E-CommerceFacebook testet den "Haben wollen"-Button

"Like" reicht nicht mehr – nun kommt "Want", zumindest für Facebook-Nutzer in den USA. Dort testet das Unternehmen neue Buttons für persönliche Wunschlisten. von dapd

Facebooks "Gefällt mir"-Button bekommt Gesellschaft vom "Haben wollen"-Button.

Facebooks "Gefällt mir"-Button bekommt Gesellschaft vom "Haben wollen"-Button.  |  © Ole Spata / dpa

Die Kommerzialisierung von Facebook schreitet voran. Nach dem "Gefällt mir"-Knopf wird es möglicherweise bald einen "Haben Wollen"-Button geben, mit dem Nutzer eine persönliche und für ihre Freunde sichtbare Wunschliste anlegen können.

Facebook begann in der Nacht zu Dienstag damit, diese Funktion testweise für alle US-Nutzer des Netzwerks freizuschalten. Wann deutsche Nutzer sie zu sehen bekommen könnten, ist noch unklar.

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Der "Want"-Button tauchte in dem Test neben Fotos von Produkten auf, die ausgewählte Unternehmen auf ihren Facebook-Seiten hochgeladen hatten. Wer ihn anklickt, legt das Produkt in eine Wunschliste, die für Freunde und Freunde von Freunden sichtbar ist.

In einer anderen Version heißt der Button "Collect": Wer ihn benutzt, legt sich eine eigene Sammlung (englisch collection ) an, die nur für ihn und seine direkten Freunde sichtbar ist.

Was in beiden Fällen entsteht, erinnert an die Wunschlisten, die Menschen auf vielen Einkaufswebseiten wie etwa Amazon anlegen können. Dazu sollen auch die Facebook-Sammlungen dienen.

Ziel ist es, Werbekunden zu gewinnen

Über den "Want"-Knopf oder die Produktsammlungen soll der Schritt vom Betrachten zum Bestellen vereinfacht werden. Facebook-Kontakte können die Wunschlisten ihrer Freunde ansehen und von dort auf die Webseiten klicken, wo es die Sachen zu kaufen gibt.

Facebook will keinen Umsatzanteil kassieren, sondern Werbekunden an sich binden, wie das Blog Techcrunch schreibt . Denn die neuen Buttons sind nur für diejenigen sichtbar, die Fans des Unternehmens sind, also dessen "Gefällt mir"-Button angeklickt haben. Um möglichst viele Fans zu bekommen, müssen die Unternehmen Anzeigen auf Facebook schalten.

Zunächst arbeitet Facebook mit einer Handvoll Unternehmen zusammen, darunter die Unterwäschemarke Victoria's Secret und das Einrichtungshaus Pottery Barn.

Facebook steht seit dem Börsengang im Mai unter erhöhtem Druck, Geld zu verdienen . Dazu könnte die neue Funktion beispielsweise mit bestehenden Werbeformen verknüpft werden. So können Unternehmen jetzt schon die "Gefällt mir"-Klicks von Menschen nutzen, um deren Facebook-Kontakte anzulocken. Das könnte künftig auf die Produktempfehlungen per "Want"-Button ausgeweitet werden.

Erst kürzlich hatte Facebook eine Geschenkfunktion eingeführt, mit der Nutzer Stofftiere oder Kaffee für ihre Bekannten ordern können. Auch diese Funktion ist zunächst nur für Nutzer in den USA verfügbar.

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Leserkommentare
  1. weitere Option wäre bei Druck auf "gefällt mir" wird das angedrückte Profil direkt gelöscht und das eigene auch.

    6 Leserempfehlungen
  2. Ob sich die Kunden weiterhin auf dieses Spielchen einlassen werden? Solange man sich spielerisch austauschen kann ok. Aber wenn dahinter eine Aktiengesellschaft steht, die natürlich möglichst viel Gewinn machen will, müsste doch bei vielen Leuten einfach der Wecker klingeln.

    • starbug
    • 09. Oktober 2012 18:09 Uhr

    Statt "like" jetzt "want"? Wow, welch Innovation!

  3. facebook tapert weiter von einem Fehler zum nächsten: Wenn der 'want'-button mit der gleichen Zufälligkeit bzw. vielleicht sogar aus Langeweile angeklickt wird, dann ist das genauso bedeutungslos wie der bekannte Sack Reis in China.
    Ich bin sicher, daß die Mehrzahl der 'like'-Klicks mehr oder weniger unverbindlichen Charakter hat. Erstens kostet es nichts, diesen button zu drücken, zweitens fühlt der Surfer sich vielleicht für ein paar Sekunden wichtiger als vorher.

    Nein - facebook zeigt damit nur, daß es seinen Zenit längst überschritten hat.
    Es wird nicht lange dauern, bis die ersten Unternehmen erkennen, daß 'Unsere Seite bei facebook' der vielleicht größte Marketing-Irrtum der Gegenwart ist und sich von dem Netzwerk wieder abwenden. Nicht zuletzt wegen einer eher negativen Image-Entwicklung.

  4. Es sei dahingestellt, ob dies ein Erfolg wird oder nicht, oder mehr und mehr User abschrecken wird. Es ist auch nicht bestreitbar, dass der Nutzen für Facebook auch ganz klar in der zunehmenden Qualität der Daten liegt.

    Der Artikel hat aber dennoch nicht den eigentlichen Sinn des "want" Buttons für den User erkannt, der sich erst bei der Betrachtung von Facebook Gifts ergibt. Dadurch dass ich nicht nur "ähnlich", sondern genau wie bei Amazon Wunschlisten angeben kann und Freunde und Bekannte jemanden an Hand dessen Wunschliste per Klick Geschenke kaufen können, lassen sich sich viele "unpassende" Geschenke, die anschließend umgetauscht werden verhindern. Auch kann Last-Minute für den entfernten Verwandten oder Bekannten noch ein passendes Geschenk gewählt werden. Sicher kein großer Sprung, aber in manchen Situation ein kleines nützliches Gimmick.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd
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