AppleWas könnte Apple mit 100 Milliarden tun?

Der Computerhersteller will heute bekannt geben, was er mit seinem Barvermögen zu tun gedenkt. Die verfügbare Summe ist riesig. Wir hätten da ein paar Vorschläge.

Was tun mit 100 Milliarden Dollar? Die Frage klingt angesichts von Hunger und Armut in der Welt absurd, doch für Apple stellt sie sich gerade. Am heutigen Montag will das Unternehmen mitteilen, was es mit seinem bislang gesammelten Bargeld vorhat. Da diese Summe den Rahmen des Vorstellbaren sprengt, haben wir ein paar Beispiele gesucht, was mit so viel Geld möglich wäre.

Zuerst ein Vorschlag, der tatsächlich diskutiert wird. Die ISI Group, eine Investmentbank, hat ausgerechnet, wie viel Geld jeder bekäme, wenn Apple das Geld an seine Aktionäre ausschütten würde. Es wären pro Aktie 104 Dollar. Zum Vergleich: Würde das Geld nicht an Aktionäre, sondern an die Hungernden dieser Welt ausgeschüttet – das sind nach Schätzungen des World Food Programms 925 Millionen Menschen – erhielte jeder von ihnen sogar 108 Dollar.

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Apple könnte für das Geld – rein theoretisch – aber auch Facebook kaufen. Seit einiger Zeit versucht der Konzern sich in sozialen Netzwerken und hat dazu Ping gegründet. Wirklich erfolgreich ist Apple damit nicht, also könnte eine Überlegung sein, in einen erfolgreichen Konkurrenten zu investieren. Der größte auf dem Markt ist nach Meinung von Analysten genau so viel wert, wie die sogenannte Kriegskasse von Apple groß ist. Allerdings ist diese Zahl reichlich hoch angesichts der Tatsache, dass Facebook pro Jahr gerade vier Milliarden Dollar Umsatz macht. Möglicherweise gibt es also sinnvollere Investments.

In Twitter vielleicht. Der Nachrichtendienst ist nicht wirklich ein soziales Netzwerk. Allerdings hat Apple Twitter sehr tief in die Struktur seines mobilen Betriebssystems integriert. Eigentlich macht der Konzern das nur mit Technik, die er zuvor auch gekauft hat, siehe die Sprachsteuerung Siri. Warum also nicht auch Twitter voll integrieren? Der Wert des nicht an der Börse notierten Unternehmens steigt schnell, trotzdem wäre es für Apple eine eher kleine Ausgabe. Nach derzeitigen Schätzungen ist Twitter ungefähr acht Milliarden Dollar wert.

Vor einiger Zeit wurde spekuliert, ob Apple den Sony-Konzern kaufen will. Die Unterhaltungselektronikfirma stellte lange Zeit erfolgreich Spielkonsolen her und hat den Gamesmarkt über Jahre dominiert. In letzter Zeit lief es allerdings nicht mehr so gut, weswegen der Konzern, der immer noch zu den wertvollsten japanischen Unternehmen gehört, für Apple geradezu ein Schnäppchen wäre. Sonys Börsenwert wird auf ungefähr 30 Milliarden Dollar geschätzt. Es wäre also für Apple kein Problem, in das Geschäft mit Computerspielen und Spielkonsolen einzusteigen. Ganz unlogisch wäre es auch nicht, sieht Apple sich doch als Hardware-Hersteller, bietet bislang aber keine eigene Spielkonsole an.

Arbeitsbedingungen bei Foxconn verbessern

Ein Grund dafür, dass Apple überhaupt so viel Geld übrig hat, ist die exorbitante Gewinnspanne seiner Produkte: Sie liegt bei 44,7 Prozent für jedes verkaufte Apple-Gerät. Nur einen Bruchteil davon bekommen diejenigen, die iPhones und iPads herstellen: Die – je nach Zählung – bis zu 700.000 Arbeiter bei Foxconn in China.

Deren Basislohn soll, so wurde gerade bekannt, auf rund 400 US-Dollar im Monat steigen. Der Lebensunterhalt einer einzelnen Person kostet in Shenzen, wo die meisten Foxconn-Mitarbeiter Apple-Produkte herstellen, nach Angaben der Initiative Sacom (Students and Scholars Against Corporate Misbehavior) rund 430 Dollar. Wenig Geld also.

