ZensurChina geht nach Putschgerüchten gegen Internetdienste vor

Wegen der Verbreitung von Gerüchten über einen Staatsstreich in China haben die Behörden zahlreiche Websites geschlossen. Zudem wurden sechs Personen festgenommen. von afp

Das Symbol eines Polizisten weißt den Nutzer auf einer chinesischen Website darauf hin, dass er sich an das Gesetz halten soll. (Archivbild)

Das Symbol eines Polizisten weißt den Nutzer auf einer chinesischen Website darauf hin, dass er sich an das Gesetz halten soll. (Archivbild)  |  © Adrian Bradshaw/dpa

Nach Gerüchten über einen Putschversuch sind die chinesischen Behörden massiv gegen Internetdienste und Kurznachrichtendienste im Internet vorgegangen. Die Kurznachrichtendienste Sina Weibo und Tencent QQ sperrten auf Druck der Behörden die Möglichkeit, Kommentare online zu stellen. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurden zudem 16 Websites geschlossen und sechs Menschen wegen "Erfindung und Verbreitung von Gerüchten" insbesondere über Kurznachrichtendienste festgenommen.

Xinhua berichtete, die 16 Websites seien geschlossen worden, weil Gerüchte "über in Peking einfahrende Militärfahrzeuge und darüber, dass in Peking etwas falsch läuft" verbreitet worden seien. "Über Kurznachrichtendienste verbreitete Gerüchte und illegale und schädliche Informationen hatten schädliche soziale Folgen", berichtete Tencent QQ. Der Kurznachrichtendienst Sina Weibo teilte mit, die Kommentar-Funktion werde bis Dienstag blockiert. Xinhua zitierte einen Sprecher der staatlichen Internetbehörde mit den Worten, die beiden Anbieter seien wegen der verbreiteten Gerüchte "kritisiert und bestraft" worden.

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Gerüchte über Staatsstreich

Die Gerüchte über einen Staatsstreich waren entstanden, nachdem Mitte März der aufstrebende Politiker Bo Xilai als Chef der kommunistischen Partei in der südwestlichen Metropole Chongquing entlassen worden war. Wegen der Entlassung kam es zu Spaltungen innerhalb der Partei, wegen einem in diesem Jahr anstehenden Wechsel der Führungsspitze. Später gab es Gerüchte über einen Putschversuch unter Leitung von Sicherheitschef Zhou Yongkang.

In China herrscht eine strenge Medienzensur . Kurznachrichtendienste sind daher eine Möglichkeit für Millionen von Chinesen, ihren Unmut über die Regierung, die Behörden und die kommunistische Partei zu äußern. In China gibt es mehr als eine halbe Milliarde Internetnutzer. Mehr als 300 Millionen von ihnen haben Benutzerkonten bei Online-Kurznachrichtendiensten.

Peking sorgt sich vor einem Übergreifen des Arabischen Frühlings auf das Land. Die Protestbewegung in zahlreichen arabischen Staaten war von sozialen Netzwerken im Internet maßgeblich vorangetrieben worden.

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Leserkommentare
    • asetra
    • 31. März 2012 12:49 Uhr

    einer verfehlten Wirtschafspolitik. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer grösser. Viele Chinesen können sich immer weniger leisten, aber gleichzeitig wird für immer mehr teure Produkte in den Medien geworben.
    Ohne bestimmte Statussymbole wird man in China jetzt als Menschen zweiter oder sogar dritter klasse behandelt.

    2 Leserempfehlungen
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    denn Ihr Beitrag funktioniert auch, wenn man China durch Deutschland oder eigentlich fast jedes Land ersetzt.

  1. Warum die chinesische Regierung trotz und gerade wegen dieser Zensurbemuehungen im Regen respektive Shitstorm stehen wird und was Barbara Streisand damit zu tun hat, lesen Sie hier:
    http://www.doppelpod.com/...

    Mit dem arabischen Fruehling hat das allerdings immer noch nichts zu tun, liebe Zeit-Redaktion. Woher Ihr das immer habt? Scheint irgenwie 'ne fixe Idee zu sein.

