Schulunterricht : Die Cyber-Klasse kommt

Netbooks helfen beim Lernen, die Zukunft heißt 3-D. Doch die Digitalisierung scheitert oft am Geld.

Wenn die Berliner Schüler in ihre Klassenzimmer zurückkehren, dürfen sie gespannt sein, ob sie in ihren Räumen neue Geräte vorfinden. In mehr und mehr Schulen gibt es interaktive elektronische Tafeln oder Schwarze Bretter, die vom Schulcomputer aus gesteuert werden. Und das ist nur der Anfang dessen, was "Digitalisierung der Klassenzimmer" genannt wird: Langfristig könnte jeder Schüler, wie es in Laptopklassen bereits der Fall ist, mit einem eigenen Notebook oder iPad in die Schule kommen, sich dort oder auch zu Hause in eine mobile Lernumgebung einloggen und im Gerät seine Schulbücher und -aufgaben vorfinden und bearbeiten.

Wie der Unterricht der Zukunft aussehen könnte, können sich Interessierte demnächst auf der Frankfurter Buchmesse ansehen: Dort wird ein "3-D-Cyber-Classroom" aufgebaut werden, mit einer interaktiven "Powerwall mit 3-D-Kino-Effekt" und Multimediabrillen.

Ob die Digitalisierung den Unterricht wirklich verbessert, ist allerdings umstritten. Man braucht gar nicht den Thesen des Hirnforschers Manfred Spitzer zu folgen, der in seinem neuesten Buch die Auffassung vertritt, E-Learning behindere die kreative Entfaltung und Bildung der Schüler und führe zu schleichendem Gedächtnisverlust (Digitale Demenz: Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen, Droemer Verlag).

Es reicht schon aus, sich die Probleme des Alltags vor Augen zu führen: Wenn Projektorlampen an den Tafeln kaputtgehen, Soft- oder Hardwareprobleme den Unterricht aufhalten oder Lehrer nicht mit den neuen Geräten umgehen können, reduziert sich der mit viel Geld erkaufte Fortschritt schnell auf ein Schneckchen. "Bei uns hängt in jedem Raum ein SMART Board", erzählt beispielsweise die Berliner Gymnasiastin Hannah Zabel (17). "Aber nur drei Lehrer kennen sich damit aus. Andere denken, das wären normale Whiteboards und man könnte mit Filzern drauf schreiben."

Lernmotivation steigt

Dennoch liegen die Vorteile und Chancen auf der Hand. Das European Schoolnet (EUN), ein Netzwerk von 31 europäischen Bildungsministerien, gibt das Ziel einer 1-zu-1-Pädagogik vor: Jeder Schüler soll ein eigenes Endgerät haben, damit recherchieren, Aufgaben lösen und in Kontakt mit den Lehrern treten. Wie Schüler und Lehrer damit zurechtkommen, hat das European Schoolnet untersuchen lassen. Die Firma Acer Computer, Vertragspartner des EUN, stattete in sechs europäischen Ländern insgesamt 245 Schulklassen an 124 Schulen mit Net- und Notebooks aus, anschließend wurden Lehrer, Eltern und Schüler befragt. In Deutschland waren 21 Schulen mit 40 Klassen in Thüringen und Niedersachsen beteiligt, außer Deutschland waren noch Frankreich, Italien, Spanien, die Türkei und das Vereinigte Königreich mit Pilotklassen dabei.

Über die Ländergrenzen hinweg ergab sich: 71 Prozent der Befragten fanden, dass der Einsatz von Netbooks die Lernmotivation fördere. Das meinten vor allem die Lehrer (80 Prozent) und Eltern (75 Prozent), während die Schüler selbst nur zu 58 Prozent dieser Meinung waren. Über 60 Prozent der Lehrer in allen Ländern hatten nach einem Jahr Netbook-Einsatz den Eindruck, dass sich die Atmosphäre in der Klasse und die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern verbessert hätten und das Lernen individueller geworden sei: Die Schüler hätten besser in ihrem eigenen Tempo arbeiten und ihren eigenen Interessen folgen können. 82 Prozent der Lehrer wollten die Netbooks auch im nächsten Jahr gerne wieder einsetzen und ihren Gebrauch auch ihren Kollegen empfehlen.

