Such-NeutralitätGoogle ist weder demokratisch noch neutral

Google legt fest, was wir im Netz finden dürfen. Höchste Zeit, für Such-Neutralität zu kämpfen. Oder wenigstens zu sagen, was und wie gefiltert wird, meint Kai Biermann.

Die Funktion Autocomplete zeigt derzeit schnell Ergebnisse mit Bettina Wulff.

Die Funktion Autocomplete zeigt derzeit schnell Ergebnisse mit Bettina Wulff.

Google ist keine Suchmaschine. Denn Google sucht schon lange nicht mehr, jedenfalls nicht nur. Das Unternehmen filtert die Ergebnisse, die sie zeigt. Google ist also ein Katalog und sollte das ehrlicherweise sagen.

Denn was ist das Versprechen einer Suchmaschine? Sie will abbilden, welche Fundstellen für eine möglichst große Zahl von Nutzern relevant sind. Sie will das Wissen der Masse nutzen, um eine Rangfolge aufzustellen. Sie will versuchen, wie es in der Wikipedia formuliert ist, Suchanfragen mit einer "nach Relevanz geordneten Trefferliste zu beantworten".

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Suchmaschinen also wollen die Wirklichkeit so gut wie möglich abbilden. Googlesprecher Kay Oberbeck behauptet im Streit mit Bettina Wulff, genau das würde sein Konzern tun. Google könne nichts für Suchergebnisse, man bilde nur die Realität ab.

Objektive Faktoren?

Oberbeck sagte: "Die bei der Google-Autovervollständigung sichtbaren Suchbegriffe spiegeln die tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer wider." Die angezeigten Begriffe seien "das algorithmisch erzeugte Resultat mehrerer objektiver Faktoren, inklusive der Popularität der eingegebenen Suchbegriffe. Google schlägt diese Begriffe nicht selbst vor – sämtliche in Autovervollständigung angezeigten Begriffe wurden zuvor von Google-Nutzern eingegeben."

Kai Biermann
Kai Biermann

Kai Biermann ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Oberbeck sollte es besser wissen. Denn Google verzerrt die Realität ganz bewusst. Beispielsweise, indem Filesharingseiten wie Pirate Bay herausgefiltert und in eben dieser Autovervollständigung nicht angezeigt werden. Nur am Rande: Spannenderweise böten gerade die herausgefilterten Filesharingnetzwerke eine Möglichkeit, um eine solche Suchneutralität herzustellen.

Beispiele wie dieses gibt es viele. Sie belegen, dass Google auf die Ergebnislisten Einfluss nimmt, allein schon, um nicht mit Gesetzen in Konflikt zu geraten, wenn jemand nach Kinderpornographie sucht oder nach hierzulande verbotenen rechten Inhalten. Doch häufiger geht es dabei um Geld.

Leserkommentare
    • rdgr
    • 10.09.2012 um 13:55 Uhr

    Was häufig gesucht wird, wird logischerweise in den Vorschlägen zuerst angezeigt. Alles andere macht auch keinen Sinn. Was sich hier abspielt ist ein Musterbeispiel des Streisand-Effekts. Bevor Frau Wulff mit einer Klage gegen Google gedroht hat, hatte ich von diesen Gerüchten noch nicht einmal gehört. Und egal sind sie mir immer noch.

    35 Leserempfehlungen
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    • Slater
    • 10.09.2012 um 14:21 Uhr

    "Was häufig gesucht wird, wird logischerweise in den Vorschlägen zuerst angezeigt."

    aber kann sich eine solche Entwicklung nicht verselbstständigen?
    wenn erstmal 10 User eine gewisse spektauläre Suche eingetippt haben und diese als erste erscheint, werden dann nicht von den nächsten 1000 Suchen z.B. 100 dies vervollständigen und damit dieses Thema als oberste Suche zementieren, weitere Begriffe ohne Chance?
    und was ist wenn gar die ersten 10 gar nicht da waren sondern google einfach einen Begriff selber setzt, dann kommen bald die 100 realen und die Verhältnisse sind relativ nachweisbar real festgeschrieben

    noch kann google gewisse Themen wie 'Firma Xy + Betrug' oder eben Wulff kaum selber erschaffen, die entsprechenden Seiten müssen da sein,
    und Themen setzen sich auch nur dann durch wenn von selber eine gewisse Qualität,

    aber google kann absolut aus eigener Macht den initialen Focus darauf setzen und so eine noch eher unbekanntes Thema subtil groß rausbringen,

    noch mehr Einfluss hat google vielleicht im kommerziellen Bereich, bei hart umkämften Begriffen mit vielleicht gleichen Bewerbern,
    'flugbuchung' wird mit 'lufthansa' ergänzt,
    was ist so ein Fall im kleinen Markt wert falls gefälscht?

