Privatkopie: Piraten entwerfen neues Urheberrecht
Die NRW-Piraten haben ein neues Urheberrechtsgesetz entworfen. Sie wollen Privatkopien von illegalen Werken erlauben und es möglich machen, E-Books weiterzuverkaufen.
Die Piraten wollen das Urheberrecht nicht abschaffen, auch wenn das gelegentlich von ihren Gegnern behauptet wird. In Nordrhein-Westfalen haben sie nun sogar einen konkreten Entwurf für ein erneuertes Urheberrecht erarbeitet. Der ist mutig und birgt Konfliktpotenzial.
Auf Basis des bestehenden Urheberrechtsgesetzes breiten Landesvorstandsmitglied Daniel Neumann, Rechtsanwalt Udo Vetter und ihre Co-Autoren ihre Vorstellungen für ein zeitgemäßes Urheberrecht auf 92 Seiten aus – inklusive einiger Paragrafen, die nach ihren Vorstellungen ersatzlos aus dem bisherigen Recht gestrichen werden sollten.
Wem das zu viel ist: Es gibt auch eine sechsseitige Zusammenfassung der wichtigsten Punkte. Darin heißt es zur Erklärung, mit dem Entwurf würden die Urheber "wieder in den Mittelpunkt der Verwertung gerückt und ihnen mehr Kontrolle über ihre Werke gegeben."
So soll zum Beispiel die Übertragung des Nutzungsrechts an einem Werk auf 20 Jahre begrenzt werden. Nach dieser Zeit soll das Recht vom Verlag oder von der Plattenfirma wieder an den Urheber zurückfallen. Der könnte dann neu verhandeln oder sein Werk unter einer freien Lizenz weiterverbreiten. Damit wollen die Piraten auch verhindern, dass Werke verwaisen. Derzeit gibt es viele Werke, vor allem Bücher, bei denen kein Rechteinhaber bekannt ist. Genutzt werden dürfen sie deshalb aber nicht, weswegen sie praktisch verschwinden.

Spätestens am Vorschlag der Piraten für einen neuen Paragrafen 53 des Urheberrechtsgesetzes wird sich Streit entzünden, so viel ist absehbar. Die Autoren des Entwurfs wollen, dass Privatkopien auch dann legal sind, wenn das kopierte Werk illegal erworben wurde. Und sie wollen die Nutzung von Internettauschbörsen entkriminalisieren. Die Begründung: "Es ist empirisch nicht zu beweisen, dass sich Tauschbörsen negativ auf den Verkauf von Werken auswirken. Nutzer, welche bereit sind, für ein Werk zu zahlen, handeln auch danach." Die Musik- und Filmindustrie wird weiterhin etwas anderes behaupten.
Gleich eine ganze Reihe von Paragrafen wollen die Piraten ändern, um öffentliche Bildungseinrichtungen von der Kita über Hochschulen bis hin zu Bibliotheken von Urheberrechtsabgaben zu befreien. Bisher müssen etwa Kindergärten Lizenzen kaufen, wenn sie Notenblätter kopieren wollen.
Ein gänzlich neuer Absatz in Paragraf 17 soll es ermöglichen, auch Dateien wie E-Books oder MP3 weiterzuverkaufen, wenn diese per Download erworben wurden, also nicht physisch vorliegen. Es stelle "eine unnötige Einschränkung ehrlicher Verbraucher dar, hier eine Unterscheidung zwischen physischen und nicht-physischen Werken zu machen", schreiben die Piraten zur Erklärung.







Selbst ein tl;dr von sechs Seiten wird die meisten Journalisten überfordern.
Wenn im Laufe der nexten Woche KEIN bildblog-Eintrag erscheint, weil die lieben Kollegen diesen Piratenvorschlag missverstehen, fress ich 'nen Besen.
Der Piratenwntwurf würde das unbegrenzte Vervielfältigen und die Weitergabe über weltweit agierende Tauschbörsen benutzen? Bei aller Liebe, dass kann doch nicht ernst gemeint sein?
Ich kann nur hoffen, dass es Journalisten gibt, die dieser Entwurf nicht überfordert. In aller öffentlichkeit sollte man ihn zerflücken und den Menschen klar machen wofür er steht.
