"Viele der Technologien, auf denen Facebook fußt, wurden zuerst von Yahoo entwickelt", schrieben die Yahoo-Anwälte in der am Montag in Kalifornien eingereichten Klageschrift . Über Jahre sei Facebook aber "schwarz gefahren". Jetzt verlangt Yahoo einen nicht näher bezifferten Schadenersatz. 

Yahoo hatte vor zwei Wochen öffentlich gedroht, gegen Facebook vorzugehen .

Facebook ist mitten in den Vorbereitungen für seinen milliardenschweren Börsengang, der im Sommer erwartet wird. Eine Klage von derartiger Tragweite könnte die Investoren verunsichern. Das weiß auch Yahoo und hat damit einen Vorteil in möglichen Verhandlungen über einen Vergleich.

Yahoo will wichtige Facebook-Funktionen erfunden haben



Yahoo beansprucht für sich, eine Reihe grundlegender Funktionen sozialer Netzwerke erfunden zu haben wie das Verschicken von Nachrichten, die Anzeige von Neuigkeiten oder die Kommentierung. Yahoo listete zehn Patente auf, die Facebook verletzt haben soll. Demnach soll Facebook bei einer Software zur Platzierung von Online-Werbung geklaut haben, auch die Pinnwand, auf der sich die Nutzer des sozialen Netzwerks Nachrichten hinterlassen können, gehe demnach auf eine Yahoo Entwicklung zurück.

Der Schaden, der Yahoo entstanden sei, könne nicht allein durch rückwirkende Lizenzzahlungen ausgeglichen werden, schreiben die Yahoo-Anwälte. Denn die vermeintlich missbräuchliche Nutzung von Patenten habe Facebook auch einen Marktanteilgewinn zu Lasten Yahoos eingebracht.


"Wir werden uns mit allen Mitteln gegen diese rätselhaften Aktionen zur Wehr setzen", sagte eine Facebook-Sprecherin. Die beiden Internetkonzerne sind Konkurrenten im Geschäft mit Werbung im Internet. Facebook ist in den vergangenen Jahren aber viel schneller gewachsen und hatte zuletzt 845 Millionen Nutzer. Yahoo war weniger erfolgreich, auch die Einnahmen des Unternehmens sanken. Nach eigenen Angaben gab es zuletzt 700 Millionen Nutzer.