    -------

    Bevorzugung gab und gibt es überall, Liste der Suchergebnisse, Angebot im Supermarkt, Platz 1 der Charts,

    aber die Sucheingabe ist vorher noch ein ziemlich faires
    Gebiet gewesen, nun auch manipulierbar..

    • GDH
    • 10.09.2012 um 14:43 Uhr

    Vorweg: Was Frau Wulf da fordert, finde ich auch vollkommen lächerlich. Das ist quasi der Versuch, die Information wegzuklagen, dass es mal ein Gerücht gab (es geht nicht um Tatsachenbehauptungen seitens Google sondern um gestellte Suchanfragen). Natürlich wird das auch nicht funktionieren.

    Im Artikel wird aber auch genau erklärt, dass Google eben nicht nur tut, was Sie wie folgt beschreiben:

    "Was häufig gesucht wird, wird logischerweise in den Vorschlägen zuerst angezeigt. Alles andere macht auch keinen Sinn."

    Tatsächlich gibt es dort diverse Filter, die Vorschläge unterdrücken, auch wenn diese oft so eingegeben wurden (im Artikel liegt dazu folgender Link: http://www.zeit.de/digita...). Dass dies von Google in Eigeninitiative und ohne transparentes Verfahren geschieht, ist angesichts der Marktanteils dieser Firma schon problematisch.

    • docere
    • 10.09.2012 um 15:01 Uhr

    würde aber als betroffene Person die Priorität dahin verschieben, den Verursacher dieses Gerüchts juristisch zu belangen. Diese ganze Sache war mir bis vor ein paar Tagen auch völlig fremd und was in Nebensätzen als mögliche Ursache genannt wird, finde ich viel befremdlicher.

    ixquick.com

    findet die meisten Sachen genauso …
    merkt sich keine Nutzerdaten ...
    ob die auch filtern weiss man nicht ...

    ...der Streisand Effekt. Mich stören diese reflexartigen Reaktion, sobald jemand sich gegen etwas wehrt, was im Internet steht. Die ersten zwei Sätze im Wikipedia Artikel dazu hätten gereicht und zu erkennen, dass es sich hier um einen ganz anderen Sacherverhalt handelt.

    Barbara Streisand wollte verhindern, dass man ihre Villa offentlich ansehen konnte, obwohl sich vermutlich niemand dafür interessiert hätte.

    Frau Wulff, man mag sie mögen oder nicht, wehrt sich durchaus zurecht, denn diese unsägliche Autovervollständigung suggeriert dabei, dass es sich um Tatsachen handelt, aber eben nicht unbedingt, dass andere danach gesucht hätten.

    Ich habe nicht die 13 Seiten Kommentare durchgelesen, aber wie hier schon wieder ein Untergang der "Meinungsfreiheit" prohezeit wird, ist wirklich traurig. Es gibt Unterschied zwischen übler Nachrede und Meinungsfreiheit.

    Dass Google sich eben immer so wendet wie es denen gerade passt ist ja nichts Neues. Viele Änderungen werden auch mal eben so eingeführt, ohne dass man es auf den ersten Blick merkt. Es soll mir keiner damit kommen, dass Google ein "gutes" Unternehmen sei.

    • calmon
    • 12.09.2012 um 14:00 Uhr

    Der Artikel sagt doch das dies nicht stimmt! Viele Begriffe die oft eingegeben werden (file share, torren, irgendwelchen nicht-jugendfreien-Begriffe) werden bewusst ausgefilltert. Es findet also eine Zensur statt!

    Und sorry, in einem Land das gegen so ziehmlich gegen alles was Persönlichkeitsrechte verletzen KÖNNTE auf die Barrikaden steigt sollte doch wirklich dagegen sein, das eine Eingabe von "be" den Vorschlag "Betina Wulff Prostituierte" bringt, doer etwa nicht?

