Andere befürchten , dass Twitter künftig für Revolutionen und Protestbewegungen ungeeignet sein könnte. Was geschieht beispielsweise, wenn eine Regierung seine Gesetze ändert und alle Aufrufe gegen das Regime verbietet? Sollte sich Twitter tatsächlich strikt an lokale Rechtssprechungen halten, würden diese Tweets künftig blockiert werden. Alex Macgillivray, Leiter der Rechtsabteilung, sagte dem Blog boingboing und auf Twitter , dass sich an der Philosophie auch mit den neuen Entwicklungen nichts ändern werde. In der Vergangenheit hatte das Unternehmen immer wieder betont, dass es großen Wert auf Meinungsfreiheit lege.

Offenbar lässt sich die Blockierung aber leicht umgehen . Twitter macht sich für das Verfahren die jeweilige Ländereinstellung des Nutzerprofils zunutze. Das Land wird zunächst automatisch über die IP-Adresse ermittelt, kann aber nachträglich manuell geändert werden. Den Standort dauerhaft auf Basis der IP-Adresse bestimmen möchte Twitter offenbar nicht: "Geotargeting auf IP-Basis ist keine perfekte Technik, und wir wollen sicherstellen, dass Nutzer die Ortsangabe verändern können, wenn sie nicht stimmt", sagte Rachel Bremer, die europäische Pressesprecherin Twitters, dem Blog Netzwertig .

Die Twitter-Nutzer verbünden sich derweil gegen die Entscheidung des Unternehmens. Unter dem Hashtag #TwitterBlackout planen viele, den Nachrichtendienst am morgigen Samstag den 28. Januar aus Protest nicht zu nutzen.