vergleich oder eine Metapher ist, wissen Sie aber schon?

Da gibt es nicht viel zu verstehen, das ist eine Blockade, die keinem wehtun soll. Genauso sinnvoll wie die Anzahl der "Liker" bei Facebookprotestgruppen als Maßstab für irgend etwas zu nehmen. Kostet den Protestierer nix, ist also die biligste Form des Protests. Und damit einfach nur eine Trotzaktion. Wer etwas bewegen will, muss auch anpacken und sich trauen und nicht nur symbolische Akte durchführen. Das verkommt zur Pflichtübung und Folklore.

Protest

Naja, für manche fängt Protest erst an, wenn man sich an Eisenbahnschienen ankettet o.ä.
Darum geht es aber nicht, es geht darum seine Meinung und Argumente möglichst Öffentlichkeitswirksam zu präsentieren, und das gelingt so sicher. Wikipedia ist ja nicht nur irgend eine Seite.
Es geht darum, den Medienrummel zu generieren, der Durck auf die Politik ausübt.
In Deutschland hat ja viel weniger gereicht, um eine Debatte in Gang zu bringen, die Netzsperren erstmal erledigt hat. In den USA scheint das auch schon von der Politik wahrgenommen zu werden.
So manche Sitzblockade erreicht weniger.

Ja, ich weiß was

ein Vergleich ist. Daher habe ich Sie ja darauf aufmerksam gemacht. Ihrer hinkt m.M. nach.

Zum Protest: Dieser ist überall in den Medien, hat die Aufmerksamkeit der Bevölkerung. Aus meiner Sicht wurde das Ziel also erfüllt.

Was hätte Wikipedia davon, sich komplett abzuschalten? Dies würde den Leuten, die für den Gesetzentwurf verantwortlich sind auch nicht mehr wehtun als die derzeitige Lösung.

Und ob Wikipedia nun das css ändert, oder die Seite komplett abschaltet, dürfte vom Aufwand/Kosten ungefähr auf gleicher Höhe liegen (soviel zum Thema "anpacken").

Internet-zensur

Ich bin der Ansicht, dass es sich die Internetbetreiber schon etwas zu einfach machen : wir stellen das Netz zur Verfügung und der Inhalt geht uns nichts an.
Da hat man in China aber den Schwanz eingezogen.
Wenn über das Internet Inhalte verbreitet werden , die nicht mit den Gesetzen der Länder , in denen es Verbreitung findet, übereinstimmen, ist da schon ein Problem.
So kann man ´´Mein Kampf´´ im Internet lesen, wenn man es möchte obwohl die Verbreitung in Papierform verboten ist ( warum eigentlich noch ? hat man da immer noch Angst vor dem Geschwurbel ? ). Pädophile Inhalte werden dann mühsam in Deutschland gelöscht von Regierungsseite , warum nicht gleich vom Betreiber, der verdient schliesslich auch Geld daran.
Was ist Zensur und was ist Freiheit, an dieser Frage arbeiten Philosophen.

Warum sollte der Betreiber das machen (müssen)?

Sie fragen "[...] Inhalte werden dann mühsam in Deutschland gelöscht von Regierungsseite , warum nicht gleich vom Betreiber, der verdient schliesslich auch Geld daran.".

Antwort: Weil es den Betreiber nichts angeht. Mit der gleichen Berechtigung könnte man fragen

"Absender von Drohbriefen werden mühsam von der Polizei gesucht. Warum nicht gleich von der Post? Die verdient doch ihr Geld daran."

"Bombenwerkstätten/Drogenküchen in Privatwohnungen werden mühsam von der Polizei ausgehoben. Warum nicht vom Vermieter? Der verdient doch sein Geld damit."

Es ist bei der Post oder bei Vermietern von Wohnungen völlig akzeptiert, dass die Anbieter von Brieftransport oder Wohnnraum nicht verpflichtet, ja nichtmal berechtigt, sind, einfach mal reinzugucken. Wieso sollte das bei Internetzugängen oder Webspace anders sein?