Dazu ein stark vereinfachtes Rechenbeispiel: Mit 1.000 Dollar im Monat könnte ein Arbeiter wohl sich und seine Kleinfamilie über die Runden bringen. Würde Foxconn wie geplant künftig 400 Dollar Lohn zahlen und Apple noch einmal jedem Arbeiter 600 Dollar drauflegen, wären das für Apple bei 700.000 Arbeitern monatliche Kosten von 420 Millionen Dollar. Apple könnte diese Summe 23 Jahre lang bezahlen, erst dann wären die 100 Milliarden alle.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    7 Leserempfehlungen
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    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    Wie sachlich soll man bleiben können, wenn man danach fragt, wie 100 Milliarden Dollar eines Unternehmens ausgegeben werden sollen? Das kommt der Frage gleich, was man sich wünschen würde, wenn einem eine Fee drei Wünsche zu erfüllen anböte.

    Mit meinem Kommentar wollte ich darauf hinweisen, dass ein gewinnorientiertes Unternehmen wie Apple wahrscheinlich so weitermachen wird wie bisher. Die 100 Milliarden US-Dollar, werden dort investiert, wo man das lohnenste Geschäft wittert. Die Verteidigung runder Ecken - wie ich sie im moderierten Kommentar thematisierte - ist als ein Synonym für die immer häufiger stattfindenden Patentkriege zwischen Technik-Unternehmen jeglicher Art zu verstehen. Die Idee, das Geld in ein ausgefeilteres Patentportfolio und Anwälte zu stecken, die dieses zum Angriff und zur Verteidigung nutzen, finde ich daher ganz und gar nicht unsachlich. Das ist ein Teil unserer Zukunft.

    P.S.: Das ist keine Kritik an der Moderation.

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    Wie sachlich soll man bleiben können, wenn man danach fragt, wie 100 Milliarden Dollar eines Unternehmens ausgegeben werden sollen? Das kommt der Frage gleich, was man sich wünschen würde, wenn einem eine Fee drei Wünsche zu erfüllen anböte.

    Mit meinem Kommentar wollte ich darauf hinweisen, dass ein gewinnorientiertes Unternehmen wie Apple wahrscheinlich so weitermachen wird wie bisher. Die 100 Milliarden US-Dollar, werden dort investiert, wo man das lohnenste Geschäft wittert. Die Verteidigung runder Ecken - wie ich sie im moderierten Kommentar thematisierte - ist als ein Synonym für die immer häufiger stattfindenden Patentkriege zwischen Technik-Unternehmen jeglicher Art zu verstehen. Die Idee, das Geld in ein ausgefeilteres Patentportfolio und Anwälte zu stecken, die dieses zum Angriff und zur Verteidigung nutzen, finde ich daher ganz und gar nicht unsachlich. Das ist ein Teil unserer Zukunft.

    P.S.: Das ist keine Kritik an der Moderation.

  2. 2. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    Eine Leserempfehlung
  3. Dieser Artikel geht in eine komische Richtung. Was wird Apple wohl mit den 100 Mrd. Dollar tun? Zum einen die gehören nicht "Apple" die gehören den Leuten, welchen Apple gehört, also den Aktionären. Viele dieser Aktionäre, denken sich, dass Apple mal anfangen könnte Dividenden zu zahlen, was der Konzern nämlich nicht tut.
    Momentan sind Apple Aktien reine Spekulationspapier, der Inhaber profitiert nur vom Verkauf mit Kursgewinn. Für langfristige Investoren und Anleger höchst unrentabel.

    Apple hat diese Barreserven also nicht, weil es die armen Foxconn-Leute ausbeutet (die im Vergleich zu anderen chinesischen Arbeitern gut verdienen) sondern weil es seinen Eignern nichts auszahlt.

    Von diesen logischen Überlegungen ist im Artikel nichts zu lesen und hat meines Erachtens nichts in der Kategorie Digital / Internet verloren.

    3 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Lieber mr. head,

    ich finde es eine komische Richtung, zu argumentieren, Apple müsse seinen "Eignern" etwas auszahlen. Immerhin haben sich diese Eigner bewusst für die Aktie entschieden, wissend, dass Apple noch nie eine Dividende zahlte.

    Ich finde es daher tatsächlich interessanter, dass diese hohe Summe vor allem auf der hohen Gewinnspanne basiert, die nur möglich wird, weil sie ein Lohngefälle und Armut ausnutzen. Warum also nicht fragen, ob das sein muss? Wäre es nicht besser, Apple verdiente etwas weniger Geld - da es eh nicht weiß, was damit angestellt werden soll - und bezahlte dafür Foxconn mehr, damit die ihre Arbeiter besser bezahlen?

