Immer mehr Internet-Musikdienste werben hierzulande um die Gunst der Hörer. Nun interessieren sich auch internationale Investoren für die Online-Portale: Die Berliner Plattform SoundCloud hat kürzlich weitere Geldgeber gefunden. Die Höhe der Kapitalspritze nannte SoundCloud nicht. Laut Techcrunch soll es sich aber um eine Summe von 50 Millionen Dollar (knapp 39 Millionen Euro) handeln, das Unternehmen sei mit 200 Millionen Dollar bewertet worden.

Bei den neuen Finanziers handelt es sich um die US-Investmentfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB), die unter anderem auch an dem Rabattgutscheinspezialisten Groupon und dem Online-Spieleanbieter Zynga beteiligt ist, und um GGV Capital. Zu den bisherigen Investoren gehören Union Square Ventures, Index Ventures und Doughty Hanson Technology Ventures.

Mit dem frischen Kapital will das im Jahr 2007 gegründete Unternehmen sein weiteres Wachstum finanzieren. Bereits im vergangenen Jahr habe SoundCloud seine Nutzerzahlen erheblich gesteigert und sein Produktangebot ausgebaut, wird Firmengründer Alexander Ljung in einer Mitteilung zitiert.

Das Geschäftsmodell von SoundCloud funktioniert so: Registrierte Mitglieder können eigene Audio-Produktionen auf die Webseite hochladen. Wie in einem sozialen Netzwerk können sie ihre Aufnahmen mit allen oder nur bestimmten Hörergruppen teilen. Diese können die Werke im Online-Streaming anhören oder – je nach Einstellungen des Urhebers – auch herunterladen sowie in andere Webseiten einbinden. Zudem können die Nutzer Kommentare zu den präsentierten Werken abgeben. Geld will SoundCloud mit kostenpflichtigen Premium-Zugängen verdienen, Geschäftszahlen veröffentlicht das Unternehmen allerdings nicht.

Klar ist aber: Für Musik will SoundCloud die führende Plattform im Internet werden – wie YouTube für Videos oder Flickr für Fotos. Doch der Konkurrenzdruck ist hoch. Immer mehr Online-Musikplattformen bieten Downloads und das sogenannte Streaming an, also das direkte Abspielen von Liedern im Internet.

Hierzulande ist unter anderem der deutsche Anbieter Simfy aktiv, seit wenigen Wochen auch der französische Online-Dienst Deezer und das britische Portal Rara . Die in Europa bekannteste Musikplattform ist Spotify . Der schwedische Musikdienst versucht seit 2011 auch in den USA Fuß zu fassen. Bislang gilt dort Rhapsody als der beliebteste Musik-Streaming-Dienst.