YouTube-Urteil : Gema-Website nach Gerichtsurteil attackiert

Die Internetseiten der Gema waren am Freitagabend nicht erreichbar. Offenbar hatten Hacker sie nach dem YouTube-Urteil des Landgerichts Hamburg lahmgelegt.
Der Hauptsitz der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) in Berlin © Jochen Eckel/dpa

Die Website der Verwertungsgesellschaft Gema ist nach dem Urteil des Landgerichts Hamburg vermutlich von Hackern angegriffen worden. Der Internetauftritt war am Freitagabend für mehrere Stunden stillgelegt. Mittlerweile sind die Seiten aber wieder erreichbar.

Das Hamburger Landgericht hatte am Freitag entschieden , dass das Internetportal YouTube keine Videos zu Musiktiteln mehr bereitstellen darf, an denen die Gema Urheberrechte geltend gemacht hat. YouTube habe eine sogenannte Störer-Haftung , sei also für das Nutzerverhalten verantwortlich.

Dem Urteil wurde grundlegende Bedeutung für das Urheberrecht im Internet beigemessen. Es ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Noch ist nicht bekannt, ob YouTube Revision einlegen will.

Bereits in der Vergangenheit war die Website der Gema wiederholt von Netzaktivisten attackiert worden.

Verlagsangebot

Hören Sie DIE ZEIT

Genießen Sie wöchentlich aktuelle ZEIT-Artikel mit ZEIT AUDIO

Hier reinhören

Kommentare

59 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Netz und Straße?

Vielleicht wäre es an der Zeit, den Protest gegen die GEMA auf die Straße zu führen und so der Notwendigkeit einer reflektierten Diskussion über Urheberrechte und deren Verwertung nach der Digitalen Revolution Nachdruck zu verleihen. Es wird langsam Zeit, den Kindergarten zu beenden und Ernst zu machen.

Re: Hacker

Ja, allein in dem Wort "Hacker" und wie leichtsinnig und unreflektiert es in den meisten Artikeln verwendet wird manifestieren sich schon einige der Konflikte, die schleunigst gelöst werden müssten.
Dass die GEMA ihre Website selbst lahmgelegt hat, glaube ich nicht. Die Schulung, die das dann evtl. dazu befähigte Personal hätte durchlaufen müssen hätte mindestens 2 Wochen benötigt, IMO also viel zu zeitnah um ein Schachzug der GEMA zu sein.

Was habt ihr eigentlich ? @gema-gegner

Ich weiß bis heute nicht was die GEMA Gegner eigentlich wollen?

Wollt ihr also von Musikern produzierte Musik kostenlos konsumieren?

Ist doch Klasse wenn die/ich, auch etwas abbekommen von dem was die/ich produziert haben.

Das Kindergärten jetzt GEMA für Kinderlieder zahlen sollen finde ich auch übertrieben. Oder Konzertmitschnitte mit nem billig Handy gefilmt halte ich auch nicht gerade für GEMA pflichtig.

Ich glaube die meißten die sich hier echauffieren arbeiten nicht kreativ (bzw. stellen ihre Inhalte nicht ins Netz).
Regen sich aber gleich mal auf das Veranstaltungen teuerer werden.

Seit es P2P gibt stell ich mir die Frage wie man ein Album herausbringen kann das nicht gleich per P2P verteilt wird.
Es geht einfach nicht!

...und das ist der Grund der GEMA auch mal ein wenig recht zu geben.

Anbei denke ich, wenn ich hier die Kommentare lese, dass hier die gleiche Abwehrreaktion auftritt die beim Thema GEZ zum tragen kommt. Es wirkt wie ein Reflex.
Jetzt mal unabhängig davon was die GEZ so will. (Was ich auch nicht okay finde....für Inhalte zu zahlen die man NICHT nutzt.)

Vielleicht kann mich ja mal ein oder mehrere Gegner der GEMA aufklären was denn so schlimm daran ist das Musiker die bei der GEMA gemeldet sind auch mal ein paar Cent für ihre Arbeit sehen.

Verwerter sind Verbrecher!

Nein, den meisten geht es nicht ums kostenlos konsumieren. Diese Diffamierung durch "die andere Seite" ist genauso hirnlos wie eine absolute Dämonisierung der GEMA.