sclüssige Beispiele

mal andere : Der Drogentransporteur wird nicht bestraft ? Der Verbreiter von Hetzschriften ( hat sie ja nicht selbst geschrieben ? )
Wenn es so einfach wäre.
Die Frage ist doch, hat der Betreiber Einfluss auf die übermittelten Inhalte ?
Hat die Post sicherlich nicht auf Grund des Briefgeheimnisses, das da stärker ist als der Transport von illegalem Material.
Bei Google und und kann nun aber jeder in den Inhalt reingucken und der Betreiber ( Beispiel China ) kann es auch, wenn er will. Da kann er eben auch zum Drogenkurier werden.
Sie wissen sicherlich, dass ,wenn sich mein minderjähriger Sohn aus dem Internet Musik herunterlädt, ich zu Stafzahlungen im tausenderbereich abgemahnt werde, auch wenn im Internet stand, es sei kostenlos.
Er soll sich zwar im Internet üben und auskennen, den Zugang soll ich ihm aber verwehren ( oder danebensitzen )so die RTechtssprechung.g

Die Internetbetrieber

Es gibt "die Internetbetreiber" in der Art und Weise wie sich sich das vorstellen nicht. Da ich weniger technikaffinen Menschen gerne mit Analogien auf die Sprünge helfe, hier ein Versuch der vielleicht hilft:

Stellen Sie sich die Internetinfrastruktur vor wie die internationalen Straßennetze (=Datennetze) mit allen angrenzenden Grundstücken (=Server).

Wenigstens hat man sich weltweit auf einige grundlegenden identischen Verkehrszeichen und Regeln(=Protokolle) geeinigt, so daß auch der Deutsche im Irak oder China weitgehend klar kommt.

Jedoch käme niemand auf die Idee die Gemeinde (Besitzer des örtlichen Straßennetzes) dafür verantwortlich zu machen, wenn ein Autofahrer in seinem Fahrzeug über diese Straßen etwas illegales zu seinem Grundstück transportiert.

Auch kann man der Gemeinde nicht abverlangen zu prüfen was in einem Fahrzeug transportiert wird, wenn es auf eine Landstraße oder eine Bundesautobahn wechselt.

Ihrer Aussage nach würde sich die Gemeinde es also sehr leicht machen, wenn Sie behauptet, daß Sie dafür nicht verantwortlich ist, wenn jemand zu Haus in seiner Garage eine Bombe baut. Schließlich hat er die notwendigen Materialien in seinem Fahrzeug über deren Straßen dorthin gebracht.

Daher kann ich einfach diese ganzen Kontrollfreaks nicht für ernst nehmen, die die sog. Provider (Straßennetzbetreiber) dafür verantwortlich machen wollen.

Gruß
audin

Sie bringen das Beispiel ja selbst

Wenn Sie von der Problematik mit Ihrem minderjährigen Sohn sprechen, bringen Sie das Argument doch selbst: Die Rechtslage ist derzeit so, dass Sie u.U. haftbar sind, obwohl Sie unter praktischen Gesichtspunkten nicht verhindern können, dass Ihr Sohn irgendwelche Verwertungsrechte verletzt (die hohen Geldbeträge kommen i.d.R. aber nicht durch Herunterladen sondern durch Weiterverbreitung (z.B. als Nebenwirkung von Tauschbörsennutzung) zustande).

Genau so eine Rechtssprechung würde mit PIPA und SOPA aber noch ausgeweitet. So wie Sie faktisch zur Überwachung Ihres Sohnes verpflichtet werden, würden die Provider zur Überwachung ihrer Kunden verpflichtet. Das Gegenteil muss doch das Ziel sein.

Zu Ihren Beispielen: Der Verbreiter von Hetzschriften wird als solcher bestraft, wenn er gezielt Material verbreitet hat, um dessen Inhalt er wusste. Nicht bestraft wird der Betreiber eines Selbstbedienungs-Copyshop, wo Kunden halt Material kopieren und ausdrucken können. Selbst wenn er im Prinzip in der Lage wäre, seinen Kunden über die Schulter zu gucken, sollte er doch durch die Rechtslage nicht noch dazu ermutigt werden.

Der Betreiber eines Kurierdienstes wird normalerweise auch nicht als "Drogentransporteur " bestraft, wenn jemand den Dienst missbraucht.

Inkonsequente Analogie

Es gibt sie noch, die Idealisten, wie schön. Leider ist solcher Idealismus nicht selten mit einer gewissen Naivität gepaart, die bestimmte Zusammenhänge einfach ausblendet.

Ihr Beispiel, das Netz mit Straßen zu vergleichen und dabei zu behaupten, eigentlich wäre niemand dafür verantwortlich, was auf den Straßen geschieht, ist schon ziemlich schräg.