    • Slater
    • 10.09.2012 um 14:21 Uhr

    "Was häufig gesucht wird, wird logischerweise in den Vorschlägen zuerst angezeigt."

    aber kann sich eine solche Entwicklung nicht verselbstständigen?
    wenn erstmal 10 User eine gewisse spektauläre Suche eingetippt haben und diese als erste erscheint, werden dann nicht von den nächsten 1000 Suchen z.B. 100 dies vervollständigen und damit dieses Thema als oberste Suche zementieren, weitere Begriffe ohne Chance?
    und was ist wenn gar die ersten 10 gar nicht da waren sondern google einfach einen Begriff selber setzt, dann kommen bald die 100 realen und die Verhältnisse sind relativ nachweisbar real festgeschrieben

    noch kann google gewisse Themen wie 'Firma Xy + Betrug' oder eben Wulff kaum selber erschaffen, die entsprechenden Seiten müssen da sein,
    und Themen setzen sich auch nur dann durch wenn von selber eine gewisse Qualität,

    aber google kann absolut aus eigener Macht den initialen Focus darauf setzen und so eine noch eher unbekanntes Thema subtil groß rausbringen,

    noch mehr Einfluss hat google vielleicht im kommerziellen Bereich, bei hart umkämften Begriffen mit vielleicht gleichen Bewerbern,
    'flugbuchung' wird mit 'lufthansa' ergänzt,
    was ist so ein Fall im kleinen Markt wert falls gefälscht?

    -------

    Bevorzugung gab und gibt es überall, Liste der Suchergebnisse, Angebot im Supermarkt, Platz 1 der Charts,

    aber die Sucheingabe ist vorher noch ein ziemlich faires
    Gebiet gewesen, nun auch manipulierbar..

    • GDH
    • 10.09.2012 um 14:43 Uhr

    Vorweg: Was Frau Wulf da fordert, finde ich auch vollkommen lächerlich. Das ist quasi der Versuch, die Information wegzuklagen, dass es mal ein Gerücht gab (es geht nicht um Tatsachenbehauptungen seitens Google sondern um gestellte Suchanfragen). Natürlich wird das auch nicht funktionieren.

    Im Artikel wird aber auch genau erklärt, dass Google eben nicht nur tut, was Sie wie folgt beschreiben:

    "Was häufig gesucht wird, wird logischerweise in den Vorschlägen zuerst angezeigt. Alles andere macht auch keinen Sinn."

    Tatsächlich gibt es dort diverse Filter, die Vorschläge unterdrücken, auch wenn diese oft so eingegeben wurden (im Artikel liegt dazu folgender Link: http://www.zeit.de/digita...). Dass dies von Google in Eigeninitiative und ohne transparentes Verfahren geschieht, ist angesichts der Marktanteils dieser Firma schon problematisch.

    • docere
    • 10.09.2012 um 15:01 Uhr

    würde aber als betroffene Person die Priorität dahin verschieben, den Verursacher dieses Gerüchts juristisch zu belangen. Diese ganze Sache war mir bis vor ein paar Tagen auch völlig fremd und was in Nebensätzen als mögliche Ursache genannt wird, finde ich viel befremdlicher.

    ixquick.com

    findet die meisten Sachen genauso …
    merkt sich keine Nutzerdaten ...
    ob die auch filtern weiss man nicht ...

    ...der Streisand Effekt. Mich stören diese reflexartigen Reaktion, sobald jemand sich gegen etwas wehrt, was im Internet steht. Die ersten zwei Sätze im Wikipedia Artikel dazu hätten gereicht und zu erkennen, dass es sich hier um einen ganz anderen Sacherverhalt handelt.

    Barbara Streisand wollte verhindern, dass man ihre Villa offentlich ansehen konnte, obwohl sich vermutlich niemand dafür interessiert hätte.

    Frau Wulff, man mag sie mögen oder nicht, wehrt sich durchaus zurecht, denn diese unsägliche Autovervollständigung suggeriert dabei, dass es sich um Tatsachen handelt, aber eben nicht unbedingt, dass andere danach gesucht hätten.

    Ich habe nicht die 13 Seiten Kommentare durchgelesen, aber wie hier schon wieder ein Untergang der "Meinungsfreiheit" prohezeit wird, ist wirklich traurig. Es gibt Unterschied zwischen übler Nachrede und Meinungsfreiheit.

