InternetMicrosoft droht Milliardenbuße wegen Browser-Politik

Entgegen seiner Zusagen bot Microsoft zeitweise keine freie Browserwahl im Betriebssystem an. Das kommt den Konzern nun teuer zu stehen: Es droht Milliardenstrafe der EU.

Ein Laptop mit dem Betriebssystem Windows 7

Ein Laptop mit dem Betriebssystem Windows 7

Der Softwarekonzern Microsoft muss sich wegen des Vorwurfs unlauterer Geschäftspraktiken auf eine millionenschwere EU-Strafe einstellen. Der Konzern habe seine Zusage gebrochen, den Nutzern des PC-Betriebssystems Windows eine Auswahl von alternativen Web-Browsern anzubieten, teilte die EU-Kommission nach einer Prüfung mit. Microsoft droht nun eine Strafe von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes. Maximal könnte also eine Geldbuße von fast 7,4 Milliarden Dollar (5,7 Mrd Euro) fällig werden.

Die obersten Wettbewerbshüter Europas unterrichteten den Konzern schriftlich über die Vorwürfe. Das Unternehmen muss nun innerhalb von vier Wochen Stellung nehmen. Danach wollen die Wettbewerbshüter das Strafmaß verkünden, eine Frist gibt es nicht. Der US-Konzern erklärte, die Untersuchung "sehr ernst" zu nehmen und mit der EU-Kommission zu kooperieren. Microsoft sprach von einem Fehler und entschuldigte sich.

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Der Konzern verstößt nach Ansicht der EU-Kommission gegen eine zentrale Auflage aus einem Kartellverfahren von 2009. Microsoft habe versprochen, bis 2014 seinen Windows-Nutzern neben dem hauseigenen Internet Explorer eine Auswahl verschiedener Browser von Konkurrenten anzubieten.

Microsoft hielt sich nicht an Zusagen

Trotz der Zusage habe der Softwarekonzern zwischen Februar 2011 und Juli 2012 die Softwareaktualisierung Service Pack 1 für Windows 7 ohne den Auswahlbildschirm für die freie Wahl des Web-Browsers ausgeliefert. Davon seien rund 28 Millionen Verbraucher betroffen gewesen.

Brüssel sieht die Vormachtstellung von Microsoft als Problem an. Der Windows-Marktanteil liegt bei Computern und Laptops europaweit bei über 90 Prozent. Der Anteil des Internet Explorers bei den Browsern ist mit rund 31 Prozent allerdings deutlich niedriger.
 

 
Leserkommentare
  1. ranzukommen.

    Und genau in so einem Umfeld geht die EU-Kommission davon aus, dass die Nutzer nicht im Stande sind, sich zu informieren, dass es auch andere Browser gibt?

    Völlig unverständlich, dass die EU-Kommission nichts wichtigeres zu tun hat

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    Die EU-Komission selbst wird sich wohl nur deswegen in die DAU-Rolle begeben haben, weil sie wohl selbst nur aus DAUs besteht welche nicht wissen, dass andere Browser im Internet frei zum Download bereitstehen. Diese laufen i.A. auch problemlos unter jedwedem Win-OS

    Stichwort Browserkrieg, zum Nachlesen z.B. hier https://de.wikipedia.org/...

    Die Vereinbarung hat ja nun auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Aber die Schnelllebigkeit im IT-Business wird scheinbar von der Kurzlebigkeit des kollektiven Gedächtnisses noch übertrumpft.

    Die EU-Komission selbst wird sich wohl nur deswegen in die DAU-Rolle begeben haben, weil sie wohl selbst nur aus DAUs besteht welche nicht wissen, dass andere Browser im Internet frei zum Download bereitstehen. Diese laufen i.A. auch problemlos unter jedwedem Win-OS

    Stichwort Browserkrieg, zum Nachlesen z.B. hier https://de.wikipedia.org/...

    Die Vereinbarung hat ja nun auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Aber die Schnelllebigkeit im IT-Business wird scheinbar von der Kurzlebigkeit des kollektiven Gedächtnisses noch übertrumpft.

  2. wie Apple oder die ganzen anderen Android-Verwender vor?

    Auf Smartphones sind standardmäßig auch nur die hauseigenen Browser installiert

    2 Leserempfehlungen
  3. Die EU-Komission selbst wird sich wohl nur deswegen in die DAU-Rolle begeben haben, weil sie wohl selbst nur aus DAUs besteht welche nicht wissen, dass andere Browser im Internet frei zum Download bereitstehen. Diese laufen i.A. auch problemlos unter jedwedem Win-OS

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    • jangxx
    • 24.10.2012 um 20:54 Uhr

    ...verklagt man halt willkürlich irgendwelche Firmen. Apple bietet auch keinen Auswalhbildschirm und auf den iPhones gibt es garkeine andere Möglichkeit als Safari (bzw ein "Browser" der auf WebView aufbaut) zu benutzen. Wenigstens werden sie von uns bezahlt.

    Eine Leserempfehlung
  4. Stichwort Browserkrieg, zum Nachlesen z.B. hier https://de.wikipedia.org/...

    Die Vereinbarung hat ja nun auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Aber die Schnelllebigkeit im IT-Business wird scheinbar von der Kurzlebigkeit des kollektiven Gedächtnisses noch übertrumpft.

    2 Leserempfehlungen
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    einen anderen Browser zu installieren.
    Und vergessen habe ich die Diskussion keineswegs. Ich habe sie damals eben deswegen schon für Schwachsinn gehalten.

    Aber wie Sie richtig schreiben. Die Zeiten und Marktanteile haben sich gewaltig geändert. Also 'bekämpft' diese Auflage des Kartellverfahrens ein Problem, das es gar nicht gibt.

    Ausserdem würde es jetzt sogar Microsofts Martkanteile selbst schwächen, da jetzt schon kaum einer mehr den Internetexplorer verwendet.

    einen anderen Browser zu installieren.
    Und vergessen habe ich die Diskussion keineswegs. Ich habe sie damals eben deswegen schon für Schwachsinn gehalten.

    Aber wie Sie richtig schreiben. Die Zeiten und Marktanteile haben sich gewaltig geändert. Also 'bekämpft' diese Auflage des Kartellverfahrens ein Problem, das es gar nicht gibt.

    Ausserdem würde es jetzt sogar Microsofts Martkanteile selbst schwächen, da jetzt schon kaum einer mehr den Internetexplorer verwendet.

  5. einen anderen Browser zu installieren.
    Und vergessen habe ich die Diskussion keineswegs. Ich habe sie damals eben deswegen schon für Schwachsinn gehalten.

    Aber wie Sie richtig schreiben. Die Zeiten und Marktanteile haben sich gewaltig geändert. Also 'bekämpft' diese Auflage des Kartellverfahrens ein Problem, das es gar nicht gibt.

    Ausserdem würde es jetzt sogar Microsofts Martkanteile selbst schwächen, da jetzt schon kaum einer mehr den Internetexplorer verwendet.

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  6. ist zum downloaden von anderen browsern.

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