Ich bin zutiefst von den Piraten enttäuscht und werde sie nicht mehr wählen. Ich dachte sie stehen für den Datenschutz und Transparenz. Frischen Wind hatte ich mir erhofft. Für illegales Kopieren hatte ich nie, habe ich auch nicht und werde ich nie Verständnis haben.
Meine Stimme nicht mehr!
Der Piratenwntwurf würde das unbegrenzte Vervielfältigen und die Weitergabe über weltweit agierende Tauschbörsen benutzen? Bei aller Liebe, dass kann doch nicht ernst gemeint sein?
Ich kann nur hoffen, dass es Journalisten gibt, die dieser Entwurf nicht überfordert. In aller öffentlichkeit sollte man ihn zerflücken und den Menschen klar machen wofür er steht.
Ich bin zutiefst von den Piraten enttäuscht und werde sie nicht mehr wählen. Ich dachte sie stehen für den Datenschutz und Transparenz. Frischen Wind hatte ich mir erhofft. Für illegales Kopieren hatte ich nie, habe ich auch nicht und werde ich nie Verständnis haben.
Meine Stimme nicht mehr!
... macht die Piraten für mich leider unwählbar. Mal sehen was sich bis zur nächsten Wahl noch tut.
Dieser Entwurf ist eher der Grund, warum man die Piraten wählt.
Natürlich ist einiges im Entwurf nicht ausgereift oder nicht durchsetzbar, aber es ist ja auch nur ein Entwurf. Diese Debatte ist dringend notwendig, und da ist es gut, dass es endlich einen Vorschlag gibt, der nicht aus der Verwerterindustrie-Ecke kommt.
Das Urheberrecht in unserem Land ist dringend reformbedürftig, da es nicht auf das Informationszeitalter zugeschnitten ist, sondern aus Zeiten stammt, als Musik mit Schallplatten, Informationen mit Zeitung und Wissen mit Büchern fest verknüpft waren.
Will man diese Auslegung nun auf die heutige Zeit übertragen, ergeben sich zwangsläufig Reibereien. Informationen und Daten lassen sich nicht mehr kontrollieren, da sie im Unterschied zu damals unabhängig von ihrem Medium sind und sich so einfach wie nie vervielfältigen lassen. Jeder Versuch, dennoch die Kontrolle bewahren zu wollen artet in Totalüberwachung der Benutzer, weitreichende DRM-Mechanismen und groteske Verfolgung von Nutzern aus, die sich in folgenden Beispielen wiederspiegeln:
Kriminalisierung und völlig überzogende Forderungen gegenüber Filesharern und Durchschnittsnutzern bis hin zur Entwicklung von Geschäftsmodellen durch Abmahnungen (Abmahnungen von Privathomepagebesitzern, die ein Bild einer Tomate aus der Google-Suche verwenden, Forderungen an Kindergärten für das Kopieren von Notenblättern, ACTA, PIPA, SOPA, Schultrojaner...usw. ); Haftung von Webseitenbetreibern für
[siehe Teil 2]
Dieser Entwurf ist eher der Grund, warum man die Piraten wählt.
Natürlich ist einiges im Entwurf nicht ausgereift oder nicht durchsetzbar, aber es ist ja auch nur ein Entwurf. Diese Debatte ist dringend notwendig, und da ist es gut, dass es endlich einen Vorschlag gibt, der nicht aus der Verwerterindustrie-Ecke kommt.
Das Urheberrecht in unserem Land ist dringend reformbedürftig, da es nicht auf das Informationszeitalter zugeschnitten ist, sondern aus Zeiten stammt, als Musik mit Schallplatten, Informationen mit Zeitung und Wissen mit Büchern fest verknüpft waren.