    Dass Google sich eben immer so wendet wie es denen gerade passt ist ja nichts Neues. Viele Änderungen werden auch mal eben so eingeführt, ohne dass man es auf den ersten Blick merkt. Es soll mir keiner damit kommen, dass Google ein "gutes" Unternehmen sei.

    • calmon
    • 12.09.2012 um 14:00 Uhr

    Der Artikel sagt doch das dies nicht stimmt! Viele Begriffe die oft eingegeben werden (file share, torren, irgendwelchen nicht-jugendfreien-Begriffe) werden bewusst ausgefilltert. Es findet also eine Zensur statt!

    Und sorry, in einem Land das gegen so ziehmlich gegen alles was Persönlichkeitsrechte verletzen KÖNNTE auf die Barrikaden steigt sollte doch wirklich dagegen sein, das eine Eingabe von "be" den Vorschlag "Betina Wulff Prostituierte" bringt, doer etwa nicht?

  1. Kann man nur unterstützen.

    2 Leserempfehlungen
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    man kann noch mehr machen. wer nämlich suchneutralität will und nebenbei darauf wert legt, dass die eigenen daten nicht verkauft werden (wer wundert sich noch über anzeigen bei google von artikeln die ich gestern bei amazon gesucht habe) der sucht z.B. bei duckduckgo ...

    man kann noch mehr machen. wer nämlich suchneutralität will und nebenbei darauf wert legt, dass die eigenen daten nicht verkauft werden (wer wundert sich noch über anzeigen bei google von artikeln die ich gestern bei amazon gesucht habe) der sucht z.B. bei duckduckgo ...

  2. Wow. Google ist nicht neutral. Sogar noch schlimmer. Google geht es um Geld. Is ja nicht auszuhalten, einem Milliardenkonzern geht es um Geld, das ist ja echt Bahnbrechend.
    Letztendlich ist Google ein Dienstleister. Und ein Diensleister kann immer selbst entscheiden was er seinen Kunden anbietet ohne dabei Transparent, Demokratisch oder Fair zu sein. Google ist aber auch nicht der einzige Dienstleister. Und will man, dass Google sein Verhalten ändert darf man es einfah nicht mehr nutzen. Denn das geht ans Geld. Sich auf anderem Wege einzumischen geht gegen die Freiheit des Unternehmens sich selbst zu leiten. Dann können wir ja gleich Verstaatlichen.

    28 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Aussagen. Danke, die Redaktion/mk

    • hairy
    • 10.09.2012 um 14:57 Uhr

    G. hat als Quasimonopolist keineswegs einfach alle Freiheiten. Des weiteren hat G. sich immer mit der Neutralität der Suchergebnisse gebrüstet. Denn Kritiker haben befürchtet, durch Indexmanipulation könnte G. sich selbst in die Tasche wirtschaften: wenn G. z.B. andere Suchmaschinen aus dem Index wirft. Da wird dann Freiheit nur zur Marktverzerrung verwendet - und entsprechende Klagen gabs ja schon.

    Und jetzt sehen wir halt bei G. selektive Tricks: vermutete (!) Rechteverletzer werden jetzt ausgefiltert, oder weiter nach hinten im Index verschoben. Denn Rechteinhaber meinen, ohne Gerichtsurteile freilich, geschädigt zu werden. Und nun kommt Frau W., und fühlt sich auch geschädigt... Tja, zweierlei Maß, oder nicht? Da könnte eine Klage Licht ins Dunkel bringen.

    Zitat: "Und ein Diensleister kann immer selbst entscheiden was er seinen Kunden anbietet ohne dabei Transparent, Demokratisch oder Fair zu sein."

    Also zumindest auf Transparenz kann man im Sinne des Verbraucherschutzes bestehen. Auf eine Form von Fairness eigentlich auch, und Demokratie ...
    Ja, ich finde, das kann man auch erwarten.

    Entfernt. Bitte belegen Sie Ihre Aussagen. Danke, die Redaktion/mk

    • hairy
    • 10.09.2012 um 14:57 Uhr

    G. hat als Quasimonopolist keineswegs einfach alle Freiheiten. Des weiteren hat G. sich immer mit der Neutralität der Suchergebnisse gebrüstet. Denn Kritiker haben befürchtet, durch Indexmanipulation könnte G. sich selbst in die Tasche wirtschaften: wenn G. z.B. andere Suchmaschinen aus dem Index wirft. Da wird dann Freiheit nur zur Marktverzerrung verwendet - und entsprechende Klagen gabs ja schon.