Seit den youtube-Sperren zieht die GEMA allerdings verstärkt Zorn auf sich. Womit ist es denn zu begründen, dass in allen anderen Ländern der Welt Verträge zwischen den Verwertern und youtube erzielt werden konnten, nur die GEMA sperrt sich (und folglich gibt google die Videos nicht frei)? Es ist bereits durchgesickert, dass es am Preis lag und die GEMA wesentlich mehr verlangt als in anderen Ländern üblich ist. Worin begründet sich diese Mehrforderung?

Es geht allerdings auch nicht nur um youtube, sondern auch um andere Streaming-Dienste, die in anderen westlichen Ländern bereits seit langem angeboten wurden, in Deutschland an der Dagegen-Haltung der Verwerter allerdings gescheitert sind.

Aber es sind nicht nur GEMA-spezifische Argumente, sondern die generelle Grundhaltung, welche die Verwerter an den Tag gelegt haben. Denken Sie nur an den "Raubkopierer sind Verbrecher"-Schwachsinn, den sich die ehrlich Kunden, die sich eine DVD kaufen, anschauen müssen. Das geht weiter mit DRM und online-Zwang.

Die Verwerter machen deutlich, dass sie ihre ehrlichen Kunden für Kriminelle halten - und das seit über einem Jahrzehnt.

Es ist kein Wunder dass die Stimmung kippt. Wer mich ehrlichen Bürger als Kriminellen beschimpft darf sich nicht wundern wenn ich das nicht akzeptiere und mit der gleichen Munition zurückschieße.

Sie verstehen da was nicht

Die GEMA ist nicht die nette "Abrechnungsstelle" wie die GEZ.

Die GEZ zieht einmal in der Rechnungsperiode den Betrag ein und läßt Sie in Ruhe.

Die GEMA ist anders, sie verhandelt und setzt die Entghelte fest, welche Sie haben will.

Damit hat die GEMA, anders als die GEZ, ein Eigeninteresse an den Zahlungen, anders als die GEZ, die nur den Auftrag abwickelt.

Kaufmännisch macht das Verhalten der in eigentlich keinen Sinn.

Re: Verwerter sind Verbrecher

Zitat: "Nein, den meisten geht es nicht ums kostenlos konsumieren".

Aha,"den meißten" okay.Ich denke aber das es mehr als ein paar wenige sind die das total Super finden. Sie nicht? Kostenlos ist per se ja immer geil oder?

"Worin begründet sich diese Mehrforderung?"

Vieleicht ganz schlicht in der höheren Priorisierung von solchen Produkten? Oder meinen Sie die GEMA fordert nur mehr Geld als andere weil sie sich ein tolles Gebäude leisten muss und der Chef der GEMA ja auch sein Lohn erhalten muss?

"Es geht allerdings auch nicht nur um youtube, sondern auch um andere Streaming-Dienste"

Mag sein, aktuell wird aber der Kram mit der GEMA verhandelt und erstmal nichts anderes. Und ich sehe nicht gleich die viel zitierte "eingeschränkte Meinungsfreiheit" des Netzes (in demokratischen Ländern) gefährdet. Im Gegenteil. Innovativ könnten die Deutschen im Netz mehr sein, ist jetzt aber auch keine digitale Wüste hier....

"Raubkopierer sind Verbrecher"-Schwachsinn, den sich die ehrlich Kunden, die sich eine DVD kaufen, anschauen müssen. ...weiter mit DRM und online-Zwang."

"Anschauen MÜSSEN"!!! Oh Gott, ist ja dramatisch ;)
War halt ein krasse Art der Meinungsmache. BILD ist nicht viel anders.
Bei DRM und Online-Zwang?! weiß ich nicht was Sie meinen, denke aber das Sie einen Dammbruch befürchten a la "Wenn das jetzt beschlossen wird gehts hier bald zu wie in China"...

Es hat Sie doch wirklich NIEMAND jemals als Verbrecher beschimpft, das bilden Sie sich ein. Oder sind Sie einer?

Es gab früher ein Recht auf Privatkopie

"Aha,'den meißten' okay.Ich denke aber das es mehr als ein paar wenige sind die das total Super finden. Sie nicht? Kostenlos ist per se ja immer geil oder?"

Nein, denke ich nicht. Möglicherweise ist es falsch von mir auf andere zu schließen, aber ich halte eine kostenlose Sache zuallererst für suspekt. Aber warum denken Sie denn, dass die meisten (schreibt man mit 's') nur kostenlose Ware wollen? Amazon und itunes beweisen das Gegenteil.