    Ich zumindest finde diesen Gerechtigkeitsgedanken sehr naheliegend.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

    "Momentan sind Apple Aktien reine Spekulationspapier, der Inhaber profitiert nur vom Verkauf mit Kursgewinn."

    Die armen Apple-Aktionäre:

    http://www.nasdaq.com/sym...

    Redaktion

    Lieber mr. head,

    ich finde es eine komische Richtung, zu argumentieren, Apple müsse seinen "Eignern" etwas auszahlen. Immerhin haben sich diese Eigner bewusst für die Aktie entschieden, wissend, dass Apple noch nie eine Dividende zahlte.

    Ich finde es daher tatsächlich interessanter, dass diese hohe Summe vor allem auf der hohen Gewinnspanne basiert, die nur möglich wird, weil sie ein Lohngefälle und Armut ausnutzen. Warum also nicht fragen, ob das sein muss? Wäre es nicht besser, Apple verdiente etwas weniger Geld - da es eh nicht weiß, was damit angestellt werden soll - und bezahlte dafür Foxconn mehr, damit die ihre Arbeiter besser bezahlen?

    Ich zumindest finde diesen Gerechtigkeitsgedanken sehr naheliegend.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

    "Momentan sind Apple Aktien reine Spekulationspapier, der Inhaber profitiert nur vom Verkauf mit Kursgewinn."

    Die armen Apple-Aktionäre:

    http://www.nasdaq.com/sym...

    • eeee
    • 19.03.2012 um 13:01 Uhr
    5. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    Eine Leserempfehlung
  4. «Medienskandal in den USA: Der prominenteste Kritiker des Apple-Zulieferers Foxconn, Mike Daisey, hat Interviews mit Fabrikkindern und einem verstümmelten iPad-Arbeiter frei erfunden.» http://bazonline.ch/digit...

    Die Verfolgung des „One Laptop per Child“ halte ich aber nach wie vor für einen guten Gedanken.

    Antwort auf "One Laptop per Child"
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    Ich hoffe nicht, daß Sie in Abrede stellen wollten, daß diejenigen, die in Billiglohnländern unsere Luxusprodukte herstellen, oft unterbezahlt werden. Das beschränkt sich nicht auf Apple und daran ändert auch die mehr als zweifelhafte Praxis eines Journalisten nichts.

    Falls es Sie interessiert, ein beispielhafter Blick auf 'Das Welthemd' http://www.zeit.de/2010/5...

    Ich hoffe nicht, daß Sie in Abrede stellen wollten, daß diejenigen, die in Billiglohnländern unsere Luxusprodukte herstellen, oft unterbezahlt werden. Das beschränkt sich nicht auf Apple und daran ändert auch die mehr als zweifelhafte Praxis eines Journalisten nichts.

    Falls es Sie interessiert, ein beispielhafter Blick auf 'Das Welthemd' http://www.zeit.de/2010/5...

  5. sollte der Apple-Konzern denjenigen Arbeitern das Gehalt nachzahlen, denen er es durch Dumping-Löhne und menschenverachtende Arbeitsbedingungen geraubt hat. (Amnesty berichtete unlängst davon, dass manche Fabriken in China inzwischen mit Netzen umgeben sind. Man weiß nicht, ob sie die verzweifelten Selbstmörder schützen sollen oder die Firmen.)

    2 Leserempfehlungen
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    Apple steht für max. Ausbeutung der Arbeitnehmer und auch für eine total gescheiterte Steuerpolitik.

    Apple ist selbstverständlich nicht das einzige Unternehmen, dass diesen Kurs fährt.

    Gesellschaftspolitisch ist es tödlich, Unternehmen solche Macht zu überlassen.

    Noch ein bizarrer Aspekt: Vor wenigen Jahren war Apple faktisch Pleite und wurde von Microsoft gestützt. Nicht aus Nächstenliebe, sondern um noch einen Konkurrenten vorzeigen zu können...

    Apple steht für max. Ausbeutung der Arbeitnehmer und auch für eine total gescheiterte Steuerpolitik.

    Apple ist selbstverständlich nicht das einzige Unternehmen, dass diesen Kurs fährt.

    Gesellschaftspolitisch ist es tödlich, Unternehmen solche Macht zu überlassen.

    Noch ein bizarrer Aspekt: Vor wenigen Jahren war Apple faktisch Pleite und wurde von Microsoft gestützt. Nicht aus Nächstenliebe, sondern um noch einen Konkurrenten vorzeigen zu können...