    Und jetzt sehen wir halt bei G. selektive Tricks: vermutete (!) Rechteverletzer werden jetzt ausgefiltert, oder weiter nach hinten im Index verschoben. Denn Rechteinhaber meinen, ohne Gerichtsurteile freilich, geschädigt zu werden. Und nun kommt Frau W., und fühlt sich auch geschädigt... Tja, zweierlei Maß, oder nicht? Da könnte eine Klage Licht ins Dunkel bringen.

    Zitat: "Und ein Diensleister kann immer selbst entscheiden was er seinen Kunden anbietet ohne dabei Transparent, Demokratisch oder Fair zu sein."

    Also zumindest auf Transparenz kann man im Sinne des Verbraucherschutzes bestehen. Auf eine Form von Fairness eigentlich auch, und Demokratie ...
    Ja, ich finde, das kann man auch erwarten.

    • Slater
    • 10.09.2012 um 14:01 Uhr

    ein Aspekt:
    während Filter wie Filesharing halbwegs klar auf gesetzliche Umstände beruhen und bei Änderung ziemlich nachvollziehbar wieder erlaubt werden könnten gilt bei Privatpersonen/ Firmen:

    wenn man einmal 'Firma Xy + Betrug' entfernt, ob zu Recht oder per Zensur,
    was passiert wenn danach die Firma durch neue Aktionen auf einmal doch oder umso deutlicher mit Betrug zusammenhängt,

    muss dann google weiter ausfiltern?
    ab wann nicht mehr, und wer entscheidet darüber auf welcher Grundlage?

    genauso bei Journalisten/ Blogs oder wer immer eine Unterlassungserklärung unterzeichnet,
    darf der dann für alle Zukunft nicht mehr über ein Thema berichten obwohl später ganz andere Faktenlage?

    8 Leserempfehlungen
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    • GDH
    • 10.09.2012 um 14:51 Uhr

    "während Filter wie Filesharing halbwegs klar auf gesetzliche Umstände beruhen"

    Auch in diesem Bereich besteht erhebliche Unsicherheit. Google behindert auch das Auffinden von Inhalten, bei denen es im betreffenden Land überhaupt kein Urteil gibt, ob das Bereistellen legal ist. Außerdem ist nicht transparent, wie etwa mit Linksammlungen umgegangen wird, die selbst legal sind, aber z.T auf umstrittene Inhalte verlinken.

    Gäbe es sehr starken Wettbewerb zwischen Suchmaschinen, könnte man erwarten, dass die Anbieter im Wesentlichen im Interesse des Kunden handeln (also dem Kunden nur vorenthalten, was unter Berücksichgigung des eigenen Risikos beim besten Willen nicht bereitgestellt werden kann). Leider hat google aber (in Deutschland) soetwas wie eine marktbeherrschende Stellung.

    • GDH
    • 10.09.2012 um 14:51 Uhr

    "während Filter wie Filesharing halbwegs klar auf gesetzliche Umstände beruhen"

    Auch in diesem Bereich besteht erhebliche Unsicherheit. Google behindert auch das Auffinden von Inhalten, bei denen es im betreffenden Land überhaupt kein Urteil gibt, ob das Bereistellen legal ist. Außerdem ist nicht transparent, wie etwa mit Linksammlungen umgegangen wird, die selbst legal sind, aber z.T auf umstrittene Inhalte verlinken.

    Gäbe es sehr starken Wettbewerb zwischen Suchmaschinen, könnte man erwarten, dass die Anbieter im Wesentlichen im Interesse des Kunden handeln (also dem Kunden nur vorenthalten, was unter Berücksichgigung des eigenen Risikos beim besten Willen nicht bereitgestellt werden kann). Leider hat google aber (in Deutschland) soetwas wie eine marktbeherrschende Stellung.

  3. Erstmal: Sie suchen sich also ein Gutachten heraus und nehmen die Passagen, die zu Ihrer Meinung passen. Quasi genau das, was Sie Google vorwerfen. Geil!

    Dann: Sie wollen Google ernsthaft vorwerfen, dass sich das Unternehmen an Gesetze hält und daher bestimmte Seiten nicht in den Suchergebnissen anzeigt? Sie wollen also, dass Kinderpornographieseiten angezeigt werden, um der neutralitätwillen?

