Zehntausende Demonstranten haben in Deutschland gegen das Anti-Piraterie-Abkommen Acta protestiert. Allein in München versammelten sich am Samstag bei eisiger Kälte rund 16.000 Gegner des Abkommens zum internationalen Urheberrecht in der Innenstadt. In Berlin beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 6.000 Menschen an der Demonstration, die Veranstalter sprachen sogar von 10.000.

Auch in zahlreichen anderen Städten Deutschlands folgten Demonstranten dem Aufruf zu der Aktion "Acta ad Acta!". Auf Plakaten forderten sie "Freiheit im Internet" oder "Für Reform des Urheberrechts". Andere trugen Masken der Hacker-Vereinigung Anonymous. Auch Parteimitglieder der Grünen , Linken und der Piratenpartei beteiligten sich an den Protesten.

Grünen-Chefin Claudia Roth und Vorstandsmitglied Malte Spitz werteten die Proteste als "fulminantes Signal gegen Acta und für lebendige Demokratie im digitalen Zeitalter". Trotz der Kälte hätten allein in Deutschland über 50.000 Menschen in mehr als 50 Städten demonstriert. "Es war eine erfolgreiche, friedliche und laute Demonstration. Die hohe Zahl der Teilnehmer zeigt, dass das Thema wichtig ist", sagte der Veranstalter der Münchner Demonstration, Roland Jungnickel.

Hohe Beteiligung an Protesten in Osteuropa

Auch in anderen EU-Ländern, vorwiegend in Osteuropa , gingen Netzaktivisten für die Freiheit im Internet auf die Straße. Im Baltikum beteiligten sich mehrere Tausend Menschen bei eisigen Temperaturen an den Protesten. In Estland wurden insgesamt mehr als 2.000 Menschen gezählt. Auch in der litauischen Hauptstadt Vilnius äußerten mehr als 600 Menschen ihren Unmut über das umstrittene Anti-Piraterie-Abkommen.

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia kamen mehr als 2.000 Netzaktivisten vor dem Parlament zusammen. Im österreichischen Salzburg folgten etwa 1.000 überwiegend junge Menschen den Aufrufen. In Brüssel waren es einige Hundert Demonstranten.

Weltweit rechnete der internationale Koordinator der Kampagne "Stopp Acta", Sebastian Radtke, mit 150.000 bis 200.000 Demonstranten. Die Aktionen konzentrieren sich dabei auf Europa und Nordamerika , wie eine Übersichtskarte der Protestkampagne zeigt. Auch in Ländern wie Australien und Brasilien waren einer anderen Informationsplattform zufolge Demonstrationen geplant.