  6. Bevor das jetzt hier noch ein paar mal hier wiederholt wird. Die Foxconn-Mitarbeiter verdienen im chinesischen Vergleich gut. Warum fällt es den Deutschen mit ihrer 40 Stunden Woche so schwer zu begreifen, dass in anderen Ländern (Entwicklungs- und Schwellenländer), dies eben noch nicht möglich ist. Im übrigen steigen die Löhne in China rasant an, was für das Land ein ziemliches Problem ist. Darüber habe ich leider noch nichts in der Zeit gelesen (oder es einfach nicht entdeckt, man möge mir helfen).

    Im übrigen, sollt man sich auch vor Augen halten, dass Foxconn kein Ableger von Apple ist, sondern einer der größten Technologiekonzerne der Welt, der für alle großen und namhaften PC-, Telekommunikations- und Unterhaltungselektronikhersteller produziert.

    10 Leserempfehlungen
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    "Warum fällt es den Deutschen mit ihrer 40 Stunden Woche so schwer zu begreifen, dass in anderen Ländern (Entwicklungs- und Schwellenländer), dies eben noch nicht möglich ist. Im übrigen steigen die Löhne in China rasant an, was für das Land ein ziemliches Problem ist."

    Klarer Fall von Unmöglichkeitsthereom. Wir würden ja gerne, aber wir können nicht. Und warum ist es nicht möglich? Klar, weil Apple als ein dem Opprtunitätskostendenken verhaftetes Unternehmen seine Aufträge sonst anderweitig vergeben würde. Also können wir alle nur darauf hoffen, dass die Ärmsten der Welt bald auf unser Lohnniveau heraufkommen, denn sonst müssen wir auf ihr Niveau hinabsteigen. Gerecht wäre es allemal, wenn weltweit die gleiche Leistung auch gleich honoriert würde. Aber: Ist es auch gerecht, dass die Aktionäre den Großteil des Kuchens bekommen - bei Apple eben in Form von Kurssteigerungen - wo sie doch nichts weiter tun als Kapital zur Verfügung zu stellen? Nicht besonders schweißtreibend und gesundheitliche Schäden tragen sie davon sicherlich auch nicht davon. Ausbildung braucht man dazu auch keine besondere, es reicht, wenn man eine stattliche Summe erbt. Man muss auch nicht früh aufstehen, sondern lässt sein Geld für sich arbeiten. Bloß: kann Geld überhaupt arbeiten? Nein, aber mit Geld kann man Arbeiter bezahlen und Maschinen kaufen. Letztendlich arbeiten also andere für einen - und die sollten dann bitte nicht zu gut bezahlt werden, denn sonst fallen die Kurssteigerungen zu gering aus.

    "Warum fällt es den Deutschen mit ihrer 40 Stunden Woche so schwer zu begreifen, dass in anderen Ländern (Entwicklungs- und Schwellenländer), dies eben noch nicht möglich ist. Im übrigen steigen die Löhne in China rasant an, was für das Land ein ziemliches Problem ist."

    Klarer Fall von Unmöglichkeitsthereom. Wir würden ja gerne, aber wir können nicht. Und warum ist es nicht möglich? Klar, weil Apple als ein dem Opprtunitätskostendenken verhaftetes Unternehmen seine Aufträge sonst anderweitig vergeben würde. Also können wir alle nur darauf hoffen, dass die Ärmsten der Welt bald auf unser Lohnniveau heraufkommen, denn sonst müssen wir auf ihr Niveau hinabsteigen. Gerecht wäre es allemal, wenn weltweit die gleiche Leistung auch gleich honoriert würde. Aber: Ist es auch gerecht, dass die Aktionäre den Großteil des Kuchens bekommen - bei Apple eben in Form von Kurssteigerungen - wo sie doch nichts weiter tun als Kapital zur Verfügung zu stellen? Nicht besonders schweißtreibend und gesundheitliche Schäden tragen sie davon sicherlich auch nicht davon. Ausbildung braucht man dazu auch keine besondere, es reicht, wenn man eine stattliche Summe erbt. Man muss auch nicht früh aufstehen, sondern lässt sein Geld für sich arbeiten. Bloß: kann Geld überhaupt arbeiten? Nein, aber mit Geld kann man Arbeiter bezahlen und Maschinen kaufen. Letztendlich arbeiten also andere für einen - und die sollten dann bitte nicht zu gut bezahlt werden, denn sonst fallen die Kurssteigerungen zu gering aus.

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