Kim SchmitzMegaupload geht in die Offensive

Es sollte ein schwerer Schlag gegen illegales Filesharing werden, doch nun bröckelt die Anklage gegen Kim Schmitz und seinen Speicherdienst Megaupload. Was ist passiert?

Kim Schmitz vor dem Gericht in Auckland

Kim Schmitz vor dem Gericht in Auckland

Zunächst sah es nach einem klaren Fall aus. Einem Fall von Gut gegen Böse. Auf der einen Seite die fleißigen Fahnder des FBI, auf der anderen Seite Kim Schmitz, der Ex-Hacker, Ex-Hochstapler und Lebemann. Mit seinem Speicherdienst Megaupload betrieb er eine der erfolgreichsten – und kontroversesten – Seiten im Internet. Angeblich 500 Millionen US-Dollar Schaden soll der Dienst der Unterhaltungsindustrie durch die unrechtmäßige Verbreitung von Musik und Filmen zugefügt haben. Bis das FBI die Betreiber schließlich fest- und die Seite vom Netz nahm.

Das war im Januar. Seitdem wartet Schmitz in seiner Wahlheimat Neuseeland auf die Auslieferung in die USA. Doch mittlerweile ist fraglich, ob es dazu kommt. Denn bis jetzt ist der nach Angaben der US-Behörden "größte Schlag gegen Urheberrechtsverletzungen" eine Anreihung peinlicher Fehler und fragwürdiger Vorwürfe.

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Doch der Reihe nach.

Aus Sicht der Ankläger hatte alles sehr vielversprechend begonnen. Zwei Jahre lang hatte das FBI angeblich die Aktivitäten von Megaupload verfolgt. Als die neuseeländische Polizei Schmitz im Januar infolge einer internationalen Razzia festnahmen, schien die Beweislage eindeutig. Es gab interne E-Mails, die eine vorsätzliche Urheberrechtsverletzung der Betreiber bestätigten, gemietete Server im US-Bundesstaat Virginia und Hinweise darauf, dass Megaupload Personen großzügig bezahlte, damit sie Links zu geschützten Inhalten verbreiteten. Zu den Anklagepunkten zählten neben Urheberrechtsverletzung im großen Stil auch Geldwäsche und die Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Die Beweislage schien so erdrückend, dass nur wenige Tage später zahlreiche andere Filehoster ihre Dienste freiwillig einschränkten oder einstellten – viele davon bis heute.

Zahlreiche Form- und Verfahrensfehler

Seitdem allerdings gab es wenige Erfolgsmeldungen vonseiten der Behörden. Im Gegenteil, das Blatt scheint sich zu wenden.

Diese Woche gingen die Verteidiger mit gleich zwei Anträgen in die Offensive. Erstmals haben die Anwälte von Megaupload beim Bezirksgericht von Virginia beantragt, das Strafverfahren gegen das Unternehmen einzustellen. Die Grundlage des Antrags ist ein Formfehler, der bereits im April bekannt wurde.

So wurde die für einen korrekten Prozess notwendige Strafanzeige Megaupload nie zugestellt, und das offenbar aus gutem Grund: Da Megaupload seinen Firmensitz in Hongkong hat und keine Niederlassung in den USA betreibt, ist eine Anklage im Sinne des Strafrechts unzulässig. Diese sei nämlich nur für Personen, nicht aber für Unternehmen außerhalb der amerikanischen Rechtssprechung möglich, sagte Megaupload-Anwalt Ira Rothken der Nachrichtenseite NZ Herald.

Leserkommentare
    • 15thMD
    • 02.06.2012 um 0:40 Uhr
    33. Nein.

    Zum einen kann ich aus Erfahrung sagen, dass das nicht stimmt, zum anderen, können Sie es ja auch nicht belegen.
    Und ich glaube, Unterstellungen bringen hier niemandem was.

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    Antwort auf "legal"
    • 15thMD
    • 02.06.2012 um 0:54 Uhr

    ...ich mag den Mann und habe Megaupload sehr häufig verwendet. Und meiner Meinung nach ist er trotzdem ein Gauner. Aber die Welt braucht Gauner. Er ist es im Endeffekt auch, der die Urheberrechtsdebatte ins Rollen gebracht hat. Alleine schon die Verknüpfung mit kino.to, das sehr viele Menschen genutzt haben und dessen Ableger auch noch von vielen Menschen genutzt werden, hat die Menschen für das Thema sensibilisiert, ähnlich wie Napster es einst getan hat.