Immerhin 44 Prozent der deutschen Schüler gaben an, sie hätten den Lernstoff dank der Netbooks leichter verstanden, 41 Prozent fühlten sich beim Lernen unabhängiger und konzentrierter, und 37 Prozent konnten sich ihren Lernstoff besser merken, wenn sie ihn sich mit Net- oder Notebook erarbeitet hatten. Soeben wurde ein ähnliches Projekt, diesmal mit Tablet-Computern statt Net- und Notebooks, in acht europäischen Ländern abgeschlossen, ebenfalls eine Kooperation des European Schoolnet mit Acer. Der Evaluationsbericht liegt noch nicht vor.

Verlagsangebot

Hören Sie DIE ZEIT

Genießen Sie wöchentlich aktuelle ZEIT-Artikel mit ZEIT AUDIO

Hier reinhören

Kommentare

46 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Umfragen sagen nichts

über tatsächliche Lernzuwächse. Sicher muss man die Chancen (bzgl. Individualisierung etc.) nutzen, aber dennoch tut Differenzierung not. Wirklich unter kognitionspsychologischen Gesichtspunkten fürs Lernen nützliche Software ist vom sonstigen Schrott zu unterscheiden. Zudem müsste in lern- und neuropsychologischen Studien ein wirklicher Nutzen nachgewiesen werden. Oberflächliche Befragungen taugen zur Einschätzung der Verbesserung der Lernqualität nicht. Outputorientierte, empirisch hochwertige Studien sind vonnöten. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

Parallele Fernsehen

Vor 40-45 Jahren hieß es, die Kinder werden durch Fernsehen blöd. Heute darf man wohl sagen, dass durch Fernsehen die im unteren IQ-Bereich angesiedelten Charaktere dort verweilt sind, während andere durch Fernsehen an zusätzliche Informationen gekommen und dadurch leistungsfähiger geworden sind. Und beim Computer ist es nicht anders. Und was ist denn "Digitale Demenz"? Genau so gibt es eine Taschenrechner-Demenz (veringerte Kopfrechen-Fähigkeit) oder vielleicht Maschinen-Demenz (Werkstückenicht nicht mehr mit Hand feilen können, weil Maschinen das heute übernehmen).

Das widerspricht nicht meiner Aussage

Die Grafik gibt einen Zusammenhang zwischen Fernsehzeiten und höchsten Bildungsabschluss wieder. Mir fehlen aber zwei entscheidende Größen. 1. Die Statistik für die totalen Fernseh-Verweigerer. Haben totale Fernseh-Verweigerer eine größere Chance, ein Hochschulstudium zu absolvieren, als Kinder, die weniger als eine Stunde schauen? 2. Die relative Größe der einzelnen Gruppen. Es geht ja nicht darum, ob mehr als 4 Stunden Fernsehen täglich im Kindergartenalter zur Verblödung führen (was unbestritten ist), sondern ob 1% oder 25% der Eltern das ihren Kindern angetan haben.

Mir ging es darum,

die Hypothese, dass "andere durch Fernsehen an zusätzliche Informationen gekommen und dadurch leistungsfähiger geworden" seien, zu entkräften. Spitzer legt klar dar, dass unter Herausrechnen anderer Faktoren (sozioökonomischer Status, IQ etc.) diejenigen, die sehr wenig fernsehen, bessere Bildungsabschlüsse erzielten als die Vergleichsgruppen, wobei der Zusammenhang umgekehrt proportional ist, dergestalt, dass höherer Fernsehkonsum generell - sprich unabhängig von o. g. Faktoren - zu niedrigeren Bildungsabschlüssen führte. Dies spricht nun nicht gerade für Ihre oben zitierte These. Zudem sind die 'Probanden', die gar nicht fernsahen, in der ersten Gruppe mit weniger als einer Stunde täglichen Fernsehkonsums subsumiert. Von einer Steigerung der Leistungsfähigkeit, was immer mit dieser mehr als schwammigen und obendrein missverständlichen Begrifflichkeit gemeint sein soll, kann also schwerlich die Rede sein.