Will man diese Auslegung nun auf die heutige Zeit übertragen, ergeben sich zwangsläufig Reibereien. Informationen und Daten lassen sich nicht mehr kontrollieren, da sie im Unterschied zu damals unabhängig von ihrem Medium sind und sich so einfach wie nie vervielfältigen lassen. Jeder Versuch, dennoch die Kontrolle bewahren zu wollen artet in Totalüberwachung der Benutzer, weitreichende DRM-Mechanismen und groteske Verfolgung von Nutzern aus, die sich in folgenden Beispielen wiederspiegeln:
Kriminalisierung und völlig überzogende Forderungen gegenüber Filesharern und Durchschnittsnutzern bis hin zur Entwicklung von Geschäftsmodellen durch Abmahnungen (Abmahnungen von Privathomepagebesitzern, die ein Bild einer Tomate aus der Google-Suche verwenden, Forderungen an Kindergärten für das Kopieren von Notenblättern, ACTA, PIPA, SOPA, Schultrojaner...usw. ); Haftung von Webseitenbetreibern für
[siehe Teil 2]
"Das Problem an der eigentlich guten Idee: Sie kollidiert mit der Praxis von Anbietern wie Apple, Amazon oder auch Libri.de."
Das ist kein Problem mit der Idee sondern der Grund, warum so eine Regelung bitter nötig ist. Dass der Buchhändler seinem Kunden das Weiterverkaufen oder Verleihen von Büchern nicht verbieten kann (und darf), ist akzeptiert. Es ist nicht einzusehen, dass Verkäufer von EBooks mit technischen Tricks etwas daran zu ändern versuchen.
Dass Rechte nach 20 Jahren auf den Urheber zurückfallen sollen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Dann kann es doch erst recht passieren, dass der Urheber (oder dessen Ergebn) sich um diese Rechte nicht kümmert.
Konsequent wäre eine Lösung wie bei Patenten: Die Urheberrechte verfallen nach (meinetwegen) 20 Jahren. Auf diese Weise würde noch zu unseren Lebzeiten (hoffentlich) ein großer Fundus gemeinfreier Werke entstehen, an denen man sich bürokratiefrei bedienen kann. Die Motivation zum Schaffen von Werken würde kaum beeinträchtigt, denn wer schafft schon (aus finanziellen Gründen) ein Werk, von dem er nicht erwartet, dass es sich binnen zwei Jahrzehnten rentiert?
Schade auch, dass die Bindung der Schutzfristen an die Lebensdauer des Künstlers nicht entfernt werden soll.
Die vielen sinnvollen und durchdachten Teile des Vorschlags kommentiere ich hier mal nicht. Kurz gesagt: Das Meiste könnte ich so unterschreiben!
Der Piratenwntwurf würde das unbegrenzte Vervielfältigen und die Weitergabe über weltweit agierende Tauschbörsen benutzen? Bei aller Liebe, dass kann doch nicht ernst gemeint sein?
Ich kann nur hoffen, dass es Journalisten gibt, die dieser Entwurf nicht überfordert. In aller öffentlichkeit sollte man ihn zerflücken und den Menschen klar machen wofür er steht.
Ich bin zutiefst von den Piraten enttäuscht und werde sie nicht mehr wählen. Ich dachte sie stehen für den Datenschutz und Transparenz. Frischen Wind hatte ich mir erhofft. Für illegales Kopieren hatte ich nie, habe ich auch nicht und werde ich nie Verständnis haben.
Meine Stimme nicht mehr!
sie hängen einer neoliberalen idee nach, wonach alles etwas kosten muss. kunst sollte kostenlos sein, denn kunst gehört uns allen!
Nie wieder Nena? Nie wieder Silbermond und Unheilig? Nie wieder Paul Kalkbrenner und Udo Lindenberg? Keine Filme mit Til Schweiger mehr?! Der gesamte Kreativmarkt wird sterben?!!!!111
Der "Kreativmarkt" wird sicherlich nicht sterben. Nur die ewig gleich schlechten Trittbrettfahrer werden sich umorientieren müssen.
sie hängen einer neoliberalen idee nach, wonach alles etwas kosten muss. kunst sollte kostenlos sein, denn kunst gehört uns allen!
Nie wieder Nena? Nie wieder Silbermond und Unheilig? Nie wieder Paul Kalkbrenner und Udo Lindenberg? Keine Filme mit Til Schweiger mehr?! Der gesamte Kreativmarkt wird sterben?!!!!111
Der "Kreativmarkt" wird sicherlich nicht sterben. Nur die ewig gleich schlechten Trittbrettfahrer werden sich umorientieren müssen.
Ist doch ein guter Vorschlag: 20 Jahre ist ein guter Zeitraum, nachdem der Urheber stirbt geht das noch zehn Jahre weiter, dann ist es vorbei.
