Der Replikator 2 von MakerBot © MakerBot

Das, was Chris Anderson für die Zukunft hält, ist schwarz, so groß wie ein Kasten Bier, leuchtet von innen wie etwas aus einem Science-Fiction-Film und kostet 2.200 bis 2.800 US-Dollar. Der MakerBot Replicator 2 wird den "Mainstream-Moment" der 3D-Drucker markieren, glaubt Anderson . Der Chefredakteur des Magazins Wired kennt sich aus mit der Materie, sein Buch Makers: The New Industrial Revolution erscheint Anfang Oktober. Trotzdem oder gerade deswegen sind seine Äußerungen etwas zu enthusiastisch.

Auf den ersten Blick erscheint Andersons Euphorie nachvollziehbar. Rapid Prototyping , das Ausdrucken von Objekten, ist längst keine Utopie mehr. Und der Replicator 2 dürfte diese Technik noch weiter verbreiten. Denn er ist im Gegensatz zum Vorgängermodell kein Bausatz mehr, sondern wird gebrauchsfertig und mit einer Desktop-Applikation ausgeliefert. Dank dieser soll das Drucken von Objekten so simpel sein wie das Ausdrucken eines Fotos. Theoretisch.

Der Replicator 2 sei bestens geeignet "für Ingenieure, Wissenschaftler und jeden, der einfach gerne Dinge kreiert", bewirbt das Unternehmen sein Produkt. Das Unternehmen hat sogar einen eigenen Laden eröffnet , mitten in Manhattan . Aber abgesehen vom Preis – 2.200 Dollar sind für ein Spielzeug viel – gibt es einige andere Gründe, warum 3D-Drucker derzeit keineswegs massentauglich sind. Der wichtigste: Die Massen sind nicht 3D-Drucker-tauglich.

Wer wirklich Objekte ausdrucken will, muss sich mit der Hardware und der zugehörigen Software beschäftigen, und das gründlich. 3D-Drucken ist ein zeitaufwendiges Hobby und erfordert technisches Verständnis. Jedenfalls deutlich mehr, als für das Ausdrucken eines Fotos nötig ist. Nicht umsonst hat MakerBot von seinen bisherigen Druckern erst 13.000 Stück verkauft.

In der Raumfahrtagentur , einem Hackerspace in Berlin-Wedding, stehen drei verschiedene 3D-Drucker: Ein Ultimaker , ein Shapercube und ein tragbares Modell namens PopFab , das in einem Aluminiumkoffer steckt und von MIT-Studenten konzipiert wurde. Maximilian Bauer und Patrick Hoffmann, Bastler, Hacker, CCC-Mitglieder, arbeiten seit Monaten intensiv mit allen drei Modellen – und produzieren dabei haufenweise Ausschuss.

Sie machen es sich allerdings auch nicht leicht. Zwei Tage hat Hoffmann allein dazu gebraucht, um den Ultimaker zusammenzubauen. "Dann habe ich mich erst einmal zwei Wochen davor gesetzt und zugeguckt, wie er druckt", sagt er. Je länger das Gerät lief, desto mehr potenzielle Fehlerquellen und Einstiegshürden erkannte der 40-Jährige.

Das beginnt schon beim Erstellen der zu druckenden Datei: Wer bei Null anfängt, muss sich in einem Grafikprogramm ein dreidimensionales Objekt erstellen. Es gibt kostenlose und einfach zu bedienende Programme wie Tinkercad , doch wer wirklich detaillierte Objekte entwerfen will, muss tiefer einsteigen. Hoffmann hat zwei Wochen gebraucht, bis er das Programm seiner Wahl beherrschte.

"Wir benutzen hier Open-Source-Software und versuchen, deren Grenzen auszuloten", sagt er. Die sind je nach Hersteller des Druckers verschieden. Manche Objekte, die er mit seinem Ultimaker herstellen kann, wären mit dem MakerBot-Drucker vielleicht nicht zu machen, glaubt Hoffmann.

Der Vorteil des Fertigsystems von Makerbot: Die Software nimmt dem Nutzer die Feineinstellungen des Druckers ab. Wie schnell gedruckt werden soll, wie dick jede einzelne Schicht sein soll, et cetera. Ungefähr 50 verschiedene Parameter gibt es, sagt Maximilian Bauer. Er und Hoffmann bestimmen die bei ihren Maschinen manuell – das kann das Ergebnis entscheidend verbessern oder eben ruinieren.