Haben Sie schon mal die Straßenverkehrsordnung in der Hand gehabt, oder die Gefahrengutverordnung, oder oder. Das sind gaaaanz dicke Regelwerke, in denen genau festgelegt ist, wer sich unter welchen Umständen auf den Straßen bewegen darf. Und es ist ebenso festgelegt, wer jeweils dafür zuständig ist, den Verkehr zu überwachen und die Straßen in Schuss zu halten.
Sorry, aber wenn Sie die Straßen und Gebietskörperschaften als Analogie bringen, dann bitte konsequent.

Wer ist denn im Übrigen verantwortlich, für das was im Netz geschieht? Der User, anonyme Betreiber einer Website? Warum gibt es den überhaupt, warum macht man nicht eindeutige Autoschilder zur Pflicht und bestraft jeden Versuch, sich hinter virtueller Anonymität zu verstecken?
Achso, das Netz muss ja "frei" bleiben, um die Herrschenden zu bekämpfen, oder wie?
Also ich bin auch gegen die Art der geplanten Kontrolle, meine aber doch, dass es innerhalb der Netzcomunity eine Selbstkontrolle geben muss. Ihr naiver Ansatz macht es SOPA/PIPA viel zu leicht, sich durchzusetzen, weil Ihre Vorstellungen von anarchischer Freiheit einfach nicht funktionieren können.

Ich habe nicht gesagt, daß dafür keiner verantwortlich ist.

Wie in der Überschrift bereits gesagt, haben Sie mich offensichtlich falsch verstanden.

Ich habe gesagt, daß es nicht "den Internetbetreiber" gibt, denn man für das was die Nutzer tun zur Rechenschaft ziehen kann. Die Nutzer sind verantwortlich und die müssen dafür natürlich in die Verantwortung genommen werden.

Jedoch "den Internetanbieter" dafür verantwortlich zu machen ist der falsche Ansatz.

Wenn Ihnen das mit dem Straßennetz zu abstrakt ist, nehmen wir die gute gelbe Post.

Nicht die Post ist dafür verantwortlich, daß jemand einen Drohbrief, eine Paketbombe oder eine DVD mit "Mein Kampf" zustellt. Niemand würde den Postboten verhaften oder erwarten, daß die Post zukünftig den Inhalt aller Sendungen prüft und meldet was illegal ist.

Auch würde eine zukünftige Prüfung aller Sendungen (auch im Inland) durch den Zoll/Polizei bei allen Paketsendungen sicherlich auf großen Widerstand (Bürger, Medien, Recht) treffen und vermutlich nur in einem faschistischen Staat umgesetzt werden. Da jedoch für den überwiegenden Teil der Menschen daß Internet eine Blackbox ist werden die Widerstände der "Nerds" als Idealismus oder Naivität abgetan.

Ich halte es lieber damit: „Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.“
Jean-Jacques Rousseau

Und ich will nicht auf meine Kosten Ihren Internetzugang, Website und Emails kontrollieren müssen (Ich arbeite in der IT).

Gruß
audin

Soviel dazu, jetzt zu Ihrem Beitrag

Sie führen die STVO, GGV etc. an und suggerieren, daß gäbe es nicht im Internet.

Auch dort gilt das Urheberrecht, BGB, Wettbewerbsrecht, TK-Recht, TKÜV (Überwachung) etc.

Dabei gibt es nur einige Probleme wie z.B. Nationalität. Was hier Recht oder Unrecht ist, ist es nicht überall.

Auch ist festgelegt, wer wann wo was in unserem Europäischen Datennetzen zu überwachen hat. Aber glauben Sie, daß wenn ein deutscher Spediteur mit seinem LKW in Ägypten falsch parkt, er in Deutschland den Mahnbescheid erhält? Oder der russische LKW Fahrer zuhause den Mahnbescheid für die hier betrogene Maut? Nein, das gibt vielleicht erst Ärger wenn er das nächste Mal hier/dort in eine Kontrolle gerät.

Der Irrtum der Anonymität und keine Möglichkeit dem her zu werden erliegen viele. Jeder ist ermittelbar und abklemmbar. Der Staat hat's nur nicht drauf, denn er will lieber die totale Überwachung. Nehmen Sie dazu das Beispiel mit dem Drohbrief und der Post. Eine einzelne Sendung ohne Absender ist schwer ermittelbar. Schickt er regelmäßig, wird's leicht. Der Staat möchte lieber, daß jeder Briefkasten überwacht, jede Postsendung mit Absender, Gewicht, Größe, Datum registriert wird. Analog zum Verkehr halt jedes Fahrzeug.

