Filesharing innerhalb von Facebook, vom Unternehmen nicht nur geduldet, sondern sogar gefördert – das klingt zunächst nach einer zumindest problematischen, um nicht zu sagen dummen Idee. Es klingt nach einer neuen Tauschbörse für illegale Kopien von Musik, Filmen und Software. Doch Facebook hat ganz andere Pläne.

Das neue Filesharing-Tool wird Teil von Facebooks "Groups for Schools" : Nutzer können auf Facebook dann Gruppen einrichten, zu denen nur Schüler derselben Schule Zugang haben. Sichergestellt wird das über ihre einheitliche E-Mail-Adresse – in den USA muss es eine .edu-Adresse der jeweiligen Schule sein. In Deutschland werden sie "Gruppen in Schulen " heißen.

Die Funktion erinnert an die Anfangstage von Facebook, als es noch kein globales Netzwerk war, sondern eines für den College-Campus. "Gruppen in Schulen" wurde seit Dezember an wenigen US-Schulen getestet und wird nun schrittweise ausgeweitet , zunächst in den USA, danach international.

Die Gruppen können sich aus Klassenkameraden zusammensetzen, aus Lerngruppen oder Arbeitsgemeinschaften. Die Mitglieder können untereinander kommunizieren und Inhalte posten, die niemand außerhalb der Gruppe sehen kann. Außer Facebook selbst natürlich.

Um einen Anreiz zu geben, solche Gruppen zu bilden, baut Facebook eine Möglichkeit ein, Dokumente wie zum Beispiel Unterrichtsmaterialien hoch- und herunterzuladen. Das Filesharing innerhalb der Gruppen wird auf 25 Megabyte pro Datei begrenzt. Der Upload von .exe-Dateien ist nicht möglich. Damit will Facebook vermeiden, dass Schadsoftware verteilt werden kann.

Das Unternehmen wird die Uploads zudem überwachen, um den Austausch von illegalen Kopien von MP3- oder Videodateien unterbinden zu können. Der Download ist dann direkt aus dem Newsfeed der Gruppenmitglieder möglich.

Unter Schülern und Studenten kann Facebook kaum noch neue Mitglieder gewinnen, die meisten – insbesondere in den USA – haben bereits ein Facebook-Konto. Nun geht es für das Unternehmen darum, dass sich diese Zielgruppen länger auf Facebook aufhalten und damit mehr Werbung zu sehen bekommen.

Später könnte Facebook solche Filesharing-Möglichkeiten auch Unternehmen anbieten, damit sich Teams vernetzen können, schreibt Techcrunch.com . Das Tool könne ähnliche Dienste anderer Anbieter – wie etwa Google Docs – überflüssig machen.