    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/mak

    5 Leserempfehlungen
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    Google behauptet, generell keinen Einfluss auf die Anzeige von Suchvorschlägen zu haben. Und das ist doch ganz offensichtlich unwahr.

    Google behauptet, generell keinen Einfluss auf die Anzeige von Suchvorschlägen zu haben. Und das ist doch ganz offensichtlich unwahr.

  4. So wichtig das Thema ist, die Beispiele mit Kinderpornographie und Filesharing sind kontraproduktiv und widersprechen sogar der eigenen Argumentation, wenn es um Wettbewerbsrecht geht.

    Wenn man Google nämlich durch Gesetze dazu zwingt, Wettbewerber aufgrund der Monopolstellung nicht zu benachteiligen, dann darf man sich nicht aufregen, wenn Google die Gesetze bei Kinderpornographie und Filesharing befolgt.

    All das irritiert, geht es doch um nichts geringeres als das, was wir vom Browser-Internet sehen.

    4 Leserempfehlungen
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    • GDH
    • 10.09.2012 um 14:55 Uhr

    "Wenn man Google nämlich durch Gesetze dazu zwingt, Wettbewerber aufgrund der Monopolstellung nicht zu benachteiligen, dann darf man sich nicht aufregen, wenn Google die Gesetze bei Kinderpornographie und Filesharing befolgt."

    Tatsächlich sperrt Google weit mehr als auf Grund gesetzlicher Verpflichtungen erforderlich wäre. Andere Medien[1] berichten z.B. über die von Google gesperrten Inhalte und liefern die Links gleich mit.

    [1] http://www.zeit.de/digita...

    • GDH
    • 10.09.2012 um 14:55 Uhr

    "Wenn man Google nämlich durch Gesetze dazu zwingt, Wettbewerber aufgrund der Monopolstellung nicht zu benachteiligen, dann darf man sich nicht aufregen, wenn Google die Gesetze bei Kinderpornographie und Filesharing befolgt."

    Tatsächlich sperrt Google weit mehr als auf Grund gesetzlicher Verpflichtungen erforderlich wäre. Andere Medien[1] berichten z.B. über die von Google gesperrten Inhalte und liefern die Links gleich mit.

    [1] http://www.zeit.de/digita...

  5. Google behauptet, generell keinen Einfluss auf die Anzeige von Suchvorschlägen zu haben. Und das ist doch ganz offensichtlich unwahr.

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Google ist böse"
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    So offensichtlich ist dies nicht.

    Es kann durchaus sein, dass Google von vorne herein bestimmte Suchanfragen nicht speichert, aggregiert und wieder als suggestion bereitstellt, in denen bestimmte Begriffe, die offenkundig gegen geltendes Recht verstoßen würden, enthalten sind.

    Im Fall der "armen, armen" Frau Wulff, geht es aber darum, schon aggregierte und gespeicherte Suchanfragen von vermeintlich rufschädigenden Suchvorschlägen nachträglich herauszulöschen. Es soll also aktiv Einfluss auf die Reputation der Frau Wulff genommen werden.

    Was wesentlich einfacher gewesen wäre, wenn man die Grundlage der Wortmeldung vermieden hätte: sh*t happens.

    • dth
    • 10.09.2012 um 14:45 Uhr

    Google behauptet nicht, keinen Einfluss nehmen zu können, sondern in diesem Fall keinen zu nehmen.
    Google nimmt natürlich Einfluss, im Wesentlichen aus rechtlichen Gründen und wenn es der Qualität der Suchergebnisse dient.
    Wenn Google jetzt für einzelne Wortkobinationen, die bestimmte Teffer oder Vorschläge liefern, verantwortlich wäre, hätte das aber eine ganz neue Qualität.
    Ich finde, die Google-Argumentation geht auf. Das Problem ist nicht, dass Google nicht Einfluss nehmen könnte, sondern dass die Vorschläge eben keine Tatsachenbehauptung sind, da Google keinen Einfluss nimmt in diesem Zusammenhang.
    So wie die Zeit darüber berichten darf, dass Frau Wulff sich gegen besagte Gerüchte wehrt, darf Google die Suchvorschläge anzeigen, die aus dem öffentlichen Interesse an diesem Thema entstehen.
    Vielleicht hätte Frau Wulff das Thema einfach nicht selbst wieder so anheizen sollen. Dann wären die Suchvorschläge wahrscheinlich bald auch wieder weg.