Achso, das Netz muss ja "frei" bleiben... Ja, ich möchte nicht, daß der Staat mehr über mich weiß als ich selber. Denn der Mensch vergißt, Computersysteme nicht. Was ich hier heute schreibe, bringt mich in 20 Jahren vielleicht als möglicher Staatsfeind präventiv zur Behandlung.

Eigene Antwort zur Erläuterung

also "Denn der Mensch vergißt, Computersysteme nicht. Was ich hier heute schreibe, bringt mich in 20 Jahren vielleicht als möglicher Staatsfeind präventiv zur Behandlung." kann ich so leider nicht stehen lassen.

Ich möchte klar stellen, daß ich nicht unter Paranoia leide und befürchte, daß sich der Staat sich dahin entwickeln wird (auch wenn der Gedanke nicht sooo fern liegt).

Jedoch gibt es viele Möglichkeiten, denn es stehen nach wie vor, alle Möglichkeiten für die Zukunft offen.

Und weil ich ein bewußter Mensch bin und die Tücken der Technik kenne, hätte ich keinen meiner nicht dem Mainstream entsprechenden Beiträge irgendwo im Internet verfasst, wenn ich vor 20 Jahren nicht naiv gewesen und an das Gute im Menschen geglaubt hätte. Jetzt is so oder so zu spät.

Was für ein Probem ich damit habe, daß jemand mehr über mich weiß als ich selber? Glauben Sie an den ewigen Fortbestand unserer Gesellschaft unter Beibehaltung der jetzigen Normen? Oder besser, glauben Sie nicht an den Wandel und hoffen daß die nächsten 50 Jahre wie die letzten 50 verlaufen? Dann glauben Sie auch, daß die Politik keine Pläne für die nächsten 50 hat. Sind wir nicht die Ersten die zwei Milliarden (Menschen) Sprünge in ihrer Generation erleben? Glauben Sie, daß nur eines der Geo-Politik-in-den-nächsten-50-Jahren-Szenarien positiv ist? Ach was sind schon 50 Jahre, da denke ich an meine Oma: Für die hat sich in dem Zeitraum ganz schön viel geändert.

Gruß
audin

Komplikation des Vergleichs

Nun, wenn sie ein Paket von ausserhalb der EU ( z.B. die Schweiz langt schon ), da wird jedes Paket zollamtlich behandelt um die unerlaubte Einfuhr von verbotenen Gütern zu verhindern und um Einfuhrumsatzsteuern zu kassieren, diese Behandlung wird zum Teil von den Transportunternehmen selbst durchgeführt, so viel zu Ihren Beispielen.
Die Sache ist eben nicht so schwarz/ weiss wie von Ihnen dargestellt-:)

Das sich immer alle an den Vergleichen aufhängen...

Es trifft (im übrigen nur bei Warensendungen!) zu, dass alle Warensendungen dem Zoll vorgelegt werden. Wobei mir eine Dokureportage des NDR oder WDRs im Hinterkopf hängt, wo ausdrücklich gesagt wurde, wir erkennen die Pakete die wir kontrollieren müssen.

Ursächlich ging es mir auch darum klar zu machen, daß es nicht den verantwortlichen Internetanbieter gibt der alles kontrollieren, bzw. in die Verantwortung genommen werden kann. Denn nicht die Post wird dafür haftbar gemacht, wenn eine Sendung nicht verzollt ist.

Demnach sollten Sie ein absoluter Befürworter der chinesischen Großen Firewall sein, denn die argumentieren genauso. Wir verhindern bloß, daß nichts rein- oder rausgeht was bei uns nicht erlaubt ist.

Aber bei meinem Vergleich sollte man sich nicht an so "kleinen Komplikationen" aufhängen.

"Grundsätzlich prüfen wir alle Wareneinfuhren aus Ländern außerhalb der EU. Die Waren werden bei Eingang in die Europäische Union dem Zoll zur Abfertigung vorgelegt. Bei Post- und Paketsendungen erfolgt dies durch den Transporteur, also den jeweiligen Paketversandanbieter im Auftrag des Einführers (des Empfängers)."

http://xpaket.de/der-zoll...

Gruß
audin