Ein Beispiel für das Alte im Neuen ist der Windows-Explorer. Für den Dateibrowser hat Microsoft in der Metro-Umgebung keine neue Lösung gefunden. Einen Vorgeschmack erhält zwar, wer zum Beispiel Musikstücke oder Bilder für eine entsprechende App auswählt: Das Dateiauswahlfenster listet dann großzügig Dateinamen im farbigen Vollbild auf. Doch zum freien Herumklicken in Verzeichnissen gibt es weiterhin den Windows-Explorer auf dem Desktop. Erreichbar ist der über die Tool-Leiste am rechten Bildschirmrand, die bei Mausbewegungen in der Metro-Ebene erscheint.

Nicht-Metro-Programme lassen sich dann wie gewohnt installieren, und auch die Taskleiste ist wieder da. Nur das Startmenü fehlt. Vom klassischen Desktop aus lässt sich auch kein Metro-Programm öffnen.

Zurück auf die Metro-Oberfläche geht es entweder über einen Mausschubs und einen Klick in die linke untere Ecke, wo sich ein Thumbnail des Metro-Startbildschirms öffnet, oder ebenfalls über die Tool-Leiste auf der rechten Bildschirmseite.

Die zwei Gesichter von Windows 8 erscheinen wie eine Verlegenheitslösung. Der alte Desktop hat weder mit Mobilgeräten noch mit dem Metro-Design etwas zu tun, ist aber sowohl funktional als auch aus Gründen der langsamen "Nutzer-Umerziehung" schlichtweg nötig.

Doch die Zukunft gehört der Metro-Oberfläche. Metro-Programme für Windows 8 gibt es im hauseigenen App-Store – ähnlich wie beim Mobilbetriebssystem Windows Phone und dem Marketplace für die Xbox 360 . Skydrive ist Microsofts Pendant zu Apples iCloud. Und Windows Live bietet dem Benutzer in Windows 8 direkt das altbekannte Hotmail als E-Mail-Service sowie andere Dienste an. Microsoft bastelt mit Windows 8 also an einer ganzen Benutzerwelt, mit der das Unternehmen gegen Apple und Google antreten will. Dazu müssen dann nur noch die Nutzer mitmachen.