Überzeugt nicht

Solange nichts darüber ausgesagt wird, was die Kinder gesehen haben, ist doch Spitzers Studie wertlos. Es ist durchaus möglich, daß die Akademiker, die in jeder Konsumgruppe enthalten waren, durchaus das Fernsehen bewußter zum Lernen benutzt haben, als die Schulabbrecher. Ansonsten fehlt mir noch die Betrachtung der anderen Aktivitäten der Kinder. Vielleicht waren zb die Weniggucker besonders sportlich aktiv und die Vielgucker eher wenig. Das wäre ja zb ne ganz andere Aussage der Studie.

Noch mal:

Selbst wenn man den sozioökonomischen Status herausrechnet, ergibt sich KEIN anderer Sachverhalt. Da Akademiker diesbezüglich eine Statusgruppe bilden, ist die Studie gleichwohl hinreichend aussagekräftig, zumindest dahingehend, dass ein angeblicher Vorteil qua Fernsehkonsum nicht existent ist - bei keiner Statusgruppe. Dass überdies natürlich weitere Faktoren hinsichtlich des sonstigen Freizeitverhaltens eine Rolle spielen, dürfte unstrittig sein. Aber gerade andere Freizeitaktivitäten werden durch zeitraubenden Fernsehkonsum ja tendenziell beeinträchtigt. Bei gleichem Freizeitvolumen kann man eben nur entweder mehr fernsehen oder mehr etwas anderes machen. Ob andere Freizeitaktivitäten dann einen Mehrwert bringen, ist eine andere Frage. Auch diesbezüglich muss man selbstverständlich differenzieren.

Ich würde gerne die Rohdaten dieser Studie sehen

Er legt nämlich das Herausrechnen nicht dar (wie Sie schreiben), sonder sagt es in einem Nebensatz, dass es getan wurde. Und da ich mich mit Statistik auskennen und weiß, wie sie teilweise von Sozialwissenschaftlern vergewaltigt wird, würde ich das jetzt aus diesem Beitrag heraus erst einmal nicht als Beweis ansehen. Es wäre z.B. ein Einfaches, zu zeigen, dass es bei den verschieden sozialen Gruppen für sich gesehen den gleichen Zusammenhang statistischen Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und Bildungsabschluss gibt. Da gibt es Tests, die aufzeigen, mit welcher Plausibilität verschieden Messreihen die gleiche Verteilungsfunktion haben. Ist aber für mich nicht wichtig, ich habe meine Meinung kund getan, aus eigener Erfahrung, und gut. Und ändern kann ich auch nichts dran. Mein Sohn hat jedenfalls von mir mit 9 Jahren einen Fernseher in sein Zimmer bekommen, weil er immer 20.15 Uhr wissenschaftliche Sendungen schauen wollte und in Konflikt mit seiner Mutter gekommen ist. Und wenn es ihm geschadet haben sollte, ist es verschmerzlich. Er hat heute Physik-Diplome von drei Unis, schreibt Veröffentlichungen in zwei Frendsprachen, spricht eine dritte umgangssprachlich (Muttersprache seiner Frau) und wird mit 28 promoviert sein. Und ja, ich weiß, aus einem Beispiel kann man keine Statistik machen.

Wenn Sie sich für die Rohdaten interessieren,

sollten Sie selbst ein wenig im Netz recherchieren. Und dass es Ihrem Sohn mutmaßlich nicht geschadet hat, beweist - wie Sie ja auch zugestehen - nichts. Theoretisch müsste man - was freilich de facto unmöglich ist - Ihren Sohn klonen und unter sonst gleichen Bedingungen das Experiment mit geringerem oder keinem Fernsehkonsum durchführen und anschließend das Output vergleichen. Womöglich wäre Ihr Sohn ohne Glotze ja auch noch ein wenig besser gewesen.