Tauschbörsen? Endlich ist das mal in der Politik angekommen: die Musikindustrie forscht nach wie viel Traffic Tauschbörsen haben und meint dann, das sei ihr Schaden. Dass ich mir ein Lied, das es umsonst gibt vielleicht auch nur anhöre, WEIL es umsonst ist kommt gar niemandem in den Sinn. Wenn ich wirklich etwas kaufen will, gerne, ich bezahle auch gerne für Musik, aber dann will ich damit machen können was ich will. Da muss die Musikindustrie sich bewegen.
Welcher Kreativmarkt soll denn sterben Ignazius? Theater? Opern? Independent-Filme? Die meisten kreativen Produkte Deutschlands bleiben so unbedeutend dass sie auf Tauschbörsen kaum zu finden sind. Mein Mitleid mit Hollywood ist begrenzt, deren Einkommen scheinen mit oder ohne Tauschbörsen im Millionenbereich zu liegen. Und wenn ich einen Künstler mag, unterstütze ich seine Arbeit und kaufe mir das. Wenn ich das nicht mache, würde ich es andernfalls eben ganz lassen.
Endlich greift mal jemand durch und ist offenbar NICHT von Industrieinteressen geprägt, erfrischend neu, verglichen mit FDP und anderen Parteien. Deutschland hat sich in den letzten Jahren zu einem Land entwickelt in dem Urheberrechte Innovation einschränken - Jetzt weiß ich für wen ich nächstes Jahr stimme.
"Ist doch ein guter Vorschlag: 20 Jahre ist ein guter Zeitraum, nachdem der Urheber stirbt geht das noch zehn Jahre weiter, dann ist es vorbei."
Leider steht in dem Papier nicht, dass Schutzrechte nach 20 Jahren ablaufen sollen:
Aus der 6-seitigen Zusammenfassung:
"Die Übertragung des Nutzungsrechts, zum Beispiel von einem Autor auf den Verlag, soll künftig auf
maximal 20 Jahre beschränkt werden. Hierdurch wird dem Buy-out vorgebeugt. Nach spätestens 20
Jahren soll jeder Urheber die Möglichkeit haben, sich von seinem Verlag wieder zu trennen. Das
ermöglicht eine Neuverhandlung über die Vergütung."
Im Ergebnis heist das bloß, dass nach 20 Jahren ein zusätzlichen Verwaltungsschritt dazu kommt und ggf. noch etwas verhandelt werden muss. Der Text verweist zwar auf die Möglichkeit, Werke dann unter freie Lizenzen zu stellen, aber zwingend sollen die Schutzfristen erst 10 Jahre nach dem Tod des Autors (oder des letzten Autors bei mehreren) ablaufen.
Eine einfache, tranparente und gerechte Lösung wäre es, einfach XX Jahre nach Veröffentlichung die Schutzfrist enden zu lassen. Dann wäre der wirtschaftliche Wert eines Rechts nicht mehr von der Lebenserwartung des Autors abhängig und es ließe sich auch viel einfacher prüfen, ob etwas noch geschützt ist (man bräuchte nur das Datum der Veröffentlichung und das Datum von heute zu kennen). So muss man erstmal feststellen, wer alles (Mit-)Autor ist(versuchen Sie das mal bei einem Film oder einer Konzertaufzeichnung...).
"Ist doch ein guter Vorschlag: 20 Jahre ist ein guter Zeitraum, nachdem der Urheber stirbt geht das noch zehn Jahre weiter, dann ist es vorbei."
Leider steht in dem Papier nicht, dass Schutzrechte nach 20 Jahren ablaufen sollen:
Aus der 6-seitigen Zusammenfassung:
"Die Übertragung des Nutzungsrechts, zum Beispiel von einem Autor auf den Verlag, soll künftig auf
maximal 20 Jahre beschränkt werden. Hierdurch wird dem Buy-out vorgebeugt. Nach spätestens 20
Jahren soll jeder Urheber die Möglichkeit haben, sich von seinem Verlag wieder zu trennen. Das
ermöglicht eine Neuverhandlung über die Vergütung."
