Bisher gibt es keine europaweit einheitliche Regelung, wie im Internet mit dem Urheberrecht verfahren werden soll. Das Anti-Piraterie-Abkommen Acta soll das jetzt klären, es ist aber umstritten. Auffallend ist dabei, dass der Protest auf den Straßen hauptsächlich von einer Generation ausgeht, nämlich von meiner, der jungen Generation.

In Berlin rufen Jugendliche: "Wir sind hier! Wir sind laut, weil man uns die Pornos klaut!" Demonstrieren etwa die Musiker und Autoren? Nein. Viele von uns haben offenbar nicht bemerkt, dass die Hauptursache für schärfere Kontrollen, die ein Teilaspekt von Acta sind, der Umgang der jungen Generation mit geistigem Eigentum ist.

In meiner Generation ist das Verständnis für einen materiellen Gegenwert geistiger Arbeit verschwunden. Wenn ich mir eine CD nicht leisten kann, dann lade ich sie einfach herunter . Ebenso den Kinofilm, den ich mir im Internet ansehen kann. Die Möglichkeit und der Wille zum Gratis-Konsum haben eine generationstypische Mentalität geschaffen.

Weil wir alles umsonst haben wollten, müssen wir jetzt mit Acta, Pipa und Sopa leben. Wir haben die Notwendigkeit für solche Regelungen geschaffen und darum ist unser Protest grotesk: Wir sind zwar gegen Acta – berechtigterweise, denn es gibt viele Kritikpunkte. Aber es fehlt die Einsicht, dass auch eine digitale Musikdatei einen Wert hat.

Es ist ein gesellschaftliches Problem, wenn der Wert von geistigem Eigentum und der des Schöpferischen nicht anerkannt wird. Es wird Zeit, dass sich meine Generation darüber bewusst wird und den Wert des Schöpferischen wieder schätzen lernt.