Crowdfunding-Dienste wie Kickstarter, Indiegogo oder Rockethub sind erfolgreich. Ob Uhren oder Schuhe , ob Videospiele oder gleich ganze Spielkonsolen , ob Filme oder die Fortsetzung von TV-Serien wie Stromberg – alles lässt sich über viele kleine Geldbeträge von Fans und Freunden finanzieren. Alles? Nun, nicht alles. So erfolgreich viele Projekte auch sind, so schwer ist es, die weniger erfolgreichen zu finden. Denn Kickstarter versteckt sie.

Das entdeckte der Technikjournalist Dan Misener bereits Ende Mai. Er fand heraus, dass im HTML-Code von unzureichend finanzierten Projekten ein kleiner Code-Schnipsel zu finden ist, der erfolgreichen Projekten fehlt. Dieses sogenannte Meta-Element sagt den Suchmaschinen, sie sollen die jeweilige Seite nicht in ihren Index aufnehmen. So lassen sich unterfinanzierte Projekte zwar noch über die interne Suche auf Kickstarter finden, auf den Übersichtsseiten oder in Suchmaschinen aber tauchen sie nicht mehr auf.

Kritiker der Crowdfunding-Seite argumentierten, dass das Unternehmen versuche, sich in einem möglichst positiven Licht darzustellen und neuen Nutzern erfolglose Kampagnen zu verschweigen.

Misener hingegen glaubt nicht an die Verschleierung von Fakten. Aus Unternehmersicht, so Misener, sei es schließlich verständlich, abgeschlossene Projekte nicht weiter zu zeigen und sich stattdessen auf laufende Kampagnen zu konzentrieren.

Kickstarters Co-Gründer Yancey Strickler äußerte sich ähnlich : Man wolle damit lediglich vermeiden, dass die Namen der Projektinhaber und ihre erfolglosen Projekte prominent bei Google auftauchen, man wolle sie also gewissermaßen schützen.

Weniger als die Hälfte aller Projekte erreicht das Ziel

Das klingt plausibel. Und doch gab Miseners Entdeckung Grund für weitere Fragen über das Innenleben des Crowdfunding-Dienstes. Etwa, wie hoch der Anteil der unzureichend finanzierten Projekte tatsächlich ist. Bis dato hatte Kickstarter sich zwar mit zahlreichen Erfolgsgeschichten gekrönt, genaue Zahlen über nicht erfolgreiche Projekte und die dafür aufgebrachten Mittel aber gab das Unternehmen nicht heraus.

Die Bloggerin Jeanne Pi aber wollte es genauer wissen und führte eine eigene Untersuchung der Kickstarter-Kampagnen durch . Sie kam zu dem Ergebnis, das nur knapp die Hälfte aller Produkte auch die geforderten Mittel erhält und demnach die andere Hälfte rasch wieder von der Seite verschwindet.

Pis Analyse stieß auf Kritik. So nutzte sie ursprünglich nur einen unvollständigen Datensatz, zum anderen ließ sie wichtige Faktoren außer Acht. Etwa, dass man die Kampagnen nicht einfach in erfolgreich und nicht erfolgreich teilen kann, ohne dabei die Größe des Projekts mit einzubeziehen. Denn Kampagnen mit einer hohen Zielvorgabe sind schwieriger zu finanzieren.