Google hat seine Suche per Spracheingabe verbessert und bringt sie als App nun auch aufs iPhone.

Google konzentriert sich wieder auf das, was es am besten kann: auf die Suche. Mit drei Neuerungen zeigt der Konzern, wie er sich die Suchmaschine der Zukunft vorstellt. Der größte Coup dabei ist die verbesserte Sprachsuche, die als App auch auf dem iPhone funktionieren und damit Apples Sprachsteuerung Siri echte Konkurrenz machen soll.

Voraussetzung dafür ist Googles semantische Suchfunktion namens Knowledge Graph. Wer zum Beispiel den Suchbegriff " Taj Mahal " wählt, bekommt in der rechten Spalte der Googleseite an oberster Stelle ein Foto sowie grundlegende Informationen zum gleichnamigen Bauwerk in Indien angezeigt. Darunter bietet Google an, die Suchergebnisse nur auf den Musiker namens Taj Mahal zu beschränken – oder auf ein Kasino in Atlantic City, das ebenfalls Taj Mahal im Namen trägt. So ähnlich funktioniert das auch bei der Suche nach Städten, Personen oder Filmen oder anderen Kunstwerken. Basis für die Antworten sind unter anderem Wikipedia und das CIA World Factbook .

Diese Funktion wird Google-Nutzern in den USA seit Mai geboten, nun wird sie auch in allen anderen englischsprachigen Ländern zugänglich. Das ist die erste der drei Neuerungen, die Google-Manager Amit Singhal am Mittwoch in einem Blogbeitrag und bei einer Pressekonferenz in San Francisco vorstellte. Der kleine, auf Datenschutz bedachte Konkurrent DuckDuckGo hat eine ähnliche, wenn auch weniger mächtige Funktion übrigens schon länger.

Voice Search gibt es seit zwei Jahren

Die zweite Neuerung bei Google ist die Verbesserung von Voice Search. So heißt Googles Siri-Pendant, das ähnlich funktioniert, ähnlich aussieht und ähnlich klingt wie die Sprachsteuerung für Apples iPhone.

Für englischsprachige Nutzer gibt es Voice Search auf Android-Smartphones bereits seit ziemlich genau zwei Jahren , auf Deutsch seit etwa einem Jahr. Anfangs hatte Voice Search, das auch als Voice Actions bekannt ist, erhebliche Probleme beim Verstehen und Beantworten von Fragen. Nun wird die Suche per Spracheingabe mit dem Knowledge Graph verknüpft und damit deutlich leistungsfähiger. Da Knowledge Graph aber bislang nur englische Sprache verarbeiten kann, wird auch Voice Search vorerst nur auf englische Eingaben reagieren.

Die Kombination aus Spracherkennung, semantischer Suchfunktion, Geokodierung und Faktenwissen soll Voice Search sogar besser machen als Apples Siri. Wer mit Voice Search nach dem aktuellen Kinoprogramm fragt, soll eine Liste von Filmen angezeigt bekommen, die in den Kinos in seiner Nähe laufen. Auf Spracheingaben nach Art von "Wie hoch ist der Mount Everest?" antwortet Voice Search in ganzen Sätzen.

Das klappt offenbar gut: Voice Search versteht und verarbeitet mindestens genauso viele Anfragen wie Siri, zeigt seine Ergebnisse aber deutlich schneller . Wohl auch deshalb wagt es Google, Voice Search bald auch fürs iPhone und das iPad anzubieten.