Schmitz kann daran kein Interesse haben, denn nach neuseeländischem Recht droht ihm eine sehr viel geringere Strafe. Über das Auslieferungsersuchen wird am 6. August vor einem neuseeländischen Gericht entschieden.

Zuvor aber wird es in einer weiteren Anhörung am 4. August noch darum gehen, ob die bei der Durchsuchung gefundenen Daten überhaupt als Beweise zugelassen werden. Denn da die Durchsuchung illegal war, können die gefundenen Dinge unter Umständen nicht gegen den Betroffenen verwendet werden. Ob das Gericht das in jedem Fall so sieht, ist derzeit aber nicht klar.

Der freundliche Mr. Dotcom

Schmitz, der sich früher gern Dr. Kimble nannte und nun unter Kim Dotcom firmiert, nutzt die Zeit bis dahin und baut an seinem nächsten Image als netter Kerl.

Der in Kiel geborene Schmitz spielte schon viele Rollen. Zuerst gab er den mysteriösen Hacker, dann den millionenschweren Playboy, der mit Ferraris und Yachten protzt, dann den ernsten Geschäftsmann, der Sicherheits-Know-How verkaufte und Firmen retten wollte. Nun zeigt er der Öffentlichkeit eine ganz neue Seite, die des liebenden Familienvaters und guten Menschen.

Er hat inzwischen einen Twitter-Account , über den er Bilder seiner Frau und seiner Kinder verbreitet und über den er all seinen Unterstützern fotografische Dankesgrüße schickt . In einem möglichen Gerichtsprozess, der sowohl in den USA als auch in Neuseeland vor Geschworenen stattfinden würde, kann ihm ein freundliches Image nur nützen.

Fürsprecher hat er bereits gefunden. So hat ihn Apple-Mitgründer Steve Wozniak kürzlich besucht und gibt nun Interviews , in denen er die Anklage gegen Schmitz kritisiert.