GamescomWenn der Bauer am Computer weiterpflügt

Der Markt für Spiele, die alltägliche Berufe simulieren, wächst. Große Maschinen und eine heile Welt locken viele Fans – vor allem Landkinder, wie ein Hersteller glaubt. von 

Landwirtschafts-Simulator 2013

Der "Landwirtschafts-Simulator 2013" wird bei der Gamescom vorgestellt.  |  © Kai Biermann

Computerspiele sollen uns aus dem Alltag fliehen lassen, uns unbekannte, unerreichbare Welten zeigen. Aber nicht alle Gamer wollen das. Eine wachsende Gruppe möchte auch im Spiel Alltägliches erleben. Anders ist der Erfolg sogenannter Simulatoren nicht zu erklären.

Unzählige Berufe gibt es inzwischen auch als Spiel – selbstverständlich Bagger- und Busfahrer , aber auch Sprengmeister , Schneepistenplanierer und Holzfäller . Am erfolgreichsten jedoch sind in diesem Genre jene Spiele, die den Beruf des Landwirts simulieren. Traktoren "sind der Reißer", sagt Christian Wachter, Community Manager bei Giants Software aus der Schweiz .

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Säen, Pflügen, Grubbern, Ernten und von dem Gewinn neue Maschine und neue Tiere kaufen – das ist der Plot dieser Spiele. Klingt langweilig? Nicht für die Hunderttausenden Fans. Sie planen ihre Höfe mit Hingabe, und wenn die Ernte ansteht, suchen sie sich in Foren Helfer, die mit dem Hänger neben ihrem Mähdrescher herfahren und das Korn einsammeln. Der Multiplayer-Modus macht es möglich.

"Ego-Shooter gibt es Tausende, aber Landwirtschaftssimulatoren sind eine echte Marktlücke. Das spielen die Kinder genauso wie der Vater", sagt Wachter. Es gebe auch eine aktive Community mit vielen Foren, in denen selbstgebaute Modelle und Karten getauscht werden.

Die erste Version des Landwirtschafts-Simulators aus dem Jahr 2008 sei eher ein Test gewesen, ob es überhaupt einen Markt dafür gibt, sagt Wachter. Zur Überraschung des Herstellers habe sie sich eine Viertelmillion Mal verkauft. Die nächste Version von 2009 habe noch mehr Fans gefunden, und von der dritten Auflage aus dem Jahr 2011 sei Giants Software zwei Millionen Stück losgeworden. Auf der Gamescom stellt Giants nun die Version für 2013 vor. Der vergleichbare Agrarsimulator von UIG Entertainment aus Deutschland verkauft sich wohl ebenfalls hervorragend.

Auf der Gamescom, der wohl größten Messe für Computerspieler, sind gleich drei Entwickler vertreten, die Landwirtschaftsspiele anbieten. Sie alle erzählen solche Erfolgsgeschichten. Alle drei haben außerdem die Erfahrung gemacht, dass Simulatoren längst kein deutsches Phänomen mehr sind, wie es anfangs noch schien.

In Deutschland würden noch immer am meisten Simulatoren verkauft, heißt es übereinstimmend. Aber Österreich und die Schweiz seien ähnlich stark. Auch in Polen und Japan sei der Absatz nicht schlecht, und in Großbritannien zumindest ganz okay. In Russland aber liefen Landwirtschaftssimulatoren gar nicht.

"Ich weiß nicht, warum Leute das spielen", sagt Krzysztof Kostowski, Chef der polnischen Entwicklerfirma PlayWay. "Aber sie spielen es, das reicht mir."

Viele würden tatsächlich nach der Arbeit nach Hause gehen und ihren Beruf dort am Computer weiterleben, sagt Johan Ertl vom deutschen Producer UIG Entertainment. "Warum, das ist wirklich schwer zu erklären."

Leserkommentare
  1. Obwohl der Gamecheck über den Bus-Simulator und die Polizei so ziemlich die unterhaltsamsten Spielecheck-clips im Netz sind; beide sprechen aber nicht gerade dafür die Sachen zu kaufen...

    • Handryk
    • 16. August 2012 15:31 Uhr

    Mein Nachbar ist sehr gewandt, was Computer angeht, aber ob er nach einem 12-Stunden-Tag die Spielekonsole anwirft um virtuell zu melken, bezweifle ich.

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    • charele
    • 17. August 2012 18:15 Uhr

    das denke ich auch.
    Ausserdem stimmt es nicht, dass Landwirtschaftssimulationen ihren Ursprung in Deutschland haben: John Deere: American Farmer gibt es schon seit Jahren

  2. und auf Zeit-Online gibt es einen Artikel über den Landwirtschaftssimulator???!!

    Eine Leserempfehlung
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    Redaktion

    Tja, so sind wir eben :)

    lg
    k

  3. da gehe ich doch gleich in den Laden und bestelle das Spiel 5 mal. Vielen Dank für den Hinweis und auch für das Video !

  4. Redaktion

    Tja, so sind wir eben :)

    lg
    k

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Die Gamescom beginnt"
    • charele
    • 17. August 2012 18:15 Uhr
    6. genau

    das denke ich auch.
    Ausserdem stimmt es nicht, dass Landwirtschaftssimulationen ihren Ursprung in Deutschland haben: John Deere: American Farmer gibt es schon seit Jahren

    Antwort auf "Bauer vorm Computer"
    • urr
    • 19. August 2012 22:10 Uhr
    • urr
    • 19. August 2012 22:10 Uhr

    Harvest Moon
    und entfernt vielleicht noch Animal Crossing.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Computer | Android | Computerspiel | Ernte | Gamescom | Xbox
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