Zum Start der Internationalen Funkausstellung IFA bietet die Telekom ab sofort ihren De-Mail-Service als rechtsverbindliche elektronische Nachricht auch für Privatkunden an. Die Konkurrenz ist noch nicht soweit: GMX und Web.de haben eingeräumt, die notwendige staatliche Akkreditierung noch nicht bekommen zu haben.

Das Ziel des De-Mail-Systems: Bürger, die sich registrieren und identifizieren lassen, sollen mit teilnehmenden Behörden, Banken, Versicherungen oder anderen Unternehmen zum Beispiel Steuerangelegenheiten oder Geschäftsbriefe per Mail abwickeln können. Im besten Fall spart das Zeit und Geld.

Der Start ins De-Mail-Zeitalter ist allerdings zäh. Das De-Mail-Gesetz ist in seiner jetzigen Form bereits 2011 in Kraft getreten. Aber keine einzige deutsche Behörde ist derzeit auf die neuen Mails eingestellt, wie der Behörden Spiegel schreibt. Und nur eine Handvoll Unternehmen bieten ihren Kunden bislang an, per De-Mail mit ihnen zu kommunizieren.

So lange GMX und Web.de nicht akkreditiert sind und die Post weiter auf ihr Konkurrenzprodukt, den teureren E-Postbrief setzt, sind die Telekom und das Unternehmen Mentana-Claimsoft zudem die einzigen De-Mail-Provider.

Unterschiede bei der Identifikation

Obwohl man bei GMX und Web.de damit rechnet, erst "im vierten Quartal die Urkunde ausgehändigt zu bekommen", haben die beiden Marken aber zumindest schon ihre Tarife bekannt gegeben: GMX- und Web.de-Kunden werden monatlich fünf Standard-De-Mails kostenlos versenden können. Einrichtungsgebühren, monatliche Grundgebühren und Vertragslaufzeiten soll es nicht geben.

Eine Registrierung ist bereits möglich, sowohl bei GMX als auch bei Web.de . Die Identität des Teilnehmers wird anschließend von Mitarbeitern am Wohnort oder am Arbeitsplatz persönlich überprüft.

Die Postfächer der beiden bieten einen Speicherplatz mit einer Größe von je einem Gigabyte. Versendet ein Nutzer mehr als die fünf kostenlosen De-Mails innerhalb eines Monats, beträgt das Porto ab der sechsten De-Mail in der Standard-Version 39 Cent. Für den Versand eines De-Mail-Einschreibens verlangen Web.de und GMX 78 Cent.

Das Angebot der Telekom sieht ähnlich aus: Der Konzern bietet in einer Startphase bis zum Jahresende 50 kostenfreie De-Mails im Monat, danach sind es nur noch drei. Anschließend werden ebenfalls 39 Cent pro De-Mail fällig. Grundgebühren oder Vertragslaufzeiten gibt es nicht. Die Identifizierung ist etwas aufwendiger: Der Kunde muss selbst zu einem der Identpartner der Telekom gehen und sich dort ausweisen.

Die De-Mail ist umstritten . Kritiker bemängeln beispielsweise, dass eine Adresse nach dem Muster vorname.nachname@anbieter.de-mail.de wie eine herkömmliche E-Mail-Adresse aussieht, obwohl der Dienst nicht mit der gewöhnlichen E-Mail kompatibel ist. Der Chaos Computer Club befürchtet außerdem, dass bei einem Missbrauch der De-Mail "ähnlich wie bei EC-Karten dem Bürger pauschal die Beweislast auferlegt wird".