3D-Druck : Kopierschutz in der dritten Dimension

Die Firma Intellectual Ventures hat einen Kopierschutz für 3D-Drucker entwickelt. Der soll verhindern, dass jemand Objekte druckt, für deren Design er nicht bezahlt hat.
Ein 3D-Drucker bei der Arbeit © Jens-Ulrich Koch/dapd

Digitale Musik, Filme oder Literatur sind zum Teil mit einem Kopierschutz versehen, damit sie nicht beliebig vervielfältigt werden können. Das US-Unternehmen Intellectual Ventures will das Rechtemanagement in die 3D-Welt überführen: Es hat sich einen Kopierschutzmechanismus für 3D-Drucker patentieren lassen.

Das Unternehmen hat eine Technik entwickelt, die verhindern soll, dass 3D-Designs ohne weiteres auf einen 3D-Drucker ausgegeben werden können . Die Datei werde mit einem Autorisierungscode ausgestattet, der von dem 3D-Drucker gelesen werde und der nur dann den Produktionsprozess freigebe, wenn eine entsprechende Berechtigung vorliege, heißt es in der Patentschrift.

Allerdings regelt das digitale Rechtemanagement ( DRM ) nicht nur, ob ein Objekt überhaupt gefertigt werden darf. Es lassen sich auch weitere Parameter bestimmen, etwa auf welche Weise es hergestellt wird – ob es durch einen additiven oder subtraktiven Prozess, per Schmelzschichtung, Lasersintern oder per Stereolithographie , und wie oft das Objekt aufgebaut werden darf.

Das DRM bezieht sich nicht nur auf den Aufbau von Objekten – auch andere Techniken können reguliert werden wie Drucken, Malen, Gravieren oder Tätowieren. Sogar die Materialien, auf die die digitalen Designs angewandt werden, können vorgegeben werden – "Druck auf Haut, Textilien, essbare Substanzen, Papier und Silizium".

Weit gefasst

Das Patent sei "ein Versuch, Eigentum über DRM für 3D-Druck geltend zu machen" und sehr weit gefasst, sagte Michael Weinberg dem US-Wissenschaftsmagazin Technology Review. Weinberg ist Justiziar bei der Organisation Public Knowledge und Autor des Buches It Will Be Awesome if They Don't Screw It Up , das sich mit dem Thema 3D-Druck und geistiges Eigentum beschäftigt.

"Die Menschen akzeptieren langsam, dass der Zugang zu 3D-Druckern sehr leicht sein wird, und dass es möglich sein wird, damit viele verschiedene Dinge zu produzieren", sagte Weinberg. "Manche werden das kontrollieren wollen. Dieses Patent ist ein erster Versuch."

Intellectual Ventures ist eine Gründung des ehemaligen Microsoft-Technikchefs Nathan Myhrvold, der das Unternehmen auch leitet. Es kauft und vermarktet Patente. Intellectual Ventures hat verschiedentliche andere Unternehmen verklagt und hat in den USA den Ruf eines Patenttrolls.

Erschienen bei golem.de

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Kommentare

14 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Worum es bei 3D Druckern geht

Ist genau dieses Kopierschutzmodell zu überwinden. Die ganze 3D Druckerei wurde von Copyright-Gegnern vorangetrieben, die genau das nicht wollten.

Wer also ein 3D Design für 3D Drucker macht, hat kein moralischen Anspruch auf ein Copyright, weil die die das "Copyright" für die zugrundelegende Technologie haben, diese Technologie entwickelt haben um genau das ganze Copyright zu überwinden.

Hoffentlich nicht

Nur weil jemand so ein Patent angemeldet hat, müssen Hersteller von 3D-Druckern sowas ja nicht in ihre Geräte einbauen. Die sollten ja eigentlich ein Interesse daran haben, dass möglichst viele Kunden möglichst viel drucken. Irgendwelche Rechte an Designs sollten die Druckerhersteller einfach nicht zu ihrem Problem machen.

Ein Interessenskonflikt könnte sich höchtens ergeben, wenn es einmal möglich sein sollte, den ganzen Drucker nachzudrucken - davon sind wir aber noch meilenweit entfernt.