    Was man dabei auch bdenken muss: Der Mann ist ersetzbar. Es gibt unglaublich viele fast identische Dienste und es wird sie immer geben und hier muss die GEsetzgebung ansetzen. Gesetze müssen durchsetzbar sein und das ist das Urheberrecht nicht.

    Daher halte ich es für verständlich, und ich unterstütze es, dass der "Gauner" verteidigt wird und hoffe, dass seine Strafe so mild wie möglich ausfällt.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Es gibt"
    • 15thMD
    • 02.06.2012 um 0:55 Uhr

    Geschäftsmann. Ich glaube auch nicht, dass ein Vorstandsmitglied von VW selbst einen Golf bauen kann.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Herr Schmitz"
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    • rvn
    • 02.06.2012 um 15:07 Uhr

    behauptet aber auch nicht lang und breit, dass er es könnte.

    • rvn
    • 02.06.2012 um 15:07 Uhr

    behauptet aber auch nicht lang und breit, dass er es könnte.

    • Leotse
    • 02.06.2012 um 1:01 Uhr

    dass die Sperrung von Megaupload auf Willkür oder Wunschdenken basierte, sind doch alle Wege frei, dass Schmitz den ihm enstandenen Schaden in Millionenhöhe von den USA einklagt.

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    • cvnde
    • 02.06.2012 um 8:12 Uhr

    und nicht nur Schmitz auch alle Nutzer, die nachweisen können, dass sie eigene, legale Daten dortt geparkt haben.

    Wobei, das auch wieder viel sein kann, solange man die Daten "passwortschützt" macht man sie ja nicht öffentlich zugänglich.

    Das könnte teuer werden...

    Frage ist nur wer haftbar ist, das FBI, also der Bund in den USA oder die Initiatoren dieser Aktion.

    • cvnde
    • 02.06.2012 um 8:12 Uhr

    und nicht nur Schmitz auch alle Nutzer, die nachweisen können, dass sie eigene, legale Daten dortt geparkt haben.

    Wobei, das auch wieder viel sein kann, solange man die Daten "passwortschützt" macht man sie ja nicht öffentlich zugänglich.

    Das könnte teuer werden...

    Frage ist nur wer haftbar ist, das FBI, also der Bund in den USA oder die Initiatoren dieser Aktion.

  1. Der Richter argumentierte ausdrücklich, dass sich die US in den Bereich der in Neuseeland geltenden rechtlichen Verfahren begeben habe und sprach damit der Verteidung das Recht auf Information zu (trotz einer Regel im gemeinsamen Auslieferungsabkommen, das auf gegenseitigem Vertrauen beruht).

    Obwohl sich Kim Dotcom, wie er hier auch heißt, durch seine großtuerische Art Kritik eingehandelt hat, kann er im neuseeländischen Justizsystem durchaus eine unabhängige Behandlung erwarten.

    Die neuseeländische Gesellschaft lässt sich nicht gern von größeren Mächten einschüchtern, das lässt sich schon allgemein feststellen. Siehe antinukleare Politik: Neuseelands konsequente Nuklearpolitik wirk sich noch immer auf die Beziehungen mit den US aus, auch wenn sich diese vor allem durch gemeinsame wirtschaftliche und friedenspolitische Interessen verbessert hat. Die Justiz basiert nicht nur auf dem britischen Common Law sondern auch auf Parlamentsbeschlüssen, die für das ganze Land Gültigkeit haben.

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    • cvnde
    • 02.06.2012 um 8:44 Uhr

    Auch das "Common Law" kennt "In Statue" Regelungen.

    Nur das Richterrecht ist in der Auslegung freier als im deutschen Recht.

    An "Acts of Parliament" müssen sich auch die Richter halten, die Auslegung sieht nur ein wenig anders aus.

    Es gibt halt weniger "Generalanspruchs-Normen".

    • cvnde
    • 02.06.2012 um 8:44 Uhr

    Auch das "Common Law" kennt "In Statue" Regelungen.

    Nur das Richterrecht ist in der Auslegung freier als im deutschen Recht.

    An "Acts of Parliament" müssen sich auch die Richter halten, die Auslegung sieht nur ein wenig anders aus.

    Es gibt halt weniger "Generalanspruchs-Normen".