Im Übrigen geht es mir auch gar nicht darum, Fernsehen per se zu verteufeln, sondern lediglich darum, die vermeintlich 'leistungsfördernde Wirkung' zu hinterfragen.

Wenn Sie fündig geworden sind, können Sie mir ja Ihre Auswertung des Datenmaterials auszugweise mitteilen. Wie wär's?

Danke!

Ich schaue mal. Um nicht missverstanden zu werden. Ich möchte nicht nach dem Motto. Mit Statistiken wird sowieso nur gelogen, das in dem Video gesagt abtun. Wobei mir aber eins noch wichtig scheint, zu bemerken. Es scheint mir so, als wenn dort bestenfalls die Aussage. Fernsehen im KINDERGARTENALTER ist zumindest nicht förderlich, wahrscheinlich sogar schädlich, unterstützt wird. Wie sich das verhält, wenn Kinder erst später in einem vernünftigen Umfang und Inhalt Fernsehen konsumieren, das ist hier offensichtlich gar nicht untersucht worden. Aber was noch einmal meine Vorbehalte gegen Statistiken angeht, beruhen sie darauf, dass mit Statistik prinzipiell nur eine Hypothese mit einer ermittelbaren Plausibilität bestätigt werden kann. Das heißt, man muss zunächst eine Hypothese aufstellen und diese dann bestätigen. Und natürlich stellt der Wissenschaftler die Hypothese auf, die er bestätigen möchte. Es kann aber sein, dass andere Hypothesen auch mit einer gewissen Plausibilität richtig sind. Außerdem spielen oft die Gruppierungen eine Rolle. Dazu möchte ich Sie mal auf das sogenannte Simpson-Paradoxon, das durch eine Diskriminierungsklage gegen dier University of Berkely bekannt wurde oder das Will-Rogers-Phänomen aufmerksam machen. Und was das Andere angeht. Mal sehen, was ich finde.

Die Sachverhalte, die Sie ansprechen,

sind mir wohlbekannt. Wissenschaftliche Akkuratesse bei der Datengewinnung und -auswertung muss natürlich vorausgesetzt werden, die etwaige Falsifikation und Prüfung von Alternativhypothesen eingeschlossen. Gleichwohl gibt es - neben all der Junk Science - auch viele wissenschaftliche Publikationen, die den anzulegenden Gütekriterien gerecht werden. Dass Spitzer im diskutierten Fall auf minderwertige Forschung zwecks Stützung seiner These zurückgreift, erscheint mir allerdings nicht plausibel.

Eine Veröffentlichung zu dieser Studie habe ich gefunden,

in der etwas mehr Datenmaterial ist, das mich überzeugt, dass es eine klare statistische Korrelation zwischen mehr Fernsehen und und geringerer Bildung gibt. Dies besagt aber noch nicht, dass viel Fernsehen die Ursache ist (Eine Statistik kann prinzipiell nur eine Korrelation, aber keinen Ursache-Wirkungs-Beziehung aufzeigen.) Man weiß also nicht, ist Fernsehen die Ursache der schlechteren Noten oder ist eine andere Ursache für beides gleichzeitig verantwortlich. Mein Argument bleibt, dass sich ja seit Einführung des Fernsehens nicht das Verhältnis von Hochschulabsolventen und Menschen ohne Berufsabschluss verändert hat. Das müsste dann ja signifikant der Fall sein. Natürlich kann man auch dagegen wieder einwenden, dass die Absolventen heute auch nicht mehr das sind, was sie früher mal waren. Also ich würde jedenfalls denken, dass meine Generation als Ganzes (Geburtsjahr so um die 1960) durch Fernsehen entgegen den Prognosen unserer Eltern nicht völlig verblödet ist und die nächste Generation wird durch die Computer auch nicht völlig verblöden. Und wenn, regelt sich das wieder ein, weil man ja dann in der nächsten Generation keinen mehr hat, der Computer und Fernseher bauen kann und die übernächste Generation kann dann wieder befreit lernen.

