Wie D64 versteht sich CNetz auch als ein Think Tank, der neue Ideen und Positionen entwickeln und der Union vorschlagen will. Die Ziele des Vereins sind dementsprechend formuliert. Man setze sich für eine bürgerliche Netzpolitik ein, heißt es in der Selbstbeschreibung. Freiheit dürfe es nicht ohne Verantwortung geben, ist in dem Zusammenhang einer der Kernsätze. Was genau das heißt, erklärt die Selbstbeschreibung nicht. Die ersten inhaltlichen Papiere sollen sich mit den Debatten um Netzneutralität und um Urheberrecht beschäftigen.

Der Verein versteht sich offensichtlich als Gegenmodell zu den übrigen beiden. So twitterte Vorstand Peter Tauber : "Ich bin im @c_netz dabei, weil ich nicht andere für mich definieren lassen will, was Freiheit bedeutet. #cnetz."

Die Reaktionen im Netz waren eher spöttisch. Vor allem die Namenswahl wurde mit Häme bedacht, ist das C-Netz doch eine veraltete Mobilfunktechnik – es war das letzte analoge Mobilfunknetz in Deutschland und wurde im Dezember 2000 eingestellt.

Das C beziehe sich natürlich auf die Union und deren christlichen Ursprung und Netz stehe für Netzpolitik, twitterte Tauber und reagierte überhaupt gelassen auf die Angriffe. Beispielsweise schrieb er : "keine Sorge das #cnetz wird das Internet nicht ausdrücken und dann abschalten! :-)." Gemeint war "ausdrucken", lautet ein Vorwurf doch, konservative Politiker ließen sich das Netz ausdrucken, da sie sich dort nicht auskennten.

Aber auch die Mitgliedschaft von Erika Steinbach sorgte für Verwunderung, gilt die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen doch als erzkonservativ . Jarzombek sagt dazu, man sei offen für alle, die sich für Netzpolitik interessierten und vor allem dieses Thema zähle für den Verein – nicht, "was jemand zur Vertriebenenpolitik sagt". Im Übrigen freue er sich, dass mit Steinbach auch Vertreter des konservativen Flügels der Union dabei seien.

Das Blog Netzpolitik , betrieben von Digiges-Mitgründer Markus Beckedahl, begrüßte den neuen Netzverein : "Erfreulich ist, wenn sich nach der SPD nun auch in der CDU/CSU netzpolitisch-progressive sammeln und für mehr Netzfreiheit werben wollen."