    Eine Leserempfehlung
  2. ... wirkt wie ein Schmerzmittel. Es hilft, die Krankheit eine Zeit lang zu vergessen. Heilen tut sie sie nicht.

    3 Leserempfehlungen
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    "Die Zensur ist die schändlichere von zwei Schwestern. Die ältere heißt Inquisition. Die Zensur ist das lebendige Eingeständnis der Herrschenden, daß sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können."
    - Johann Nepomuk Nestroy

    Aber das kleine Symbol des surfenden Polizisten, ist schon schön, das hat was :-))

  3. "Weil sie im Internet über Facebook zu Krawallen aufgerufen hatten, sind in Großbritannien zwei Männer zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt worden. Justiz und Polizei erhoffen sich von dem Urteil eine abschreckende Wirkung."

    http://www.focus.de/panor...

    Und nicht vergessen: Hier geht es um paar nackte Teenager, die ein paar iPods mitnehmen wollten. Was glaubt Ihr denn, realistisch betrachtet, wenn tatsächlich eine populäre Person zum Aufstand und Putsch gegen den Euro aufruft, eh?

    3 Leserempfehlungen
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    Sind die Internetseitseiten etc. gesperrt und die Personen verhaftet worden, weil sie zu "Krawallen" aufgerufen haben?

    • bugme
    • 31. März 2012 18:42 Uhr

    ich hoffe sie sehen einen Unterschied zwischen dem verbreiten von Gerüchten und dem Aufruf zur Gewalt.
    Wenn in Europa alles an regierungskritischen Kommentaren zensiert und verfolg würde dann wären ca 30% der Zeit-Foristen schon hinter Gittern - allein ihr Vergleich könnte da schon ausreichen.

  4. ...in der Demokratie ist es leider so, dass überhaupt nichts zensiert werden muss, weil die Bonzen und Medien gemeinsame Sache machen.

    Oder überlegt doch mal bitte zu den Themen: Euro, Libyen, Syrien, Iran, Putin, FDP, CO2, Obama, etc...

    ...wieviele kritische Artikel gab es jeweils zu diesen Themen? Das Verhältnis ist eit unter 1:1000. Das ist bitter, es ist die Wahrheit. Augen auf.

    7 Leserempfehlungen
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    @Nieet Kranig
    ""Zensur der Beweis, dass die Journalisten noch frei sind , in der Demokratie ist es leider so, dass überhaupt nichts zensiert werden muss, weil die Bonzen und Medien gemeinsame Sache machen""

    Dazu fällt mir folgendes ein :

    " Nahm der Bankster den Medienfürsten am Arm , Halt Du sie dumm ich halt sie arm ".

    In den Augen der Feudalharren der NWO gibt es keine freie Presse , weder in China noch im Westen , noch sonstwo , eine gleichgeschaltete Welt , ach wie herrlich....

  5. Bildtext: "Das Symbol eines Polizisten weißt den Nutzer auf einer chinesischen Website darauf hin..."

    schreibt man nicht "weist darauf hin"? Oder ist das auch die neue Rechtschreibreform? Oder spinne ich?

    5 Leserempfehlungen
  6. >>schreibt man nicht "weist darauf hin"?<<

    Schreibt man, Sie haben völlig recht. Allen Rechtschreibreformen zum Trotz, die online derartige Kardinalfehler wie 'Standart' oder 'Hinweiß' hervorbringen.

    Und besten Dank, daß Sie mir die Mühe abnehmen, ich hasse es eigentlich, Sprachflames zu schreiben :-)

    2 Leserempfehlungen
  7. @Nieet Kranig
    ""Zensur der Beweis, dass die Journalisten noch frei sind , in der Demokratie ist es leider so, dass überhaupt nichts zensiert werden muss, weil die Bonzen und Medien gemeinsame Sache machen""

    Dazu fällt mir folgendes ein :

    " Nahm der Bankster den Medienfürsten am Arm , Halt Du sie dumm ich halt sie arm ".

    In den Augen der Feudalharren der NWO gibt es keine freie Presse , weder in China noch im Westen , noch sonstwo , eine gleichgeschaltete Welt , ach wie herrlich....

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Behörde | Bo Xilai | China | Entlassung | Erfindung | Frühling
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