Schon klar,

dass Sie mich gemeint haben. :-)
Für die statistisch unterfütterte längsschnittliche Steigerung der Schulabschlüsse gibt es noch zwei weitere äußerst naheliegende ziemlich plausible Hypothesen. Zum einen die sog. Bildungsexpansion, die es mehr Heranwachsenden aus Schichten mit geringerem sozioökonomischem Status ermöglichte, höhere Schulen unabhängig vom Geldbeutel der Eltern zu besuchen, und zum anderen der sog. Flynn-Effekt, der zu einer sukzessiven Steigerung des Durchschnitts-IQs innerhalb der jeweiligen Alterskohorten geführt hat - zumindest bis zu einer Stagnation bis ca. in die 90er Jahre in hochentwickelten Ländern. Auch der umweltinduzierte Flynn-Effekt konterkariert jedoch keineswegs die Befunde aus der von Spitzer angeführten Studie, da er auch auf bessere Gesundheit und besseren Schulunterricht sowie geringere Kinderzahl pro Familie und infolge dessen intensivere Förderung der Kinder durch aufmerksamere Eltern, deren Regelarbeitszeit sich überdies verringert hat, und weitere ähnlich gelagerte Verbesserungen der Lebensumstände breiter Schichten zurückgeführt werden kann. Folglich gibt es also einen überlagernden Effekt durchschnittlicher IQ-Steigerung zwischen den Alterskohorten bei gleichzeitiger Verringerung der Restriktionen des Zugangs zu höherer Bildung begabter Heranwachsender für sozioökonomisch vormals Benachteiligte. Der querschnittliche Effekt, den Spitzer für Heranwachsende einer Alterskohorte anführt, ...

Diese Korrelation stelle ich ja nicht mehr in Frage

Ich meine lediglich, dass aus diesen Befunden (ich sehe das rein aus statistischer Sicht) keine pauschale Ursache-Wirkung Beziehung der Form "Ursache: Fernsehen Wirkung: Verblödung" abgeleitet werden kann. Um das zu tun, dürfte man nicht im Nachhinein die Korrelation bestimmen, sondern müsste das als Ursache vermutete Phänomen (also das Fernsehen) schon in einem Test aktiv steuern. Man müsste also z.B. zwei bzgl. IQ, Elternhaus u.s.w. gemischte Gruppen nehmen und die eine konsequent nur eine Stunde am Tag Fernsehen schauen lassen und die andere konsequent 3 Stunden. Aber nochmal. Meine Aussage sollte nie sein: Alles Panikmache, kein Problem. Natürlich haben Kinder unter 10 Jahren nicht um 20.15 Uhr die Krimis zu schauen. Aber die Sendung mit der Maus und das (speziell Ost- :-) ) Sandmännchen gäbe es eben ohne Fernsehen auch nicht. Und ein Kollege hat mir mal gesagt, dass im Westen das Fernsehen doch dazu geführt hat, dass Kinder auch in den entferntesten Bergdörfern der deutschen Sprache, so wie man sie in 99,9% des Territoriums der Bundesrepublik versteht, mächtig wurden. Das mag so sein oder auch nicht. Und ob heute die Kinder noch Pippi Langstrumpf kennen würden, wenn es nicht die Filme gäbe, bezweifele ich auch. Aber noch etwas anderes: "Durch Fernsehen und Computer verändern sich das Gehirn". Das wird immer als was Negatives hingestellt. Aber die Gehirnstrukturen dürften sich auch schon durch den Buchdruck verändert haben und auch vorher. Sonst wären wir noch Affen.

