Netzkultur: Füttert die Trolle!
Ohne die anonymen Störenfriede gäbe es keine lebendige Netzkultur. Gutes Trollen lässt sich daher durchaus als Kunst begreifen, die das Internet voranbringt.
© Stefen Chow/Getty Images

Ein Video des Sängers Rick Astley wird seit Jahren gern zum Trollen benutzt.
Trolle, also feindselige, meist anonym agierende Nutzer, gelten als die Plage des Internets. Sie überschwemmen Foren mit verächtlichen Beiträgen, sie verfälschen Fotos, Listen oder Rankings, sie hacken, sie mobben, sie manipulieren. Und doch sind sie nützlich.
Wenn es einen König der Trolle gibt, heißt er David Thorne. Der australische Bestsellerautor (The internet is a playground) ist nicht nur renitent, er beherrscht auch die Kunst der unterschwelligen Gehässigkeit. Bekannt wurde Thorne mit einem theaterreifen E-Mail-Dialog, bei dem er versuchte, eine Krankenhausrechnung mit der Zeichnung einer Spinne zu bezahlen. Auch kann er mit subtilen Beleidigungen wunderbar Rednecks auf die Palme bringen. Und er verhalf einer gewissen Kate Miller, die über Facebook zu einer privaten Party eingeladen hatte, zu 60.000 ungebetenen Gästen. Thorne verkaufte vorab sogar T-Shirts zu dem Event. Die Menge grölte voller Vorfreude. Am Ende stellte sich heraus: Es gab weder eine Kate Miller noch eine Party. Thorne hatte sie alle verarscht.
Als Heimat der Trolle gilt das Bilderforum 4chan.org, und dort besonders der Kanal /b/. Die Seite ist nichts für Zartbesaitete, eher für Fans von bizarrer Manga-Pornografie und unterirdischem sexistischem Humor. "4chan wird häufig als Hass-Maschine des Internets und als Paradies für Trolle bezeichnet", sagt Kommunikationsdesigner Stefan Krappitz, der gerade ein Buch über Trolle veröffentlicht hat. "Aus meiner Sicht ist es trotzdem ein Ort von hohem kulturellem Wert."
Wiege der Netzkultur?
4chan, eine schützenswerte Wiege der Netzkultur? Die Seite sei eine "meme factory", hatte 4chan-Gründer Christopher Poole schon 2009 erklärt. Denn zwischen dem Müll gedeihen unzählige Meme, also die sich ständig verändernden und fortpflanzenden Running Gags des Internets.
Auf 4chan wurden unter anderem die LolCats (lustige Katzenbilder mit Text) und der Rickroll (sinnlose Verlinkung zu einem Rick-Astley-Video) geboren. Von dort aus schwappen die Motive in den Mainstream, beeinflussen nachhaltig die Bildsprache und den Humor des Internets, inspirieren Millionen zu Remixes und Mash-ups. Zu guter Letzt landen die Phänomene sogar in einem eigenen popkulturellen Archiv, unter Knowyourmeme.com werden sie dokumentiert und klassifiziert.
Die spezifischen Charakteristika von 4chan wirken bei der Entstehung dieser Subkultur einerseits wie ein Nährboden – und andererseits wie ein Filter. Denn das Forum ist nicht nur komplett anonym, sondern auch extrem vergänglich. Nur wenige Sekunden bleiben neue Einträge auf der ersten Seite stehen, rutschen dann weiter nach unten und sind nach einigen Minuten komplett verschwunden. Ein Archiv gibt es nicht.
Trollen als Kunst
Diese Schnelllebigkeit bewirke, dass beliebte Einträge immer wieder gepostet und variiert werden, stellte eine Untersuchung des Massachusetts Institut of Technology kürzlich fest. Das und die Anonymität förderten "das Experimentieren mit Ideen" – weil das Scheitern für den Einzelnen folgenlos bleibt. Zündet eine schräge Pointe nicht, versucht man es eben mit der nächsten.
Stefan Krappitz würde nicht so weit gehen, jedes Mem als Kunst und jeden Troll als Künstler zu bezeichnen. Es gehe eher um die grundsätzliche Haltung. "Trolle wollen Spielregeln brechen und Erwartungen unterwandern. Deshalb kann man das Trollen durchaus als ein Mittel des künstlerischen Ausdrucks verstehen." Der Soziologe Jan-Hinrik Schmidt, wissenschaftlicher Referent am Hamburger Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, gibt Krappitz teilweise recht: "Grundsätzlich hängt es davon ab, wie weit man den Begriff fasst."