Im Ergebnis heist das bloß, dass nach 20 Jahren ein zusätzlichen Verwaltungsschritt dazu kommt und ggf. noch etwas verhandelt werden muss. Der Text verweist zwar auf die Möglichkeit, Werke dann unter freie Lizenzen zu stellen, aber zwingend sollen die Schutzfristen erst 10 Jahre nach dem Tod des Autors (oder des letzten Autors bei mehreren) ablaufen.
Eine einfache, tranparente und gerechte Lösung wäre es, einfach XX Jahre nach Veröffentlichung die Schutzfrist enden zu lassen. Dann wäre der wirtschaftliche Wert eines Rechts nicht mehr von der Lebenserwartung des Autors abhängig und es ließe sich auch viel einfacher prüfen, ob etwas noch geschützt ist (man bräuchte nur das Datum der Veröffentlichung und das Datum von heute zu kennen). So muss man erstmal feststellen, wer alles (Mit-)Autor ist(versuchen Sie das mal bei einem Film oder einer Konzertaufzeichnung...).
Lieber Jugendgemeinderat, erkläre du mir erstmal mit welchem Recht sich die allgemeinheit an der Arbeit anderer Bereichern darf? Was die Piraten fordern ist nichts anderes als Enteignung. Genauso wenig wie jemand für etwas bezahlen würde was er auch umsonst bekommen kann, würden Kreative in diesem Land für Umsonst weiter arbeiten. Deuschland würde isoliert werden.
Die Sache ist ganz einfach: Kaufe zu den Bedingungen die dir angeboten werden oder lass es sein. Umsonstkultur ist nicht.
"Die Sache ist ganz einfach: Kaufe zu den Bedingungen die dir angeboten werden oder lass es sein. Umsonstkultur ist nicht."
Wollen Sie auch unendlich lange Patent-Schutzfristen? Wollen Sie ein Urheberrecht, in dem ein Autor verbieten darf, dass man ihn zitiert?
Wenn Sie die beiden Fragen (oder auch nur eine) mit "nein" beantworten, haben Sie grundsätzlich anerkannt, dass Schutzrechte auch Grenzen haben müssen. Vor diesem Hintergrund ist zu diskutieren, WO die Grenzen verlaufen, nicht ob es welche gibt. Zu dieser Diskussion haben Sie hier noch kein Argument beigesteuert.
Eine Totalabschaffung von Urherrechten fordern die NRW-Piraten jedenfalls offensichtlich nicht.
Kein Autor hat sein Werk allein geschaffen; er baut immer auf Kultur, Werke anderer auf. Jede Oper, jeder Roman hat bestehenden Stoff zum Thema.
Insofern ist der Vorwurf der "Enteignung" falsch: Ein Werk ist kein persönlicher Besitz. Es sit richtig, dem Künstler Rechte daran zu lassen, denn er muss auch sein Brot verdienen. Aber 70 Jahre nach Tod ist unsinnig lang.
Die Piraten liefern hier einen richtig guten Vorschlag. (nur das Tauschbörsen-Thema überzeugt mich nicht).
"Die Sache ist ganz einfach: Kaufe zu den Bedingungen die dir angeboten werden oder lass es sein. Umsonstkultur ist nicht."
Wollen Sie auch unendlich lange Patent-Schutzfristen? Wollen Sie ein Urheberrecht, in dem ein Autor verbieten darf, dass man ihn zitiert?
Wenn Sie die beiden Fragen (oder auch nur eine) mit "nein" beantworten, haben Sie grundsätzlich anerkannt, dass Schutzrechte auch Grenzen haben müssen. Vor diesem Hintergrund ist zu diskutieren, WO die Grenzen verlaufen, nicht ob es welche gibt. Zu dieser Diskussion haben Sie hier noch kein Argument beigesteuert.
Eine Totalabschaffung von Urherrechten fordern die NRW-Piraten jedenfalls offensichtlich nicht.
Kein Autor hat sein Werk allein geschaffen; er baut immer auf Kultur, Werke anderer auf. Jede Oper, jeder Roman hat bestehenden Stoff zum Thema.
Insofern ist der Vorwurf der "Enteignung" falsch: Ein Werk ist kein persönlicher Besitz. Es sit richtig, dem Künstler Rechte daran zu lassen, denn er muss auch sein Brot verdienen. Aber 70 Jahre nach Tod ist unsinnig lang.
