E-BooksAutoren lassen Leser über Buchpreise bestimmen

Humble Bundle und StoryBundle verkaufen kopierschutzfreie E-Books im Bündel. Jeder Käufer bestimmt selbst, wie viel er ausgeben will – und wer davon profitieren soll. von 

Cory Doctorow

Cory Doctorow ist einer der Autoren, die im Humble E-Book Bundle vertreten sind.  |  © Creative Commons Attribution 3.0 / Jonathan Worth

Nach Indie-Games und Musik verkauft Humble Bundle nun auch ein Paket von Science-Fiction-Büchern zum Wunschpreis. Die Einnahmen werden aufgeteilt zwischen den Autoren, den Betreibern und gemeinnützigen Organisationen. Die genaue Aufteilung bestimmt der Käufer. Wer mehr Geld bezahlt als der Durchschnitt, bekommt zwei Bücher obendrauf.

Der bekannte Blogger und Autor Cory Doctorow hatte das Humble E-Book Bundle bereits im Sommer angekündigt. Er selbst hat die Sammlung nicht nur kuratiert , sondern ist auch einer der Autoren, die ihre Bücher zur Verfügung stellen – mit seinem erst vor einer Woche bei Tor Books veröffentlichten Werk Pirate Cinema . Darin geht es um einen Jugendlichen, der Opfer eines Systems wird, in dem Urheberrechte durch drakonische Strafen geschützt werden sollen.

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Doctorows Buch dürfte das Interesse am Kauf des Bündels stark steigern. Die Namen der anderen Autoren – Lauren Beukes , Paolo Bacigalupi , Mercedes Lackey und Kelly Link – sind zwar in der SciFi- und Fantasy-Szene recht bekannt, darüber hinaus aber noch nicht. Im Bündel bekommen sie mehr Aufmerksamkeit als alleine, zumal die Aktion auf zwei Wochen befristet ist und nun massiv im Netz beworben und verbreitet wird.

Wer für das Paket mehr zahlt als den jeweils aktuellen Durchschnittspreis (derzeit rund zwölf US-Dollar), bekommt zusätzlich noch die Graphic Novel Signal To Noise von Neil Gaiman und Dave McKean sowie das Buch Old Man's War von John Scalzi. Alle Bücher werden ohne Kopierschutz und in verschiedenen Formaten angeboten. Lesbar sind sie auf vielen E-Book-Readern sowie auf Smartphones, dem iPad oder am PC.

Patrick Beuth
Patrick Beuth

Patrick Beuth ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Es ist zum Beispiel möglich, sie sich direkt auf den Kindle von Amazon schicken zu lassen. Dazu sind zwar einige Einstellungen im Kindle-Konto nötig, aber das Ganze dauert nur wenige Augenblicke. Um die Bücher auf einem Android-Smartphone zu lesen, braucht der Käufer eine Lese-App wie die Kindle-App oder die von Kobo . Für ein iOS-Gerät wird die iBooks-App benötigt, die Bücher können dann über einen Link von Humble Bundle heruntergeladen werden.

Einige Einschränkungen gibt es allerdings: Die Bücher sind allesamt nur in englischer Sprache erhältlich, die Graphic Novel ist für das iPad optimiert – für andere Lesegeräte gibt es nur eine PDF-Datei. Bezahlt werden kann nur per PayPal , über ein Amazon-Konto oder mit Google Wallet.

Leserkommentare
  1. ... das sicherlich Zukunft hat. Bei besagter Undergroundliteratur ist sicher auch viel Schrott dabei, aber es wird sicher auch kleine Schätze zu heben geben. Allerdings denke ich, dass der deutsche Markt dem amerikanischen mindestens ein Jahrzehnt zurück liegt, was E-Books anbelangt.

    Eine Leserempfehlung
  2. "verdiene" ich an meinen Büchern ohnehin nur wenige Cent so dass es fast egal ist, wie der Preis bestimmt wird und wer das Geld bekommt.

    Der Autor hat nur die Arbeit und alle Kosten der Erstellung zu tragen. Alle Anderen, die im Verhältnis fast nichts dazu beitragen, stecken den größten Teil des Erlöses ein.

    Vielleicht bringt es ja über solch eine Vertriebsmethode doch etwas die Masse der Verkäufe. Warten wir es ab.

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