Cyberwar in NahostIsrael wehrt sich gegen 44 Millionen Hacker-Angriffe

Seit der Gaza-Offensive sind israelische Regierungswebsites Ziel von Hackern: 44 Millionen Angriffe habe es gegeben. Israel spricht von einem "Krieg an zweiter Front". von afp und dapd

Die israelische Regierung hat eingeräumt, dass seit Beginn der Luftoffensive im Gazastreifen staatliche Websites vermehrt angegriffen werden. Die Regierung führe angesichts der Cyber-Attacken einen Krieg an "zweiter Front", sagte Israels Finanzminister Juwal Steinitz. In den vergangenen vier Tagen habe es 44 Millionen Cyber-Angriffe auf Webseiten der Regierung gegeben. Bis auf einen Angriff seien jedoch alle erfolgreich abgewehrt worden.

Zuvor hatte die Hackergruppe Anonymous behauptet, wegen der israelischen Luftoffensive im Gazastreifen Dutzende Websites lahmgelegt zu haben . In einer Erklärung der Hacker hieß es, "viel zu lang" habe sich Anonymous darauf beschränkt, "verzweifelt die barbarische, brutale und verabscheuungswürdige Behandlung des palästinensischen Volkes" durch Israel zu betrachten.

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Der Protest richte sich auch gegen das angebliche Vorhaben Israels, Internet-Verbindungen im Gazastreifen zu kappen. Sollte die israelische Regierung Telekommunikationsverbindungen im Gazastreifen unterbrechen, werde "grenzenloser Zorn" von Anonymous die Folge sein.

Kampf um die Meinungshoheit im Internet

Israel und die Hamas begleiten die Kämpfe im Gazastreifen mit einer groß angelegten Offensive im Netz . Die Streitkräfte beider Seiten verkünden regelmäßig Meldungen über Raketenangriffe und Opferzahlen via Twitter. Man werde "eine groß angelegte Offensive" im Gazastreifen starten, hieß es beispielsweise auf dem Twitter-Profil des israelischen Militärs . In einem weiteren Tweet empfahl man allen Hamas-Führern "ihre Gesichter in den nächsten Tagen nicht bei Tageslicht zu zeigen".

Die direkte Antwort der Hamas folgte prompt. "Unsere gesegneten Hände werden eure Anführer und Soldaten greifen, egal wo sie sind. Ihr habt die Tore der Hölle selbst aufgestoßen", hieß es von einem Profil unter dem Namen "AlQassam Brigade", das als offizielle Twitterpräsenz des militärischen Flügels der Hamas gilt.

Seit dem letzten Krieg vor vier Jahren hätten sich soziale Netzwerke zu "einer zusätzlichen Kriegszone" entwickelt, wie eine Sprecherin des israelischen Militärs sagte. Seit zwei Monaten unterhält die Armee eine eigene Abteilung für interaktive Medien mit 30 Soldaten. Sie betreuen Profile auf Facebook , dem Fotodienst Flickr und der Videoplattform YouTube. Auch die Hamas unterhält eine Facebook-Seite und eine mehrsprachige Website.

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Leserkommentare
  1. Nachdem ich antisemitische, esoterische Verschwörungswerbung über mein FB-Profil bekam, ist diese Gruppe in einen Augen untragbar.

    Unter anderem wurde ein gefälschtes Foto gepostet, in dem ein angeblich israelischer Soldat mit der Waffe in der Hand eine palästinensische Schülerin mit schwerem Stiefel auf den Boden drückte. Das ganze mit dem Textzusatz "Rothschild New World Order".

    Meine Recherchen ergaben, daß das Foto bereits Jahre zuvor auf einem Straßenfest in Bahrain aufgenommen wurde. Ein Islamist schnitt ein Teil des Fotos aus, stellte es in scheinbar harmlosen Kontext ins Internet, daraufhin wurde es völlig unreflektiert auch von westlichen Internetusern zu jeder erdenklichen Gelegenheit als anti-israelische Propaganda verbreitet. Ein arabischer Blogger klärte dankenswerterweise über den Betrug auf und veröffentlichte das Originalfoto, auf dem ganz klar die Zuschauer des Straßenfestivals im Hintergrund zu erkennen waren.