Die Piraten liefern hier einen richtig guten Vorschlag. (nur das Tauschbörsen-Thema überzeugt mich nicht).
sie hängen einer neoliberalen idee nach, wonach alles etwas kosten muss. kunst sollte kostenlos sein, denn kunst gehört uns allen!
Wenn eine Band ein Album aufnimmt und noch Wert darauf legt, dass das Album verdammt gut klingt, kostet das viel Geld. Wer denkst, dass dann ein jeder das Recht hat, das Resultat kostenlos genießen zu dürfen, ohne die Band auch nur ansatzweise zu entlohnen, hat ein sehr krudes Verständnis von Gerechtigkeit.
denn um Kunst zu schaffen benötigt man Künstler und glauben Sie im Ernst, dass ein Buchautorin, die z.B. im Kindergarten arbeitet am Abend noch die Muse hat, kreativ tätig zu werden?
Es ist viel zu einfach, was Sie behaupten und entwürdigt die Künstler und ich spreche von denen, die wirklich etwas kreatives schaffen.
Freie Kunst für alle ist sinnlos, wenn es keine Künstler mehr gibt, die sie produzieren. Stellen Sie sich mal die Stones vor. Die hatten nunmal das Talent zeitlose Songs zu schaffen http://www.youtube.com/wa... als Beispiel. 6Mio Klicks 20.000 positive Bewertung. Hätten die das hinbekommen, wenn sie das mal eben so nebenbei gemacht hätten? Es ist ein Tick unserer modernen Gesellschaft Künstler nicht mehr zu würdigen, was aber auch zweifelsfrei darin begründet liegt, dass sich viel zu viele Menschen für "Künstler" halten und sich als solche aufspielen. Es ist für den Konsumenten verdammt schwer mittlerweile allein aus der schieren Masse herauszufiltern.
Mehr Respekt und Achtung für die Künstler, einfachere, bezahlbare Formen des Vertriebs, das sind Notwendigkeiten, denn andernfalls wird uns viel Kunst verloren gehen.
Ich frage mich manchmal, wenn die Künstler vergangener Jahrhunderte in unserer Zeit leben würden, ob sie je hätten schaffen können, was sie erreicht haben. Man stelle sich ein Schiller, ein Hesse, ein Bach, ein Mozart, ein Shakespeare, ein Michelangelo in unserer Zeit vor ... ein sehr trauriger Gedanke
sie hängen einer neoliberalen idee nach, wonach alles etwas kosten muss. bier sollte kostenlos sein, denn bier gehört uns allen!
Sie hängen einer sehr infantilen Idee nach.
Ich bin freischaffender Illustrator und Musiker, also in beiden Fällen von der Vergütung meiner Kunst abhängig.
Meine Familie und ich hätten ein echtes Problem mit Kunst, die nichts kosten darf.
Die Folge wäre klar - ich würde es sein lassen (müssen).
Und, nein, meine Werke gehören nicht allen!
Wenn eine Band ein Album aufnimmt und noch Wert darauf legt, dass das Album verdammt gut klingt, kostet das viel Geld. Wer denkst, dass dann ein jeder das Recht hat, das Resultat kostenlos genießen zu dürfen, ohne die Band auch nur ansatzweise zu entlohnen, hat ein sehr krudes Verständnis von Gerechtigkeit.
denn um Kunst zu schaffen benötigt man Künstler und glauben Sie im Ernst, dass ein Buchautorin, die z.B. im Kindergarten arbeitet am Abend noch die Muse hat, kreativ tätig zu werden?
Es ist viel zu einfach, was Sie behaupten und entwürdigt die Künstler und ich spreche von denen, die wirklich etwas kreatives schaffen.
Freie Kunst für alle ist sinnlos, wenn es keine Künstler mehr gibt, die sie produzieren. Stellen Sie sich mal die Stones vor. Die hatten nunmal das Talent zeitlose Songs zu schaffen http://www.youtube.com/wa... als Beispiel. 6Mio Klicks 20.000 positive Bewertung. Hätten die das hinbekommen, wenn sie das mal eben so nebenbei gemacht hätten? Es ist ein Tick unserer modernen Gesellschaft Künstler nicht mehr zu würdigen, was aber auch zweifelsfrei darin begründet liegt, dass sich viel zu viele Menschen für "Künstler" halten und sich als solche aufspielen. Es ist für den Konsumenten verdammt schwer mittlerweile allein aus der schieren Masse herauszufiltern.
