Das neue MacBook Pro von Apple © Justin Sullivan/Getty Images

Mit neuen schicken und schnellen Laptops zeigt Apple der Konkurrenz seine Stärken. Die Sprachsteuerung Siri gibt es künftig nicht nur im iPhone, sondern auch im iPad, in den MacBooks sowie in Apple Desktop-Rechnern – und sogar im Auto. Das Betriebssystem iOS 6 bekommt rund 200 Neuerungen verpasst. Die wichtigste Entwicklung aber, die Apple am Montagabend vorstellte: iPhone, iPad, MacBooks und Mac verwachsen untereinander und mit der Cloud.

Der Ablauf des ersten Abends der Entwicklerkonferenz WWDC war ein eingespieltes Ritual: Kurz bevor der Apple-Chef die Bühne betrat, schoben sich unzählige Entwickler in das Moscone Center in San Francisco und tauschten sich über die letzten Gerüchte aus. Unterdessen wurde der Apple-Store im Internet offline genommen, um Platz für die Produkte zu machen, die Apple-Chef Tim Cook auf der Bühne vorstellte. Die Apple-Fans zu Hause mussten sich mit Liveblogs begnügen, denn einen eigenen Stream spendierte Apple den Daheimgebliebenen nicht.

Große Überraschungen folgten dann nicht: So stellte Apple wie von vielen erhofft eine komplett renovierte Notebook-Reihe vor, das neue Mobil-Betriebssystem iOS 6, eine neue Version des Desktop-Betriebssystems Mac OS X alias Mountain Lion und dazu den mit Spannung erwarteten Kartendienst, der Google Maps ersetzen soll. Enttäuscht wurden diejenigen, die Neuigkeiten zum lange erwarteten Einstieg ins Fernsehgeschäft erwartet hatten.

Für Verzückung im Saal sorgte zunächst das neue Spitzenmodell MacBook Pro, laut Apple-Manager Phil Schiller "der schönste Computer, den wir je gemacht haben". Nicht einmal zwei Zentimeter dick, hat das Gerät ein komplett neues Innenleben mit neuen Intel-Prozessoren, doppelt so schneller Solid-State-Festplatte und mehr Speicher verpasst bekommen. Der Clou ist aber das Retina-Display mit einer Auflösung von 2880 mal 1800 – über fünf Millionen Pixel drängen sich auf dem Display. Hinzu kommen schnelle Anschlüsse wie USB 3 und Thunderbolt.

Mountain Lion ab Juni auf dem Markt

Solche Leistung und das Design haben insbesondere bei Apple ihren Preis: Die Grundversion des MacBook Pro wird in Deutschland 2279 Euro kosten, für die Top-Variante sind 2899 Euro fällig.

Auch die anderen Notebooks wurden gehörig aufgemöbelt: Das ultradünne Macbook Air hat einen kleinen Bruder bekommen.

Die neue Hardware bekommt auch neue Software. Das Betriebssystem Mountain Lion soll im Juni auf den Markt kommen. Neben den bekannten Neuerungen hat Apple in San Francisco besonders die bessere Verzahnung mit den Cloud-Diensten des Konzerns demonstriert. So können Apple-Nutzer in Zukunft auch die im eigenen Browser geöffneten Webseiten quer über alle Geräte aufrufen. Hinzu kommen ausgefeilte Benachrichtigungsfunktionen, die den Kompromiss zwischen durchgängiger Erreichbarkeit und Konzentrationspausen wahren sollen.

Ein neues Erinnerungssystem in Mountain Lion soll den Arbeitsalltag erleichtern und der Apple-eigene Browser Safari ist nach Apple-eigener Rechnung nun der schnellste Browser überhaupt.