Businessman Mark Zuckerberg ausnahmsweise im Anzug - fotografiert beim Treffen mit Russlands Präsident Medwedew. © Alexander Zemlianichenko/AFP/GettyImages

Facebook werde immer kostenlos bleiben, hatte Mark Zuckerberg, der Chef der Plattform einst gesagt. Noch vor einem Jahr hieß es in einer offiziellen Erklärung , dass man keine Pläne habe, Gebühren zu erheben: "We have no plans to charge for Facebook. It's free and always will be."

Das stimmt nicht mehr so ganz. Denn es gibt nun die erste Funktion, für die auch Nutzer zahlen sollen. Wer mehr Aufmerksamkeit für seine Postings will, kann sie in den Chroniken seiner Freunde hervorheben lassen – für sieben US-Dollar das Stück. Bisher konnten nur Werbekunden bei Facebook so einen Service kaufen. Allein an ihnen – und mit Spielen – verdient das Unternehmen bisher sein Geld.

Doch mit Werbung auch weiterhin so hohe Gewinne zu erzielen wie bisher wird schwieriger, je mehr Nutzer die Seite auf ihren Mobiltelefonen aufrufen. Weil die Bildschirme der Handys so klein sind, wirkt Werbung darauf kaum. Es fehlen zudem bisher gute mobile Werbekonzepte – entsprechend weniger lässt sich an Mobilnutzern verdienen.

Eine Milliarde Nutzer

Gleichzeitig hat Facebook mittlerweile wahnsinnig viele Nutzer und damit ein großes Potenzial. Gerade erst schrieb Zuckerberg in einem Post , dass nun eine Milliarde Menschen bei Facebook jeden Monat aktiv seien. Wenn auch nur einige Prozent davon bereit wären, Geld auszugeben für ihre wichtigste Website, wären das erhebliche Einnahmen.

Genau dieser Gedanke steht offensichtlich hinter dem Experiment namens "Promoted Posts", das Facebook gerade ausdehnt. Vor ungefähr einem halben Jahr wurde das noch unter dem Namen "Highlight" in Neuseeland gestartet. Nun soll es, beginnend mit den USA , schrittweise auf 20 Länder erweitert werden.

Im offiziellen Firmenblog heißt es dazu : "Wenn Du einen Beitrag bewirbst – seien es Hochzeitsfotos, einen Flohmarkt oder besondere Neuigkeiten – wird dieser weiter oben im Newsfeed angezeigt, sodass die Chance steigt, dass deine Freunde und Abonnenten ihn sehen."

Das Hervorheben eines Beitrages kostet in den USA ungefähr sieben Dollar, in anderen Ländern können die Preise variieren, schreibt das Technikblog Techcrunch . Die Preisgestaltung hänge von den ökonomischen Möglichkeiten ab und sei Teil des Tests. Nutzen können das Instrument derzeit nur Leute, deren Account weniger als 5.000 Freunde oder Abonnenten hat.