"Vieleicht ganz schlicht in der höheren Priorisierung von solchen Produkten?"

Und diese ist so anders als z.B. in Österreich? Dafür hätte ich gerne Belege.

""Anschauen MÜSSEN"!!! Oh Gott, ist ja dramatisch"

Ja, ich habe früher viele DVDs gekauft (und auch mit meinen Freunden getauscht, deswegen fühle ich mich von diesen Kampagnen angesprochen) und diese Intros lassen sich auf legalem Weg nicht überspringen. Als zahlender Kunde finde ich es schizophren, dass die Schwarzkopierer all diese Beschränkungen nicht ertragen müssen, sondern ihr Produkt frei genießen können.

Und ich als ehrlicher Kunde muss mehr und mehr Gängelung ertragen. Den online-Zwang gibt es hauptsächlich bei Spielen.

Irgendwann bin ich dazu übergegangen, keine CDs, DVDs und Spiele mehr zu kaufen (ich kopiere sie mir auch nicht). Und offensichtlich war ich nicht der einzige, der Umsatzrückgang mit diesen Medien spricht Bände.

Ich bin enttäuscht, da ich die Medien weiterhin gerne nutzen würde, aber die Bedingungen von GEMA und Co sind für mich nicht akzeptabel.

Lassen Sie....

Das sind "Perlen...".

Das Problem ist doch, dass sich Leute melden, die gar keine Ahnung haben, wie die GEMA funktuioniert oder wenn, dann profitieren sie von ihr.

Was und ob Herr Regener mit der GEMA zu tun hat, außer, dass er Mitgleid ist, erfährt man ja nicht.

Gestern war Herr Reichel in der Tagesschau, auch was er da so abkriegt in Relation zu seinen Einzahlungen etc. erfährt man nicht.

Was viele hier nicht verstehen ist, dass die GEMA ~ 15 % Verwaltungskosten hat.

Das ist schon eine ganze Menge, im öD, wäre das die Grenze zur Rechtswidrigkeit.

Ich habe mir mal den Spaß gemacht die Lohnsumme durch die Beschäftigte zu teilen.

LS: 51.176.000 € : 1068 = 3.993,13 €

Selbst wenn man die SV-Abnteile des AG abzieht ist der Schnitt mehr als E13 im TVÖD.

Dabei kann man davon ausgehen, dass viele Mitarbeiter eher weniger als den Schnitt verdienen als mehr.

Quelle : GEMA Geschäftsbericht 2010

Weils Hacker sind

"Hacker hat im technischen Bereich mehrere Bedeutungen. Das Wort wird alltagssprachlich gebraucht, um jemanden zu bezeichnen, der über ein Netzwerk in Computersysteme eindringt und zugleich Teil einer entsprechenden Subkultur ist."
Zitat Wikipedia

Verstanden? Wenn jemand technisch in der Lage ist eine Page lahmzulegen, dann ist die Bezeichnung "Hacker" durchaus richtig. Ob er einer "Subkultur" angehört sei dahingestellt. Und natürlich braucht es einen Spezialisten, um eine Page erfolgreich zu downen. Würde ich mich neben Sie setzen und Ihnen die Anweisung geben, die Page des Ökobäckers Schmidt lahmzulegen, säße ich in drei Jahren noch da.

Die Aktion it natürlich totaler Schwachsinn. Ein Gericht hat entschieden und basta. Was muss ich da der Gema noch die Luft auf dem Fahrradreifen lassebn. Beleidigte Scriptkiddies. Zeigt einmal mehr, was da geistig umher purzelt.