Mehr Respekt und Achtung für die Künstler, einfachere, bezahlbare Formen des Vertriebs, das sind Notwendigkeiten, denn andernfalls wird uns viel Kunst verloren gehen.
Ich frage mich manchmal, wenn die Künstler vergangener Jahrhunderte in unserer Zeit leben würden, ob sie je hätten schaffen können, was sie erreicht haben. Man stelle sich ein Schiller, ein Hesse, ein Bach, ein Mozart, ein Shakespeare, ein Michelangelo in unserer Zeit vor ... ein sehr trauriger Gedanke
sie hängen einer neoliberalen idee nach, wonach alles etwas kosten muss. bier sollte kostenlos sein, denn bier gehört uns allen!
Sie hängen einer sehr infantilen Idee nach.
Ich bin freischaffender Illustrator und Musiker, also in beiden Fällen von der Vergütung meiner Kunst abhängig.
Meine Familie und ich hätten ein echtes Problem mit Kunst, die nichts kosten darf.
Die Folge wäre klar - ich würde es sein lassen (müssen).
Und, nein, meine Werke gehören nicht allen!
"Das Problem an der eigentlich guten Idee: Sie kollidiert mit der Praxis von Anbietern wie Apple, Amazon oder auch Libri.de."
Es kollidiert da eher mit der Realität. Wie will man denn bitte für jede MP3 sicherstellen, dass die Datei beim alten Besitzer gelöscht wurde? .. Die Antwort: Gar nicht. Der Preis der Dateien muss einfach gesenkt werden - 1 EUR pro Track sind schlicht maßlos übertrieben, wenn man es einmal auf einen physischen Datenträger hochrechnet.
Und wenn man jetzt Tauschbörsen legalisieren würde, würde wie zu alten Napster-Zeiten keine Datei mehr verkauft. Also auch ein Fehlvorschlag der Piraten.
Ausgesprochen löblich finde ich die Gebührenbefreiung von Notenblättern für öffentliche Einrichtungen!
"Es kollidiert da eher mit der Realität."
Naja, die Durchsetzung des aktuell geltenden Urherrechts kollidiert sowohl mit der Realität als auch mit wichtigen Grundrechten.
"Der Preis der Dateien muss einfach gesenkt werden - 1 EUR pro Track sind schlicht maßlos übertrieben, wenn man es einmal auf einen physischen Datenträger hochrechnet."
Ist das ein politischer Vorschlag? Möchten Sie eine Behörde, die irgendwie einen fairen Preis berechnet und den dann durchsetzt?
"Und wenn man jetzt Tauschbörsen legalisieren würde, würde wie zu alten Napster-Zeiten keine Datei mehr verkauft. Also auch ein Fehlvorschlag der Piraten."
Naja, zu diesen Zeiten gab es noch keine kommerziellen Alternativangebote. Wenn Sie sowieso für einen Preis sind, der als fair empfunden wird, können Sie sich dann nicht vorstellen, dass Leute den auch bezahlen?
Da ja nur PRIVATkopien zulässig sein sollen, müsste außerdem jeder, der mit einem Downloadportal Geld verdienen will, auch weiterhin Rechte vom Autor kaufen. Das heist, es gäbe nach wie vor keine vergleichbar komfortablen Download-Angebote, bei denen die die Künstler nicht bezahlt würden.
Notenblätter, die von Kitas und Grundschulen bezahlt werden müssen, sind wohl die, die nicht zu Volks- und Kinderliedern gehören - denn die sind befreit. Sie gehören zu den Rolf Zuchowskis dieser Welt, die über die Verbreitung durch Kitas und Grundschulen erst Profit machen. Nicht jedes Kind sieht Privatkanäle und kommt so mit diesen Liedern in Kontakt... sondern i.d.R. trällert der Nachwuchs Lieder aus der Kita und sorgt dafür, dass die Eltern, Großeltern MP3s, CDs, DVDs und dazu noch Devotionalien der Tabalugafraktion kaufen.