Falls diese Aussage stimmt: was wäre falsch daran zu sagen; das tun U-Bahnschläger auch.
Kunst, Kunstverständnis und Kunstverklärung ist eine Sache für Experten und diejenigen, die sich dafür halten, weil sie ihr Brot sonst nicht verdienen können.
Allerdings haben die Attacken der Trolle keine Physischen Nachwirkungen, außer bei Jason Russel vielleicht ;)
Mann kann auf übelste weise im Internet getrollt worden sein,
und trotzdem wird so bald der Rechner ausgestellt ist und man sich wider in der Realen Welt bewegt ist alles wie gewohnt.
Es gibt auch sehr viele unterschiedliche Arten von Trollen,
was wie finde in diesem Artikel ein wenig untergegangen ist,
es gibt trolle die auf Misstände aufmerksam machen wollen,
es gibt trolle die just 4 the lulz, Diskussionen stören
und es gibt trolle die aus wirtschaftlichen Interessen trollen,
jeder große Konzern und jede Regierung beschäftigt trolle,
um negative Berichterstattung über selbige zu verhindern.
Fakt ist Trolling besist ein großes Potential zu Meinungsbildung, hat viele Leute belustigt oder wütend gemacht
insofern kann man trolling schon als Kunst bezeichnen.
Die frage ist eher wie bei jeder Kunst, wofür sie eingesetzt wird, denn biss auf wirtschaftliches trolling,
stellt jede Form eine wenn auch extreme Art der Meinungsäußerung da.
Mal ganz ehrlich wie oft haben wir uns gewünscht wenn wir in einer Diskussion geschnitten wurden, genug zeit zu haben entsprechend verbal zurück zu schlagen, diese Möglichkeit bietet das Internet jedem und es ist doch definitiv der bessere Weg seine Wut abzubauen als jemandem in der UBahn zu verprügeln.
Allerdings haben die Attacken der Trolle keine Physischen Nachwirkungen, außer bei Jason Russel vielleicht ;)
Mann kann auf übelste weise im Internet getrollt worden sein,
und trotzdem wird so bald der Rechner ausgestellt ist und man sich wider in der Realen Welt bewegt ist alles wie gewohnt.
Es gibt auch sehr viele unterschiedliche Arten von Trollen,
was wie finde in diesem Artikel ein wenig untergegangen ist,
es gibt trolle die auf Misstände aufmerksam machen wollen,
es gibt trolle die just 4 the lulz, Diskussionen stören
und es gibt trolle die aus wirtschaftlichen Interessen trollen,
jeder große Konzern und jede Regierung beschäftigt trolle,
um negative Berichterstattung über selbige zu verhindern.
Fakt ist Trolling besist ein großes Potential zu Meinungsbildung, hat viele Leute belustigt oder wütend gemacht
insofern kann man trolling schon als Kunst bezeichnen.
Die frage ist eher wie bei jeder Kunst, wofür sie eingesetzt wird, denn biss auf wirtschaftliches trolling,
stellt jede Form eine wenn auch extreme Art der Meinungsäußerung da.
Mal ganz ehrlich wie oft haben wir uns gewünscht wenn wir in einer Diskussion geschnitten wurden, genug zeit zu haben entsprechend verbal zurück zu schlagen, diese Möglichkeit bietet das Internet jedem und es ist doch definitiv der bessere Weg seine Wut abzubauen als jemandem in der UBahn zu verprügeln.
Na wenn das mal kein Troll war.
"sondern nervt nur noch die Allgemeinheit mit Beleidigungen und plumpen Übertreibungen"
da haben sie sich bestimmt vertippt, ne wahr? Es sollte bestimmt,
sondern die Allgemeinheit nervt nur noch mit Beleidigungen und plumpen Übertreibungen,
heißen, ne wahr?
Spass bei Seite. Durchaus nachvollziehbarer Kommentar, allerdinge begrenzt sich die Dumpfheit und plumpe Übertreibung nicht nur auf die Mehrheit der Troll, sondern auch auf die Allgemeinheit.
Die Reaktionsempfehlung wurde wieder rückgängig gemacht. Danke für Ihren Hinweis. Die Redaktion/se
Spaß bei WELCHER Seite bitte?
Es gibt ja sogar Politik- und Wirtschaftstrolle... :-(
Spaß bei WELCHER Seite bitte?
