AppelleGegenaufruf zu "Wir sind die Urheber" unterzeichnen fast 5.000

Mit der Aktion "Wir sind die Bürger" mischen sich Aktivisten mit versöhnlichen Tönen in den Streit um ein neues Urheberrecht ein. Anonymous veröffentlicht indes Adressen. von 

Wenn derzeit jemand Urheberrecht ruft, ist die Chance groß, dass sich jemand anderes sofort darüber aufregt. Die Debatte darum, ob und wie das Urheberrecht angesichts der technischen Entwicklung reformiert werden muss, wird lauter und schriller. Bislang letzte Aktion einer längeren Reihe: Im Namen der Bewegung Anonymous stellten Unbekannte eine Liste mit Adressen und Telefonnummern von Künstlern ins Netz, die zuvor einen Aufruf mit der Überschrift "Wir sind die Urheber!" veröffentlicht hatten. DIE ZEIT hatte die Forderungen der Initiative dokumentiert .

Die Adressliste wurde bei der Datentauschplattform Pastebin veröffentlicht. Sie enthält als Einleitung den relativ knappen Kommentar: "fuck your copyright blah blah blah, Homepage: http://www.wir-sind-die-urheber.de (U MAD?)." Sie soll also offensichtlich eine Kritik an der Aktion der vielen Künstler sein , die laut eigener Aussage mit "Sorge und Unverständnis" die öffentlichen Angriffe gegen das Urheberrecht verfolgen und sich gegen den "Diebstahl" ihrer Arbeit wenden.

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Aufgelistet werden von Anonymous 52 Namen wie Sven Regener , Charlotte Roche und Günter Wallraff mit Adresse und Telefonnummer. Was nach einer Verletzung des Persönlichkeitsrechts klingt, ist bei genauerem Hinsehen lediglich eine Sammlung von ohnehin öffentlichen Daten und damit eher ein Scherz.

Der Anwalt Arno Lampmann regt sich trotzdem darüber auf. Er schreibt in seinem Blog , die Aktion mit den "illegalen Links zu den geschützten Daten" sei ein "klarer und schwerwiegender Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht aller Beteiligten".

Dabei stammen die Informationen entweder von der deutschen Internetregistrierungsstelle Denic oder von der internationalen Domainsuche Whois. Sie sind also die Informationen derjenigen, die Websites wie axel-hacke.de angemeldet haben. Solche Daten jedoch können von jedem abgerufen werden. Oder sie sind gleich aus Telefonbüchern kopiert und damit gerne mal falsch, da viele Prominente nicht in diesen Verzeichnissen stehen und es somit ihre Namensvettern traf. Die Drohung unter dem Dokument, man werde weitere Namen veröffentlichen, wenn die Künstler ihre Aktion nicht beenden, ist damit eher keine.

Viel Sympathie trägt die Aktion den Unbekannten sowieso nicht ein. Auf der Facebookseite, auf der die Pastebin-Liste veröffentlicht wurde, kommentieren Leser durchaus kritisch und nennen die Aktion unnötig und kontraproduktiv, da sie nur Angst mache, statt aufzuklären und Kompromisse zu vermitteln.

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    • Schlagworte FDP | Günter Wallraff | Abmahnung | Axel Hacke | Blog | Blogger
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