cu

Ganz einfach

es geht nicht um das meinethalben legitime Anliegen der GEMA, an der Verbreitung der von ihnen vertretenen Inhalte Geld zu verdienen. Es geht um den Anspruch den Austausch von rein immateriellen Dingen über das Internet umfänglich kontrollieren zu wollen. Es geht um die Hybris der Rechteverwerter anzunehmen in jede Form des (internationalen) Informationsaustausches im Netz hineinschauen zu dürfen um ausschließen zu könne, dass rechtlich besetzte Inhalte transportiert werden. Es geht um die bodenlose antidemokratische Auffassung, dass es fortan nicht mehr möglich sein soll ein video bei youtube einzustellen, dessen Titel einen Musiktitel und den zugehörigen Musiker beinhaltet. Ab wann darf ich in diesem Land einen bestimmten Namen nicht mehr öffentlich aussprechen, weil er schon jemandem gehört - wann darf ich einen Gedanken nicht mehr denken, weil er proprietär vorbelastet ist.
Wir sind auf dem Holzweg, wenn wir denken, dass es irgendeine Möglichkeit gibt, informationelle Grenzen zu errichten.
Mir fehlt leider selbst eine gute Idee, wie man fortan zB Kunstschaffende entlohnen soll, wenn die Verbreitung ihres immateriellen Gutes nicht mehr einzudämmen ist - im Vergleich zu den totalitären Ansichten derer, die eine flächendeckend Informationsflusskontrolle einzurichten gedenken, stehen die finanziellen Interessen einger aber ganz klar hintan, da es um die Staatsräson und die Verfasstheit der Gesellschaft als Ganzes und nicht um pekuniäre Partikularinteressen geht.

Die GEMA gehört reformiert

Die GEMA ist ein Musterbeispiel mangelnder Transparenz und für kleine Künster ungünstiger Regeln.

Zum Glück haben die Piraten auf den Unmut der Künstler mit der GEMA reagiert und beschäftigen sich mit deren Reform.
http://tinyurl.com/bvvqb39

Bis die GEMA im modernen Heute angekommen ist, sollte YouTube Deutschland dichtmachen. Wer etwas sehen will, wird einfach in die USA umgeleitet. Unzensiert.

Damit ist vor allem jungen Künstlern mehr gedient.

Von der Freiheit im Netz

Man kann von dem Urteil halten was man will, da will ich gar nichts zu sagen, aber seit wann ist es eigentlich schick, den unterlegenen Gegner nach einem Prozess zu attackieren.

Wenn das die Freiheit im Internet ist, dass man Seiten lahmlegt, hackt, wie auch immer, weil einem ein Urteil nicht passt, dann geht das in Richtung Selbstjustiz. Es ist das eine, sich im Netz in Posts, Blogs etc. zu äußern, das Urteil zu geißeln, aber es ist eine andere Sache, den Prozessgegener anzugreifen.

Es ist ein Irrglaube, dass das Netz frei bleiben kann, wenn die Rechtsordnung, die offline gilt, online mit Füßen getreten wird (gleiches gilt ja auch für allzu viele Kommentare im Netz, für die nicht wenige der Verfasser in der offline Welt angezeigt wegen Beleidigung, Herabwürdigung, etc angezeigt werden könnten).

Es soll sich nur niemand beschweren, wenn der Gesetzgeber durchgreift, um dieses pubertäre (im Bezug auf Recht, Freiheit und Verantwortung) Verhalten nicht aufhört... Ich fürcht nur, es schreien dann die am lautesten, die solches Fehlverhalten selbst praktizieren.

Lach...

...solche Shitstorms muss man schon aushalten, wenn man sich mit der Jugend anlegt. Im übrigen hat ja vermutlich nicht der Unterlegene (Youtube) die Seite attakiert, sondern wenn (falls es überhaupt externe Kräfte waren) dann frustrierte User.

Und apropro Recht/Unrecht, ich empfinde viele Urteile und Gesetze als nicht gerecht. Und demokratisch von einer Mehrheit der Bevölkerung beschlossen, wurden sie sowieso nicht. Von daher sehe ich mich auch nicht in jedem Fall daran gebunden. Die GEMA selbst ist eine zutiefst undemokratische und ungerechte Institution:

http://www.spiegel.de/spi...
http://de.wikipedia.org/w...

Stichwort PRO-Verfahren, das in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Entscheider reich gemacht hat. Oder die sogenannte GEMA-Vermutung, eine Beweislastumkehr für alle Nicht-Gema-Künstler.

Die GEMA geht noch auf Goeppels zurück und hiess damals STAGMA "Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die STAGMA ihre Arbeit fort, ab dem 24. August 1947 allerdings unter der Bezeichnung GEMA"
http://de.wikipedia.org/w...

Eine kritische gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Art und Umfang ihrer Rechte, ist mir nicht bekannt.

Überhaupt ist das Urheberrecht seltsam, während Erfinder max. für 20 Jahre ein Patent erhalten und das auch noch bezahlen und registrieren müssen, gilt das UR kostenlos und unregistriert bis 70 Jahre nach dem Tod. Im Sinne der Gesellschaft ist das ganz sicher nicht.