Bei vielen dieser angeblichen Urheberrechtsbeschränkungen verlangen Verwertermultis de facto, den Verbraucher nicht mehr nur indirekt, sondern dazu noch direkt für das Marketing der Produkte bezahlen zu lassen.
E-Books: tolle Sache! Aber wenn ich für eine Datei - ok, sie ist formatiert - nur 1€ weniger bezahle als für ein Papierbuch, wo die Datei nach der Formatierung gedruckt, transportiert, verkauft wurde und das ich jederzeit einer Freundin leihen, weiterverschenken oder -verkaufen kann, wäre ich sehr dumm. Das ist eine üble Verbraucherabzocke!
Diese raffgierigen Verwerter könnten Lizenznrn vergeben. Aber anscheinend ist ihnen der Antiquariatsmarkt ein böser Dorn im Auge. Und wenn man e-books über Geschenkgutscheine verschenken muss, kann Verwerter-Raffke gleich noch Adressen generieren.
Der Urheber hat davon nichts.
Viele Bücher werden nicht mehr gelesen werden, viel Wissen wird auf den Verwerterservern virtuell verstauben.
"Es kollidiert da eher mit der Realität."
Naja, die Durchsetzung des aktuell geltenden Urherrechts kollidiert sowohl mit der Realität als auch mit wichtigen Grundrechten.
"Der Preis der Dateien muss einfach gesenkt werden - 1 EUR pro Track sind schlicht maßlos übertrieben, wenn man es einmal auf einen physischen Datenträger hochrechnet."
Ist das ein politischer Vorschlag? Möchten Sie eine Behörde, die irgendwie einen fairen Preis berechnet und den dann durchsetzt?
"Und wenn man jetzt Tauschbörsen legalisieren würde, würde wie zu alten Napster-Zeiten keine Datei mehr verkauft. Also auch ein Fehlvorschlag der Piraten."
Naja, zu diesen Zeiten gab es noch keine kommerziellen Alternativangebote. Wenn Sie sowieso für einen Preis sind, der als fair empfunden wird, können Sie sich dann nicht vorstellen, dass Leute den auch bezahlen?
Da ja nur PRIVATkopien zulässig sein sollen, müsste außerdem jeder, der mit einem Downloadportal Geld verdienen will, auch weiterhin Rechte vom Autor kaufen. Das heist, es gäbe nach wie vor keine vergleichbar komfortablen Download-Angebote, bei denen die die Künstler nicht bezahlt würden.
Notenblätter, die von Kitas und Grundschulen bezahlt werden müssen, sind wohl die, die nicht zu Volks- und Kinderliedern gehören - denn die sind befreit. Sie gehören zu den Rolf Zuchowskis dieser Welt, die über die Verbreitung durch Kitas und Grundschulen erst Profit machen. Nicht jedes Kind sieht Privatkanäle und kommt so mit diesen Liedern in Kontakt... sondern i.d.R. trällert der Nachwuchs Lieder aus der Kita und sorgt dafür, dass die Eltern, Großeltern MP3s, CDs, DVDs und dazu noch Devotionalien der Tabalugafraktion kaufen.
Bei vielen dieser angeblichen Urheberrechtsbeschränkungen verlangen Verwertermultis de facto, den Verbraucher nicht mehr nur indirekt, sondern dazu noch direkt für das Marketing der Produkte bezahlen zu lassen.
E-Books: tolle Sache! Aber wenn ich für eine Datei - ok, sie ist formatiert - nur 1€ weniger bezahle als für ein Papierbuch, wo die Datei nach der Formatierung gedruckt, transportiert, verkauft wurde und das ich jederzeit einer Freundin leihen, weiterverschenken oder -verkaufen kann, wäre ich sehr dumm. Das ist eine üble Verbraucherabzocke!
Diese raffgierigen Verwerter könnten Lizenznrn vergeben. Aber anscheinend ist ihnen der Antiquariatsmarkt ein böser Dorn im Auge. Und wenn man e-books über Geschenkgutscheine verschenken muss, kann Verwerter-Raffke gleich noch Adressen generieren.
Der Urheber hat davon nichts.
Viele Bücher werden nicht mehr gelesen werden, viel Wissen wird auf den Verwerterservern virtuell verstauben.
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