  2. Damit Sie das nicht in den falschen Hals kriegen- Ich bin ein 48-jähriger Diplom-Kaufmann, der sich im täglichen leben möglichst sachlich und unauffällig verhält. Der Lebensstil eines Kim Schmitz ist mir persönlich eher zuwider.
    Ich verfolge seinen Werdegang jetzt seit 13 Jahren und der Mann schafft es immer wieder, mich zu beeindrucken, sowohl positiv als auch negativ.
    Das er es trotz einer ebenfalls beeindruckenden geistigen Unreife immer wieder zu ebenso beeindruckenden Ergebnissen schafft, hat meinen höchsten Respekt verdient. Kim Schmitz ist ein Top-Talent mit einer extremen Motivationslage. Ich habe auch schon zu ihm gehalten, als seine negativen Eigenschaften noch deutliches Übergewicht hatten. Abgesehen davon ist der Unterhaltungswert auch sehr hoch. Vor dreizehn Jahren waren 99,9% der Kommentare negativ. Heute ist die Mehrzahl der Kommentatoren positiv gestimmt. Auch das ist Marketing. Mann muss negative Eigenschaften nicht ablegen, wenn man sie auch kultivieren und zum Bestandteil der Marke machen kann. Das können aber nur ganz wenige von uns. Ich bin auch gespannt, wie es mit ihm weiter geht. Vermutlich, wie immer, erfolgreich und unterhaltsam.

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    Antwort auf "dieser Superhacker"
  3. Hier werden auch etliche Inhalte hochgeladen, die durch Copyright geschützt sind. Sehr oft ohne Billigung der Urheber.
    Nur würde es natürlich niemand wagen Google anzugreifen. Megaupload war ein einfaches Ziel, es gibt hunderte Anbieter dieser Form, Schmitz hatte nur das Pech, einer der bekanntesten der kleinen zu sein.

    Dass sich das FBI es hier zu leicht macht dachte ich mir schon, so weiß ich aus Erfahrung, dass auf Megaupload immer schon angebotene Inhalte auf Anfrage gelöscht wurden, genauso wie bei Youtube oder anderen Hostern auch.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "legal"
  4. gibt es ihn nicht und er ist eibe Fiktion und Sie der Hackerkönig der ihn geschaffen hat :-)

    Antwort auf "Entschuldigung"
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    noch aus Amiga Zeiten... Er war vlt. ein guter Spreader und auf jeden Fall ein sehr guter und kommunikationsfreudiger Organisator. Aber ein Hacker oder (Software) Cracker war er nie und ist es auch jetzt nicht. Das ihn viele "Bekannte" aus seinen Anfangszeiten nicht mögen liegt auch daran, wie er mit seinem Umfeld umgegangen ist (Anwalt & alle verkauft...)
    Trotz alledem, die letzten 15 Jahre hat er sich sehr gut weiterentwickelt, immer sehr hoch gepokert & teilweise sehr gut damit abgeschnitten. Allerdings erfährt er jetzt am eigenen Leibe was passieren kann, wenn man sich mit wirklich mächtigen Interessengruppen anlegt. Schaun' mer mal wie's für ihn und seine Crew ausgeht, erfahrungsgemäss ist Schmitz/DotCom ein Stehaufmännchen, das sich immer wieder aufgerappelt hat. Und als Mensch ist er (mittlerweile) sogar ein sehr angenehmer Zeitgenosse.

    noch aus Amiga Zeiten... Er war vlt. ein guter Spreader und auf jeden Fall ein sehr guter und kommunikationsfreudiger Organisator. Aber ein Hacker oder (Software) Cracker war er nie und ist es auch jetzt nicht. Das ihn viele "Bekannte" aus seinen Anfangszeiten nicht mögen liegt auch daran, wie er mit seinem Umfeld umgegangen ist (Anwalt & alle verkauft...)
    Trotz alledem, die letzten 15 Jahre hat er sich sehr gut weiterentwickelt, immer sehr hoch gepokert & teilweise sehr gut damit abgeschnitten. Allerdings erfährt er jetzt am eigenen Leibe was passieren kann, wenn man sich mit wirklich mächtigen Interessengruppen anlegt. Schaun' mer mal wie's für ihn und seine Crew ausgeht, erfahrungsgemäss ist Schmitz/DotCom ein Stehaufmännchen, das sich immer wieder aufgerappelt hat. Und als Mensch ist er (mittlerweile) sogar ein sehr angenehmer Zeitgenosse.

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