Gekaufte Likes : Facebook löscht Spam-Accounts

Facebook hat damit begonnen, Fake-Profile zu löschen. Die Aktion wirkt sich auf Seiten mit vielen Fans aus. Sie verlieren zum Teil Tausende ihrer Likes.
Eine Collage von Facebook-Profilen © Rainier Ehrhardt/Getty Images

Facebook hat begonnen, Zehntausende von Profilen zu löschen, die das Unternehmen als unecht oder als Spam einstuft. Das berichten das Technologieblog TechCrunch und die Website The Verge . Die Löschaktion wirkte sich bereits auf die Seiten von Unternehmen aus: Einige große Profile verloren Tausende Fans und Likes.

Das Profil Texas Hold EmPoker von Zynga, eines der populärsten Konten bei Facebook, verlor demnach am Mittwoch 96.000 seiner 63 Millionen Likes. Auch andere Seiten erlitten erhebliche Einbußen. Facebook zufolge sollen aber durchschnittlich weniger als ein Prozent der Fans verschwinden.

Facebook will mit der Löschaktion gegen gekaufte Links, Malware und Profile vorgehen, die doppelt oder falsch angelegt wurden. Auch Nutzerprofile, die allein zum Verschicken von Spam-Nachrichten benutzt werden, sollen entfernt werden.

Im Mai, kurz vor seinem Börsengang, hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass auf seinen Servern rund 83 Millionen Fake-Accounts liegen . 4,8 Prozent der Profile des Netzwerks seien vermutlich Mehrfachaccounts, hieß es damals. Dazu kommen 2,4 Prozent falsch klassifizierte Profile, also solche, bei denen Privatpersonen zum Beispiel ihr Haustier angemeldet haben. Nach den Geschäftsbedingungen ist das untersagt. Erlaubt sind lediglich sogenannte Pages, wie Mark Zuckerberg sie für seinen Hund Beast unterhält .

Likes und Follower sind käuflich

Unter den Fake-Accounts sind allerdings auch viele, die explizit dazu angelegt wurden, um entweder Spam zu verschicken oder um Likes zu verkaufen. Letzteres ist ein übliches Geschäft. Wer die Zahl seiner Fans erhöhen will, kann sie für wenig Geld im Tausenderpack kaufen. Erzeugt werden sie von Computerprogrammen. Facebook gab in seiner Mitteilung an, 1,5 Prozent der Konten seien beispielsweise nur dazu angelegt worden, um Spam zu verschicken.

Diese Zahl erscheint gering. Zumindest gibt es externe Studien , die beobachtet haben wollen, dass ein erheblicher Prozentsatz der Follower großer Firmen aus solchen Bots, also Robotern besteht.

Facebook geht nicht zum ersten Mal gegen solche Accounts vor. So gibt es beispielsweise eine Like-Sperre . Wer zu oft auf den Like-Knopf drückt, kann ebenfalls gesperrt werden, steht er dann doch im Verdacht, diese Leistung verkauft zu haben.

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