Es gibt ja sogar Politik- und Wirtschaftstrolle... :-(
Mich zum Beispiel hat es 10 Jahre meines Lebens gekostet & meine ganze sogenannte "Jugend".
Aber ich habe ja auch Erfahrungen mitgenommen, bin ein zielstrebiger und sehr tiefsinniger Mensch geworden.
Ich habe zwar immer noch Probleme mit meinem Selbstbewusstsein, hin und wieder Flash-Backs, und fast hätte ich mich damals umgebracht, aber naja, was solls.
Cyber-Mobbing verbringt bestimmt genauso gute Taten.
[das war Sarkasmus ...]
WIE kann man Menschen bewundern, die so etwas tun?
Alles, was auf dieser Welt "schlecht" ist, hat auch - gewollt oder ungewollt - an irgendeiner Stelle eine positive Auswirkung. Das ist KEIN Grund es gutzuheißen.
PS: Sie haben einen Schreibfehler am Anfang des zweiten Absatzes.
Ich bitte zu differenzieren.
Mir war in meinem Buch wichtig aufzuzeigen, dass trollen kunstvoll oder politisch sein KANN!
Mobbing sehe ich zwar auch als eine Form des trollens, allerdings ist sie nach den Kriterien die ich in meinem Buch aufstelle die niederste Form, da sie keine Lulz für die allgemeinheit produziert und nichts mit Kreativität zu tun hat.
Was mein Buch bezwecken will, ist eine andere differenziertere Sichtweise auf die verschiedenen Arten von Trolling. Sie ethisch einzuordnen ist eine Aufgabe die jedem Betrachter individuell offensteht. Hätte ich selber im Text eine ethische Kategorisierung vorgenommen, hätte das ganze Buch wieder seinen Zweck verfehlt, daher gibt es nur Richtlinien.
Ich bitte zu differenzieren.
Mir war in meinem Buch wichtig aufzuzeigen, dass trollen kunstvoll oder politisch sein KANN!
Mobbing sehe ich zwar auch als eine Form des trollens, allerdings ist sie nach den Kriterien die ich in meinem Buch aufstelle die niederste Form, da sie keine Lulz für die allgemeinheit produziert und nichts mit Kreativität zu tun hat.
Was mein Buch bezwecken will, ist eine andere differenziertere Sichtweise auf die verschiedenen Arten von Trolling. Sie ethisch einzuordnen ist eine Aufgabe die jedem Betrachter individuell offensteht. Hätte ich selber im Text eine ethische Kategorisierung vorgenommen, hätte das ganze Buch wieder seinen Zweck verfehlt, daher gibt es nur Richtlinien.
inwieweit das, was der Artikel fordert, auch gelebt wird ☺
...-...
...-...
Was ist eigentlich eine autologe Struktur?
...-...
Die wirklich entscheidenden Fragen wurden nicht einmal gestreift.
Wirkt Trollen lebenverlängernd oder lebensverkürzend, wieviel Nervenzusammenbrüche wurden dadurch verursacht oder hat das Trollen im Gegenteil positive Wirkungen auf die geistige Gesundheit? Diese Wirkungen müssen natürlich sowohl beim Troller als auch beim Trollempfänger äußerst sorgfältig untersucht und wissenschaftlich dokumentiert werden.
Außerdem wäre es doch hochinteressant zu wissen, ob Trolle männlich oder weiblich sind. Allerdings heißt es der Troll. Wenn eine große Anzahl weiblicher Trolle vorhanden sind, müsste natürlich im Sinne des Gender-Mainstreaming stets auch die weibliche Form, also wohl Trollin oder Trollerin, genannt werden, obwohl das gar nicht so drollig klingt.
Ferner wäre es sicher wünschenswert, wenn die Trolle nicht nur nach Geschlecht, sondern auch nach Altergruppen statistisch eingeordnet werden, wobei durchaus immer Alterklassen von 5 Jahren gebildet werden können.
Dankbar wäre ich auch noch für eine Statistik, die die Zahl der Trolle und deren einzelne Arten bei den unterschiedlichen Online-Medien aufzeigt. Sind Trolle bei Welt, Spiegel, Zeit usw. signifikant anders und welchen Einfluss hat darauf die Moderation?
Für alle, die verzweifelt gern einen Doktortitel hätten oder diesen kürzlich verloren haben oder demnächst verlieren werden wie z. B. unsere Ministerin für Forschung und Bildung, wäre dies doch eine lohnende Forschungsaufgabe und würde zu Recht mit einem Dr. belohnt.
Spaß bei WELCHER Seite bitte?
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