    So offensichtlich ist dies nicht.

    Es kann durchaus sein, dass Google von vorne herein bestimmte Suchanfragen nicht speichert, aggregiert und wieder als suggestion bereitstellt, in denen bestimmte Begriffe, die offenkundig gegen geltendes Recht verstoßen würden, enthalten sind.

    Im Fall der "armen, armen" Frau Wulff, geht es aber darum, schon aggregierte und gespeicherte Suchanfragen von vermeintlich rufschädigenden Suchvorschlägen nachträglich herauszulöschen. Es soll also aktiv Einfluss auf die Reputation der Frau Wulff genommen werden.

    Was wesentlich einfacher gewesen wäre, wenn man die Grundlage der Wortmeldung vermieden hätte: sh*t happens.

    • dth
    • 10.09.2012 um 14:45 Uhr

    Google behauptet nicht, keinen Einfluss nehmen zu können, sondern in diesem Fall keinen zu nehmen.
    Google nimmt natürlich Einfluss, im Wesentlichen aus rechtlichen Gründen und wenn es der Qualität der Suchergebnisse dient.
    Wenn Google jetzt für einzelne Wortkobinationen, die bestimmte Teffer oder Vorschläge liefern, verantwortlich wäre, hätte das aber eine ganz neue Qualität.
    Ich finde, die Google-Argumentation geht auf. Das Problem ist nicht, dass Google nicht Einfluss nehmen könnte, sondern dass die Vorschläge eben keine Tatsachenbehauptung sind, da Google keinen Einfluss nimmt in diesem Zusammenhang.
    So wie die Zeit darüber berichten darf, dass Frau Wulff sich gegen besagte Gerüchte wehrt, darf Google die Suchvorschläge anzeigen, die aus dem öffentlichen Interesse an diesem Thema entstehen.
    Vielleicht hätte Frau Wulff das Thema einfach nicht selbst wieder so anheizen sollen. Dann wären die Suchvorschläge wahrscheinlich bald auch wieder weg.

    • sxouk2
    • 10.09.2012 um 14:12 Uhr

    ..., nutzen Sie doch eine andere Suchmaschine, statt Google vorschreiben zu wollen, wie es zu funktionieren hat.

    Oder möchten Sie auch einem Koch erzählen, wie gefälligst ein Schnitzel zu schmecken hat?

    Der Rest regelt sich dann von selbst.

    16 Leserempfehlungen
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    • hairy
    • 10.09.2012 um 15:21 Uhr

    immer wieder die These, Firmen könnten tun und lassen, was sie wollen... pff. Haben Sie nichts gelernt aus all den Marktmanipulationen seitens der Riesenfirmen? Haben Sie überhört, wie perfide Nutzerdaten ausgewertet werden, um mehr zu verdienen? Und nein, mit einfachem Wechsel werden diese Tricks nicht aus der Welt geschafft. Viele Leute nutzen Google und Co., ohne wissen zu können, aufgrund der Komplexität der Technik, was sich da abspielt. Und deswegen gibt es Kritik, und deswegen gibt es auch den Verbraucherschutz. Und ich meine, Frau W. leistet sich vielleicht einen Bärendienst mit der Klage, hat aber anderseits doch das Recht, nicht als ... dargestellt zu werden. Und also bin ich gespannt...

    • hairy
    • 10.09.2012 um 15:21 Uhr

    immer wieder die These, Firmen könnten tun und lassen, was sie wollen... pff. Haben Sie nichts gelernt aus all den Marktmanipulationen seitens der Riesenfirmen? Haben Sie überhört, wie perfide Nutzerdaten ausgewertet werden, um mehr zu verdienen? Und nein, mit einfachem Wechsel werden diese Tricks nicht aus der Welt geschafft. Viele Leute nutzen Google und Co., ohne wissen zu können, aufgrund der Komplexität der Technik, was sich da abspielt. Und deswegen gibt es Kritik, und deswegen gibt es auch den Verbraucherschutz. Und ich meine, Frau W. leistet sich vielleicht einen Bärendienst mit der Klage, hat aber anderseits doch das Recht, nicht als ... dargestellt zu werden. Und also bin ich gespannt...

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