    Seitdem trägt Anonymous für mich das Prädikat 'vollkommen unglaubwürdig', 'Anhänger irrer Verschwörungstheorien' und 'Antisemiten'.

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    Zitat: "Seitdem trägt Anonymous für mich das Prädikat 'vollkommen unglaubwürdig', 'Anhänger irrer Verschwörungstheorien' und 'Antisemiten'."

    Dummerweise kann sich aber jeder Spinner "Anonymous" nennen...

    Die sehr bequeme Art, sich nicht mehr mit einer Sache auseinandersetzen zu müssen. Verzeihen Sie mir, wenn ich es Ihnen nicht abnehme, jemals ein Interesse daran gehabt zu haben, diese Gruppierung nach objektiven Kriterien zu bewerten.

    Ich halte die Typen übrigens auch für äußerst selbstgefällig und bisweilen pubertär. Nur, dass hier kein falscher Eindruck entsteht. ;)

  2. Zitat: "Seitdem trägt Anonymous für mich das Prädikat 'vollkommen unglaubwürdig', 'Anhänger irrer Verschwörungstheorien' und 'Antisemiten'."

    Dummerweise kann sich aber jeder Spinner "Anonymous" nennen...

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    "We are ANONYMOUS.
    We are Legion.
    We do not forgive.
    We do not forget."

    Das ist der Wahlspruch von Anonymous. Das hat eben auch Schattenseiten, wie dahergelaufene Irre, die ihr eigenes Süppchen kochen.

    Es ist eben doch nichts anderes, als ein Grüppchen selbstgefälliger Opportunisten.

  3. "We are ANONYMOUS.
    We are Legion.
    We do not forgive.
    We do not forget."

    Das ist der Wahlspruch von Anonymous. Das hat eben auch Schattenseiten, wie dahergelaufene Irre, die ihr eigenes Süppchen kochen.

    Es ist eben doch nichts anderes, als ein Grüppchen selbstgefälliger Opportunisten.

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    Antwort auf "Anonymous..."
  4. Korrekt sollte es heißen:
    Es gab einen (!) Angriff auf isrealische Regierungsseiten. Dabei wurden 44 Mio Zugriffe verzeichnet.
    Ein DDoS versucht eben durch eine hohe Anzahl durch Zugriffen die Server in die Knie zu zwingen.
    44 Millionen sind dabei eine vergleichsweise geringe Zahl. Ein einzelner User generiert mit entsprechenden Tools, die jeder finden kann, pro Sekunde 100-1000 Zugriffe.
    So gesehen ist dieser Angriff läppisch.

    Außerdem sind weite Teile von Anonymous mittlerweile gegen DDoS Angriffe, da diese bei Fehlschlag die Urheber aufdecken können. Da die israelischen Server nicht abgeschossen wurden, können diese die IP der Angreifer mitgeloggt haben. Dadurch wird es leicht sein die Verursacher aufzuspüren.

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  5. ...mein Statement; ich glaube, dass ich Ihren Leidensdruck nun besser einschätzen kann...

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  6. .
    ... kann von der Telefonnummer bis zur Kreditkartennummer alles sein.

    Ein paar mehr Informationen zu der prinzipiell begrüssenswerten Aktion wären schön.

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  7. Hamijeh, Nasrallah und Chameini

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    • Liman
    • 18. November 2012 19:37 Uhr

    http://rungholt.wordpress...

    Der Strom in Gaza kommt aus dem von Hamas beschossenen Askelon. Gaza hat DSL, von Israelis installiert.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, AFP, nf
  • Schlagworte Israel | Hamas | Nahost | Medien | Militär | Anonymous
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