Die Wolke ist nicht sauber genug. So lautet das Fazit des Reports " How clean is your Cloud? " der Umweltschutzorganisation Greenpeace . Die hat untersucht, woher eigentlich die Energie kommt, die es Nutzern weltweit ermöglicht, allerlei Daten online zu speichern. Damit Fotos, Videos, Musik und Dokumente überall abrufbar sein können, wummern riesige Rechenzentren im Hintergrund. Und der Bedarf an Speicherplatz im Netz wächst. Die großen Internetkonzerne betreiben daher ganze Server-Armaden, die ordentlich Strom fressen.

Hier teilt sich dann die Welt der Cloudanbieter in "saubere und dreckige IT-Firmen" auf. Laut den Greenpeace-Aktivisten setzen vor allem Apple , Amazon und Microsoft auf billigeren Kohle- und Atomstrom, um ihre Rechenzentren anzutreiben. Demanch führt Apple die Liste der Sünder an: Nach den Berechnungen der Umweltschützer speist sich der Energiemix des Unternehmens für seinen Dienst iCloud zu 55 Prozent aus Kohlestrom und zu rund 28 Prozent aus nuklearem Brennstoff. Bei Amazon bedient man sich zu je einem Drittel bei Kohle und Atom. Microsofts "dreckiger Strom" summiert sich auf rund 55 Prozent.

Positive Tendenzen sehen die Autoren des Cloud-Reports bei Konzernen wie Google , Yahoo und Facebook . Hier mache man sich Gedanken um Energieeffizienz, Standorte für Rechnerzentren und setze vermehrt auf Erneuerbare Energien, während man seine Dienste weiter und weiter ausbaue. Ausdrücklich lobt Greenpeace Facebook dafür, seinen neuesten Serverpark in Schweden aufgestellt zu haben . Dort wird die Rechenleistung des sozialen Netzwerks allein mit Strom aus Wasserkraft unterstützt.

Dennoch bleibt festzuhalten: 39 Prozent seiner Cloudenergie holt sich Facebook aus Kohlestrom, 13 Prozent aus Atomstrom. Ähnlich sieht es bei Google aus. Yahoo hat diese Anteile immerhin zusammen auf knapp unter 35 Prozent gedrückt.

Es ist viel Strom, um den es geht

Insgesamt 14 IT-Unternehmen haben die Umweltschützer unter die Lupe genommen. Vor beeindruckenden Vergleichen scheut man sich dabei nicht: Fast 180.000 Haushalte könnten von der Energie mancher Rechenzentren betrieben werden, schätzt Greenpeace. Über welchen Zeitraum hinweg und wie groß diese Haushalte sind, erwähnen die Autoren leider nicht. Wäre die Cloud ein Land, so heißt es im Report, würde es den fünftgrößten Strombedarf der Welt beanspruchen.

Dabei könnte der Bedarf gar dramatisch unterschätzt werden, schreiben die Umweltschützer: Rechenzentren verschlängen möglicherweise 70 Prozent mehr Strom, als bislang angenommen worden ist.