ziemlich banale Grafik

Ich habe mir mal dieses Video angesehen und es war schwierig dem Moderator zu zu hören, bei dieser ziemlich schlechten Darbietung und Erklärung einer Erhebung die enorm viele aber bedeutende Fragen offen lässt.
Was mich an dem Video als erstes störte, war die Behauptung Signifikanz und hoher Bedeutung aber keiner sinnhaften Erklärung dieser Signifikanz. Aber egal.
Was das Video allerdings zeigt, ist, dass angeblich wissenschaftliches und bildungsrelevantes so schlecht und ungenau dargeboten Weg. Und hier kommen wir an den Punkt der viele Fragen offen lässt.
Aus welcher Perspektive heraus kann man behaupten, dass das Medium Fernsehen schlecht für die Bildung ist? Die enorme Angebotsvielfalt lässt Fernsehen schließlich in bestimmte Bereiche eingliedern, daher bleibt die Frage, was wurde gesehen? Ist wirklich das Fernsehen im allgemeinen ein Problem oder eher der dargebotene Inhalt?
Oft wird bei solchen Debatten immer die Technik zum Problem gemacht, aber die Technik kann wohl schlecht etwas dafür sondern die Menschen, die die Technik für irgendwelchen Mist verwenden. Dabei gibt es gerade auch im Fernsehen sehr gute Formate, die leider seltener geworden sind, wie zum Beispiel das Kindernachrichten Magazin LOGO.

Was den Artikel anbetrifft, muss ärgere ich mich, das ständig Gelder für Studien ausgegeben werden, für Inhalte, die bereits bekannt sind. Ich bin sogar für den Einsatz von Tablet als Bildungswerkzeug für eine stete Bildung. Technik ersetzt allerdings keine Lehrer.

Wieso undigitalisiert?

Den "So einfach ist das"-Mann durfte ich gerade kennenlernen, ist doch sympathisch.

Falls es Sie interessiert. Ich bin leider viel zu digitalisiert und habe leider keine Hoffnung, dieser Welt entfliehen zu können. Bei dem, was ich beruflich anstrebe, komme ich kaum drumherum, aber ich sehe an mir selbst, wie ich die besten Stunden meines Lebens mit so einem Quatsch vergeude, ja, wie dem hier...

Es ist nunmal bequem und hilft den Wenigsten, eine ordentliche Arbeitseinstellung zu entwickeln. Man daddelt, daddelt und daddelt. Vielleicht ist es einfach zu viel. Ich habe mal mit meinem Leben mehr angefangen, war auch glücklicher. Und bitte sagen sie mir nicht, dass es auch Leute gibt, die damit umgehen können. Natürlich gibt es die, aber wenn ich mich so umsehe, dann ist es eine verschwind geringe Minderheit.

neuigkeitswahn

Im Radio hörte ich tatsächlich, dass über den Vorschlag diskutiert wurde, den Kindern die Schreibschrift nicht mehr beizubringen, da in diesen Zeiten ohnehin nur mehr getippt wird.

Das Grundproblem des Schulsystems sind die Akteure und nicht das fehlende smart-sonst-noch-was.

Würde man es schaffen die unmotivierten Lehrer loszuwerden, die Kinder wieder richtig zu erziehen, so dass die Schule nicht auch noch primäre Erziehung übernehmen muss, dass stellen sich viel größere Lernerfolge ein, als wenn man den aufmerksamkeits-defizitären Kiddies Netbooks, am Besten mit FB, Twitter, etc. vorinstalliert, in die Hand drückt.

Im Studium war es die für das Lernen aufgewendete Zeit und ein Mindestmaß an Disziplin das mich meine Prüfungen bestehen lies. Weder mein Notebook, noch das Farbenspiel des Beamers im Hörsaal noch sonst was elektronisches haben das Möglich gemacht.

Fragen sie einen Techniker wie es ist Zusammenhänge oder Konstruktionen zu erklären. Die wichtigsten und mächtigsten Hilfsmittel sind Hintergrundwissen, ein umfangreicher Wortschatz, ein gutes Allgemeinwissen (um Analogien zu finden) und (wenn Worte nicht mehr reichen) Bleistift und Papier.

Wer akademische Abschlussarbeiten oder Dokumentationen schreibt, weiß wie schwierig und vor allem langwierig es sein kann eine Skizze, die sich einfach so zeichnen lässt, in elektronische Form zu bringen, so dass auch diese qualitativ gut ist.